Schicken um den Pylon (Beginner, Klasse 1) ab 2016

In der Prüfungsordnung ab 2016 gibt es eine neue Übung in der Beginner Klasse, und Klasse 1 sowie in Kombination mit anderen Elementen auch in Klasse 3. Wie die „Box“ zieht sie sich also durch alle Klassen und ist daher besonders wichtig.

Wer sich jetzt auf die Beginner-Klasse in 2016 vorbereitet wird damit wenig Probleme haben, denn die Grundlagen der Übung, das was in der Beginner-Klasse gefordert wird, ist schnell trainiert. Schwieriger wird es, wer jetzt schon Klasse 2 führt und in 2016 Klasse 3 starten möchte und in wenigen Monaten das aufholen muss, was Hunde die von vornherein nach der neuen PO aufgebaut werden über lange Zeit lernen.

Die Übung

Die Übung "Schicken um den Pylon"

Die Übung „Schicken um den Pylon“

Die Übung ist im Prinzip ganz einfach. Hundeführer und Hund beginnen in Grundstellung. Auf 10m Entfernung steht ein 40 cm Pylon. Der Hundeführer schickt den Hund nun, den Pylon zu umrunden. Auf dem Rückweg muss der Hund vorsitzen oder direkt in die Grundstellung kommen.

Der Abstand zwischen HF/Hund und Pylon beträgt in Klasse 1 und Beginner jeweils 10m. Später in Klasse 3 sind es 20m. Der Pylon sollte ca. 40cm hoch sein und sich so optisch deutlich von den Pylonen der Box unterscheiden. Eine Farbe ist nicht vorgeschrieben.

Nach den mir derzeitig vorliegenden Informationen muss der Hund den Pylon nicht besonders „eng“ umrunden und es gibt auch keinen Abzug, wenn der Hund den Pylon beim Umrunden umkippt. Er muss ihn ab Klasse 3 aber wirklich umlaufen um überhaupt Punkte zu bekommen.

Hinweis

In der Beginner-Stufe und Klasse 1 gibt es noch eine Teilbewertung, wenn der Hund nur bis zum Pylon läuft und dann umkehrt. Ab Klasse 3 führt das nicht umrunden zum nicht-bestehen der Übung (0 Punkte). Bleibt der Hund nach dem Umrunden am Pylo stehen darf ein Rückruf-Kommando gegeben werden, das aber dann natürlich zu Punktabzug führt. Aber das auch nur bis Klasse 1.

Selbstverständlich darf in der Grundstellung beim Schicken kein Sichtzeichen gegeben werden. Gefragt ist außerdem ein zügiges Tempo und ein gleiches Tempo bei Hin- und Rückweg. Ob der Hund sich vorsetzt oder direkt in die Grundstellung kommt, muss der HF vor Beginn der Übung ansagen. Ob der Hund den Pylon rechts oder links herum umrundet spielt keine Rolle.

Aufbau der Übung

Viele Hunde kennen ein Kommando „Rum“ oder „Außen“ bereits aus dem Agility. Diese dürften dann recht einfach auch um den Pylon zu schicken sein. Bei allen anderen bietet sich folgende Vorgehensweise an:

  • Den Hund um den Pylon führen
  • Den Abstand zum Pylon vergrößern
  • Den Hund zum Pylon schicken
  • Tempo forcieren

Schritt 1: Führen um den Pylo

Im ersten Schritt nimmst du ein Leckerchen (oder auch Spielzeug) sichtbar für den Hund in die Hand stellst dich mit dem Hund vor dem Pylon auf und führst den Hund mit der Hand um den Pylon herum. Er bekommt Leckerchen oder Spielzeug wenn er wieder am Startpunkt angekommen ist.

Schmeiße das Leckerchen am Besten nach dem Umrunden des Pylos ein paar Meter in Laufrichtung des Hundes nach vorne, damit er mit Tempo und Spaß zum Leckerchen läuft. Mit Spielzeug funktioniert das natürlich ebenso.

Wenn du das auf diese Weise ein paar Mal gemacht hast, und den Eindruck hast der Hund hat grundsätzlich verstanden, dass er um den Pylon laufen soll, gehst du zum zweiten Schritt über.

Schritt 1: Den Hund um den Pylon führen

Schritt 1: Die grüne Linie zeigt, wie der Hund geführt werden soll, ob rechts oder links um den Pylon, spielt keine Rolle. Die rote Linie zeigt die Flugbahn der Bestätigung nach dem Umrunden des Pylos

Vorsicht

Hunde die sehr extrem auf Futter oder Spielzeug reagieren, könnten dazu neigen der Hand zu folgen ohne den Pylon wahrzunehmen. Sie lernen dann natürlich nicht, den Pylon zu umrunden sondern nur der Führhand zu folgen. In diesem Fall kannst du versuchen das Spielzeug/Leckerchen wegzulassen und den Hund mit der leeren Hand zu führen. Eine Alternative kann sein, den Hund so knapp am Pylon vorbeizführen, dass der Hund ihn berührt und so wahrnimmt.

Schritt 2: Schicken um den Pylon

Im zweiten Schritt führst du ein Kommando für das Schicken ein und vergrößerst den Abstand zum Pylon so, dass der Hund wirklich ein paar Schritte laufen und den Pylon umrunden muss.

Am besten fängst du an, indem du den Hund 2-3m vor den Pylon setzt und dich selbst auf der anderen Seite unmittelbar an den Pylon stellst. Du kannst dann den Hund mit dem Kommando, dass du zum Schicken nutzen möchtest, bspw. „Rum“ aus seiner Position abrufen und ihn mit der Hand wieder um den Pylon führen. Wenn er dich dann auf dem Rückweg passiert hat, schmeißt du ihm das Futter oder Spielzeug wieder in Laufrichtung.

Schritt 2: Die Entfernung vergrößern

Die grüne Linie zeigt, die Laufrichtung des Hundes. Die rote Linie zeigt die Flugbahn der Bestätigung nach dem Umrunden des Pylos.

Wenn der Hund das aus 2-3m Abstand macht und du das „Führen“ um den Pylon langsam abbauen kannst, weil der Hund den Laufweg verstanden hast, gehst du allmählich immer weiter zurück, bis du auf Höhe des Hundes stehst und diesen aus 2-3m Abstand aus der Grundstellung ohne Handzeichen nur mit dem Kommando schicken kannst.

Schritt 2: Den Abstand weiter vergrößern

Später entfernst du dich immer weiter vom Pylo, bis du neben dem Hund stehst.

Allmählich kannst du den Abstand zum Pylon dann immer weiter ausdehnen und gehst zu Schritt 3 über, wenn dein Hund aus 10-12m problemlos um den Pylon läuft.

Tipp

Es kann sein, dass dein Hund einen sehr weiten Bogen um den Pylon macht, sobald du aufhörst ihn zu führen. Entweder korrigierst du den Hund dann noch mal und führst ihn eng herum oder du begrenzt ihn durch einen mobilen Zaun, den du um den Pylon stellst.

Wenn du einen Zaun als Hilfmittel nutzt, stelle aber sicher, dass er nicht so dicht am Pylon steht, dass der Hund sich angewöhnt den Pylon umzuschmeißen. Um das Hilfsmittel später abzubauen entfernst du den Zaun immer weiter vom Pylon bzw. stellst ihn immer flacher, bis er nur noch eine entfernte gerade Linie hinter dem Pylon bildet.

