Schicken in den Kreis

Ab der Prüfungsordnung 2016 müssen Hunde in Klasse 3 für die Box nicht mehr zu einem Pylon geschickt werden, sondern nur noch in einen Kreis, dessen Mitte markiert werden kann, aber nicht muss. Wenn er markiert wird, dann darf dort nur eine kleine Markierung vorhanden sind, ausdrücklich keine Halbschale.

Hinweis

Beim Richtungsapport bleibt die Halbschale jedoch erhalten.

Du musst deinem Hund jetzt also beibringen, ohne eine Halbschale gerade von dir wegzulaufen und ihn im Kreis stoppen.

Generell gibt es zwei Möglichkeiten das zu trainieren. Du machst es, ähnlich wie beim Gebrauchshundesport das „Voraus“ trainiert wird oder du trainierst es ähnlich wie die Box. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Training als „Voraus“ mit externem Ziel

Dazu legst du ein Ziel, bspw. einen Futterbeutel oder ein Spielzeug deutlich sichtbar für den Hund hinter den Kreis. Nun schickst du deinen Hund in den Kreis und er wird, Richtung ziel laufen. Anfangs lässt du ihn einfach bis zu seinem Ziel durchlaufen, später stoppst du ihn zwischendrin mal im Kreis. Dann musst du natürlich sicher stellen, dass er sich seine Belohnung nicht holen kann, wenn er durchläuft. Du brauchst also auf jeden Fall einen Helfer, der das Spielzeug oder den Futterbeutel blockiert, wenn dein Hund nicht stoppt.  Bei schnellen Hunden muss der Helfer auch entsprechend schnell sein, damit der Hund nicht ohne anzuhalten, trotzdem zu seiner Belohnung kommt.  Da hilft dann vielleicht die Belohnung weiter hinter den Kreis zu legen, dann bleibt dem  Helfer mehr Reaktionszeit.

Skizze der Übung: Hundeführer steht 10m vor dem Kreismittelpunkt und das Spielzeug ein paar Meter hinter dem Kreis.

Die Belohnung liegt hinter dem Kreis, so dass der Hund den Kreis durchqueren muss, um an sein Ziel zu kommen. Sie müssen Ihn dann trotz der Belohnung vor den Augen, im Kreis stoppen können.

Fraglich ist bei dieser Methode, was der Hund anläuft, wenn das Ziel fehlt? Auf der Prüfung liegt da nichts und anders als beim IPO-Sport ist die Laufrichtung des Hundes nicht durch die vorherige Laufrichtung des Teams vorgegeben. Manche Hunde werden sicher einfach nur zackig losdüsen und halbwegs deinem Blick folgen. Aber ich würde fast vermuten, die Masse der Hunde wird ohne sichtbares Ziel ratlos und wenig zielstrebig von dir weg laufen und sich umsehen, ob von dir etwas kommt. Bei den Hunden die schnell loslaufen, könnte es hingegen ein Problem mit dem Stoppen geben, denn wenn sie „denken“, da liegt ihr Ziel und richtig Tempo machen, wird es schwer sie im Kreis zu stoppen. Große Hunde mit langen Galoppsprüngen haben  den Kreis mit einem Satz übersprungen.

Tipp

Alternativ kannst du darüber nachdenken, dem Hund hinter den Kreis ein Bodentarget zu legen, statt einem Spielzeug. Du musst ihm dann nur beibringen, das Target liegt da und er soll zügig hinlaufen. Der Trieb dürfte weniger Stark sein als bei einem Spielzeug oder Futterbeutel, so dass du ihn besser stoppen kannst. Wenn er dann verstanden hat, dass er hinter den Kreis muss, bestätigst du ihn einfach nur dann, wenn er durch den Kreis zum Target läuft. Dann ist auf jeden Fall sichergestellt, dass er nicht am Kreis vorbei läuft und du auch eine Chance hast, ihn im Kreis zu stoppen. Wenn der Kreis dann gut sichtbar markiert ist, gibt der dem Hund eine Richtung vor, in der er das Target findet, das er ja auch die Entfernung beim Starten noch nicht sehen kann.

 

Training mit Kreis als Target

Der Kreis ist deutlich sichtbar zu markieren, mindestens mit 8 Markierungspunkten, die die Außenlinie kennzeichnen. Dies kannst du dir beim Training zunutze machen. Genauso wie dein Hund irgendwann mal gelernt hat, die Box am Boxband und den Pylonen zu erkennen, kann er auch lernen den Kreis zu erkennen und in die Mitte zu laufen.

Der Kreis mit Target in der Kreismitte

Der Kreis mit Target in der Kreismitte

Für den Anfang legst du ein Target in die Kreismitte und schickst ihn mit dem Kommando für den Kreis, gefolgt von dem Kommando für das Target, zum Target. Du belohnst ihn nur dann, wenn er am Target steht. Wenn der Hund irgendwann auf das Kommando für den Kreis schon losläuft, kannst du das Kommando für das Target weglassen.

Klappt das sicher und zuverlässig, kannst du hin- und wieder das Target weglassen. Wichtig ist, den Hund nur dann zu bestätigen, wenn er schön in der Kreismitte steht. Das Problem das Target abzubauen ist viel kleiner als mit der externen Belohnung, denn auch auf Prüfungen sind kleine Markierungen in der Kreismitte erlaubt. Dann findet der Hund auf der Prüfung auch ein „Target“. Allerdings soll der Hund gemäß Prüfungsordnung eben nicht die Kreismitte als Target anlaufen. Wenn du das so trainierst, sollte es dem Richter nicht auffallen. Das heißt dein Timing muss stimmen und der Hund darf nicht kurz vor dem Kreis schon das Tempo reduzieren.

Voraussetzungen bei beiden Methoden: Ein sichtbar markierter Kreis

Bei beiden Methoden ist ganz wichtig, dass Sie den Kreis für den Hund sichtbar markieren. Bei der ersten Methode wird es aufgrund des Triebziels hinter dem Kreis etwas länger dauern, bis der Hund den Kreis wahrnimmt, bei der zweiten Methode mit dem Target, geht es in der Regel schneller. Fraglich ist, wie man den Kreis markieren kann, ohne jede Übungsstunde den Platz mit neuen Farbmarkierungen zu versehen.

Es gibt Hundeführer, die über das Schiedsrichterspray aus dem Fußball nachdenken. Fraglich ist hier allerdings, ob es für den Hund nicht schädlich ist? Unbedenklich für den Rasen und biologisch abbaubar sagt ja noch nichts über die Giftigkeit für Hunde aus.  Alternativ könnten sie ähnlich wie ein Boxband auch ein Band in Kreisform auf dem Boden aufspannen. Das wird dann natürlich nie perfekt rund werden, aber ein Achteck ist völlig ausreichend. Der Hund muss ja nur erkennen können, da ist eine farbige Markierung in deren Mitte er laufen soll, bzw. durch die er durchlaufen soll um das Bodentarget zu finden.

Ein zwar achteckiger aber gut sichtbarer Kreis lässt sich mit einem Band aufspannen.

Die exakte Größe des Kreises spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass der Hund, wenn er im Kreis steht, eine Markierung um sich herum sieht, das hilft ihm dann zu erkennen, dass er richtig ist.

Tipp

Beherrscht der Hund schon das Laufen zur Halbschale für den Richtungsapport oder die alte Klasse 3, ist es hilfreich, wenn du den Hund vielleicht zunächst wie gewohnt zur Halbschale schickst, die nun im Kreis steht und dann  allmählich von der Halbschale zu einem flacheren Target und von da zu einem kleineren Target übergehst. Als flache Markierung die vermutlich sogar Prüfungsordnungskonform ist, kannst du bspw. Markierteller verwenden, die es in den gleichen Farben wie die Halbschalen gibt.

Solche flachen Markierteller können ersatzweise die Halbschale im Kreis ersetzen.

Solche flachen Markierteller können ersatzweise die Halbschale im Kreis ersetzen.

Ich persönlich würde mich für die Methode mit dem Target im Kreis entscheiden, weil sie der Prüfungssituation näher kommt und damit weniger Hilfen abgebaut werden müssen. Gerade für Hunde die schnell verwirrt sind, wenn in der Prüfung etwas nicht wie gewohnt läuft, ist das sinnvoll. Genauso auch für schnelle Hunde, die sich schwer tun innerhalb des doch recht kleinen Kreises zu stoppen, wenn sie nicht wissen, dass sie dort anhalten müssen.

Geruchshölzer „neutralisieren“

Wer im Verein für das Training der Geruchshölzer immer wieder ganz neue Hölzer nimmt, muss auf Dauer schon eine Menge Geld investieren, denn dann gehen eine Menge Geruchshölzer dabei drauf. Viele Vereine nutzen die Geruchshölzer daher immer wieder und „neutralisieren“ diese. Dafür gibt es zwei häufig genutzte Methoden:

  • Hölzer einfrieren 1-2 Wochen und wieder auftauen
  • Hölzer abkochen und trocknen lassen

Aufgrund der Tatsache, dass mein Lion eigentlich immer das richtige Holz gefunden hat  und Nullrunden in dieser Übung eher mal daraus resultierten, dass er vorher ein falsches angehoben und wieder abgelegt hat, habe ich mich entschlossen mit seiner Hilfe mal zu testen, ob das wirklich funktioniert. Er ist jetzt in Rente und ich konnte so die Übung nicht mehr „ruinieren“ oder Fehler einbauen.

Warum der Test?

Anlass für diesen Test war ein Training mit Hölzern die von unserer Vereinsprüfung übrig geblieben waren. In die neutralen auf der Prüfung gebrauchten Hölzer, die ich selbst nicht angefasst hatte, sind zwei Hölzer zum Auslosen des Richtungsapports hineingeraten, die ich beschriftet hatte.  Im Training ist eines der Hölzer von der Auslosung zwischen den neutralen Hölzern und dem von mir angefassten Holz ausgelegt worden. Mein Hund hat dann das Holz von der Auslosung statt das „richtige“ gebracht und das 5 Tage nach der Prüfung.  Der Geruch vom Beschriften muss also 5 Tage am Hölzchen gehaftet haben. Das habe ich zum Anlass genommen mal zu testen, wie fein die Nase meines Hundes wirklich ist und ob „neutralisieren“ überhaupt wirklich funktioniert.

Versuch 1

Beim ersten Versuch habe ich 5 Hölzer präpariert, das heißt beschriftet und entprechend behandelt.

  • gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche
  • eingefroren in einer dünnen Papiertüte
  • eingefroren in einem verschlossenen Plastikbeutel
  • gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingefroren
  • einfach nur offen in meiner Küche liegen gelassen.

Nach einer Woche habe ich mit jeweils einem der präparierten Hölzer und neutralen Hölzern die Geruchsunterscheidung gemacht.

Mein Hund hat alle präparierten Hölzchen erkannt, mit Ausnahme des Hölzchens das offen in meiner Küche gelegen hat.

Versuch 2

Um auszuschließen, dass er nur nach dem 3. Mal zu müde war und einfach irgendeines gebracht hat, schließlich ist er ja schon was älter, hab ich den Versuch noch mal wiederholt. Dazu habe ich jeweils zwei Hölzchen präpariert.

  • gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche
  • gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingeforen
  • eingeforen in einer einem offenen Plastikbeutel
  • einfach nur offen in meiner Küche liegen gelassen.
  • in einem verschlossenen Plastikbeutel liegen gelassen

Jeweils einen Satz  habe ich 1 Woche nach dem Präparieren verwendet. Ergebnis war, dass mein Hund alle Hölzchen erkannt hat, mit Ausnahme des Holzes, das offen in der Küche gelegen hatte.

Noch mal eine Woche später habe ich das ganze mit dem zweiten Satz Hölzchen wiederholt. Auch hier hat sich gezeigt, dass einfaches „liegen lassen“ wohl mehr Wirkung hat, als jede andere Maßnahme. Denn der Hund hat alle gefunden, selbst nach 14 Tagen!!!! außer dem Hölzchen das offen in der Küche lag und bei dem Hölzchen das gekocht und offen liegen gelassen wurde, war er sich nicht ganz sicher, hat sich aber am Ende doch dafür entschieden.

Erklärungsversuche

Interessant ist in meinen Augen, dass überhaupt versucht wird, Hölzer mittels einfrieren zu neutralisieren, wo es beim Fährten heißt, dass Fährten die nachträglich geforen sind, auf denen kalter Schnee gefallen ist oder die auf gefrorenem Boden gelegt sind, für die Hunde kaum riechen und damit sehr schwer zum abarbeiten sind.

Taut der Boden aber nach dem Legen der Fährte auf, ist das für die Hunde wieder einfacher.  Auf die Geruchshölzchen bezogen muss das heißen, der Geruch der Hölzchen ist im kalten, eingefrorenen Zustand zwar da, aber deutlich schwerer wahrzunehmen. Er verschwindet aber nicht durch die Kälte, sondern wird eher „konserviert“. Beim Auftauen müssten sie aber auch wieder mehr Geruch entwickeln, weil die Temperatur steigt.

Auch wir selbst wissen ja, dass eingefrorene Lebensmittel zwar im gefrorenen Zustand weniger riechen als aufgetaut, aber der Geruch verschwindet ja nicht durch das Einfrieren. Warum sollte das also bei Geruchshölzchen so sein?

Die Frage ist, was Geruch ist, was riecht der Hund genau? Wissenschaftlich gesehen besteht der Geruch eines Gegenstandes aus Geruchsmolekülen die das Objekt umgeben. Je dichter sie am Gegenstand sind, desto weniger weit ist der Geruch wahrnehmbar. Und je mehr sie sich bewegen, desto mehr entfernen sie sich auch vom Gegenstand und umgeben ihn wie mit einer Duftwolke. Je wärmer es ist, desto beweglicher sind die Geruchsmolküle, je kälter es ist, desto unbeweglicher sind sie und desto weniger entfernen sie sich vom Gegenstand.

Einfrieren bewirkt also, dass die Geruchsmoleküle ziemlich eng an das Geruchshölzchen gebunden werden und sich kaum davon entfernen. Man konserviert also eher den Geruch als das man ihn neutralisiert. Das Neutralisieren beginnt dann vermutlich erst mit dem Auftauen, wenn die Moleküle sich wieder erwärmen, mehr bewegen und damit auch vom Gegenstand entfernen können.

Hinweis

Diese Erklärung stammt so nicht von mir. Thomas Nicolas aus meinem Verein hat das mal gehört. Ich konnte diese Theorie aber im Internet auf verschiedenen Seiten bestätigt finden. Insofern wird was dran sein.

Aber warum funktionieren dann das abkochen nicht, denn da werden die Geruchsmoleküle erwärmt und müssen sich eigentlich vom Gegenstand entfernen können. Aber können sie es, wenn sie von Wasser umgeben sind? Meine Theorie dazu, durch die Feuchtigkeit werden die Geruchsmoleküle erst mal am Gegenstand fixiert und können sich erst nach vollständiger Trocknung so verhalten wie an den trockenen Hölzern. Dadurch dauert es länger bis die nach dem Kochen liegen gelassenen Hölzer den Geruch verloren haben.

Die dritte Frage, die ich mir gestellt habe ist, ob die Hölzer nicht durch das liegen lassen in meiner Küche oder meinem Auto auch den Umgebungsgeruch annehmen müssten und daher stärker riechen als das nur kurz angefasse Hölzchen.

Ich bin da für mich zu der Erkenntnis gekommen, wenn sie dadurch überhaupt einen Geruch annehmen, dann sehr viele verschiedene. Dieser Cocktail an Geruchsmolekülen dürfte so vielfälltig sein, dass der Hund den menschlichen also meinen Geruch nur als einen von so vielen erkennt, dass das Hölzchen nicht so wirklich nach mir riecht.

Dennoch ist erstaunlich, dass der Hund nicht den Unterschied zu den anderen erkennt. Egal wonach das Hölzchen für den Hund riecht, wenn die anderen Hölzer nagelneu sprich wirklich neutral sind, riecht das Hölzchen anders als die anderen, wenn auch nicht zwingend nach dem Hundeführer. Es ist schon erstaunlich, dass mein Hund auf diesen Unterschied nicht reagiert, denn die Theorie im Training der Geruchshölzer sagt ja eigentlich, dass der Hund lernt das Hölzchen zu finden das anders riecht als die anderen und nicht zwingend das, was nach Hundeführer riecht.

Achtung

Bei meinem Hund könnte dies auch daran liegen, dass er mit Obedience erst mit 7 Jahren begonnen hat und vorher schon 6 Jahre Fährenerfahrung hatte. Da wir viel auf den Rheinwiesen trainiert haben und dort häufig Müll und Ähnliches lag, hat er da gelernt den „Müll“ von den Fährtengegenständen zu unterscheiden die ja nach Fährtenleger gerochen haben, nicht zwingend nach mir. Vielleicht ist er deshalb eher auf den menschlichen Geruch trainiert als auf eine alleinige Geruchsunterscheidung.