Mit einem transportablen Zaun um den Pylon kannst du den Laufweg des Hundes begrenzen.

Schritt 3: Tempo steigern

Viele Hunde erhöhen automatisch das Tempo, sobald sie eine Übung verstanden haben. Dennoch wird es auch viele geben, die grundlos nicht in vollem Tempo laufen. Hier musst du also das Tempo steigern. Dazu gibt es ganz viele Möglichkeiten, sofern dein Hund auf Leckerchen und/oder Spielzeug steht.

Tipp

Wenn du Leckerchen benutzt sollten sie etwas größer und farblich gut sichtbar sein und sich gut werfen lassen, wie Käse, Wurst, Fleischwurst. Trockenfutter ist weniger geeignet, außer du nutzt einen Futterbeutel.

Um das Tempo auf dem Hinweg zum Pylon zu steigern schmeißt du dem Hund das Triebmittel über den Hund hinweg hinter den Pylo, wenn sich der Hund schon auf dem Weg zum Pylon befindet.

Umgekehrt kannst du das Tempo auf dem Rückweg erhöhen, wenn du das Triebmmittel in Laufrichtung des Hundes hinter den Startpunkt schmeißt, wenn sich der Hund auf dem Rückweg befindet. Wenn du allgemein das Tempo erhöhen möchtest, machst du das im Wechsel. Mal auf dem Hinweg und mal auf dem Rückweg.

Vorsicht

Wenn du bei Hunden, die weder auf Leckerchen noch auf Spielzeug stehen, auf die Idee kommst eine Hürde in den Laufweg des Hundes zu stellen um ihm Spaß zu verschaffen und das Tempo zu erhöhen, könnte das im Hinblick auf Klasse 3 fatal sein, denn dort stehen links und rechts vom Laufweg Hürden und über eine der Hürde darf der Hund erst auf dem Rückweg springen.

Schritt 4: In Hinblick auf Klasse 3 Ablenkung einbauen

Wenn der Hund den Pylon sicher schnell und im optimalen Fall auch eng umrundet, kannst du schon ein paar Dinge einbauen, die dir später beim Training für Klasse 3 helfen.

  • Lege bspw. in die Nähe des Laufweges des Hundes Apportel und Spielzeug aus oder auch Futterschüsseln, wenn dein Hund auf Spielzeug nicht so steht. Achte dabei darauf, dass der Hund den Pylon trotz der Ablenkung schnell und auf geradem Weg umrundet. Bitte notfalls ein paar Helfer zu verhindern, dass der Hund sich bei der Ablenkung bedient.
Schritt 4: Platziere Spielzeug, Apportel oder Leckerchen in der Nähe des Laufweges des Hundes

Als Ablenkung kannst du Spielzeug, Futterschüssen oder Apportel in der Nähe des Laufweges platzieren.

  • Stelle rechts oder links (später auch auf beiden Seiten) vom Laufweg eine Hürde hin und achte darauf, dass der Hund dennoch den Pylon korrekt umrundet.
  • Stoppe den Hund nach dem Umrunden des Pylons (nicht regelmäßig aber ab und an) und schicke Ihn dann noch mal um den Pylon oder rufe ihn erneut zu dir. Wie du das Stoppen übst, findest du im Beitrag zur Beschreibung der Übung „Abrufen mit Steh“ beschrieben.
Schritt 4: Stoppe den Hund ab und an nach dem Umrunden

Versuche den Hund unmittelbar nach Umrundung des Pylons zu stoppen (rote Linie) oder ins Platz oder Sitz zu bringen. Aus der Position heraus kannst du ihn auch noch mal um den Pylon schicken.

  • Positioniere 2 Hürden rechts und links vom Laufweg, schicke den Hund um den Pylon und stoppe ihn unmittelbar nach dem Umrunden, schicke den Hund dann über eine Hürde deiner Wahl.

Hinweis

Die Varianten mit den Hürden, solltest du natürlich nur dann machen, wenn der Ausbildungsstand deines Hundes das erlaubt. Er muss ein Kommando für den Sprung bspw. „Hopp“ beherrschen und natürlich auch die verwenden Hürden kennen.

Schicken in die Box- Problem: Der Hund läuft nicht weit genug in die Box und steht nach der Kehrtwende auf oder zu knapp am Boxband

Ein sehr häufiger Fehler beim Schicken in die Box ist, dass der Hund am Ende auf dem vorderen Boxband liegt und damit keine Punkte mehr für die Übung bekommt. Da hilft es dann auch nicht, dass er schnell und geradlinig in die Box gelaufen ist und sehr schön mitgearbeitet hat. Pfote über dem Boxband sind 0 Punkte.

Ursache dafür ist in aller Regel falsches Training, das gerade bei hochmotivierten Hunden schnell zu diesem unangenehmen Effekt führt.

Ursache 1: zu langweiliger, voraussehbarer Übungsaufbau

Wenn du deinem Hund die Box mit Target beigebracht hast, hast du sicher das Target immer in die Boxmitte gelegt. Das ist auch nicht falsch. Nur, wenn der Hund einmal gelernt hat, zur Boxmitte zu laufen, dann weiß er natürlich auch, bin ich am Target und das liegt ja kurz hinter dem vorderen Boxband, dann kommt das Kommando. Was für ein Kommando ist erst mal egal, denn ob du den Hund nun stehen lässt oder gleich ins Platz rufst, der Hund rechnet mit dem Kommando und hat damit die Möglichkeit, exakt am Target oder in der Boxmitte, wenn dein Kommando kommt, zu wenden. Abhängig davon, wie groß und wie schnell der Hund ist, ist er mit dem nächsten Sprung nach der Wendung schon am Boxband. Du hast dann kaum die Chance ihn rechtzeitig zu stoppen.Verstärkt wird das Problem noch, wenn du einen Hund hast, der auf der Hinterhand wendet und dein Timing beim Kommando das nicht berücksichtigt. Das solltest du auf jeden Fall mal beobachten, wie dein Hund aus vollem Tempo wendet. Bleiben die Hinterläufe fix am Boden und dreht er sich um die Hinterläufe oder bleibt er vorne stehen und dreht die Hinterhand um die Vorderhand? Denn, wie der Hund normalerweise die Wendungen ausführt ist auch wichtig für dein Timing beim Stoppen.

Tipp:

Wendet dein Hund auf der Vorderhand, ist es eigentlich optimal, wenn du ihn stoppst, sobald sich seine Vorderbeine kurz hinter dem vorderen Boxband befinden. Wendet dein Hund aber auf der Hinterhand, solltest du ihn stoppen, wenn er sich im hinteren Drittel der Box befindet.

Nun aber zurück zum Problem. Das Problem bei diesem Übungsaufbau ist, dass der Hund weiß was kommt. Er weiß, dass er in der Boxmitte am Target gestoppt wird und er rechnet damit. Er hat also nicht gelernt, wie es die Prüfungsordnugn also vorsieht, solange geradeaus zu laufen, bis er gestoppt wird.