Wenn man diese Erklärungsversuche, sowie die Erkenntnisse aus den Versuchen zusammenfasst, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass möglichst Wind und höhere Temperaturen den Geruch der Hölzchen am ehesten vertreiben. Demzufolge wäre eine schnelle und theoretisch sichere Methode das neutralisieren im Heißluftbackofen. Denn da kann man höhere Temperaturen, bspw. 50°C nehmen, und das Gebläse pustet die Geruchsmoleküle schön an die Seite und weg von den Hölzchen.

Zumindest in der Theorie :-)

Fazit und Ergebnis

Hier noch mal die Zusammenfassung des missglückten Trainings und der anschließenden Tests.

Aktion

nach 5 Tagen

nach 1 Woche

nach 2 Wochen

gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche

erkannt

nicht erkannt (unsicher) = fast neutral

gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingefroren

erkannt

erkannt

eingefroren in einer einem offenen Plastikbeutel

erkannt

erkannt

einfach nur offen liegen gelassen.

erkannt

nicht erkannt = neutral

nicht erkannt = neutral

in einem verschlossenen Plastikbeutel liegen gelassen

erkannt

erkannt

  • – = nicht getestet
  • erkannt = der Hund hast das Hölzchen erkannt, es ist nicht neutral.
  • nicht erkannt = der Hund hat das Hölzchen nicht gefunden, es ist neutral.

Im Ergebnis heißt das wohl, jegliche Methode schlägt fehlt, die Wasser oder Kälte nutzen, denn scheinbar ist alleine das „liegen lassen“ ausschlaggebend für den Verlust des Geruchs. Und dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, dass die Hölzer in meiner Küche gelegen haben, die ja auch nach mir riecht.

Im meinem Verein handhaben wir die Aufbewahrung der Hölzer jetzt wie folgt. Wir haben vier Stapelboxen. In die unterste kommen die heute gebrauchten Hölzer. in der nächsten Übungsstunde werden die Hölzer aus der oberen Box verwendet und nach der Übungsstunde dort auch wieder reingelegt. Anschließend wird die Box von oben nach unten gestellt. Auf der nächsten Übungsstunde wieder das gleiche, die obere Box wird genutzt und kommt am Ende der Übungsstunde nach unten. So ist sichergestellt, dass die Hölzer immer mindestens 14 Tage unbenutzt liegen.

Tipp:

Zur besseren Durchlüftung haben die Boxen natürlich Löcher und Schlitze.

Unter Umständen werde ich den Test noch mal wiederholen um zu prüfen, ob es Sinn macht die Hölzchen im Heißluftbackofen zu „neutralisieren“ in der Hoffnung das Wärme (anstelle von Kälte) und die Umluft im Backhofen den Geruch schneller vertreiben.

Ergebnisse dazu folgen dann an dieser Stelle. Einfach noch mal vorbei schauen

 

Geruchsidentifikation für extrem apportierfreudige Hunde

Manche Hunde sind so dermaßen apportiergeil dass es sehr schwer ist, ihnen die Geruchsidentifikation beizubringen. Das Problem ist, schon wenn die Hölzer in Sichtweite kommen, schalten diese Hunde auf „Apportieren“ um. Natürlich kann man auch bei diesen Hunden probieren, Leckerchen zwischen die Hölzer zu legen oder diese unter anderen Dingen zu verstecken, aber wenn dein Hund eher auf Spielzeug und Apportieren steht und sich dann nicht mehr für Leckerchen interessiert, wirst du damit nicht viel erreichen und im Zweifel wird dein Hund eben die Dinge apportieren, die zum Abdecken der Hölzer dienen.

Natürlich könnte man solche Hunde veilleicht durch entsprechende Kommandos oder Strafen vom Apportieren der Hölzer abhalten. Aber ob sie dann anfangen ihre Nase einzusetzen ist zweifelhaft. Vor allem willst du deinem Hund das Bringen der Hölzer ja nicht vermiesen, sondern ihn nur veranlassen mit der Nase nach dem richtigen zu suchen.

Ziel ist also: Dein Hund soll lernen, „ich darf apportieren, wenn ich vorher mit der Nase das richtige Geruchshölzchen ermittelt habe“.

Das ist eine langwierige Sache, wenn der Hund das „Apportieren“  egal von was, immer dem Leckerchen vorzieht. Es gibt aber eine Möglichkeit. Fange damit am besten möglichst früh an, dann kannst du dir Zeit lassen und pünktlich zur Klasse 2 kann dein Hund dann auch die Geruchshölzchen.

Vorgehensweise

Hat den Hund bereits zahlreiche Versuche mit den Hölzchen hinter sich und schon verknüpft, dass mit dem Kommando das du für die Hölzchen verwendest, ganze viele Apportiergegenstände verfügbar sind, die es gilt möglichst schnell einzusammeln, solltest du unbedingt ein neues Kommando für die Hölzchen verwenden. In jedem Fall ist das gleiche Kommando, dass du zum Apportieren nimmst, kontraproduktiv. Du solltest ein ganz anderes vom Klang her nehmen. Ich nehme bspw. immer „Riechen“, weil mein Hund „Such“ für die Fährte braucht und mit „Brings“ apportiert. „Suchen“ oder „Such“ ist aber generell keine schlechte Wahl.

Anschließend sind folgende Schritte notwendig.

  1. Konditionieren eines Kommandos zum „Einschalten“ der Nase
  2. Reduzieren des Interesses an den Hölzern als Apportiergegenstand
  3. Absichern, des Suchens nach dem richtigen Hölzchen
  4. Festigen des Suchens

Was du benötigst

Edelstahl-Set Geruchsholzattrappen

Geruchsholzattrappen aus Edelstahl

Besorge dir für den zweiten und dritten Schritt folgende Utensilien:

  • Geruchsholzattrappen aus Edelstahl (2-5 Stück)
  • Geruchshölzer
  • Kaninchendraht, möglichst engmaschig und grün beschichtet. Gibt es in Gartencentern und Raiffeisenmärkten.Optimal ist der mit keinem quadratischem Raster. Du brauchst ein Stück von ca. 60-80 cm Breite und 1 bis 1,2m Länge. Etwas größer ist aber nicht schlimm.
  • 5-8 Zeltheringe zum Fixieren des Drahtes auf der Wiese
  • eine Kneifzange/Seitenschneider zum Schneiden des Drahtes
  • ein Lieblingsspielzeug für deinen Hund.

Bis du die Sachen beisammen hast, kannst du mit Schritt 1 aber schon mal beginnen.

Konditionieren eines Kommandos zum „Einschalten“ der Nase

Nimm das absolute Lieblingsleckerchen, wenn du das schneidest, wie Käse oder Wurst, fange mit schönen großen Stücken an, damit es sich aus Sicht des Hundes lohnt.

  • Setze den Hund ab und lege das Leckerchen auf ca. 10m Entfernung so hin, dass der Hund es gut beobachtet. Zeige ihm dazu das Leckerchen am besten, bevor du dich vom Hund entfernst.
  • Stelle dich wieder neben den Hund und schicke ihn mit dem Kommando das du später für die Geruchshölzer verwenden möchtest, zum Leckerchen. Lobe ihn mit Worten (kein Spielzeug) wenn er es gefressen hat und rufe ihn dann zu dir.
  • Wiederhole dies einige Male und möglichst mehrmals am Tag.

Wichtig ist zunächst, dass der Hund lernt auf das Kommando hin, sich 10m von dir zu entfernen und dort ein Leckerchen findet.

Hat der Hund das verstanden, verwende immer kleinere Leckerchen, so dass er die nicht mehr von weitem sieht sondern lernt diese mit der Nase zu suchen. Wichtig ist aber, es liegt immer nur ein Leckerchen dort.

Tipp

Wenn du eine Hilfsperson hast, kannst du die, wie den Ringhelfer später, auch bitten, das Leckcheren auszulegen. Nimm ruhig ein Tablett dazu, wie der Ringhelfer das später auch macht. Am besten, du machst eine Grundstellung, drehst dich herum, der Helfer geht mit dem Tablett und den Leckerchen zur entsprechenden Stelle, legt das Leckchern ab und kommt wieder zurück. Danach drehst du dich wieder um und schickst deinen Hund.

Dann hat der Hund schon den gleichen Ablauf wie später bei den Hölzern und verknüpft mit dieser Situation gleich, dass es ums riechen  nicht ums apportieren geht.  Und genau so, kannst du das auch in den späteren Schritten weiter fortführen.

Achtung

Du solltest auf keinen Fall aus Bequemlichkeit das Leckchern hinwerfen, denn das fördert Trieb und Apportiertrieb und genau das willst du dem Hund ja abgewöhnen. Je ruhiger das abläuft, desto geringer wird der Apportiertrieb des Hundes sein.

Wenn du beobachstest, dass der Hund ruhig nach dem Leckchern sucht, ohne hektisch zu werden und ohne nach zu apportierenden Dingen wie Stöckchen ausschau zu halten, kannst du mit dem nächsten Schritt fortfahren.

Reduzieren des Interesses an den Hölzern als Apportiergegenstand

Nun schneidest du in den Draht an einer Stelle eine Ausschnitt, der ausreichend groß ist, dass dort genau ein Hölzchen Platz hat. Wichtig ist, schneide den Draht sehr exakt an den Kanten ab, damit dein Hund sich nicht an vorstehenden Spitzen verletzen kann.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt. Ohne dass dein Hund dies beobachetet, baust du nun den Draht auf, legst ihn flach auf den Boden und fixierst ihn mit den Zeltheringen.

Suchen nach Leckchern im Draht

Anschließend lässt du deinen Hund noch ein paar Mal das Leckerchen suchen, nur befindet sich da nun innerhalb des Drahtes, damit dein Hund den Draht kennenlernt. Du legst das Leckerchen dazu am besten in den gefertigten Ausschnitt, damit dein Hund dort das Leckerchen recht einfach aufnehmen kann und nicht durch den Draht behindert wird.

Metallattrappen ignorieren und nach Leckchern suchen

Im nächsten Teilschritt legst du unter den Draht die Metallattrappen, zufällig oder in Reihe, ruhig jedes Mal anders. Weiterhin kommt in den Ausschnitt ein Leckchern und du schickst deinen Hund weiter immer nur hin, um das Leckerchen zu suchen.

Wichtig

Die allermeisten Hunde werden sich jetzt natürlich für die Metallattrappen  interessieren und versuchen da ran zu kommen. Du musst nun unbedingt darauf achten, dass dein Hund kein Erfolg hat. Versucht er den Draht rauszureißen, schimpfe mit ihm und unterbinde das in jedem Fall. Ebenso wenn er versucht die Attrappen durch den Draht zu ziehen.

Hinweis

Wenn dein Hund sich für die Metallattrappen nicht interessiert stellt sich die Frage, ob dein Hund überhaupt ein Kandidat für diese Methode ist, oder ob du es nicht einfacher hättest, wenn du auf den Draht verzichtet und nur die Metallattrappen und das richtige Hölzchen auslegst.

Aufbau der Übung: Unter dem Drahtgeflecht (grün) liegen die Geruchshölzchen oder Attrappen, in der Aussparung das Leckeren (rot) und später das richtige Hölzchen

Unter dem Drahtgeflecht (grün) liegen die Geruchshölzchen oder Attrappen, in der Aussparung das Leckeren (rot) und später das richtige Hölzchen

Bei den ersten Versuchen kannst du deinem Hund ruhig helfen und ihm das Leckchern noch mal zeigen, damit er sich nachdem er sich von den Attrappen abgewandt hat wieder um das Leckchern kümmert.

Wiederhole das solange, bis dein Hund sich zwar die Attrappen ansieht, im optimalen Fall daran schnüffelt und dann nach dem Leckchern sucht und es frisst. Wenn er das so macht, darfst du ihn ruhig ab und an, nach dem Fressen des Leckerchens wenn er wieder bei dir ist mit einem Spielzeug bestätigen, denn es soll sich ja aus seiner Sicht lohnen auf das Apportieren der Attrappen zu verzichen und die Nase zum Suchen des Leckerchens einzusetzen.

Tipp

Es gibt Hunde die jetzt ziemlich gefrustet sind und keinen Bock mehr haben, hinzulaufen und das Leckchern zu suchen. Das ist eigentlich eine „gute“ Phase, denn es zeigt, dass der Hund sich nicht mehr im Apportiermodus befindet. Jetzt musst du nur noch sein Interesse am Schnüffeln wecken. Wichtig ist jetzt darauf zu bestehen, dass der Hund dennoch hinläuft und das Leckchern sucht. Um seine Motivation am Schnüffeln wieder zu erhöhen, bestätigst du ihn dann, wenn er das gemacht, auch wenn du ihn mehrmals auffordern musstest, mit einem Spielzeug.

Achte aber darauf, ihn nur zu bestätigen, wenn er nach dem Leckchern sucht. Du kannst das prüfen und fördern, indem du den Hund von verschiedenen Seiten hinschickst und so die Position von Leckchern und Attrappen zu einander aus Sicht des Hundes immer anders ist. Du kannst außerdem auch das Leckchern  mal an den Rand des Drahtes legen und den Hund zu animieren eine größere Fläche abzusuchen. Wichtig ist weiterhin es gibt nur ein Leckerchern.

Wenn das sicher klappt der Hund wieder motiviert zum Draht läuft, das Leckchern sucht und frisst um sich das Spielzeug zu verdienen kannst du zum nächsten Teilschritt übergehen. Es ist aber ganz wichtig, dass der Hund in Erwartung  des für ihn höherwertigen Spielzeugs dennoch genug Disziplin und Gehorsamz zeigt um motiviert mit nur einem Kommando zum Leckchern zu laufen und es zu suchen bis er es gefunden hat. Hier musst du ganz konsequent sein. Kommt der Hund zurück ohne das Leckchern gefunden zu haben oder bleibt er gar über dem Draht stehen und fängt gar nicht an zu suchen, wird er keinesfalls bestätigt. Dann musst du weiter trainieren bis das reibungslos klappt.

Von Metallattrappen zum Hölzchen

Nun ersetzt du allmählich alle Metallattrappen durch richtige Hölzchen und wiederholst das, bis der Hund sich auch für die Hölzchen nicht mehr interessiert, als dass er sie abschnuppert um das Leckchern zu finden.

Du kannst und auch dazu übergehnen, die Hölzer so zu verteilen, dass er „überqueren“ muss um an das Leckchern zu kommen. Bestätige ihn mit Spielzeug, wenn er sie sauber abschnüffelt, das Leckchern findet und frisst.

Wenn das klappt und der Hund keine Anstalten mehr macht, die Hölzchen hochheben zu wollen oder gar den Draht rausreißen will, er aber dennoch motiviert nach dem Leckerchen sucht, gehst du zum nächsten Schritt über.

Absichern, des Suchens nach dem richtigen Hölzchen

Du legst nun unter den Draht Hölzchen und das richtige Holz, dass du ausgiebig mit nach Leckerchen riechenden Händen angefasst hast, in die Aussparung im Draht. Schicke den Hund nun von einer Seite zu den Hölzchen, bei der er die falschen unter dem Draht überqueren muss um an das richtige zu gelangen.

Gib ihm nun Zeit und beobachte ihn. Setzt er seine Nase ein wie vorher beim Suchen des Leckerchens, schnüffelt am richtigen Hölzchen und bringt es dann, warte ab, bis er auf halbem Weg mit dem Hölzchen ist und bestätigt ihn dann, in dem du das Spielzeug hinter dich wirfst.

Beim nächsten Mal liegt wieder nur Leckerchen statt des richtigen Holzes auf de Draht. Das ist wichtig, damit du nicht bei deinem Hund wieder die Erwartunghaltung weckst, dass er das erstbeste Holz apportieren darf.

Wichtig ist, dass du immer im Wechsel, nicht immer genau einmal, sondern zufällig entweder ein Leckcheren liegen hast oder das richtige Hölzchen. Wenn du das eine Weile so geübt hast, und du merkst, dass der Hund ruhig sucht und immer seine Nase einsetzt, kannst du zur letzten Phase übergehen, die du vermutlich für den Rest deines Trainings beibehalten wirst.

In dieser Phase ist Konsequenz absolug wichtig. Du darfst deinem Hund keine Gelegenheit geben wieder in altes Verhalten zurückzufallen und du darfst ihn nur dann mit Spielzeug bestätigen, wenn er erkennbar mit der Nase sucht.

Tipp

Wechsel den Aufbau auch unbedingt ab, in dem du die falschen Hölzer unterschiedlich anordnest. Im weiteren Verlauf des Trainings kannst du auch andere Dinge wie Hütchen, halbierte Röhrchen etc. auf den Draht legen und so die falschen teilweise abdecken oder auch das richtige oder das Leckerchen leicht abdecken, dass nur ein Teil herausragt. All das animiert den Hund dazu mit der Nase und nicht mit den Augen zu suchen.

Es ist aber ganz wichtig, dass der Hund natürlich auch andere, vorhandene Gegenstände nicht bringen darf! Das solltest du auf jeden Fall unterbinden.

Tipp

Wenn dein Hund im Verlaufe des Trainigs wieder Tendenzen zeigt, doch mehr zu apportieren als zu suchen, spricht aber nichts dagegen wieder temporär zu den vorherigen Schritten zurück zukehren.

Festigen des Suchens

Findet dein Hund zuverlässig auch mit anderen Gegenständen und teilweise abgedeckt das richtige Hölzchen, kommt der entscheidende Punkt. Jetzt lässt du den Draht weg und ersetzt vorrübergehend die falschen Hölzer wieder durch die Attrappen. Lasse ihn auf diese Weise eine ganze Weile suchen un gestalte das Ganze wieder interessant, indem du die Übung variierst (Vorschläge folgen weiter unten).

Erst wenn dein Hund ganz sicher in der Nutzungs einer Nase ist und intensiv nach dem Hölzchen suchst, ersetzt du nach und nach die Attrappen wieder durch Hölzer.

Achtung

An dieser Stelle ist natürlich ganz wichtig, dass du ganz konsequent nur das Bringen des richtigen Hölzchens mit Spielzeug bestätigst. Bringt der Hund ein falsches, sollte das so deutliche Konsequenzen für ihn haben, dass er keinen Spaß daran hat. In aller Regel ist zu empfehlen die Übung mit einem fü den Hund bekannten Abbruchsignal zu beenden und ihm auch möglichst schnell das falsche Holz abzunehmen, damit er sich nicht durch das „tragen dürfen“ selbst bestätigt und zur „Strafe“ eine für den Hund deutlich langweiligere Übung zu machen oder ihn einfach 1/2 Minute abzulegen und nicht zu beachten. Bringt er hingegen das richtige Hölzchen und sucht sehr schön, muss eine Belohnung folgen, die so hochwertig für den Hund ist, das es aus seiner Sicht den Verzicht auf das „Apportieren“ der falschen Hölzchen wett macht, bspw. ein Spiel mit dem Hund und seinem Lieblingsspieli. Keinesfalls darf die Konsequenz aber so heftig sein, dass der Hund aus „Angst“ das falsche zu bringen, gar nicht mehr sucht, oder Hektik beim Suchen ausbricht.

Trainingsvarianten

Damit dein Hund nicht irgendwann wieder in altes Verhalten zurückfällt ist es wichtig, das Suchen interessant zu gestalten und zwar so, dass er gezwungen ist, die Nase einzusetzen. Dazu sind folgende Varianten denkbar, die du gerne mischen oder auch kombinieren kannst. Und bei allen VArianten kannst du auch ruhig mal wieder zwischendurch das richtige Hölzchen durch ein Leckerchen ersetzen.

  • decke die falschen und das richtige Hölzchen ganz oder teilweise ab, aber so, dass der Hund das richtige bringen oder das Leckchern fressen kann, du kannst zu Abdecken bspw.
    • Markierungshütchen
    • Kunststoff-Rohrstücke (ganz oder halbiert)
    • Bierdeckel geknickt oder ganz, verwenden
  • verteile die Hölzchen großflächig und platziere andere Gegenstände dazwischen
  • setze immer wieder auch die Attrappen ein.
  • decke die Hölzer im Herbst bspw. mit Laub ab. Da Laub für Hunde gut riecht, animiert das die Hunde noch mehr zum Suchen und bringt den meisten Spaß auch unabhängig vom Apportieren.
  • variiere wie die Hölzer liegen, in Reihe (auch ruhig mal 20 oder 30), im Kreis, zufällig hingeschmissen auch übereinander auf einem Haufen, wobei dann das richtige nicht ganz oben liegen sollte.
  • später, wenn dein Hund sicherer ist, kannst du auch minderwertigeres Spielzeug zwischen die Hölzer legen und ihn dann, wenn er schön sucht mit seinem Lieblings-Spieli dafür bestätigen. Das solltest du aber erst dann tun, wenn das Suchen (anstelle von „Apportieren“) bei deinem Hund schon gefestigt ist.

 

Mit Fehlern des Hundes umgehen – ignorieren? oder was sonst?

In den letzen Monaten war ich auf mehreren Seminaren, erfolgreicher Hundesportler. Während sie bei einigen Dingen wirklich übereinstimmend gleiche oder zumindest ähnliche Empfehlungen gegeben haben, gab es ein wesentliches Bauteil der Hundeausbildung wo es sehr gegensätzliche Meinungen zu gab, nämlich wie mit Fehlern des Hundes umzugehen ist.

  • Die eine Meinung ist: Fehler werden ignoriert, einfach so tun, als wenn nichts gewesen ist, dafür den Hund überschwenglich loben, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt.
  • Die andere Meinung ist: Für mehr Klarheit und schnellerem Verständnis des Hundes sollte man für falsche Verhalten auch ein negatives Abbruchkommando verwenden, das dem Hund ganz klar sagt, dass sein Verhalten falsch war. Falsches Verhalten soll also sanktioniert werden, durch ein Abbruchkommando.

An beiden Verfahren ist meiner Meinung nach schon etwas Richtiges dran. Sie haben beide Vor- und Nachteile. Und jeder Befürworter der einen Methode argumentiert natürlich mit Nachteilen der jeweils anderen Methode. Ich möchte nachfolgend kurz darlegen wo die Vor- und Nachteile liegen. In jedem Fall sollte sich jeder für seine persönliche Methode entscheiden und dazu die Vor- und Nachteile abwägen und die zu lösenden Probleme berücksichtigen.

Gegenüberstellung beider Methoden

 Fehler ignorieren  negatives Abbruchsignal
Vorgehensweise Zeigt der Hund nicht das gewünschte Verhalten, wird sein Verhalten ignoriert und die Übung wiederholt. Gelingt es dem Hund nicht nach ein paar mal das Verhalten zu zeigen, wird die Übung für den Hund einfacher gestaltet oder dem Hund geholfen das gewünschte Verhalten zu zeigen, damit er sich seine Belohnung verdienen kann. Zeigt der Hund das gewünschte Verhalten wird er überschwänglich gelobt. Zeigt der Hund ein falsches Verhalten, wird die Übung mit einem negativen Abbruchsignal beendet, bspw. „Nein“ oder „Falsch“ und neu begonnen. Für den Hund muss ganz klar sein, dass die Übung neu beginnt und nicht trotz des Fehlers weiter gemacht wird.
Vorteile
  • Der Hund wird recht schnell lernen, dass sich unerwünschtes Verhalten nicht lohnt, weil er sich damit nicht seine Belohnung verdienen kann.
  • Es besteht nicht die Gefahr, dass der Hund das negative Abbruchsignal per Konditionierung mit dem falschen Verhalten verknüpft.
  • Der Hund hat keinen Stress dadurch dass er Fehler macht. Stress hemmt den Lernerfolg und ist daher in der Regel kontraproduktiv.
  • Man schenkt einem unerwünschten Verhalten keinerlei Aufmerksamkeit. Auch „negative“ Aufmerksamkeit kann für manch einen Hund eine Belohnung sein.
  • Der Hund kann sehr gut unterscheiden, welches Verhalten gut ist (er wird gelobt) und welches falsch ist (es folgt das Abbruchsignal) nach der Methode „Zuckerbrot und Peitsche“ wobei beides natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist.
  • Folgt mal weder ein Lob noch ein negatives Abbruchsignal, wie bspw. in der Prüfungssituation ist dem Hund zumindest klar, dass er nichts falsch macht.
  • Wenn mit dem negativen Abbruch-Signal die Übung auch abgebrochen wird, der Hund sie also nicht mehr zu Ende macht und einfach nur wiederholt, besteht nicht die Gefahr, dass der Hund sein falsches Verhalten bspw. durch die Fortsetzung der Übung selbst belohnt.
  • Insbesondere wenn man das negative Abbruchsignal so konditioniert hat, dass der Hund dies als Vorwarnung für eine schlimmere Sanktion erkennt, hat man die Chance es in der Prüfung auch einzusetzen, um den Hund wieder unter Kontrolle zu bekommen.
  • Insbesondere in komplexen Übungen kann man bei gutem Timing dem Hund sehr gut klar machen, welcher Teil der Übung falsch war, so dass der Hund die Chance bekommt genau an dieser Stelle der Verhaltenskette sein Verhalten zu ändern.
Nachteile
  • Wer für eine bevorstehende Prüfung trainiert oder in der Prüfungssituation selbst, kann den Hund nicht in der Übung für richtiges Verhalten loben. Hier besteht dann die Gefahr, dass der Hund die Situation deutet, als wenn er etwas falsch gemacht hat, denn im Training hat der Hund ja gelernt, nur wenn er etwas richtig macht, kommt das Lob, alles andere lohnt sich nicht.
  • Der Hund lernt nicht, auch mit negativen Abbruchsignalen umzugehen. Das kann gerade bei sensiblen  Hunden nachteilig sein, gerade wenn in Gruppenübungen auf Prüfungen die anderen Hundeführer ihren Hunden mit entsprechenden Tonfall oder Signalwort klar machen, dass das falsch war.
  • Es gibt unerwünschte Verhaltensweisen von Hunden die selbstbelohnend sind. Diese lassen sich in der Regel nicht durch ignorieren abstellen, bspw.:
    • anderen Hunden im Training Spielzeug klauen
    • bellen, als Stressventil, aus Frust oder aus Spaß am Bellen
    • mit dem Apportel über den Platz pesen, statt es zu bringen oder am Apportel zu zerren, statt es abzugeben.
    • anstupsen/hacken nach dem Hundeführer beim Fußlaufen oder in anderen Situationen
    • Arbeiten vor Anweisung, insbesondere in den „Spaßübungen“ für die meisten Hunde, wie Box, Apportieren, Hürde.
    • aggressives Verhalten insbesondere in Gruppenübungen
    • spielen mit anderen Hunden
  • In der Prüfungssituation hat man so keine Chance den Hund kurzfristig wieder zu einem erwünschten Verhalten zu bringen.
  • Wenn das negative Abbruchsignal für den Hund nicht klar „negativ“ belegt ist, sondern zu „sanft“ und „nett“ klingt, wie das häufig verwendete Wort „Schade“, könnte das der ein -oder andere Hund durchaus als „Lob“ und damit Bestätigung für das unerwünschte Verhalten ansehen.
  • Sehr sensible Hunde könnten bei sehr häufiger Verwendung eines negativen Abbruchsignals durchaus frustriert und gestresst werden und die Arbeit verweigern oder im Lernen gehemmt sein.
  • Ständige und erfolglose Verwendung (der Hund ändert sein Verhalten nicht) des negativen Abbruchsignals für das gleiche falsche Verhalten, könnte dazu führen, dass der Hund das Abbruchsignal mit dem unerwünschten Verhalten verknüpft und dieses Verhalten bei der Verwendung dann natürlich erst recht zeigt.
  • Bei zu regelmäßiger Verwendung kann das negative Abbruchsignal seine Wirkung durch „Gewöhnung“ verlieren. Lediglich, wenn man dann auch durchsetzt, dass der Hund bspw. auch zum HF zurückkommt, statt die Übung zu Ende zu machen, wird dem Hund auf jeden Fall klar sein, dass sein Verhalten nicht richtig war.

Meine Meinung dazu

Natürlich kann man die Auffassung vertreten, ein Hund für den man in der Prüfungssituation ein Abbruchsignal braucht, um ihn wieder zu erwünschtem Verhalten zu bringen, ist nicht prüfungsreif. Aber auch für jeden noch so erfahrenen Hund und Hundeführer kommt es sicherlich mal zu Situationen in der Prüfung, auf die der Hund mit Verhalten reagiert, dass nicht erwünscht ist. Im besten Fall ist damit nur die Prüfung versaut, im schlimmsten Fall merkt der Hund sich, dass in der Prüfungssituation sein Verhalten keine Konsequenzen hat. Weder positive noch negative. Ein solcher Hund arbeitet sicher weiter im Training mit, da wird er ja auch gelobt und kann sich seine Belohnung verdienen. In der Prüfung aber nicht. Hier muss man dann darauf vertrauen, dass der Hund auf die Belohnung  nach der Prüfung wartet. Wenn der Hund so viel Selbstdisziplin aber nicht hat, wird er auf Dauer Wege finden, seine Triebe auch in der Prüfungssituation zu befriedigen.

Ignorieren von Fehlern setzt voraus, dass das unerwünschte Verhalten den Hund nicht zum Triebziel bringt, sprich nicht selbstbelohnend ist. Genauso wenig wie man einen Hund vom „Klauen vom Esstisch“ abbringen kann, indem man dieses Verhalten ignoriert, kann man ihm auch auf dem Hundeplatz oder im Alltag Verhalten abtrainieren, das selbstbelohnend ist.

Beispiel

Ein Hund rennt für sein Leben gerne. Beim Schicken zu Pylo springt er volle Kanne auf den Pylo und schiebt diesen durch die Gegend. Natürlich kann man das Verhalten ignorieren, die Übung neu beginnen und „hoffen“, dass der Hund diesmal vernünftig zum Pylo rennt und stoppt. Aber ein solches Verhalten zeugt offenbar davon, dass der  Hund Spaß ohne Ende an der Übung hat und zwar an der Übung selbst, nicht unbedingt an der Belohnung die er für die korrekte Ausführung bekommt. Warum sollte der Hund aber sein Verhalten ändern, nur weil man es ignoriert? Er hat ja seinen Spaß, er darf rennen und nicht nur einmal, sondern zig mal. Je häufiger er das Verhalten zeigt, desto häufiger darf er die Übung machen. Also bestätigt man das falsche Verhalten eigentlich dadurch, dass er die Übung wiederholen darf. Und wenn er irgendwann müde ist, und vielleicht mit weniger Tempo zum Pylo rennt und korrekt stoppt bekommt er die Belohnung vom Hundeführer, denn er hat es ja jetzt endlich richtig gemacht. Ein schlauer Hund lernt also: Wenn ich mit Spaß auf den Pylo springe, darf ich das ganze noch 50x wiederholen und habe Spaß dabei. Und wenn ich dann keinen Bock mehr habe, kriege ich dann für die richtige Ausführung auch noch mein Leckerchen … Warum sollte ein solcher Hund sein Verhalten abstellen?

Richtig wäre in einem solchen Fall, wenn der Hund schon im Ansatz zeigt, dass er mit Spaß „auf den“ nicht „zum“ Pylo rennt, ihn gar nicht erst bis zum Pylo zu lassen, sondern vorher zu stoppen, damit der „Spaßfaktor“ nicht als Bestätigung für sein Verhalten dient. Aber dazu braucht man ein negatives Abbruchkommando. Die Alternative dazu wäre höchstens die Übung „positiv“ zu beenden, indem man dem Hund ein gegensätzliches Kommando gibt, für dessen Ausführung man den Hund dann bestätigen kann. Das funktioniert aber auch nur dann, wenn dieses Kommando den gleichen oder einen höheren Spaßfaktor für den Hund hat, denn warum sollte er sonst seine „Spaßübung“ beenden. Wenn der Spaßfaktor der geänderte Übung aber genauso hoch oder höher ist, wird der Hund ja auch für sein Verhalten, dass man im Ansatz erkennen konnte bestätigt.

Es gibt sicherlich Situationen und Verhalten, die selbstbelohnend für den Hund sind und die man auch ändern kann, indem man dem Hund ein gegensätzliches Verhalten für dieses Siutationen beibringt.  Die Frage ist immer, ob man etwas findet das den Hund so positiv motiviert sein Verhalten zu ändern, so dass man überhaupt erst einmal eine Chance hat, ein besseres oder korrektes Verhalten zu belohnen und damit zu fördern. Die andere Frage ist, kann der Hund in der Situation überhaupt noch lernen? Oder ist er so gestresst (positiv oder negativ) dass er gar nichts „abspeichern“ kann.  Ausschließlich positive Bestätigung setzt voraus, dass der Hund in der Lage ist unerwünschtes Verhalten zu erkennen und willens ist, für die „versprochene“ Belohnung dieses Verhalten zugunsten des gewünschten Verhaltens aufzugeben. Im Zweifel heißt das also, wenn der Hund dauerhaft und ohne Pause nur das unerwünschte Verhalten zeigt, kann man das erwünschte nicht bestätigen und folglich kann der Hund auch nichts lernen. Dann muss zunächst ein Weg her, den Hund von seinem unerwünschten Verhalten abzubringen oder gar nicht erst dahin kommen zu lassen, dieses Verhalten zu zeigen. Und das ist manchmal gar nicht einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Warum manchmal nur ein negatives Abbruchsignal zum Ziel führt

In der Vergangenheit habe ich drei Jahre versucht, das „Bellen“ meiner Zicke in verschiedenen Übungen mit positiven Methoden zu beseitigen. Aber das ist aus vielen Gründen misslungen. Ganz im Gegenteil das Problem wurde immer größer. Während sie anfangs nur bei der Fußarbeit quitschte und beim Sprung über die Hürde bellte, wurde daraus im Laufe der Zeit Dauerbellen während der ganzen Fußarbeit und in allen Übungen in denen sie mit Tempo von mir weglaufen durfte, also Box, Apportieren, Hürde, Geruchsidentifizierung. Die Gründe dafür sind aus meiner Sicht einleuchtend, wenn man davon ausgeht, dass der Hund aus drei Gründen bellt. Das Quitschen ist nur eine Vorstufe des Bellens.