Verstärkt wird das Problem bei vielen Hunden noch, wenn du längere Zeit ohne Target trainierst, weil der Hund die Box ja „eigentlich kann“. Denn, wenn der Hund kurz vor der Box schon erkennt, da liegt gar kein Target, fehlt ihm dann oftmals die Motivation, weit genug durch zu laufen.

Ursache 2: falsche Bestätigung

Eine zweite mögliche Ursache, die oftmals auch gemeinsam mit der ersten Ursache verantwortlich ist, ist eine falsche Bestätigung. Der Hund ist bestrebt nach dem Laufen in die Box möglichst schnell wieder bei dir zu sein, weil bei dir die Bestätigung kommt, entweder Leckerchen oder Spielzeug, das du ihm gibst oder vielleicht sogar nach hinten schmeißt. Der Hund hat also gelernt, er muss zwar die Boxmitte erreichen, denn da ist das Target oder dann erfolgt der Click oder eine verbale Bestätigung, aber die Bestätigung selbst, die gibt es nur bei dir, also ist es aus seiner Sicht sinnvoll, sich möglichst wenig von dir zu entfernen und den Abstand zu dir möglichst gering zu halten.

Möglichkeiten zur Fehlerbehebung

Egal, welche der beiden Ursachen, auf deinen Hund zutreffen, (außer du hast nur ein schlechtes Timing), hilft folgende Lösung immer. Bei dem einen Hund dauert es etwas länger, bei dem anderen geht es schneller, aber es funktioniert.

Du musst auf jeden Fall, wieder mit Target trainieren, auch wenn du das zuletzt weggelassen hast. Und zwar ganz konsequent. Das Target muss immer da sein, aber es muss nicht immer in der Box liegen. Ganz im Gegenteil. Zunächst legst du das Target in etwa in die Mitte, wo der Hund es gewohnt ist und verschiebst es dann immer weiter nach Hinten, bis es auf dem hinteren Boxband liegt. Dann kannst du auch wieder ein paar Mal das Target weiter nach vorn legen. Wichtig ist, dein Hund soll lernen, solange zu laufen, bis er das Target findet, also auch über die Boxmitte hinauszulaufen. Du kannst das Target auch ruhig mal hinter die Box legen. Wichtig ist dann aber, darauf zu achten, dass der Hund die Box durchquert und nicht etwa außen um die Box herum zum Target läuft. Im Endeffekt variierst du also die Lage des Targets und dieses sollte sich immer im hinteren Drittel der Box oder sogar auf dem hinteren Boxband befinden. Der Hund lernt dadurch, dass er solange gerade aus läuft, bis er das Target findet. Klappt das, darfst du ihn auch wieder vor erreichen des Targets stoppen oder das Target ab und an weglassen. Spätestens dann, solltest du auch deine Bestätigung variieren, damit dein Hund sich nicht zu dir orientiert.

  • Das erreichst du, indem du deine Belohnungen variierst. Das heißt, statt dem Hund immer die Belohnung zu geben, wenn er bei dir ist, bringst du viel mehr Abwechslung rein.
  • einmal wirfst du das Spielzeug oder den Futterbeutel über den Hund hinter die Box, damit er nach hinten aus der Box rauslaufen muss.
  • ein anderes Mal stoppst du ihn und wirfst ihm das Spielzeug zu, wenn er in der Box steht, noch vor dem „Platz“.
  • dann schmeißt du das Spielzeug über den Hund rüber, wenn er noch in die Box rennt und stoppst ihn gar nicht.
  • wieder ein anderes Mal  bringst du ihn in der Box ins Platz und gehst zu ihm, um ihm sein Spielzeug oder Leckerchen zu geben.

Wenn dein Hund entsprechenden Gehorsam hat, kannst du auch ein Spielzeug hinter die Box legen. Wenn der Hund dann korrekt ind er Box steht oder liegst, kannst du ihn mal zu seinem Spielzeug schicken und ein anderes Mals zu dir rufen oder ihm ein zweites Spielzeug zuwerfen. Wichtig ist, dass der Hund nicht weiß, was kommt in der Box und wohin muss ich dann laufen, damit er die Richtung nicht schon beim Stoppen vorwegnehmen kann.

Achte auf dein Timing

Wenn du das Target weiter nach hinten positionierst, solltest du wie oben schon geschrieben mal beobachten, wie dein Hund beim Stoppen wendet, damit du den richtigen Zeitpunkt für dein „Stopp“-Kommando findest. Gerade bei Hunden, die sehr schnell sind und dabei noch sehr lange Sprünge machen, ist das besonders wichtig, denn wenn dein Kommando zu spät kommt, sind sie hinten aus der Box raus, oder nach der Wende schon wieder über dem vorderen Boxband. Und wenn dein Hund auf der Vorderhand wendet, darfst du das Target nicht ganz so weit nach hinten in die Box legen.

Nachtrag

Wenn du das Target auf oder sehr nach an das Boxband legst, kann das sein, dass der Hund auf Dauer die Position in der Box mit dem Boxband verknüpft. Das ist aber auch von Hund zu Hund verschieden. Du solltest in diesem Fall versuchen, die Position des Targets häufig zu varrieren  und häufiger wieder weiter vom Boxband entfern zu legen.

Zudem ist es wichtig, dass du bei einem Hund der die Box prinzipiell verstanden hatte, zwischendrin auch ab und an das Target weglässt um zu prüfen, ob er sich dann auch vor dem Target stoppen lässt oder dann anfängt mit nach dem Target zu suchen.

Schicken in die Box – Problem: Der Hund läuft zielstrebig neben die Box

Manchmal fragt man sich, warum ein Hund, von dem man bisher dachte, dass er die Box verstanden hat, auf einmal nicht mehr in die Box laufen will. Er macht Tempo, läuft die Box auch zielstrebig an, bleibt dann aber unmittelbar vor der Box stehen oder neben der Box und das egal aus welchem Abstand zur Box man den Hund schickt.

Man könnte jetzt natürlich sagen, ok, offenbar hat der Hund die Box doch nicht verstanden, aber ist das wirklich in jedem Fall so? Als Hundeführer sieht man das meist nicht wirklich, weil man sich viel zu wenig auf den Hund konzentriert, sondern mit der Übung und sich selbst beschäftigt ist, auch wenn die Ursache für außenstehende Beobachter oft ganz einfach zu erkennen ist.

Anlässlich unserer anstehenden Obedience-Prüfung waren  zahleiche Starter mit ihren Hunden bei uns üben. Bei einigen kam mir dann exakt zu diesem Problem ein „Geistesblitz“. Es handelt sich um ganz klares Meideverhalten.

Hinweis

Ob das so auf jeden Hund zutrifft, der dieses Verhalten zeigt, ist natürlich zu bezweifeln, aber ich schätze, die Zahl der Hunde, bei denen das Problem recht plötzlich auftritt, obwohl sie vorher die Box anscheinend verstanden hatten, und bei denen es sich tatsächlich um Meideverhalten handelt, dürfte bei ca. 50% liegen. Es ist also sicherlich etwas, das man in seine Überlegungen mit einbeziehen sollte.

Warum Meideverhalten?