  • Spaß (immer wenn sie rennen durfte, kam beim Start ein Freudenbeller der sich später zum Dauerbellen während des Laufens ausweitete)
  • Frust (wenn sie zu lange auf die Triebbefriedigung warten musste)
  • Ungeduld (wenn es ihr nicht schnell genug ging mit der Fortsetzung der Übung)

 

Meine Reaktion auf unerwünschtes Verhalten „bellen und quitschen“ Verhaltensänderung des Hundes Meine Schlussfolgerung/erklärung dafür
Ignorieren des Verhaltens und bestätigen des Hundes, wenn er nach einer Weile leise war. Der Hund wurde kontinuierlich lauter und das quitschen und bellen dauerte länger an. Der Hund lebte in der Erwartungshaltung, gleich kommt das Lob (in Form von Spielzeug) und seine Trieblage wurde dadurch immer höher. Die war aber Ursache für die Lautstärke und folglich dauerte es immer länger bis sie zum Triebziel kam. Dieser Kreislauf führte am Ende dazu, dass aus einzelnen Bellern ein Dauerbellen wurde.
Ignorieren des Hundes, solange er bellt. In einer bestimmten Phase hatte sie das Problem, dass sich aus Frust vor oder neben mich gestellt hat und mich regelrecht verbellt hat. Ich bin einfach wortlos vom Platz gegangen und habe sie stehen lassen wo sie stand, manchmal 45 Minuten lang. Keine Änderung. Sobald sie leise und entspannt war und ich wieder zu ihr ging reichte es, irgendeine Übung zu machen, oder bspw. „Fuß“ zu sagen und sie bellte wieder. Wenn ich das „Fuß“ wegließ und einfach anging bellte sie spätestens ab der nächsten Kehrtwendung oder im Winkel. Nur das Verbellen vor/neben mir war einem gelegentlichen Bellen gewichen bis zur nächsten Frustattacke. Logisch, denn sie war sofort beim Weiterarbeiten wieder von 0 auf 180 und sie hat gar nicht verstanden, dass das „ignorieren“ was mit ihrem Verhalten (bellen) zu tun hatte. Folglich gab es für sie auch keinen Anlass ihr Verhalten zu ändern. Zudem war sie nun noch frustrierter, weil sie die ganze Zeit warten musste, wärend die anderen Hunde spielten und arbeiten durften.
Ich bin mir ihr auf den Platz und habe angehalten und gewartet, sobald sie anfing zu quitschen und bin erst weitergegangen bis und solange sie leise war. Sie hat sich natürlich nach einer Weile etwas „beruhigt“ und war auch vorrübergehend leiser, aber oftmals hat es 45 Minuten gedauert bis ich die Mitte vom Platz erreicht hatte und sobald ich auch nur 3 Schritte Laufschritt versuchen wollte, war das bellen, nach mir hacken und quitschen wieder da. Genau wie das Bellen in allen anderen Übungen. Auch das ist logisch, denn sie war ja weiterhin in der Erwartungshaltung endlich was tun zu dürfen um sich ihr Spielzeug zu verdienen und je länger sie warten musste, desto ungeduldiger wurde sie.
Das Bellen beim Sprung über die Hürde (mit Apportieren) habe ich versucht zu beheben, indem eine Hilfsperson sich auf das Apportel gestellt hat, wenn sie gebellt hat, so dass sie sich nicht durch den Spaßfaktor des Apportierens selbst für das Bellen bestätigen konnte. Aus einem Beller beim Absprung wurde ganz schnell Dauerbellen einschließlich verbellen der Hilfsperson und hacken in deren Schuhe. Auch das ist logisch, denn der Hund hatte meiner Meinung nach einfach nicht verstanden, dass es um das bellen ging und war folglich total gefrustet, dass er das Apportel nicht bekam. Frust förderte aber wiederum das Bellen und das Bellen verschaffte ihr noch mehr Frust.
Ignorieren des Bellens (beim Apportieren, Hürde etc.) und wiederholen der Übung bis sie leise war. Danach überschwengliches Lob und Spielen. Wenn nach 10 oder 20 Fehlversuchen eine „leise“ Ausführung der Übung kam, führte das Lob dann dazu, dass sie gleich wieder auf 180 war und in einer Erwartungshaltung die dann dazu führte, dass sie gleich wieder quitschte und in der nächsten Spaßübung wieder das Bellen da war. Auch das ist logisch, denn leise war sie nicht, weil sie ihr Verhalten geändert hat, sondern weil sich nach zig Fehlversuchen einfach keinen Bock mehr hatte und daher der „Spaßfaktor“ fehlte. Damit war auch das Spaßbellen weg. Das Lob dafür hat sie aber nicht auf das fehlende „Bellen“ bezogen und folglich konnte sie auch nicht lernen, dass sie nicht bellen soll. Ganz im Gegenteil hat das Lob dazu geführt, dass ihre Stimmung wieder besser und ihre Erwartungshaltung gesteigert war und folglich wieder der Spaßfaktor da und die Erwartungshaltung die dafür sorgten, dass sie wieder in der passenden Stimmung zum Bellen war.
Ich habe den Hund beim ersten Beller kommentarlos wieder vom Platz gebracht. Beim zweiten oder dritten Anlauf war sie noch lauter noch ungeduldiger und so hoch im Trieb, dass sie gar nichts mehr vernünftig gemacht hat. Klar, sie hat ja nicht verstanden, dass es um das Bellen ging und war jetzt total gefrustet weil sie arbeiten wollte und nicht durfte.

Aber nicht nur „ignorieren“ hat  keinen Erfolg gehabt. Ich war auch zwischenzeitlich so gefrustet und genervt von ihrer Lautstärke und der Tatsache, das nichts funktionierte, dass ich sie auch phasenweise angebrüllt habe, wenn sie gebellt hat. Natürlich war sie dann gestresst und hat mit Frustbellen geantwortet, was mich dann natürlich noch mehr geärgert hat und so war der Kreislauf perfekt.

Mir war relativ schnell klar, dass die Lautstärke von meinem Zickchen mit ihrer aktuellen Stimmung und Erwartungshaltung zu tun hatte, denn anfangs hatte sie das Problem nur auf dem eigenen Platz, wo es Schutzdienst gab. Je mehr ich aber auf Anraten diverser „Ausbilder“ mit Spielzeug statt Leckerchen bestätigt habe, desto mehr dehnte sich das Problem auch auf andere Plätze aus und war auch in anderen Situationen da (bspw. Spaziergang) wenn ich Spielzeug dabei hatte.

Ebenso klar war mir von Anfang an, dass Zickchen es gar nicht (mehr) merkt, ob sie bellt oder quitscht, sondern dass das ein „Nebeneffekt“ ihrer Stimmung ist, den sie bewusst gar nicht steuert, so wie auch wir dumme Angewohnheiten haben, die wir selbst nicht merken, wohl aber andere. Wenn sie aber nicht wahrnimmt dass sie laut ist, kann sie auch nicht lernen, dass es das Bellen ist, das falsch ist.  Und folglich wird sie auch nicht erkennen können, dass sie ab und an deshalb gelobt wird, weil sie nicht bellt.

Nur nach einer Weile war das ja auch gar nicht das Problem, denn es gab die Situation in der sie leise war ja gar nicht mehr. Wann hätte ich sie dann loben sollen. Und noch dazu hat jedes Lob dazu geführt, dass sie wieder von 0 auf 180 war und somit gleich wieder in der Stimmung in der sie laut war.

Wie das Bellen abzustellen war, war mir auch ganz klar. Sie musste sich auf eine Aufgabe konzentrieren und zwar auf die Lösung der Aufgabe nicht auf die Belohnung danach, denn wenn sie sich konzentriert, auf was auch immer, war sie leise. Das Problem war aber, sie dazu zu bringen sich zu konzentrieren, möglichst natürlich auf mich oder die Übungen ohne in der Erwartungshaltung an die Belohnung zu leben.

Im ersten Anlauf habe ich sie zum Pylo geschickt. Hat sie gebellt, habe ich sofort „Nein“ gesagt und sie zurückgerufen, so dass sie gar nicht bis zum Pylo rennen durfte. Das haben wir dann wiederholt bis sie ohne bellen bis zum Pylo gelaufen ist. Die ersten Male, wo dann von mir kein „Nein“ kam, hat sie sich ganz erstaunt umgesehen, hat dann aber recht schnell Fortschritte gemacht. Nach ca. 14 Tagen war es dann so, dass sie meist nach nur einem Versuch (mit nur einem einzigen Beller) gleich ohne Bellen zum Pylo gelaufen ist und das dann auch für alle anderen Übungen gleich auf Anhieb richtig gemacht hat.

Gleichzeitig habe ich Spielen auf dem Platz komplett eingestellt und nur noch mit Leckerchen und Streicheleinheiten bestätigt.  Eigentlich hatte das eine gute Wirkung. Auf der nächsten Prüfung hat sich aber gezeigt, dass sie offenbar nur wegen der reduzierten Erwartungshaltung leise war, nicht weil sie verstanden hatte, dass es um das Bellen ging, denn auf der Prüfung  hat sie dann wieder Bellattacken ohne Ende gehabt.

Als nächstes habe ich dann mit einem negativen Abbruchkommando gefolgt vom Geräusch einer Klapperdose/Trainingsdisc gearbeitet. Wenn sie gebellt hat, kam von mir das „Nein“ und jemand anders hat dann die Disc oder Klapperdose nur auf den Boden fallen lassen bzw. geschüttelt. Bereits nach dem ersten Mal, war sie schlagartig leise und hat den Rest der Übungsstunde nicht mehr gebellt und das ohne dass sie den Eindruck gemacht hat, dass sie gestresst war. Nach Wiederholung in der nächsten Übungsstunde war das Bellen ganz weg, das quitschen deutlich besser und ist inzwischen auch fast ganz weg.

Warum? So genau weiß ich das nicht. Ich denke sie konzentriert sich jetzt darauf, das blöde Geräusch zu vermeiden und weil sie sich konzentriert bellt sie nicht. Das erklärt auch, das sie seit dem auch konzentrierter in der Fußarbeit ist, auch wenn das noch verbesserungswürdig ist. Inzwischen hat sie aber auch verstanden, dass es um das Bellen geht, denn wenn ihr doch alle paar Übungsstunden mal ein Beller rausrutscht, dann bricht sie den mittendrin ab, so als wenn ihr dann wieder einfällt:

Huch, ich sollte ja leise sein …

Weil ich immer darauf geachtet habe, erst „Nein“ zu sagen und dann kam die Dose zum Einsatz, ist es jetzt so, dass sie so auf das „Nein“ konditioniert ist, dass es jetzt ausreicht, wenn sie mit quitschen anfängt, dass ich „Nein“ sage. Dann ist sie wieder leise.

Das hat sogar in der gestrigen Prüfung funktioniert. Zwischen zwei Übungen hat sie wegen meines Lobs wieder etwas aufgedreht und hat 2x gebellt. Auf mein „Nein“ war sie dann wieder leise und hat alle Spaßübungen ohne Bellen absolviert, mit ausnahme von 2-3 Übungen, wo ein „Freudenquitscher“ beim Start kam. Aber gar kein Vergleich mehr zu früher.

Und jetzt hat sie wieder die Chance auch positive Erfahrungen zu machen, denn weil sie leise ist, kann ich sie auch für gut durchgeführte Übungen belohnen, denn das ging ja vorher in der Regel nicht. Selbst wenn sie super schnell zum Pylo gelaufen ist, dabei aber gebellt hat, konnte ich sie nicht loben. Denn fehlerhaftes Verhalten (hier also das Bellen) sollte ja ignoriert werden. Und da sie immer (oder fast immer) gebellt hat, war das mit dem Loben auch nicht so einfach. Wenn sie dann mal leise zum Pylo gelaufen ist, dann meist weil sie müde und langsam war. Ich hab sie zwar dann auch schon mal trotz des Tempos gelobt, aber eigentlich war auch das ja nicht richtig, denn ich bestätige dann ja das langsame Laufen, was ja eigentlich nicht gewollt ist.

Jetzt ist sie schnell UND leise. Die gestrige Prüfung hat gezeigt, dass es funktioniert und zwar besser als das ignorieren unerwünschten Verhaltens, denn so war sie durch das „Nein“ zwischen zwei Übungen wieder in eine für die Übungen passende Trieblage zu versetzen. Natürlich gibt es immer noch die Freudenquitscher und auch gelegentliches Quitschen oder einzelne verhaltene Beller in der Fußarbeit. Aber sie lässt sich wieder unter Kontrolle bringe und  Ich denke, sie hat es verstanden. Wenn ich jetzt noch meinen Teil dazu beitrage und ihr beim Fußlaufen nicht mehr im Weg stehe :-) wird sie ein super Obedience-Hund werden.

Mein persönliches Fazit

Für mich persönlich bin ich zu folgendem Schluss gekommen. Dem muss keiner folgen und ich kann mir vorstellen, es gibt eine Menge Hunde die zumindest das, worauf es im Hundesport ankommt ganz ohne negatives Abbruchsignal lernen.

Für mich bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass zumindest für Verhaltensprobleme, die nicht eine einzelne Übung betreffen sondern sich über mehrere Übungen auch unterschiedlicher Art erstrecken, nicht die Änderung des Übungsaufbaus und eine positive Belohnung des richtigen Verhaltens zum Erfolg führt. Hier ist nicht der Übungsaufbau der Grund, sondern  andere Ursachen und daher bringt auch das Umstellen des Trainings nichts. Man muss dem Hund dann schon klipp und klar sagen, was falsch ist, damit er überhaupt eine Idee entwickeln kann, in welche Richtung er sein Verhalten ändern soll. Und das kann man nicht, wenn der Hund einen tollen Richtungsapport macht, aber dabei bellt und man dann die komplette Verhaltenskette ignoriert und den Hund die Übung wiederholen lässt. Denn ignoriert man das Gesamtergebnis, woher soll der Hund dann wissen, was falsch war?

  • falsches Holz?
  • falsches Tempo?
  • bellen?
  • knautschen?
  • oder vielleicht ne ganz falsche Übung?

Nur mit einem passenden Abbruchsignal im richtigen Moment, nämlich dann wenn der Hund bellt bzw. das unerwünschte Verhalten zeigt, habe ich überhaupt eine Chance dem Hund klar zu machen, dass das „bellen“ das falsche war. Genau wie ich ja auch deshalb im richtigen Moment klicke um das richtige Verhalten zu bestätigen.

Und nur wenn der Hund das erkennen kann, kann er auch sein diesbezügliches Verhalten ändern. Und nur, wenn der Hund sein Verhalten in eine „positivere“ Richtung ändert, kann man dieses auch bestätigen und fördern. Und wenn der Hund „Spaß“ an seinem unerwünschten Verhalten hat, muss das Abbruchkommando eine so große Sanktion für den Hund darstellen, dass er motiviert ist, sein Verhalten zu ändern.

Sicherlich kann man (auch ich :-) ) die Verwendung des negativen Abbruchsignals auf ein Minimum beschränken. Allerdings wird es für den Hund deutlich schwieriger sein die richtigen Schlüsse zu ziehen, wenn manchmal sein Fehlverhalten ignoriert wird und manchmal ein Abbruchsignal kommt.

Wer mag und was dazu sagen möchte, kann das gerne tun.

Geruchshölzer apportieren (ohne knautschen)

Die Geruchsidentifikation ist eine Übung mit vielen Fehlerquellen. Manche Hunde machen daraus eine Apportierübung, andere suchen zwar gut, bringen das Hölzchen dann aber nicht oder in mehreren Teilen … :-), lassen es fallen oder knautschen. Gerade gegen Knautschen gibt es recht viele aber ähnliche Methoden, die immer darauf basieren, dass der Hund lernt das Apportel oder Geruchsholz ruhig zu halten, erst im Vorsitz, später auch beim Laufen, beim Hinsetzen und beim Einnehmen der Grundstellung.

Es gibt aber Hunde bei denen die üblichen Methoden nicht helfen. Dazu gehört leider auch mein Zickchen. Sie knautscht nämlich nur abhängig von ihrer Trieblage, ihrer Stimmung etc. Die ist zuhause, egal ob draußen, beim Spaziergang oder im Haus eine ganz andere als auf dem Hundeplatz. Zuhause knautscht sie gar nicht. Auf dem Hundeplatz  unterschiedlich. Beim Apportieren recht wenig, bei den Geruchshölzchen meist aber sehr stark und zwar unabhängig davon, ob ich sie das Holz nur tragen lasse oder sie auch identifizieren muss.

Bei ihr liegt es meiner Meinung nach daran, dass sie einfach den zu apportierenden Gegenstand recht locker in der Schnauze hält und den Fang nie ganz zu macht. Dadurch rutscht das Holz hin und her und sie kann es außerdem mit der Zunge drehen und schieben  und wenn es droht herunterzufallen, beißt sie halt mal kräftig zu.  Bisher haben alle Methoden versagt.  Bis heute, heute hatte ich einen Einfall, der tatsächlich zu funktionieren scheint. Ob das eine Lösung auf Dauer ist, muss ich noch testen, aber heute hatte ich durchaus den Eindruck, dass es funktioniert.

Die Idee

Da sie die Hölzchen sehr locker trägt und vor allem zubeißt, damit sie nicht runterfallen, habe ich angenommen sie hat schon verstanden, dass sie die Hölzchen nicht fallen lassen darf. Dann hab ich mir überlegt, ich lasse sie einfach 2 Hölzchen tragen. Die kann sie nicht  in der Schnauze drehen und schieben, ohne dass ihr dabei eines runterfällt. Sie muss also die Hölzchen festhalten und ruhig tragen, wenn ihr keines runterfallen soll.

Nach einigen Fehlversuchen, bei der ihr eines oder sogar beide runtergefallen waren, hat sie wirklich ihre Schnauze richtig zu gemacht und die Hölzchen perfekt ruhig getragen. Nicht nur in der Grundstellung ruhig festgehalten, das war auch vorher schon nicht das große Problem, sondern auch beim Laufen kein Knautschen mehr :-)

Das werde ich jetzt die nächsten Wochen so beibehalten.  Und auch die Geruchsidentifizierung werde ich so machen, dass ich eben zwei Hölzchen über- oder dicht nebeneinander hinlege, die sie bringen muss, das aufnehmen von 2 Hölzchen klappt schon super, dann sollte das mit der Geruchsidentifizierung auch kein Problem sein.

Positiver Nebeneffekt

Außerdem habe ich einen positiven Nebeneffekt bemerkt. Sie hat sich nach ein paar Fehlversuchen mit den Hölzchen so darauf konzentriert, das keines runterfällt, dass sie glatt das Quitschen vergessen hat.

Das hat mich dann zu dem Entschluss gebracht, dass ich sie die nächsten Wochen auch immer mit 2 Hölzchen in der Schnauze zum Pylo und zur Box und Fuß laufen lasse, denn wenn sie die Hölzchen festhalten muss, kann sie nicht bellen und folglich wird sie viel mehr Erfolgserlebnisse haben und vielleicht endlich mal begreifen, dass es ohne bellen und quitschen auch geht :-) Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Apportieren: Problem 1 – Der Totalverweigerer

Leider gibt es eine große Zahl Hunde, die mit Apportieren nicht viel am Hut haben und die so überhaupt nicht zu motivieren scheinen, etwas aufzuheben und zu bringen. Da „Apportieren“ aber wie die Box eine wesentliche Übung ist allen Obedience-Klassen ist, ist das natürlich ein großes Problem. Es gibt da aber verschiedene Ansätze das zu beheben:

  • Zwangsapport: Leider immer noch bei vielen VPG-Sportlern das Mittel der Wahl. Scheidet aber für einen Obedience-Hund nicht nur aus moralischen Gründen aus, sondern auch, weil man damit einen Hund bekommen, der spätestens am Richtungsapport in Klasse 2 scheitert. Denn ein Hund der Apportieren mit Zwang gelernt hat, wird vor lauter Panik immer das erstbeste Apportel bringen, was er sieht. Darüber hinaus fehlt bei den meisten Hunden, die auf diese Weise ausgebildet wurden, die Arbeitsfreude.
  • Apportieren über Spiel- oder Beutetrieb: In der Regel funktioniert das nur bei Hunden, die ansich Spaß am Spielen haben und das können ja im wesentlichen nur Zerrspiele oder Apportierspiele sein und dann sollte der Hund eigentlich gar kein Totalverweigerer bzgl. Apportieren sein, denn über den Beutetrieb lässt sich in der Regel das Apportieren recht schnell aufbauen. Allerdings hat das oftmals zu Folge, dass der Hund knautscht, das heißt auf dem Apportel herumbeißt und es im Fang dreht. Das dann wieder abzubauen ist oftmals schwierig. Einige Hunde machen dann auch Probleme beim Abgeben des Apportels und geben es nicht ab oder machen sich damit aus dem Staub.

Hinweis

Sollte ein Hund mit Spiel- oder Beutetrieb dennoch das Apportieren gänzlich verweigern, ist meiner Meinung nach im Welpenalter schon etwas falsch gelaufen. Vermutlich, wurde dem Welpen allzu häufig verboten, Dinge aufzuheben und zu tragen, bspw. weil es aus deiner Sicht das Falsche war, wie deine guten Schuhe oder andere Dinge im Haushalt, die in der Regel in Reichweite des Welpen sind. Eigentlich solltest du dich freuen, wenn der Welpe Dinge aufhebt und trägt und ihn dafür belohnen. Im optimalen Fall, wenn du ihn dabei beobachtet solltest du in dem Moment, wo er es aufhebt, gleich ein „Bring“-Kommando geben, dass du dann später auch beim Obedience nutzen kannst oder nur noch durch das später entgültige Kommando ersetzen musst. Ich gestehe, auch ich, habe das nicht immer beherzigt, hatte aber bei meiner Hündin diesbezüglich keine Probleme, weil die dermassen apportiergeil ist, dass dies das kleinere Problem war.
Und wenn du deinen Hund für das Aufnehmen von Sachen lobst, statt ihm hinterherzujagen um ihm die Dinge wieder abzunehmen, wird er auch gleich lernen, wie toll apportieren ist und dass es sich lohnt damit zu dir zu kommen. Wichtig ist natürlich, dass du dann du immer etwas parat hast, das deinem Welpen wichtiger ist als das, was er aktuell hat, damit sich das „Abgeben“ aus seiner Sicht auch lohnt.

  • Apportieren über Futterbestätigung, funktioniert bei fast allen Hunden, denen Fressen wichtiger als Spielzeug ist und damit in der Regel auch bei den Totalverweigerern. Wichtig ist dabei nur, dass du etwas Geduld aufbringen musst und frühzeitig, möglichst schon im Welpenalter beginnen solltest.

Apportieren über Futterbestätigung, was du dazu brauchst

Wichtig ist, dass du die richtigen Utensilien hast, wenn du möglichst schnell zum Erfolg kommen möchtest und das sind:

  • einen Futter-Dummy, möglichst mit Handschlaufe
  • eine optisch und von Material und Gewicht sehr ähnliche Beißwurst, ebenfalls mit Handschlaufe
  • Futter
  • und einen möglichst hungrigen Hund.

Warum es wichtig ist, das sich Futter-Dummy und Beißwurst ähnlich sind

Im Verlauf des Trainings soll dein Hund lernen, dass es sich rentiert, auch etwas zu holen, wo kein Futter drin ist. Damit er ein paar Mal Erfolg hat und du ihn dafür bestätigen kannst, ist es wichtig, dass er nicht auf den ersten Blick erkennt, dass du nicht den Futter-Dummy, sondern stattdessen die Beißwurst geworfen hast.Darum sollten sich Futter-Dummy und Beißwurst möglichst ähnlich sehen und zwar nicht nur optisch, sondern auch vom Gewicht. Denn sonst würde dein Hund spätestens beim Aufheben merken, das etwas nicht stimmt.

Die groben Schritte

Die Vorbereitung zum eigentlichen Training sieht so aus, dass du deinen Hund aus dem Futterbeutel bzw. Futter-Dummy fressen lässt, um ihn für andere Übungen zu belohnen. Das kannst du schon ganz früh mit 8 Wochen machen.

Wenn der Hund den Futter-Dummy als sehr positiv verknüpft hat, bringst du ihm bei, den Futter-Dummy zu bringen, damit er anschließend daraus fressen darf. Macht er das sicher, führst du für das Aufheben ein Kommando ein.

Im nächsten Schritt bringst du deinem Hund bei, den Futter-Dummy auch ohne Futter zu bringen und später statt des Futter-Dummys die Beißwurst und am Ende statt der Beißwurst das Apportel.

Tipp

Die gleiche Methode funktioniert auch für den Metall-Apport. Es gibt Metall-Apportel, die sich befüllen lassen. Eigentlich mit Sand oder Blei, um das Gewicht zu erhöhen. Aber du kannst natürlich auch Leckerchen reinfüllen und den Hund dann aus dem Metallapportel füttern.

Schritt 1: Vorbereitung

Als erstes muss dein Hund den Futter-Dummy als toll und sehr positiv kennen lernen. Fülle ihn dazu mit Futter oder Leckerlies, die du immer zum Üben verwendest. Immer wenn der Hund nun etwas richtig machst und du ihn mit Futter bestätigst, holst du nun den Futter-Dummy raus, öffnest ihn und lässt deinen Hund aus dem Futter-Dummy fressen.

Tipp

Das kannst du auch später, zwischendurch immer wieder machen, auch dann, wenn du schon bei Schritt 2 oder weiter bist.

Wenn du merkst, dein Hund kann es gar nicht erwarten, dass du den Futter-Dummy öffnest und er sich auf den Inhalt stürzen darf, hat er verstanden, dass das Futter-Dummy toll und voller Futter ist. Jetzt kannst du Schritt 2 starten.

Schritt 2: Bringen des Futter-Dummys

Schritt 2 soll deinen Hund dazu bringen, zunächst den Futter-Dummy zu bringen. Du stellst dazu wieder sicher, dass der Futter-Dummy mit Futter gefüllt ist. Wenn dein Hund jetzt etwas richtig gemacht hat zeigst du ihm den vollen Futter-Dummy, machst ihn auf, zeigst ihm den Inhalt lässt ihn aber nicht fressen, sondern verschließt ihn wieder und schmeißt ihn weg.  Läuft dein Hund hin, animieren ihn mit Gesten und aufmunternden Worten, ihn mitzubringen. Sollte er ihn auch nur einen kleinen Moment hochheben, lobe ihn überschwenglich, gehe zu ihm hin, öffne den Futter-Dummy und lass ihn fressen.

Wiederhole das ein paar Mal. Du wirst sehen, dein Hund wird den Futter-Dummy immer länger festhalten. Versuche die Zeit zu nutzen und den Hund zu animieren mit dem Futter-Dummy zu dir zu kommen. Immer wenn du, der Hund und der Futter-Dummy an einem Platz seid, egal ob du dem Hund zunächst noch entgegen gehst, oder der Hund zu dir kommt, darf er aus dem Futter-Dummy fressen.

Achtung

Es ist dabei ganz wichtig, dass der Futter-Dummy so gestaltet ist, dass der Hund sich nicht selbst daraus bedienen kann. Daher ist ein fester Klettverschluss besser als ein Reißverschluss. Letztere sind oft zu leichtgängig und die Hunde haben schnell raus, wie sich ein Reißverschluss öffnen lässt und machen sich dann über den Inhalt her, ohne den Futter-Dummy zu bringen.

Du kannst Schritt 2 als abgeschlossen betrachten, wenn du auf der Stelle stehen bleiben kannst  und dein Hund zum Futter-Dummy läuft,  ihn aufnimmt und zu dir bringt. Er muss ihn aber noch nicht festhalten und vorsitzen oder in die Grundstellung kommen. Das kommt später. Wichtig ist nur, dass dies zuverlässig und regelmäßig funktioniert.

Tipp

Natürlich kannst du das Bringen des Futter-Dummys auch als separate Übung üben. Du musst dich also nicht darauf beschränken den Futter-Dummy nur als Belohnung für eine andere Übung zu schmeißen.  Das solltest du nur am Anfang tun, damit der Hund eine entsprechende Erwartungshaltung hat, die du ausnutzen kannst.

Schritt 3: Einführen eines „Bring“-Kommandos

Funktioniert das Bringen zuverlässig, führst du das Kommando ein, das du zum Apportieren nutzen willst. Das sagst du zunächst in dem Moment, wo der Hund den Futter-Dummy hochhebt. Das solltest du ruhig 50 Mal oder häufiger wiederholen.

Tipp

Du kannst diesen Schritt auch sehr gut dazu nutzen, um dem Hund Tempo und Spaß am Apportieren beizubringen. Hat er das Futter-Dummy aufgenommen, renne ab und an mal weg und animiere ihn, hinter dir her zu rennen und Tempo zu machen. Dann verknüpft dein Hund direkt Spaß und Tempo mit dem „Bring“-Kommando.

Später gehst du dazu über das „Bring“-Kommando schon zu sagen, wenn dein Hund sich von dir entfernt, um zum Futter-Dummy zu laufen. Dann kannst du bspw. wenn du den Clicker nutzt, klicken, sobald er den Futter-Dummy aufnimmt.

Du kannst zum nächsten Schritt übergehen, wenn dein Hund verstanden hat, dass er nicht nur intuitiv dem Flug des Futter-Dummys folgen soll, sondern ganz gezielt mit dem „Bring“-Kommando den Futter-Dummy aufhebt. Das kannst du wie folgt testen:

  1. Sorge dafür, dass dein Hund sitzt oder liegt und an seinem Platz bleibt. Fehlt ihm noch der nötige Gehorsam sollte eine Hilfsperson ihn an der Leine festhalten.
  2. Zeige ihm den Futter-Dummy und lege ihn ein bis zwei Meter vom Hund weg, auf den Boden.
  3. Falls eine Hilfsperson den Hund an der Leine hält, warte nun ab, bis dein Hund sich so weit beruhigt und entpannst hat, dass er an lockerer Leine sitzt oder liegt.
  4. Gibt ihm nun das „Bring“-Kommando.

Wenn er auf das Kommando reagiert, aufsteht und den Futter-Dummy bringt, hat er das Kommando verstanden. Ansonsten musst du Schritt 3 weiter trainieren.

Tipp

Es ist ganz wichtig, dass du den Futter-Dummy zum Testen auslegst und nicht wirfst, sonst kann du nicht feststellen, ob deinen Hund dein Kommando oder die bewegte Beute veranlasst hinzulaufen.

Schritt 4: Bringen des Futter-Dummys ohne Futter-Inhalt

Nach und nach solltest du das Futter im Futter-Dummy durch anderen Inhalt ersetzen. Du könntest natürlich das Futter einfach reduzieren. Dann wird der Futter-Dummy aber zu leicht und du kannst ihn nicht mehr gut werfen. Besser ist es, du füllst den Dummy nun mit einer Beißwurst aus gleichem Material und reduzierst dann dann das zusätzlich eingefüllte Futter, bis irgendwann kein Futter mehr vorhanden ist.

Dann musst du natürlich den Hund mit Futter bestätigen, dass du in der Tasche hast, wenn er den Futter-Dummy bringt. Denn das soll ja auf jeden Fall für den Hund positiv sein.

Tipp

Ganz wichtig ist dabei, dass der „Ersatzinhalt“ des Futter-Dummys keinen anderen Geruch hat als der Futter-Dummy. Sonst würde der Hund schnell erkennen, ob es sich „lohnt“ ihn zu bringen oder nicht. Daher solltest du den Inhalt aus dem gleichen Material wählen wie den Futter-Dummy, also bspw eine Leder-Beißwurst, wenn der Futter-Dummy aus Leder ist.

Schritt 5: Apportieren der Beißwurst

Bringt der Hund den Futter-Dummy zuverlässig auch, wenn kein Futter drin ist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen. Du wirfst abwechseln den Futter-Dummy mit Futter und und bspw. eine Beißwurst, die farblich und vom Material ähnlich dem Futter-Dummy ist. Beides sollte so ähnlich sein, dass der  Hund nicht auf den ersten Blick oder schon vor erreichen des Apportels erkennen kann, ob es der Futterbeutel oder die Beißwurst ist.

Immer wenn der Hund mit dem zu bringenden Gegenstand bei dir ist, bekommt er Leckerchen. Mal aus dem Futterbeutel, mal aus Deiner Hand, immer im Wechsel. Wichtig ist aber, er bekommt immer was!

Klappt auch das zuverlässig, apportiert er die Beißwurst genauso wie den Futterbeutel, kannst du zu Schritt 6 übergehen.

Schritt 6: Umsteigen auf Apportel

Nun wirfst du im Wechsel, den Futter-Dummy, die Beißwurst und das Apportel. Auch hier gilt, immer wenn der Hund es aufnimmt bestätige ihn, bspw. mit einem Click  und immer wenn er damit zu dir kommt, gibt es ein Leckerchen.  Du wirst sehen, der Hund  verinnerlicht in kürzester Zeit, „wenn ich auf ‚Brings‘ etwas zu meinem Hundeführer bringe, kriege ich ein Leckerchen“.

Nun musst du dem Hund nur noch beibringen, den apportierten Gegenstand festzuhalten und vorzusitzen oder damit in die Grundstellung zu kommen. Das ist aber wieder ein anderes Problem und wird demnächst in einem gesonderten Beitrag behandelt.

 

Die perfekte Grundstellung

Jede Übung, nicht nur beim Obedience, sondern auch schon in der Begleithunde-Prüfung, beginnt und endet mit der Grundstellung. Daher ist eine „perfekte“-Grundstellung schon mal eine gute Basis für jede Prüfung. Aber was zeichnet eine perfekte Grundestellung aus?