Beobachtet hatte ich Folgendes. Ein Hundeführer mit einem zwar sehr temperamentvollen Hund, der aber scheinbar auch sehr sensibel war, schickt seinen Hund in die Box. Der Hund gibt Gas und bleibt vor dem Boxband stehen. OK, dachte ich, der kennt das weiße Boxband nicht und ist etwas irritiert. Der Hundeführer sagt nicht viel dazu, ruft seinen Hund sehr freundlich aber bestimmt zurück und schickt ihn erneut.

Der Hund gibt wieder Gas und kurz vor der Box läuft er einen Bogen nach rechts und stellt sich perfekt parall an das Boxband, nur eben auf die falsche Seite, außerhalb der Box.

Der Hundeführer ruft den Hund wieder freundlich zurück und schickt ihn erneut. Diesmal, läuft der Hund zur linken Seite der Box und bleibt wieder neben dem Boxband außerhalb der Box stehen. Nun reagiert der Hundeführer etwas angesäuert und ruft ihn nicht mehr freundlich zurück. Seine Stimme lässt seine Verärgerung deutlich erkennen.

Er schickt den Hund nun erneut in die Box. Der gibt wieder Gas und läuft in die Box und bleibt dort stehen. Der Hundeführer, der nur 15m entfernt steht, „brüllt“ nun so laut „Platz“, als wenn der Hund taub ist. Der schmeißt sich auch richtig hin, scheint sich aber nicht wirklich wohl zu fühlen. Ich weiß nun natürlich nicht, ob das „Platz“ auch so laut kommt, wenn der Hund die Box beim ersten Anlauf macht, aber an diesem Punkt kam mir der Gedanke, wenn ich Hund wäre, würde ich vermeiden, in die Box zu laufen, wenn ich dann zum „Dank“ angebrüllt werde.

Kurz darauf versuchte sich eine Hundeführerin aus unserem Verein an der Box, deren Hündin merkwürdigerweise immer kurz vor der Prüfung ein ähnliches Verhalten zeigt. Auch sie hat mehrere Versuche gebraucht und der Hund lief zielstrebig hin, blieb aber immer außerhalb der Box von sich aus stehen, obwohl sie sonst nicht selbständig in der Box stoppt.

Als Außenstehende konnte ich aber am Ausdruck, an der Körperhaltung und der Mimik der Hunde ablesen, das sie die Box schon in der Grundstellung erkannt hatten und kein Problem hatten, die zu finden. Beiden war ebenso anzusehen, dass sie sich sehr unwohl bei dem Platzkommando fühlten. Und als ich später noch mal drüber nachgedacht hatte, kam mir der folgende Gedanke.

Der Hund hat also zunächst mal gelernt, zur Box laufen macht Spaß, denn beide Hunde hatten ja richtig Tempo. Bei der Hündin aus unserem Verein weiß ich, dass der immer das Spielzeug geschmiessen wurde, wenn sie in der Box war. Wie der andere Hund trainiert wurde, weiß ich nicht. Und dann kommt das Problem. Es geht auf die Prüfung  zu, man versucht nun, den Hund auch in der Box ins Platz zu bekommen. Entweder mag der Hund die Platzposition nicht so oder der Hundeführer unterschätzt die Lautstärke seiner Stimme oder überschätzt die Entfernung zum Hund. Auf jeden Fall kann der Hund nur folgendes gelernt haben.

  1. Wenn ich in die Box laufe, werde ich angebrüllt
  2. Wenn ich neben die Box laufe kriege ich einen neuen Versuch und kann ja noch ein paar mal über den Platz pesen und angebrüllt werde ich auch nicht.

Handelt es sich um einen Hund der gerne rennt, für den ist natürlich jeder neue Versuch noch mal Spaß und Bestätigung für sein Fehlverhalten. Gleichzeitig hat ein solcher Hund vermutlich schon im Vorfeld gelernt, mache ich die Übung super gut, dann darf ich sie nur einmal machen. …

Warum sollte also ein Hund, der das gelernt hat, noch in die Box laufen?

Hinweis

Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass man eine gute Übung nicht wiederholen soll, weil sie nur schlechter werden kann. Natürlich ist da etwas Wahres dran, aber du solltest überlegen, ob für deinen Hund die Übung machen zu dürfen nicht eine Belohnung ist und die Übung nicht mehr machen zu dürfen, eine Strafe. Das hängt natürlich sehr vom Temperament und den Vorlieben des Hundes ab.

Stellt sich natürlich nur die Frage, warum manche Hunde dieses Verhalten nur kurz vor Prüfungen zeigen. Dafür kann es ganz viele Gründe geben. Die zwei wahrscheinlichsten:

  1. Du bist  nervös und gibst das „Platz“-Kommando in einem Ton, der für den Hund dann viel mehr Streß bedeutet also sonst.
  2. Der Hund musste vorher so gut wie nie „Platz“ in der Box machen. Kurz vor der Prüfung übst du das aber häufiger und das bedeutet, die Erwartungshaltung deines Hundes ist ganz anders. Vorher hat er erwartet, wenn ich in der Box bin kommt mein Spielzeug. Je häufiger das „Platz“ geübt wird, desto eher verknüpft der Hund dann, wenn ich in der Box bin, muss ich „Platz“ machen oder noch schlimmer, wenn ich in der Box bin, werde ich angebrüllt.

Problemlösungsvorschläge

Wenn du dir relativ sicher bist, dass es sich bei deinem Hund um Meideverhalten handelt, solltest du zunächst überlegen, was der Hund so negativ in der Box empfindet.

Wenn ihm das „Platz“ ansich unangenehm ist, merkst du das daran, dass der Hund auch in anderen Situationen nur ungern „Platz“ macht.  Folge eines zögernden „Platz“ ist in der Regel, das die Hundeführer lautere Kommandos geben, was die „unangenehme“ Situation noch verstärken kann.

Ob es an der „Lautstärke“ bzw. dem Tonfall deines Kommandos liegt kannst du am besten testen, indem Du auf gleiche Entfernung wie du vor der Box stehst, deinen Hund sitzen oder stehen lässt und dann in verschiedenen Tonlagen und Lautstärken das „Platz“-Kommando gibst. Beobachte deinen Hund, Körperhaltung, Ohren, Rutenhaltung und natürlich die Geschwindigkeit, in der er das „Platz“ einnimmt.

Tipp

Hilfreich ist, du lässt das mal auf Video aufnehmen, am besten schräg von der Seite des Hundes dann kannst du später in aller Ruhe das Ergebnis auswerten und die Rutenhaltung lässt sich von der Seite besser beurteilen als von vorne.

Wenn du eine Tonlage findest, bei der er Hund nicht die Rute einkneift oder die Ohren zurücklegt, solltest du zukünftig versuchen, dein „Platz“ in dieser Tonlage und Laustärke zu geben. Parallel dazu kannst du aber natürlich auch versuchen, dem Hund beizubringen, dass die „Platz“-Position ganz toll ist. Dann musst du viel leiser „Platz“ sagen, denn der Hund wird sich dann mit Freude zügig hinlegen.

Dem Hund „Spaß“ am Platz beibringen

Wenn es am „Platz“ ansich liegt, weil der Hund sich nicht gerne hinlegt, solltest du versuchen ihm „Spaß“ am Platz beizubringen. Läuft er freudig in die Box, musst du ihm ja auch das schmackhaft gemacht haben. Es sollte dann also nicht schwierig sein, ihm auch ein freudiges „Platz“ beizubringen. Versuch einfach mal folgendes:

Was du dazu brauchst …

Die brauchst ein „Lieblingspielzeug“ oder ein Futterdummy das sich gut werfen lässt, also schon ein bisschen Gewicht hat. Du kannst bei einem Futterbeutel ruhig eine Beißwurst oder ein anderes Spielzeug rein legen, damit er etwas mehr wiegt. Den Futterdummy sollte dein Hund schon kennen und Spaß daran haben ihn zurückzubringen. Wie du ihm das beibringst, liest du hier.

Und so beginnst du dann.

  • Setze oder oder stelle ihn (auch ruhig im Wechsel, macht die Sache weniger langweilig) auf 10-15m Entfernung vor dir hin.  Gib in einem ruhigen freundlichen Ton das „Platz“-Kommando. Lass dem Hund ruhig Zeit zu reagieren, er muss es (noch) nicht sonderlich zügig machen. Viel wichtiger ist, der Hund legt sich auf das erste Kommando. (Falls er das nicht tut,  siehe unten …)
  • Legt der Hund sich nach dem ersten Kommando hin, bestätigst du ihn bspw. mit einem positiven Abbruchsignal und erlaubst ihm damit aufzustehen. Gleichzeitig schmeißt du ihm das Spielzeug oder den Futterdummy zu.
  • Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wirst du sehen, dass dein Hund sich in freudiger Erwartung immer schneller hinlegt. Du braucchst dann gar nicht mehr brüllen :-)
  • Und wenn er das außerhalb de Box aus dem Sitz und dem Steh, freudig und zügig machst, stellst du ihn zunächst in die Box. Gibt ihm gar nicht erst die Gelegenheit NICHT in die Box zu laufen. Sondern stell ihn dort rein, entferne dich auf die 10 bis 15 oder 20m-Distanz und gibt das „Platz“-Kommando.  Bestätige ihn wieder mit einem positiven Abbruchsignal und dem Spielzeug oder Futterdummy.
  • Erst wenn er das auch in der Box macht und zwar freudig und zügig auf das erste Kommando, kombinierst du dies wieder mit dem Reinschicken.

Dein Hund muss lernen, „Platz“ macht Spaß, denn je schneller ich das mache, desto schneller kommt meine Belohnung.

Worauf du unbedingt achten solltest

Es ist dabei aber ganz wichtig, dass du auf Folgendes achtest, damit du dabei nicht Probleme mit anderen Übungen, wie bspw. der Distanzkontrolle produzierst.

  • Wenn dein Hund erst einmal zügig „Platz“ macht, ohne dass du brüllen musst, bestätige ihn nur dann, wenn er aus dem Steh (oder Sitz) das Platz macht, ohne seine Position zu verändern, sonst hast du nachher einen  Hund, der bei der Distanzkontrolle nach vorne kommt.Und auch bei der Box ist es natürlich blöd, wenn der Hund kurz hinter dem Boxband steht und durch das Vorkommen beim Platz dann über dem Band liegt.
  • Schmeiße das Spielzeug immer über den Hund nach hinten, damit er gar nicht erst einen Drang zu dir entwickelt, denn das verhindert, dass der Hund das Platz ohne Vorwärtsbewegung macht.
  • Überlege genau, wie oft du die Übung nacheinander machst, denn wenn der Hund eigentlich keinen Bock mehr auf das Spielzeug hat, weil du zu viele Wiederholungen gemacht hast, wird er natürlich das „Platz“ auch nicht mehr zügig machen. Brich lieber vorher ab.
  • Achte darauf, dass dein Hund das „Platz“ wirklich nach dem ersten Kommando macht. Wenn er das nicht tut, gehe zu ihm, nimm ihn ein paar Schritte mit, natürlich schön „Bei-Fuß“-laufend, du willst ihn ja nicht dafür belohnen. Stelle/setze ihn dann an einer neue Stelle ab und beginne von vorn. Unterstützen kannst du das noch, indem du den fehlerhaften Versuch mit einem negativen Abbruchkommando beendest, bevor du zum Hund zurück gehst.

Du wirst sehen, so kriegst du den Hund schnell dazu, ein freudiges und schnelles Platz zumachen und das hilft nicht nur bei der Box, sondern auch bei der Distanzkontrolle und vielen anderen Übungen.

Apportieren: Problem 1 – Der Totalverweigerer

Leider gibt es eine große Zahl Hunde, die mit Apportieren nicht viel am Hut haben und die so überhaupt nicht zu motivieren scheinen, etwas aufzuheben und zu bringen. Da „Apportieren“ aber wie die Box eine wesentliche Übung ist allen Obedience-Klassen ist, ist das natürlich ein großes Problem. Es gibt da aber verschiedene Ansätze das zu beheben:

  • Zwangsapport: Leider immer noch bei vielen VPG-Sportlern das Mittel der Wahl. Scheidet aber für einen Obedience-Hund nicht nur aus moralischen Gründen aus, sondern auch, weil man damit einen Hund bekommen, der spätestens am Richtungsapport in Klasse 2 scheitert. Denn ein Hund der Apportieren mit Zwang gelernt hat, wird vor lauter Panik immer das erstbeste Apportel bringen, was er sieht. Darüber hinaus fehlt bei den meisten Hunden, die auf diese Weise ausgebildet wurden, die Arbeitsfreude.
  • Apportieren über Spiel- oder Beutetrieb: In der Regel funktioniert das nur bei Hunden, die ansich Spaß am Spielen haben und das können ja im wesentlichen nur Zerrspiele oder Apportierspiele sein und dann sollte der Hund eigentlich gar kein Totalverweigerer bzgl. Apportieren sein, denn über den Beutetrieb lässt sich in der Regel das Apportieren recht schnell aufbauen. Allerdings hat das oftmals zu Folge, dass der Hund knautscht, das heißt auf dem Apportel herumbeißt und es im Fang dreht. Das dann wieder abzubauen ist oftmals schwierig. Einige Hunde machen dann auch Probleme beim Abgeben des Apportels und geben es nicht ab oder machen sich damit aus dem Staub.

Hinweis

Sollte ein Hund mit Spiel- oder Beutetrieb dennoch das Apportieren gänzlich verweigern, ist meiner Meinung nach im Welpenalter schon etwas falsch gelaufen. Vermutlich, wurde dem Welpen allzu häufig verboten, Dinge aufzuheben und zu tragen, bspw. weil es aus deiner Sicht das Falsche war, wie deine guten Schuhe oder andere Dinge im Haushalt, die in der Regel in Reichweite des Welpen sind. Eigentlich solltest du dich freuen, wenn der Welpe Dinge aufhebt und trägt und ihn dafür belohnen. Im optimalen Fall, wenn du ihn dabei beobachtet solltest du in dem Moment, wo er es aufhebt, gleich ein „Bring“-Kommando geben, dass du dann später auch beim Obedience nutzen kannst oder nur noch durch das später entgültige Kommando ersetzen musst. Ich gestehe, auch ich, habe das nicht immer beherzigt, hatte aber bei meiner Hündin diesbezüglich keine Probleme, weil die dermassen apportiergeil ist, dass dies das kleinere Problem war.
Und wenn du deinen Hund für das Aufnehmen von Sachen lobst, statt ihm hinterherzujagen um ihm die Dinge wieder abzunehmen, wird er auch gleich lernen, wie toll apportieren ist und dass es sich lohnt damit zu dir zu kommen. Wichtig ist natürlich, dass du dann du immer etwas parat hast, das deinem Welpen wichtiger ist als das, was er aktuell hat, damit sich das „Abgeben“ aus seiner Sicht auch lohnt.