Wie eine perfekte Grundstellung aussehen sollte

beschreibt die Prüfungsordung. Der Hund sollte

  • Aufmerksam
  • dicht der linken Seite des Hundeführers
  • parallel zu diesem
  • mit Schulter des Hundes auf Kniehöhe des Hundeführers
  • sitzen.

Im Prinzip also ganz einfach :-)

Aber schon die „Schulter auf Kniehöhe des Hundeführers“, ist eine Definition, die für einige Hunde schwer zu realisieren ist, denn gerade bei großen und sehr langen Hunderassen besteht das Problem, dass die Hunde, wenn ihre Schulter auf Kniehöhe ist, ihre Pfoten deutlich vor den Füßen des  Hundeführers stehen, weil sie oftmals gar nicht steil genug sitzen können. Das wiederum ist auch nicht erwünscht.

Was aber jeder Hund kann, ist eng und parallel zum Hundeführer und in etwa auf gleicher Höhe sitzen. Und das ist eine Frage des Trainings.

Wie soll die Grundstellung eingenommen werden?

Wenn feststeht, wie die Grundstellung aussehen soll, stellt sich die Frage, wie diese vom Hund eingenommen werden soll. Ich bin der Meinung, hier wird beim Training in vielen Vereinen und auch in den meisten Obedience-Büchern zu  wenig Wert drauf gelegt, denn ich finde die Frage des „Wie“ schon ganz wichtig. Warum?

Ganz einfach. Es gibt im Grunde zwei Methoden und oft wird die gewählt, die der Hund anbietet. Ich gebe ja zu, das habe ich auch getan, bei meinem Engelchen :-) Aber der hat mir die Methode angeboten, die ich (im Nachhinein betrachtet) auch immer empfehlen würde. Damals war mir das auch eigentlich egal. Ich habe seine Methode, einen 180°-Sprung in die Grundstellung zu machen, aber aus verschiedenen Gründen zu schätzen gelernt.

Hintenrum laufen oder ein 180°-Sprung an die Seite?

Die Methode die man eigentlich am häufigsten sieht, ist, dass der Hund aus dem Vorsitz oder wenn er auf den Hundeführer zuläuft und sich in die Grundstellung begibt, links am Hundeführer (aus Sicht des Hundes) am Hundeführer vorbeiläuft, hinter ihm wendet und sich dann an die linke Seite des Hundeführers setzt.

Skizze eines Hundes, der aus dem Zulauf den Hundgeführer umrundet, um die Grundstellung einzunehmen

Um die Grundstellung einzunehmen kann der Hund den Hundefuehrer umrunden

Bei dieser Methode bestehen meiner Erfahrung nach mehrere Probleme.

Insbesondere große Hunde, umrunden den Hundeführer in einem recht großen Bogen, denn sie müssten sich sonst stark biegen. Zum einen sieht der Bogen nicht besonders schön aus, zum anderen besteht dadurch die Gefahr, dass der Hund sich schief neben den Hundeführer setzt, zu weit hinten sitzt oder zu weit vorne. Die Art und Weise, wie er sich schief hinsetzen kann, ist dabei recht vielfältig. Er kann mit dem Hintern hinter dem Hundeführer sitzen oder hinten weiter weg vom Hundeführer als vorne. Beides ist möglich.

Skizze mit dem Laufweg für eine gerade Grundstellung

Gerade Grundstellungen erfordern dass der Hund gerade auf den Hundeführer zuläuft oder sich nachträglich vor dem Absetzen korrigiert.

Die meisten Hunde setzen sich nur dann gerade neben den Hundeführer, wenn sie so weit hinter den Hundeführer laufen, dass sie nach der Wendung gerade auf ihn zulaufen können. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn da nicht die Sache mit der Obedience-Ringbegrenzung wäre.

Es ist nunmal so, dass auf vielen Hundeplätzen der Platz begrenzt ist und damit auch die Ringgröße. Das heißt um die Übungen sinnvoll unterzubringen, beginnen nun mal viele in der Nähe der Ringbregrenzung und enden dann in der Regel auch da. Und wenn zur Ringbegrenzung nur 2-3m Platz sind und der Hund den Hundeführer in einem weiten Bogen umrundet, passiert es gar nicht selten, dass der Hund dabei den Ring verlässt und dann ist die Übung nun mal mit 0 zu bewerteten. Es bringt also wenig einen perfekten Richtungsapport oder eine perfekte Geruchsidentifizierung zu trainieren, wenn der Hund beim Abschluss der Übung alles zunichte macht, weil er zum Einnehmen der Grundstellung den Ring verlässt.

Aber das war noch nicht alles, was bei dieser Methode aus meiner Sicht ungünstig ist. Es gibt noch eine Reihe mehr:

  • Viele Hunde neigen dazu, wenn sie ohnehin um dich rumlaufen müssen, dass sie dann schon im Vorsitz schief sitzen, um schneller in die Grundstellung zu gelangen.
  • Die meisten Hunde, die auf diese Weise die Grundstellung einnehmen, haben nie gelernt ihre Position in der Grundstellung zu korrigieren, das heißt, um die Grundstellung zu korrigieren, laufen sie erneut eine Runde um dich rum. Spätestens bei den Schritten rückwärts (ab Klasse 1) und seitwärts (ab Klasse 3) gibt es dann Probleme, denn was macht der Hund dann wohl, wenn du „Fuß“ sagst und zurückgehst? Da er nie gelernt hat sich zu korrigieren, wird er um dich rumlaufen um die Grundstellung einzunehmen. Im besten Fall sieht das nur blöd aus, im schlechtesten fällst du beim zweiten Schritt rückwärts über den Hund.
  • Bei den Wendungen auf der Stelle, ab Klasse 2  wird es ebenfalls zu Problemen kommen, denn auch da kann der Hund die neue Grundstellung nur durch Umrunden des Hundeführers einnehmen.
  • Befindet sich der Hund beim Umrunden hinter dir, ist er aus deinem Blickfeld weg. Das reduziert deine Kontrollmöglichkeiten erheblich, denn wenn er dann etwas sieht und Gas gibt, kannst du ihn kaum vor Verlassen der Ringbegrenzung stoppen. Zudem neigen viele Hunde, gerade beim Apportieren dazu, sich in „unbeobachteten“ Momenten mit dem Apportel aus dem Staub zu machen. Auch dazu haben sie dann Gelegenheit.

Hinweis

Natürlich kann man einem Hund, der auf diese Weise die Grundstellung einnimmt auch beibringen, sich in der Grundstellung zu korrigieren und die Wendungen auf der Stelle korrekt zu machen. Ich bin allerdings der Meinung, dass dies viel aufwändiger ist. Und natürlich ist es eine Frage des Gehorsams, ob der Hund es ausnutzt, wenn er nicht mehr unter Beobachtung ist, aber wie sagt man so schön „Gelegenheit macht Diebe“.

Skizze eines Hundes der die Grundstellung mit 180°-Grad-Wendung einnimmt.

Die zweite Möglichkeit die Grundstellung aus dem Vorsitz einzunehmen ist der Sprung oder die Wendung auf der Stelle um 180 Grad

Die 180°-Grad-Wendung, bzw. der 180°-Grad-Sprung in die Grundstellung hat dagegeben eine Menge Vorteile.

  • Macht der Hund dies mit viel Schwung, sieht es es sehr freudig und elegant aus.
  • Dein Hund ist immer in deinem Blickfeld.
  • Selbst wenn der Hund zu viel Schwung hat, wird er spätestens, wenn er an deinen Bein „anschlägt“ gestoppt und sitzt dann in der Regel gerade, eng und in der passenden Höhe neben dir.
  • Dein Hund kann niemals versehentlich den Ring verlassen.

Tipp:

Ich würde in jedem Fall meinem Hund den Sprung aus dem Vorsitz in die Grundstellung beibringen, denn auch, wen du den Vorsitz nicht machst, sieht es deutlich eleganter aus, wenn der Hund auf diese Weise die Grundstellung direkt einnimmt.

Den 180°-Sprung trainieren

Fraglich ist jetzt also, wie du deinem Hund beibringst auf diese Weise in die Grundstellung zu kommen. Im einfachsten Fall fängst du damit schon im Welpenalter an. In diesem Fall solltest du deinen Welpen immer mit Futter in der linken Hand richtig aus dem Vorsitz in die Grunstellung führen und in der Grundstellung bestätigen. Wenn du ihm niemals zeigst, dass er auch hintenherum laufen kann, werden das 99% aller Hunde auch nicht tun.

Wenn dein Hund schon etwas älter ist und bereits gelernt hat, hinten um dich rum zu laufen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Diese hängen auch davon ab, wie tief das schon im Hund drin sitzt. Viele Hundeführer sorgen aber gerade mit zusätzlichen Handzeichen dafür, dass ihr Hund hinten herum läuft. Von sich aus, würden das viele Hunde gar nicht tun, denn sie müssen dann den weiteren Weg laufen. Die meisten Hunde sind aber durchaus effizient und würden immer den kürzesten Weg wählen.

Du solltest daher folgenden Test durchführen:

  1. Setze deinen Hund hin und stelle dich vor ihn oder bringe ihn anderweitig in den Vorsitz.
  2. Sieh nun den Hund nicht an, sondern einfach gerade über ihn hinweg. Stecke die Hände in die Tasche oder tue sie auf den Rücken.
  3. Gib nun das Kommando für die Grundstellung, in der Regel „Fuß“.
  4. Wiederhole das ganz, ca. 10 x und beobachte, wie der Hund die Grundstellung einimmt.

Es gibt nun drei mögliche Ergebnisse des Tests.

Dein Hund nimmt die Grundstellung immer auf die gleiche Weise ein. In diesem Fall hat der Hund diese Möglichkeit die Grundstellung einzunehmen schon wirklich verinnerlicht. In diesem Fall ist es vielleicht ratsam wenn du für die andere Methode die Grundstellung einzunehmen ein neues Kommando einführst.

Dein Hund nimmt die Grundstellung mal auf die eine und mal auf die andere Weise ein. In diesem Fall hast du eine gute Basis für das Training. Du bestätigst in diesem Fall einfach nur die richtige Methode und belegst die unerwünschte, das hintenherum Laufen, mit einem negativen Abbruchsignal oder ignorierst es einfach nur.

Dein Hund nimmt die Grundstellung gar nicht ein. Das heißt dann, dein Hund hat das Kommando für die Grundstellung noch gar nicht verstanden und regiert, auf andere Signale bspw. ein Handzeichen. Dann solltest du zunächst weiter daran arbeiten, dem Hund das Kommando für die Grundstellung zu vermitteln. Erst wenn er auf das Kommando in die Grundstellung kommt, egal wie, kann er überhaupt eine Idee entwickeln aus dem Vorsitz auf das Kommando hin, in die Grundstellung zu kommen.

Läuft dein Hund immer um dich herum, hat er keine Idee, wie er sonst die Grundstellung einnehmen soll. In diesem Fall musst du ihm diese Idee erst einmal geben. Dazu kannst du eine der folgenden Methoden wählen.

Tipp:

Beginne am besten mit der ersten und probiere sie alle der reihe nach aus, wenn du nach einer gewissen Trainingszeit keine Fortschritte bemerkst.

Nimm ein hochwertiges Spielzeug oder Leckerchen in die Hand und halte es für den Hund gut sichtbar so vor deinen Körper, dass der Hund gerade vorsitzt. Gib nun das Kommando für die Grundstellung, freundlich aber fordernd. Die allermeisten Hunde werden jetzt den Blick nicht von ihrer Belohnung lassen wollen und daher auch von sich aus vermeiden, hinter dir herum zu laufen, denn dann gibt es einen Moment, wo sie die Belohnung nicht mehr sehen können.

Reicht das alleine nicht, unterstütze deinen Hund, indem du dich so hinstellst, dass rechts von dir eine Wand, ein Zaun oder ein anderes Hindernis ist, was den Hund hindert, wie gewohnt um dich herum zu laufen. Lass ihm dann ruhig Zeit, dränge ihn nicht, damit er selbst auf die Idee kommt, wenn es auf der einen Seite nicht geht, eben anders in die Grundstellung zu kommen.

Sollte auch das alleine noch nicht reichen, nimm zusätzlich ein Leckerchen in die linke Hand und „führe“ den Hund damit in die Grundstellung.

Tipp:

Wichtig ist in jedem Fall, dass du ihn ausgiebig lobst, sobald er auf die gewünschte Weise in die Grundstellung kommt. Wichtig ist Anfangs vor allem, dass er keinen Versuch mehr unternimmt doch um dich herum zu laufen und dass er am Ende gerade und korrekt neben dir sitzt. Wie er da hin kommt ist zunächst, solange er nicht um dich herum läuft, völlig egal. Er wird mit der Zeit ohnehin seine eigene Technik finden und das wird in aller Regel, sofern die Belohnung für die Grundstellung wichtig genug für ihn ist, der kürzeste Weg sein.

Fehler vermeiden

Es gibt einige wenige Hunde, die auch nach einer gewissen Trainingsdauer nicht von selbst auf die Idee kommen, durch eine 180°-Wendung in die Grundstellung zu „rutschen“. Stattdessen laufen Sie zwar, wenn man sie hindert auf der rechten Seite des Hundeführers vorbei zu laufen, zwar links vorbei, machen dann aber dort einen weiten Bogen und müssen dazu aus dem Vorsitzen vor dem Hundeführer eine starke Wendung  machen (blaue Linie) oder sie laufen gerade am Hundeführer vorbei und machen hinter ihm eine Kehrtwende (rote Linie). Beides ist zwar etwas besser als komplett hinter dem Hundeführer herumzulaufen. Dennoch ist auch das nicht sinnvoll und das Ziel der Aktion.

Der Hund läuft jetzt nicht mehr um den Hundeführer herum, macht aber dennoch hinter ihm eine Kehrtwende oder einen weiten Bogen auf dessen linker Seite.

Solchen Hunden solltest du in kleinen Schritten die passende Technik beibringen. Dazu stellst du dich so schräg aber noch recht dicht neben den sitzenden Hund, als wenn dieser eine schräge Grundstellung macht, so dass der Winkel zwischen dir und deinem Hund ca. 30° beträgt. Aus dieser Position heraus gibst du nun das Kommando für die Grundstellung und versuchst dem Hund zu helfen, dass er ohne ganz aufzustehen nur seinen Hintern an dich ranrückt. Klappt das bei einem 30°-Winkel gut und flüssig, vergrößerst du den Winkel zwischen dir und deinem Hund allmählich, bis du wieder auf 180° bei einem geraden Vorsitz angelangt bist.

Der Hund lernt in kleinen Schritten in die Grundstellung zu rutschen

Durch immer größere Winkel zwischen dir und deinem Hund lernt der Hund allmählich auch größere Distanzen durch „Rutschen“ und nicht durch „laufen“ zu überwinden.

 

Vom „Rutschen“ zum Springen

Wenn dein Hund erst einmal gelernt hat, durch Rutschen in einer 180°-Wendung in die Grundstellung zu kommen, ist es bei den meisten Hunden nur eine Frage des Tempos und des „Spaßfaktors“, ob sie das eher gemütlich durch „rutschen“ oder durch einen kleinen Hüpfer oder zumindest eine sehr flüssige Bewegung machen.

Wenn du einen temperamentvollen Hund hast, und gerne hättest, dass er auf der Stelle senkrecht nach oben springt, sich im Sprung um 180° wendet und beim „Landen“ perfekt in der Grundstellung sitzt, kannst du das im Prinzip nur trainieren, indem du dem Hund sein Lieblingsspieli oder Leckerchen in Aussicht stellst und ihn so animierst möglichst schnell in die Grundstellung zu kommen. Macht er dann den gewünschten Hüpfer kriegt er natürlich eine überdimensionale Belohnung dafür. Kommt er nur „normal“ in die Grundstellung, gibt es eben nur eine kleine Belohnung. Wichtig ist, dass der Hund ab und an ein Erfolgserlebnis hat. Nur dann kann er lernen was du von ihm willst.

Im Allgemeinen machen die meisten Hunde das jedoch von selbst, wenn sie ausreichend motiviert sind. Mein Engelchen hat das früher von sich aus gemacht und  es sah immer toll aus. Jetzt, in fortgeschrittenem Alter, macht er das leider auch nicht mehr. Ist ihm aber nicht übel zu nehmen, wenn wir auf die 80 zugehen, vollbringen wir auch keine sportlichen Höchstleistungen mehr.

Du solltest daher auch immer bedenken, ob dein Hund altersgebedingt und von seinem Gesundheitszustand und/oder Gewicht überhaupt in der Lage ist, einen solchen Sprung zu machen. Kleinen und leichten Hunden fällt das sicherlich deutlich leichter als großen und schweren. Wenn ein Hund übergewichtig ist und damit deutlich mehr Gewicht bewegen muss als für seine Statur  und seinen Körperbau normal ist, solltest du ihn erst auf Diät setzen, bevor du so etwas von ihm verlangst.