  • Apportieren über Futterbestätigung, funktioniert bei fast allen Hunden, denen Fressen wichtiger als Spielzeug ist und damit in der Regel auch bei den Totalverweigerern. Wichtig ist dabei nur, dass du etwas Geduld aufbringen musst und frühzeitig, möglichst schon im Welpenalter beginnen solltest.

Apportieren über Futterbestätigung, was du dazu brauchst

Wichtig ist, dass du die richtigen Utensilien hast, wenn du möglichst schnell zum Erfolg kommen möchtest und das sind:

  • einen Futter-Dummy, möglichst mit Handschlaufe
  • eine optisch und von Material und Gewicht sehr ähnliche Beißwurst, ebenfalls mit Handschlaufe
  • Futter
  • und einen möglichst hungrigen Hund.

Warum es wichtig ist, das sich Futter-Dummy und Beißwurst ähnlich sind

Im Verlauf des Trainings soll dein Hund lernen, dass es sich rentiert, auch etwas zu holen, wo kein Futter drin ist. Damit er ein paar Mal Erfolg hat und du ihn dafür bestätigen kannst, ist es wichtig, dass er nicht auf den ersten Blick erkennt, dass du nicht den Futter-Dummy, sondern stattdessen die Beißwurst geworfen hast.Darum sollten sich Futter-Dummy und Beißwurst möglichst ähnlich sehen und zwar nicht nur optisch, sondern auch vom Gewicht. Denn sonst würde dein Hund spätestens beim Aufheben merken, das etwas nicht stimmt.

Die groben Schritte

Die Vorbereitung zum eigentlichen Training sieht so aus, dass du deinen Hund aus dem Futterbeutel bzw. Futter-Dummy fressen lässt, um ihn für andere Übungen zu belohnen. Das kannst du schon ganz früh mit 8 Wochen machen.

Wenn der Hund den Futter-Dummy als sehr positiv verknüpft hat, bringst du ihm bei, den Futter-Dummy zu bringen, damit er anschließend daraus fressen darf. Macht er das sicher, führst du für das Aufheben ein Kommando ein.

Im nächsten Schritt bringst du deinem Hund bei, den Futter-Dummy auch ohne Futter zu bringen und später statt des Futter-Dummys die Beißwurst und am Ende statt der Beißwurst das Apportel.

Tipp

Die gleiche Methode funktioniert auch für den Metall-Apport. Es gibt Metall-Apportel, die sich befüllen lassen. Eigentlich mit Sand oder Blei, um das Gewicht zu erhöhen. Aber du kannst natürlich auch Leckerchen reinfüllen und den Hund dann aus dem Metallapportel füttern.

Schritt 1: Vorbereitung

Als erstes muss dein Hund den Futter-Dummy als toll und sehr positiv kennen lernen. Fülle ihn dazu mit Futter oder Leckerlies, die du immer zum Üben verwendest. Immer wenn der Hund nun etwas richtig machst und du ihn mit Futter bestätigst, holst du nun den Futter-Dummy raus, öffnest ihn und lässt deinen Hund aus dem Futter-Dummy fressen.

Tipp

Das kannst du auch später, zwischendurch immer wieder machen, auch dann, wenn du schon bei Schritt 2 oder weiter bist.

Wenn du merkst, dein Hund kann es gar nicht erwarten, dass du den Futter-Dummy öffnest und er sich auf den Inhalt stürzen darf, hat er verstanden, dass das Futter-Dummy toll und voller Futter ist. Jetzt kannst du Schritt 2 starten.

Schritt 2: Bringen des Futter-Dummys

Schritt 2 soll deinen Hund dazu bringen, zunächst den Futter-Dummy zu bringen. Du stellst dazu wieder sicher, dass der Futter-Dummy mit Futter gefüllt ist. Wenn dein Hund jetzt etwas richtig gemacht hat zeigst du ihm den vollen Futter-Dummy, machst ihn auf, zeigst ihm den Inhalt lässt ihn aber nicht fressen, sondern verschließt ihn wieder und schmeißt ihn weg.  Läuft dein Hund hin, animieren ihn mit Gesten und aufmunternden Worten, ihn mitzubringen. Sollte er ihn auch nur einen kleinen Moment hochheben, lobe ihn überschwenglich, gehe zu ihm hin, öffne den Futter-Dummy und lass ihn fressen.

Wiederhole das ein paar Mal. Du wirst sehen, dein Hund wird den Futter-Dummy immer länger festhalten. Versuche die Zeit zu nutzen und den Hund zu animieren mit dem Futter-Dummy zu dir zu kommen. Immer wenn du, der Hund und der Futter-Dummy an einem Platz seid, egal ob du dem Hund zunächst noch entgegen gehst, oder der Hund zu dir kommt, darf er aus dem Futter-Dummy fressen.

Achtung

Es ist dabei ganz wichtig, dass der Futter-Dummy so gestaltet ist, dass der Hund sich nicht selbst daraus bedienen kann. Daher ist ein fester Klettverschluss besser als ein Reißverschluss. Letztere sind oft zu leichtgängig und die Hunde haben schnell raus, wie sich ein Reißverschluss öffnen lässt und machen sich dann über den Inhalt her, ohne den Futter-Dummy zu bringen.

Du kannst Schritt 2 als abgeschlossen betrachten, wenn du auf der Stelle stehen bleiben kannst  und dein Hund zum Futter-Dummy läuft,  ihn aufnimmt und zu dir bringt. Er muss ihn aber noch nicht festhalten und vorsitzen oder in die Grundstellung kommen. Das kommt später. Wichtig ist nur, dass dies zuverlässig und regelmäßig funktioniert.

Tipp

Natürlich kannst du das Bringen des Futter-Dummys auch als separate Übung üben. Du musst dich also nicht darauf beschränken den Futter-Dummy nur als Belohnung für eine andere Übung zu schmeißen.  Das solltest du nur am Anfang tun, damit der Hund eine entsprechende Erwartungshaltung hat, die du ausnutzen kannst.

Schritt 3: Einführen eines „Bring“-Kommandos

Funktioniert das Bringen zuverlässig, führst du das Kommando ein, das du zum Apportieren nutzen willst. Das sagst du zunächst in dem Moment, wo der Hund den Futter-Dummy hochhebt. Das solltest du ruhig 50 Mal oder häufiger wiederholen.

Tipp

Du kannst diesen Schritt auch sehr gut dazu nutzen, um dem Hund Tempo und Spaß am Apportieren beizubringen. Hat er das Futter-Dummy aufgenommen, renne ab und an mal weg und animiere ihn, hinter dir her zu rennen und Tempo zu machen. Dann verknüpft dein Hund direkt Spaß und Tempo mit dem „Bring“-Kommando.

Später gehst du dazu über das „Bring“-Kommando schon zu sagen, wenn dein Hund sich von dir entfernt, um zum Futter-Dummy zu laufen. Dann kannst du bspw. wenn du den Clicker nutzt, klicken, sobald er den Futter-Dummy aufnimmt.

Du kannst zum nächsten Schritt übergehen, wenn dein Hund verstanden hat, dass er nicht nur intuitiv dem Flug des Futter-Dummys folgen soll, sondern ganz gezielt mit dem „Bring“-Kommando den Futter-Dummy aufhebt. Das kannst du wie folgt testen:

  1. Sorge dafür, dass dein Hund sitzt oder liegt und an seinem Platz bleibt. Fehlt ihm noch der nötige Gehorsam sollte eine Hilfsperson ihn an der Leine festhalten.
  2. Zeige ihm den Futter-Dummy und lege ihn ein bis zwei Meter vom Hund weg, auf den Boden.
  3. Falls eine Hilfsperson den Hund an der Leine hält, warte nun ab, bis dein Hund sich so weit beruhigt und entpannst hat, dass er an lockerer Leine sitzt oder liegt.
  4. Gibt ihm nun das „Bring“-Kommando.

Wenn er auf das Kommando reagiert, aufsteht und den Futter-Dummy bringt, hat er das Kommando verstanden. Ansonsten musst du Schritt 3 weiter trainieren.

Tipp

Es ist ganz wichtig, dass du den Futter-Dummy zum Testen auslegst und nicht wirfst, sonst kann du nicht feststellen, ob deinen Hund dein Kommando oder die bewegte Beute veranlasst hinzulaufen.

Schritt 4: Bringen des Futter-Dummys ohne Futter-Inhalt

Nach und nach solltest du das Futter im Futter-Dummy durch anderen Inhalt ersetzen. Du könntest natürlich das Futter einfach reduzieren. Dann wird der Futter-Dummy aber zu leicht und du kannst ihn nicht mehr gut werfen. Besser ist es, du füllst den Dummy nun mit einer Beißwurst aus gleichem Material und reduzierst dann dann das zusätzlich eingefüllte Futter, bis irgendwann kein Futter mehr vorhanden ist.

Dann musst du natürlich den Hund mit Futter bestätigen, dass du in der Tasche hast, wenn er den Futter-Dummy bringt. Denn das soll ja auf jeden Fall für den Hund positiv sein.

Tipp

Ganz wichtig ist dabei, dass der „Ersatzinhalt“ des Futter-Dummys keinen anderen Geruch hat als der Futter-Dummy. Sonst würde der Hund schnell erkennen, ob es sich „lohnt“ ihn zu bringen oder nicht. Daher solltest du den Inhalt aus dem gleichen Material wählen wie den Futter-Dummy, also bspw eine Leder-Beißwurst, wenn der Futter-Dummy aus Leder ist.

Schritt 5: Apportieren der Beißwurst

Bringt der Hund den Futter-Dummy zuverlässig auch, wenn kein Futter drin ist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen. Du wirfst abwechseln den Futter-Dummy mit Futter und und bspw. eine Beißwurst, die farblich und vom Material ähnlich dem Futter-Dummy ist. Beides sollte so ähnlich sein, dass der  Hund nicht auf den ersten Blick oder schon vor erreichen des Apportels erkennen kann, ob es der Futterbeutel oder die Beißwurst ist.

Immer wenn der Hund mit dem zu bringenden Gegenstand bei dir ist, bekommt er Leckerchen. Mal aus dem Futterbeutel, mal aus Deiner Hand, immer im Wechsel. Wichtig ist aber, er bekommt immer was!

Klappt auch das zuverlässig, apportiert er die Beißwurst genauso wie den Futterbeutel, kannst du zu Schritt 6 übergehen.

Schritt 6: Umsteigen auf Apportel

Nun wirfst du im Wechsel, den Futter-Dummy, die Beißwurst und das Apportel. Auch hier gilt, immer wenn der Hund es aufnimmt bestätige ihn, bspw. mit einem Click  und immer wenn er damit zu dir kommt, gibt es ein Leckerchen.  Du wirst sehen, der Hund  verinnerlicht in kürzester Zeit, „wenn ich auf ‚Brings‘ etwas zu meinem Hundeführer bringe, kriege ich ein Leckerchen“.

Nun musst du dem Hund nur noch beibringen, den apportierten Gegenstand festzuhalten und vorzusitzen oder damit in die Grundstellung zu kommen. Das ist aber wieder ein anderes Problem und wird demnächst in einem gesonderten Beitrag behandelt.

 

Schicken in die Box – Teil 3: Platz in der Box

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Wenn du deinen Hund in der Box gestoppt hast, musst du ihn jetzt ins Platz bringen. Wenn dein  Hund das „Platz“-Kommando beherrscht, sollte das kein Problem sein. Im Ideal-Fall sagst du einfach nur noch Platz und dein Hund legt sich auf der Stelle innerhalb der Box ab, an der Stelle wo er vorher stand. Leider trifft der Idealfall in der Praxis häufig nicht zu.

Trainingsziele

Ziel sollte es sein, unabhängig davon, ob der Hund der Box steht, oder woanders, dass sich der stehende Hunde trotz deiner Entfernung zu um, auf der Stelle auf der er steht, ablegt.

Tipp

Auch im Hinblick auf die Distanzkontrolle (ab Klasse 2) ist das eine gute Übung, denn dort muss der Hund genau das gleiche tun. Daher tust du gut daran, jetzt keine Fehler einzubauen, die dir dann auch in der Distanzkontrolle das Leben schwer machen.

Trainingsideen

Wenn dein Hund da „Platz“-Kommando eigentlich kann, gibt es in der Regel folgende  Probleme, die auftreten können, wenn du deinen Hund in die „Platz“-Position bringen willst.

  • Der Hund kommt dir entgegen und legt sich nach 2-3 Schritten hin und liegt dann außerhalb der Box
  • Der Hund legt sich gar nicht, sondern kommt direkt zu dir
  • Der Hund legt sich nicht und bleibt einfach an Ort und Stelle stehen

Vorschlag 1: Du gehst deinem Hund entgegen und lässt ihn auf kurze Distanz das „Platz“ machen

Tipp

Vorschlag 1 und 2, kannst du im Prinzip auf die gleiche Weise üben, das geht auch parallel ganz gut. Du musst also nicht immer die komplette Box-Übung machen, das würde deinem Hund auf Dauer auch langweilig werden.

Wenn dein Hund in der Box steht und du dann für das Platz auf ihn zugehst, ist es natürlich wichtig, dass er lange genug steht, damit du nicht hinhechten musst, denn das würde die meisten Hunde dann doch dazu veranlassen, dir auszuweichen oder sich animiert fühlen mit dir um die Wette zu rennen. Vorraussetzung ist hier also, dass dein Hund 10 bis 20 Sekunden bewegungslos stehen bleibt. Wenn das der Fall ist, trainiere das „Platz“ wie unter Vorschlag 2 beschrieben.

Vorschlag 2: Du übst das Platz aus dem Steh zunächst auf kurze Distanz völlig unabhängig von der Box

Diese Variante ist eigentlich optimal, denn du kannst das Training so flexibel gestalten und der Hund verknüpft das eingeführte Kommando nicht mit der Position in der Box und das ist gut, denn das gleiche Kommando kannst du auch gut in der Distanzkontrolle ab Klasse 2 verwenden.