Die große Frage: Vorsitz oder Grundstellung in Abrufübungen

Wer prüfungsmäßig mit seinem Hund seine Freizeit gestalten will und dabei Erfolg haben will, dem bleibt in kaum einer Sportart erspart eine Begleithundeprüfung zu machen. Dafür ist es eigentlich notwendig, für das Abrufen aus dem Platz das Vorsitzen des Hundes zu üben. Das sollte gerade und dicht sein und der Hund sollte mit der Grundstellung auf das Kommando des  Hundeführers warten und hier ergeben sich dann gleich mehrere Fehlerquellen. Die lassen sich beim Obedience vermeiden, denn da kannst du dir aussuchen ob dein Hund vorsitzt oder gleich in die Grundstellung kommt. Und das gilt nicht nur für das Abrufen aus dem Platz sondern auch für die Apportierübungen, den „Sprung über die Hürde“, „Abrufen mit Steh und Platz“ bzw. „Abrufen mit Steh“, sowie die Geruchsidentifizierung. In allen diesen Übungen kannst du die Fehlerquellen des Vorsitzes vermeiden.

Warum überhaupt „Vorsitzen“ üben?

Für viele Trainer in Vereinen, vor allem die, die selbst kein Obedience machen, ist es einfach so, nach dem Abrufen aus dem Platz für die BH-Prüfung kommt der Vorsitz. Alternativen lernen viele daher gar nicht kennen und die gibt es, auch wenn das Vorsitzen dennoch in vielen Prüfungen und Sportarten gefordert wird.

  • Begleithundeprüfung
  • Unterordnung beim THS (Vierkampf)
  • VPG

Wer aber nach der Begleithundeprüfung Agility und/oder Obedience machen möchte, für den ist der „Vorsitz“ nach der Begleithundeprüfung nicht mehr notwendig. Und wer zwar neben Obedience, THS Vierkampf macht, sich aber ohnehin keine Platzierungen in den Top-Rängen auf überregionalen Prüfungen ausrechnet, für den spielt der Punktabzug durch den fehlenden Vorsitz auch keine große Rolle.

Problem BH-Prüfung?

Dass vor der ersten Obedience-Prüfung die BH-Prüfung mit dem Vorsitz in der Platzübung steht, sehe ich eigentlich nicht wirklich als Problem an. Wenn du mit deinem Hund auf die 1-3 Punkte für den fehlenden Vorsitz in der Platzübung angewiesen bist, um die BH-Prüfung zu bestehen, dann ist dein Hund eigentlich nicht fit für die BH-Prüfung und schon gar nicht für die Beginner-Prüfung, denn da gibt es dann genügend andere Baustellen an denen du arbeiten solltest.

Ich würde bei einem Hund, mit dem ich Obediencen machen will und nicht zusätzlich VPG, niemals mehr den Vorsitz üben. Denn der ist deutlich fehleranfälliger als die Grundstellung. Das später, nach der BH-Prüfung umzutrainieren, ist wieder langwierig und produziert zumindest in der Übungsphase wiederum Fehler, zumal ja beim parallelen Training für die Beginner-Prüfung auch die Apportierübung mit „Vorsitz“ geübt werden sollte, wenn man sich für die BH-Prüfung für den „Vorsitz“ nach dem Abrufen entscheidet.

Hinweis

Natürlich wäre denkbar, von vornherein beim Apportieren auf den Vorsitz zu verzichten und beim reinrufen nicht. Es kommt im Prinzip auf den Hund und die eigene Konsequenz beim Üben an, ob der Hund dazu neigt, das dann zu verwechseln oder das strikt trennt.

Ich habe mit meinem Engelchen neben Fährte und Obedience (erst ziemlich spät) lange Zeit VPG-Unterordnung trainiert, eben für Pokalkämpfe etc. und daher den Vorsitz trainiert, denn da kommt der Vorsitz  neben der Platz-Übung ja auch in den drei Apportierübungen vor und ist daher auch deutlich teurer. Nachdem er Anfang 2012 ein Alter erreicht hatte, in dem es ihm sichtlich schwer fällt die 1m-Hürde zu springen, wollte ich ihm das auch ersparen und habe mich entschlossen, wegen der nachfolgend aufgeführten Gründe, auch den „Vorsitz“ wegzutrainieren. Nachdem der Hund jedoch 10 Jahre lang immer beim Reinrufen und apportieren vorgesessen hat, gestaltet sich das doch sehr langwierig. Zwar kommt er auch auf Prüfungen immer häufiger gleich in die Grundstellung, es gibt aber leider auch Prüfungen, wo er sich nicht entscheiden kann und dann extrem schräg vorsitzt. Das kostet natürlich extrem viel Punkte, denn in Klasse 3 sind davon gleich 4 Übungen betroffen:

  • Abrufen mit Steh und Platz
  • Metallapport über die Hürde
  • Richtungsapport
  • Geruchsunterscheidung

Aus diesem Grund würde ich nie wieder, den Vorsitz üben, wenn der nicht auch nach der BH notwendig ist, und auch später nie wieder umtrainieren.

Was spricht für die direkte Grundstellung?

Wenn du mit deinem Hund nur Obedience und andere Sportarten machst, die keinen Vorsitz erfordern, spricht aus meiner Sicht alles dafür, den Hund immer direkt in die Grundstellung kommen zu lassen.

Denn der Vorsitz ist sehr fehleranfällig und kostet dann immens viel Punkte. Nimm an, dein Hund kommt zu dir und sitzt schräg vor, dann gibt es schon mal Abzug. Dann kommt er vielleich noch vor Kommando selbständig in die Grundstellung, wieder Punktabzug und sitzt dann vielleicht noch schräg, zu weit hinten oder vorne und dann gibt es noch mal Abzug. Oder du brauchst dann zum Einnehmen der Grundstelllung ein Doppelkommando. Auch das kostet wieder Punkte und wenn die Grundstellung dann schief ist noch mal.

Wenn dein Hund jedoch gleich in die Grundstellung kommt, kann er sich zwar auch schief setzen und kriegt dafür Punktabzug, aber ein Doppelkommando der selbständiges Arbeiten kann nichts kosten. Dazu kommt noch, dass auch zu viel Abstand beim Vorsitz natürlich Punkte kostet und auch das entfällt.

Hinweis

Wenn dein Hund natürlich perfekt vorsitzt, ist daran nichts auszusetzen. Ich habe allerdings bisher auf Prüfungen immer mehr Hunde gesehen, die dafür Punktabzug kriegen, als Hunde die dies in allen betroffenen Übungen perfekt machen.

Alleine schon das dichte „Vorsitzen“ zu üben, ist bei Hunden, die sich von sich aus nach hinten absetzen ein Problem.

Hund beim Beginn des Vorsitzes

Viele Hunde setzen sich nach hinten ab, ziehen also die Vorderbeine nach hinten vor die Hinterläufe. Dies verhindert ein enges Vorsitzen.

Damit ein Hund eng und dicht vorsitzen kann, muss er lernen, mit den Vorderbeinen stehen zu bleiben und die Hinterläufe unter die Vorderläufe zu ziehen. Das ist etwas, das man den meisten Hunden mit viel Mühe beibringen muss und was außer für den „Vorsitz“ eigentlich nicht gebraucht wird.

Hinweis

In der Distanzkontrolle ist das eigentlich nur bei Hunden notwendig, die mit den Vorderläufen fest stehen bleiben und diese Hunde machen das in der Regel von alleine und sind auch beim Vorsitz nicht das Problem.

Natürlich kann es auch andere Gründe dafür geben, dass der Hund beim Vorsitzen einen Abstand einhält. Es gibt durchaus Hunde die zumindest bei der Arbeit eine gewisse Distanz zum Hundeführer wahren, ohne dass das was mit Angst zu tun haben muss. Für diese Hunde ist die Grundstellung ebenfalls deutlich einfacher.

Kommt der Hund gleich in die Grundstellung und macht er das auf die richtige Art und Weise, sieht das auch deutlich ansprechender aus. Zumindest finde ich das, aber das ist natürlich auch Geschmackssache.

Es gibt also kaum einen Grund, außer du möchtest mit dem Hund auch VPG machen, dir das Training eines perfekten Vorsitzes anzutun.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 2

Wenn dein Hund keinen Spaß am Laufen hat, kannst du die Richtungsanweisung auch anders trainieren, nämlich mit Target.

Diese Methode hat gegenüber Variante 1 einen großen Vorteil, der Hund sucht das Target mit den Augen und hat es dann später, beim Umstieg auf Apportel leichter, auch diese mit den Augen zu finden, auch wenn sie ungünstig liegen und sehr klein sind. Allerdings spricht nichts dagegen, dass du, nachdem du einem lauffreudigen Hund mit der ersten Variante beibegebracht hast, deine Richtungsanweisung anzunehmen, dann auch zwischendrin mal die Target-Methode wählst, um ihm die Suche mit den Augen nach dem Ziel nahe zu bringen.

Voraussetzungen

Dein Hund muss ein Target kennen, zu dem er läuft und er sollte möglichst Spaß daran haben. Wie du das Target trainierst, findest du hier …

Das brauchst du

Du benötigst zwei gleiche Targets und ein Triebmittel, bspw.  Leckerchen oder Spielzeug zur Belohnung, optimal verwendest du einen Clicker.

So geht’s

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Wenn du bisher immer den Hund aus der Grundstellung gerade aus zum Target geschickt hast, muss dein Hund zuerst lernen, auch nach rechts oder links zum Target zu laufen und diese Anweisung aus einer Entfernung zu dir auszuführen. Gehe dazu wie folgt vor:

  • Stelle oder setze deinen Hund ab.
  • Zeige ihm, dass du das Target auslegst, ein paar Meter rechts oder links von ihm (der gelbe Kreis im Bild)
  • Stelle dich vor den Hund (das X im Bild).
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando für das Target zum Target und zeige dabei in die entsprechende Richtung.
  • Tausche dann die Position mit dem Hund, so dass dieser nun auch in die ande Richtung zum Target laufen muss, oder lege das Target in der anderen Richtung aus.

Trainiere das so lange, bis der Hund auf deine Richtungsanweisung immer sicher zum Target läuft, auch wenn du die Entfernung zwischen Hund und Target erhöhst  und wenn der Hund nicht mehr beim Auslegen zusieht.

Schicken zu zwei Targets im Wechsel

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Im nächsten Schritt legst du zwei Targets aus, eins rechts und eines links vom Hund. Nun schickst du den Hund im Wechsel mal zu dem einen und mal zu dem anderen Target.

Bestätige ihn nur, wenn er in die richtige Richtung läuft und am Target ankommt.

Tipp

Allerdings haben Hunde, die nicht gerne laufen beim Training mit Targets oft ein Motivationsproblem. Das liegt daran, dass Hunde die Spaß am Laufen haben, sich bei der Methode mit dem Umrunden der Pylos Spaß und Bestätigung durch die Übung selbst holen, weil sie da durch die Gegend psen können.  Für lauffaule Hunde ist aber das Target nur Mittel zum Zweck. Daher musst du unbedingt darauf achten, in kurzen Einheiten zu üben oder den Spaß am Erreichen des Targets dadurch aufrecht zu erhalten, dass am Target etwas überraschendes für den Hund folgt. Variiere also unbedingt die Belohnung nach dem Click am Target!

Den Hund in einem Bogen zum Target schicken

Der Hund steht nun mittig vor den Targets

Die Targets legst du allmählich immer weiter nach hinten, hinter den Hund

Im nächsten Schritt legst du die Targets immer schrittweise weiter nach hinten, so dass der Hund jetzt nicht mehr zwischen den Targets steht, sondern vor den Targets und wie beim späteren Richtungsapport in einem Bogen zum Target laufen muss.

Tipp

Damit der Hund später die Situation Richtungsapport besser von der Box unterscheiden kann, obwohl du ja in beiden Fällen ein Sichtzeichen als Richtungsanweisung gibst (oder geben darfst), solltest du unterschiedliche Hörzeichen für das Schicken nach rechts und linkgs einführen, bspw. „Rechts“ und „Links“.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 1

Tipp

Auch wer VPG mit seinem Hund macht, sollte sich den Übungsaufbau mal durch den Kopf gehen lassen, denn ich musste feststellen, seit dem ich so den Richtungsapport geübt habe, kann Lexa perfekt revieren und sie bellt kaum noch dabei, weil sie gelernt hat sich darauf zu konzentrieren, wohin ich zeige.

Richtungsanweisungen gibt es ab Klasse 2, wenn es um den Richtungsapport geht. In Klasse 3 dann sowohl beim Schicken in die Box, wie auch beim Richtungsapport. Gerade apportierfreudige Hunde haben da so ihre Probleme. Die holen am liebsten das Apportel, was ihnen als erstes in den Blick kommt. In Klasse 3 ist das häufig das mittlere. Aber auch in Klasse 2 ist das Problem, dass viele Hunde auf das Apportel fixiert sind, was als letztes ausgelegt wird und das ist nun mal das Falsche.

Auch die Box zu finden ist natürlich für den Hund in Klasse 3 viel einfacher, wenn er schon mal der angezeigten Richtung folgt.

Trainingsziel

Ziel der Übung ist, dass der Hund in die Richtung läuft, in die du zeigst und dort eine Pylone, eine Stange oder ein VPG-Versteck umläuft, dann in deine Richtung läuft und eine weitere Richtungsanweisung von dir abwartet.

Später soll er dann bei Richtungsanweisung mit Handzeichen und einem zusätzlichen Hörzeichen nicht nur in die angegebene Richtung laufen und etwas umrunden, sondern in die Box laufen oder etwas apportieren, oder damit es nicht langweilig wird, zu einem Pylo laufen, der sich in der angegebenen Richtung befindet.

Voraussetzung

Optimal funktioniert das ganze mit Hunden, die gerne rennen und gasgeben und die Spaß am Laufen haben. Für lauffaule Hunde bietet sich eine Abwandlung an, die dazu Targets als Ziel nutzt. Mehr dazu folgt in einem separaten Artikel.

Übungsaufbau

Die Idee zu diesem Übungsaufbau stammt nicht von mir. Sie wurde mir in etwas abgewandelter Form zu Beseitigung meines Bell-Problems vorgeschlagen (Danke an Beate und Kirstin). Ich habe dann relativ schnell erkannt, dass sich mit dem nachfolgend beschriebenen Übungsaufbau aber das Problem beim Richtungsapport ebenso lösen ließ. Seit dem klappt der Richtungsapport  bei meiner Hündin eigentlich immer, vorausgesetzt, die Apportel sind nicht so klein, dass sie die auf die Entfernung nicht sieht. Aber sie läuft eigentlich immer in die angegebene Richtung!

Was du benötigst

Du brauchst dafür

  • 2 bis 3 Kegel oder Hütchen, alternativ auch Stangen oder Bäume.
  • etwas Platz, damit du die Hütchen oder Stangen im Abstand von 10 bis 20m platzieren kannst
  • optimal nen Clicker und Leckerchen oder Spielzeug zur Bestätigung

Ich musste feststellen, dass meine Hündin, da sie ein Minimalist ist, gerne über die Hütchen drüber gesprungen ist, um den Laufweg abzukürzen und bin dann am Anfang dazu übergegangen, in das Loch der Hütchen Stangen zu stecken. Mitterweile hat sie begriffen, dass sie nur zum Ziel kommt, wenn sie drumherum läuft.  Du kannst aber auch nur Stangen nehmen oder wenn du Bäume in passendem Abstand hast auch die.

Tipp

Pylos (also die Halbschalen, die in der Regel auch für Richtungsapport und Box verwendet werden) haben den Vorteil, dass du damit schon fast das Laufen zum Pylo trainiert hast. Wenn dein Hund schon mal gelernt hat, auf dein Kommando die Pylone zu umrunden, musst du ihn später nur noch neben der Pylone stoppen und schon steht er perfekt am Pylo.

rote Obedience-Halbschale

rote Obedience-Halbschale für Richtungsapport und Box und zur Markierung

Der ganze Aufbau funktioniert in 4 Schritten.

  1. Dein Hund lernt einen Pylo, eine Stange, oder auch einen Baum auf ein Hörzeichen zu umrunden und in deine Richtung zurückzulaufen.
  2. Dein Hund lernt parallel zum Hörzeichen ein  Handzeichen (zeigen in die Richtung des Pylos).
  3. Dein Hund lernt auf dem Weg zu dir, eine neue Richtungsanweisung entgegen zu nehmen und den gleichen oder einen zweiten (oder dritten) Gegenstand zu umrunden.
  4. Später lässt du das Hörzeichen weg und zeigst nur noch in die Richtung. Dann ist der Hund gezwungen wirklich zu sehen, wohin du zeigst und dich auch zwischendrin anzusehen.

Am Ende soll der Hund, sobald du das Handzeichen gibst, in die angegebene Richtung laufen und die Richtung wechseln, wenn du dein Handzeichen änderst und woanders hin zeigst. Zunächst ist es nur wichtig, dass er etwas umrundet. Das ist der erste Schritt zu Richtungsapport und Box. Und wenn du schlau bist, nutzt du Fehler des Hundes um ihm gleich das sofortige Stoppen aus dem Laufen heraus beizubringen. Sollte er dann beim Richtunsgapport mal zum falschen Apportel laufen, kannst du ihn wenigstens anhalten.

Einen Pylo auf Kommando umrunden

  • Lege deinen Hund ab, nimm den Pylo und gehe 1-2m vom Hund weg und platzieren dort den Pylo. Im optimalen Fall sollte der Hund dich dabei aufmerksam beobachten.
  • Nimm dein Triebmittel und gehe zum Hund nimm ihn mit Richtung Pylo und führe ihn nun mit Hilfe des Triebmittels um den Pylo rum. Gib ihm das Leckerchen oder schmeiß ds Spielzeug in die gewünschte spätere Laufrichtung, sobald der Hund die Wendung hinter dem Pylo abgeschlossen hat.
  • Wiederhole das ganze, bis du den Eindruck hast, der Hund hat verstanden, dass er einen Bogen um den Pylo laufen soll.

Nun folgt eine kleine Steigerung. Du führst ein Kommando ein. Ich sage bspw. „Außen“. Denke dir ein sinnvolles aus, das du für das „Umrunden“ des Pylos nehmen willst.

  • Setze oder lege deinen Hund wieder an die gleiche Stelle wie vorher auch, von wo er mit dem umrunden gestartet ist. Zeige wieder mit der Hand richtung Pylo als wenn du ihn wieder mit dem Triebmittel rumführen willst und gibt dabei das Kommando. Bestätige den Hund dafür, dass er wieder um den Pylo läuft.
  • Klappt das gehe dazu über, das „Führen“ mit der Hand wegzulassen und prüfe, ob der Hund dennoch den Pylo umrundet. Falls ja kannst du die Übung weiter variieren.
Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF, der neben dem Pylo steht bestätigt

Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF (X), der neben dem Pylo steht bestätigt, bspw. durch werfen des Spielszeugs in Laufrichtung. (schwarzer Pfeil) oder indem er sich das vorher platzierte Triebmittel (schwarzer Kreis) nehmen darf.

Nun wiederholst und festigst du das Ganze, indem du einen größeren Abstand wählst. Du kannst dem Hund anfangs dabei helfen, indem du den Hund ca.5-10m vom Pylo ablegst (oder setzt) und du dich selbst aber so neben den Pylo platzierst, dass  er nach der Wendung an dir vorbei laufen muss (X im Bild). Sobald der Hund dich passiert, folgt die Bestätigung. Entweder ein Click und werfen des Spielzeugs in Laufrichtung (schwarzer Pfeil im Bild) oder du platzierst das Triebziel (Leckerchen oder Spielzeug) in Laufrichtung  (schwarzer Kreis im Bild) so dass der Hund nach dem Click seine Richtung fortsetzen und sich das Triebmittel holen darf.

Hinweis

Das Hinlegen des Triebmittels setzt jedoch ein gewissen Maß an Selbstkontrolle und Disziplin beim Hund voraus, damit der sich nicht gleich am Triebmittel bedient.

Wenn das klappt entfernst du dich immer weiter vom Pylo  in Richtung Laufrichtung des Hundes, so dass der Hund am Ende einen kompletten Bogen um den Pylo machen musst und du einfach am Ausgangspunkt des Hundes stehen bleibst.

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

 

Fehlerbehebung

Je weiter der Hund zum Pylo laufen muss, desto eher können sich Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen. Hier ein paar Hinweise, wie du darauf reagieren kannst:

Wenn der Hund den Pylo nicht mehr hinten umläuft sondern vor dem Pylo kehrt macht, brich die Übung mit einem negativen Abbruchkommando ab und beginne neu. Zeig ihm vielleicht noch mal, zwischendrin mit deiner Führhand, dass er hinter dem Pylo wenden soll.

Wenn der Hund bellt, lass ihn bellen. Das Umrunden das Pylos ist ja nur ein Zwischenschritt. Meine Hündin bellt eigentlich fast immer wenn sie sich von mir entfernt und richtig Gas geben kann. Je größer die Entfernung desto mehr bellt sie. Das sie bei dieser Übung extrem gebellt hat, hat sich eher positiv auf andere Übungen ausgewirkt, denn ich habe mir angewöhnt bevor ich mit ihr auf den Platz gehe, sie zunächst mal ein paar Achten um Bäume laufen zu lassen, um sie 1. aufmerksam auf mich zu kriegen und sie kann sich 2. auspowern und sie ist dann ruhiger und gelassener. Für das Laufen zu Pylo wählst du später ja ein anderes Kommando und wenn dein Hund das Kommando zum Umrunden mit „bellen“ verknüpft ist das ja nicht schlimm, solange du beim Schicken zum Kegel auf „Ruhe“ bestehtst.

Der Hund macht kein Tempo sondern trottet gemächlich Richtung Kegel. Wenn das das „normale“ Arbeitstempo deines Hundes ist, ist das völlig OK. Wenn dein Hund auch schneller kann, dann fehlt ihm entweder die Motivation oder er ist einfach müde und/oder gelangweilt? Dann übe das in kürzeren Einheiten oder motiviere ihn, durch überraschende Aktionen nach dem Umrunden des Kegels. Laufe mit ihm um die Wette, schmeiß mal ein Spielzeug und mal darf er nach dem Click zu seinem Jackpot. Gestalte die Übung einfach interessanter und spannender für ihn.

Der Hund kürzt ab und springt über den Pylo, dann stecke eine Stange rein oder gehe komplett auf Stangen über, zumindest vorrübergehend.

Ein Handzeichen für die Richtung einführen

Der Hund steht dem Hundeführer gegenüber, rechts und links von diesem liegt jeweils eine Pylone um die der Hund mit Handzeichen geschickt wird

Schicke den Hund mit Zeigen und dem Kommando zum Umlaufen des Pylos in die gewünschte Richtung.

Im nächsten Schritt führst du ein Handzeichen ein, das dem Hund die Richtung zeigt, in die er laufen soll. Dazu gehst du wie folgt vor:

  • Platziere zwei Pylonen im Abstand von 10 – 15m zu einander.
  • Stelle dich nun mittig zwischen die Pylonen
  • Stelle den Hund 1-2m vor dich, so dass er dich ansieht.
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando zum Umlaufen und einem deutlichen Zeigen in Richtung der gewünschten Pylone, zum Pylo. Klicke und bestätige ihn, sobald er hinter der richtigen Pylone gewendet hat.
  • Wiederhole dies und schicke deinen Hund im Wechsel mal nach links und mal nach rechts um den Pylo.
  • Läuft der Hund sicher in die gewünschte Richtung, warte mit dem Click immer länger, und bestätige den Hund erst, wenn er auf deiner Höhe (X im Bild) ist. Schmeiß ihm das Spielzeug oder Platziere das Triebmittel (schwarzer Kreis im Bild) so, dass der Hund vor dir vorbeiläuft und wieder Richtung der gegenüberliegenden Pylone läuft und so schon den Ansatz einer Acht zeigt.

Fehlerbehebung

Es kann natürlich passieren, dass dein Hund dazu neigt eine bestimmte Richtung zu bevorzugen oder gerade am Anfang noch nicht versteht, dass du die Richtung mit Handzeichen anzeigst.  Um das zu ändern oder dem Hund klar zu machen, dass er auf dein Handzeichen achte muss, gibt es folgende alternative Möglichkeiten. Du kannst sie bei bedarf aber auch kombinieren.

  • Hilf deinem Hund, indem du dich anfangs noch mit dem Oberkörper in die Richtung drehst, in die du auch zeigst und selbst deinen Blick auf die Pylone richtest, statt auf den Hund.
  • Laufe nach dem Zeigen und dem Hörzeichen ein paar Schritte in die gewünschte Richtung mit dem Hund mit.
  • Brich die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft und beginne die Übung neu.

Sollte der Hund immer wieder in die falsche Richtung laufen und daher nie ein Erfolgserlebnis haben, stoppe ihn mit einem Stopp-Kommando. Wenn er noch keines kennt, führe eines ein, bspw. „Stopp“. Wenn er nun in die falsche Richtung läuft, rufe „Stopp“. 99% aller Hunde sind bei einem plötzlich geänderten Ablauf der Übung erst mal überrascht und blicken den Hundeführer an. Bestätige ihn in diesem Moment mit Click und Triebmittel für das Unterbrechen seines Laufes und stehen bleiben. Trainiere so, dass du den Hund jederzeit mit diesem Kommando stoppen kannst (mehr dazu auch im Beitrag zur Box). Wenn das Stoppen klappt, brich die Übung, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft nicht immer mit einem negativen Abbruchkommando ab, sondern stoppe ihn mit dem Stopp-Kommando. Wenn er das ausführt, kannst du ihn dafür bestätigen und Hund ist weniger frustriert, weil der die Möglichkeit hat sich sein Triebziel zu verdienen.

Tipp

Du kannst dann auch ab und an, nach dem Stopp-Kommando, wenn der Hund steht und dich ansieht den Hund nochmals in die gewünschte Richtung schicken. Lauf dann ruhig ein paar Schritte mit dem Hund mit in die gewünschte Richtung.

Klappt das Schicken in die gewünschte Richtung irgendwann zuverlässig, erhöhe nach und nach den Abstand zwischen den Pylonen und deinen Abstand zum Hund, so dass du dann nicht mehr zwischen den Pylonen stehst, sondern in der mitte vor den Pylonen.

Eine Acht um zwei Pylos laufen

Klappt das Schicken in die gezeigte Richtung, kommt jetzt eine kleine Steigerung, du schickst den Hund eine 8 laufen, um die Pylonen.

Der Hund läuft ausgehend von seiner Position in der Mitte der Pylonen eine 8 um die Pylonen

Der Hund soll nun eine 8 um die Pylonen laufen, mal bei links beginnend, mal bei rechts beginnend.

Positioniere dich dazu wieder vor dem Hund, zwischen den Pylonen, wie im vorherigen Schritt.

  • Schicke den Hund jetzt um die erste Pylone. Achte dabei unbedingt darauf, dass du nicht immer mit der gleichen Richtung beginnst.
  • Statt ihn nun zu bestätigen, wenn er wieder auf deiner Höhe ist und die Pylone umrundet hat, schicke ihn mit dem Kommando zum Umrunden und einem Zeigen auf die andere Pylone nun zur gegenüberliegenden.
  • Bestätige den Hund, wenn er auch die zweite Pylone umrundet hat.

Wenn das klappt, festige dies, indem du den Hund immer in schönen Achten um die Pylos schickst und zwischen drin auch auch ruhig mal zwei Achten laufen lässt, bevor du ihn bestätigst.

Fehlerbehebung

Sollte der Hund nach Umrunden der ersten Pylone die zweite nicht umrunden wollen, weil er auf die Bestätigung wartet, verändere deine Position, während der Hund die erste Pylone umrundet, in Richtung der zweiten Pylone und laufe ein paar Schritte mit ihm mit. Animiere ihn auch mit der Stimme dir zu folgen und  bestätige ihn, sobald er an dir vorbei in Richtung zweiter Pylone gelaufen ist. Die Bestätigung zögerst du dann immer weiter raus, bis die erst dann folgt, wenn der Hund die zweite Pylone erreicht, dann wenn er sie umrundet hat und zum Schluss, wenn er wieder bei dir angelangt ist.

Falls der Hund sich vor dem Umrunden der Pylone schon nach dir umsieht statt in schönem Tempo Richtung Pylo zu laufen, hast du vermutlich den Richtungswechsel, also das Schicken zur anderen Pylone zu früh gegeben. Du solltest diese Anweisung erst dann geben, wenn der Hund die vorherige Pylone umrundet hat und wieder auf dich zuläuft, denn nur dann kann er ohne sich umzudrehen auch deine Handzeichen sehen. Und der Hund sollte sich sicher kein können, dass kein anderes Handzeichen und keine Richtungsanweisung kommt, bevor er die Pylone umrundet hat. Daher ist es auch ganz wichtig, dass du deinen Hund mit Hörzeichen  oder negativem Abbruchsignal (als Hörzeichen) stoppst, wenn er in die falsche Richtung läuft. Denn das kann er auch höhren, ohne sich nach dir umsehen zu müssen.

Hinweis

Ob der Hund dann die Pylonen wirklich in einer Acht umrundet oder etwas abkürzt und nur ein Oval läuft, ist mir dabei egal gewesen. Für den Sinn und Zweck der Übung kommt es ausschließlich darauf an, dass der Hund die angezeigte Pylone umrundet, ob jetzt links-herum oder rechts-herum war mit dabei immer egal.

Bevor du mit dem nächsten Schritt beginnen kannst, ist es ganz wichtig, dass der Hund ganz sicher so lange im Wechsel die Pylonen (natürlich auf dein Kommando mit Handzeichen, nicht selbständig) umrundet, bis du das beendest. Erst wenn das klappt und der Hund die angezeigte Richtung annimmt gehst du zum folgenden, letzten Schritt über.

Das Hörzeichen weglassen und die Richtungen variieren

Der Hund wird nun völlig variabel mal nach links und mal nach rechts geschickt auch mehrmals um den gleichen Pylo

Variiere nun die Richtungen in die du den Hund schickst, einfach wild durcheinander ruhig auch mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung

Nun kannst du dazu übergehen, deinen Hund nicht nur Achten laufen zu lassen, sondern wild durcheinander auch zweimal nach links, dann einmal nach rechts und vielleicht  dreimal nach links zu schicken.  Wichtig ist dabei, lass den Hund in Ruhe die Pylone umrunden und gib die neue Richtungsanweisung (Handzeichen und Hörzeichen) erst, wenn der Hund schon fast bei dir ist.

Dein Hund soll keinesfalls den Drang verspüren sich ständig nach dir umsehen zu müssen, wenn er sich gerade von dir entfernt, sondern zügig richtig Pylone laufen.

Klappt das, lässt du deinen Hund am Beginn der Übung einmal mit Hörzeichen und Sichtzeichen und den ersten Kegel laufen, beim Richtungswechsel oder wenn du ihn das zweite Mal innerhalb der Übung in die gleiche Richtung schickst, lässt du das Hörzeichen einfach weg. Der Hund weiß ja jetzt, was der grundsätzlich tun soll, nämlich die Pylos umrunden, das musst du ja nicht immer wiederholen. Stattdessen beschränkst du dich darauf die gewünschte Richtung durch Zeigen mit der  Hand anzuzeigen.

Natürlich wird der Hund nur bestätigt, wenn er auch ohne Höhrzeichen die richtige Pylone umrundet, wenn er zweimal  deiner Richtunsganweisung folgt und beim drittem mal falsch läuft, bricht die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab. Dein Hund sollte unbedingt lernen sich bis zum Ende der Übung zu konzentrieren, wenn er seine Belohnung haben will.

Tipp

Ich halte es derzeit so, dass ich meine Hündin immer einmal die ganze Übung mit Hör- und Sichtzeichen machen lasse und dann anschließend nur noch mit Sichtzeichen. Das heißt ich stelle mich vor den Hund zeige nur noch auf die Pylone, die Stange oder den Baum. Ich finde das wichtig, damit der Hund lernt auf das Sichtzeichen loszulaufen, denn auf 10m Entfernung bei Wind oder höherem Lärmpegel könnte der Hund sonst das Hörzeichen überhören und würde dann wie blöd am Kegel stehen bleiben, wenn man ihn zum Apportel oder zur Box schickt.

Derzeit bin ich noch mit mir am Ringen, ob es Sinn macht, den Hund auch gerade aus einen Kegel umrunden zu lassen und ihm beizubringen,

  • ohne Richtungsanzeige nur mit Hörzeichen soll er geradeaus laufen
  • mit Richtungsanweisung eben nach rechts oder links.

Für das Schicken zum Pylo macht das sicherlich Sinn, denn da muss der Hund ja nur gerade aus vom Hundeführer weglaufen. Andererseits könnte das beim Richtungsapport dazu führen, wenn der Hund zu schnell ist und das Sichtzeichen nicht abwartet, dass er dann fälschlicherweise in Klasse 3 zum mittleren Apportel läuft.

Hund und Hundeführer stehen in der Mitte und der Hund umläuft auf Anweisung bestimmte Pylonen.

Mit mehreren Pylonen kannst du dich auch in die Mitte stellen und Hund wahlweise um beliebige Pylonen schicken.

Tipp

Was aber auf jeden Fall Sinn macht, wenn du genug Platz hast,  kannst du auch 3 oder mehr Pylonen im Kreis aufbauen. Dann stellst du dich mit dem Hund in die Mitte und schickst ihn kreuz und quer um die Pylos, aber nur mit Sichtzeichen! Lediglich am Beginn der Übung, kannst du einmal das Hörzeichen geben, damit dein Hund weiß, was Sache ist. Achte aber darauf, dass die Pylos nicht zu dicht beieinander stehen, damit deine Richtungsanzeige für den Hund auch eindeutig ist.