Für das Trainings gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir ein geeignetes Kommando. Ich verwende bspw. „Zürück“.
  • Bringe deinen Hund ins „Steh“, entweder auf Entfernung, oder indem du vor- oder neben ihm stehst. Wie ist erst einmal egal, hauptsache er steht ruhig und belastet alle vier Pfoten.
  • Stelle dich nun dicht vor den Hund. Wie dicht, hängt von deinem Hund ab. Manche Hunde weichen dem Hundeführer aus, wenn der sich zu dicht vor sie stellt, das sollte nicht sein. Optimal ist, wenn du einen Abstand wählst, aus dem du notfalls noch den Hund mit der Hand berühren kannst.
  • Jetzt musst du etwas probieren, wie du den Hund so ins „Platz kriegst“, dass er sich nach hinten ablegt, also alle Beine nach hinten wegklappt. Es gibt generell mehrere Möglichkeiten, welche davon klappt, hängt unter anderem davon ab, welche Handzeichen du dem Hund für verschiedene Positionen beigebracht hast.
    • Wenn du als Handzeichen für „Platz“ die flache Hand, parallel zum Boden verwendet hast, hilft oft schon, wenn du dieses Handzeichen jetzt etwas nach vorne gerichtet, Richtung Hund ausführst.
    • Bei manchen Hunden macht es Sinn sie leicht mit der Hand vor der Brust oder Nase nach hinten zu schieben und dabei das „Platz“-Kommando zu sagen.
    • Ein leichter Ausfallschritt oder die Bewegung des Oberkörpers nach vorne Richtung Hund (siehe Video) ist die dritte Möglichkeit.
  • Wenn du eine Methode gefunden hast, die bei deinem Hund funktioniert, gibst du mit der Körperhilfe zusammen das gewünschte Kommando.
  • Das übst du dann solange, bis der Hund diese Bewegung auch aus etwas mehr Abstand zu dir (1-2m) ausführt.
  • Dann kannst du beginnen, die Körperhilfe abzubauen. Für die Box ist ein Handzeichen ja nicht erlaubt. Für die Distanzkontrolle dürftest du ein Handzeichen natürlich verwenden, wobei ein Ausfallschritt eine veränderte Grundstellung wäre und auch da nicht erlaubt ist.
  • Kann der Hund den gewünschten Bewegungsablauf sicher auch ohne Körperhilfen, kannst du allmählich den Abstand zum Hund vergrößern.

Vorschlag 3: Du machst deinem Hund klar, dass er sich innerhalb des Boxbandes ablegen muss

Diese Methode kannst du selbstverständlich auch parallel zu den anderen beiden nutzen, denn selbst wenn du deinem Hund das Platz nach hinten weg beigebracht hast, könnte es natürlich sein, dass der Hund seitwärts aus der Box liegen würde. Daher kann es definitiv nichts schaden, wenn du deinem Hund beibringst, Boxband ist Pfui :-)

Wenn meine Hunde beim Training mal mit irgendeinem Körperteil über dem Boxband liegen, gehe ich dazu wie folgt vor:

  • Ich gehe zum Hund tippe das Körperteil an, dass über dem Boxband liegt und zeige dann auf das Band und sage ein deutliches „Nein“.
  • Danach weise ich den Hund an, sich in die Boxmitte  zu begeben und hinzulegen.
  • Macht er dies, gibt es eine „kleine“ Belohnung.

Während mein Rüde dennoch recht stur ist, was das Boxband betrifft, achtet meine Hündin zunehmend häufiger darauf, wenn sie mal knapp am Boxband steht, sich dann so abzulegen, dass sie in der Box liegt. Sie scheint es zu verstehen.

Tipp

Besser ist natürlich noch, wenn du deinem Hund gar nicht erst beibringst sich zu nah am Boxband hinzustellen. Allerdings ist das bei großen und langen Hunden, wie bspw. Deutsche Doggen nicht wirklich einfach. selbst ungefähr in der Boxmitte ist da schnell mal eine Pfote draußen.

Schicken in die Box – Teil 2: Stoppen in der Box

Hinweis:

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Ich persönlich bin der Meinung, bevor dein Hund nicht mit Spaß und vollem Tempo in die Box läuft, ist es zu früh, das Stoppen in der Box zu üben. Du kannst aber natürlich im Hinblick auf die Box und auch das „Abrufen mit Steh“ in Klasse 2 schon ein „Stopp“- oder „Steh“-Kommando einführen und üben, aber eben separat, unabhängig von der Box-Übung.

Trainingsziele

Trainingsziel sollte sein, dass du deinen Hund, der mit vollem Tempo in die Box gelaufen ist, aus voller Geschwindigkeit stoppen kannst. Der Hund soll dabei entweder möglichst mittig in der Box stehen, oder gleich in Platz gehen und zwar so, dass er dich ansieht.

Der Hund muss sich also innerhalb der Box wenden, entweder schon beim reinlaufen oder beim Stoppen.

Achtung

Da der Hund ja nicht ohne Anweisung arbeiten darf, darf er sich eigentlich nicht selbständig vor dem „Stopp“-Kommando wenden. Eigentlich soll er ja solange gerade aus und im Zweifel durch die Box durchlaufen, bis ein „Stopp“-Kommando kommt.

Ob du den Hund in der Box ins „Steh“ oder „Platz“ bringst, schreibt die Prüfungsordnung nicht vor. Solange der Hund aber noch nicht liegt, kannst du ihn gegebenenfalls noch mit zusätzlichen Kommandos steuern, bspw. wenn er knapp neben der Box steht, kannst du ihn mit einen zusätzlichen „Box“-Kommando noch mal in die Box schicken. zwar gibt das Punktabzug, aber wenn der Hund gleich liegt und außerhalb der Box (oder auch nur mit einer Pfote über dem Band) ist die Übung gleich 0.

Ich trainiere daher, dass der Hund in der Box steht. Meiner Meinung nach hat das einen weiteren Vorteil. Steht der Hund erst mal in der Box ist es viel einfacher ihn ins „Platz“ zu bringen, ohne dass er nach vorne kommt, als wenn man ihn aus vollem Lauf ins Platz ruft. Dei Gefahr, dass er dann schon wieder aus der Box raus ist, ist meiner Meinung nach größer.

Zudem ist dies meiner Meinung nach auch einfacher zu trainieren, denn du kannst den Überraschungseffekt nutzen.

Trainingsideen

Methode 1: Stoppen (stehen) in der Box

Hinweis

Wenn du statt eines Clicks ein Wort zur Bestätigung nutzt, bspw. „OK“, kannst du natürlich auch dieses in dieser Übung verwenden. Wichtig ist nur, dass du eine Möglichkeit hast, deinen Hund in dem kurzen Moment zu bestätigen, in dem  er stehen wird.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft aus 10-20m Entfernung mit Tempo in die Box zum Target
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Spielzeug (was sich gut werfen lässt) zur Belohnung nach dem Click.
Vorgehensweise

Dein Hund rennt derzeit mit vollem Tempo auch aus größerer Entfernung in die Box zum Target und bisher hast du ihn immer für das Berühren des Targets bspw. mit einem Click bestätigt und ihm dann sein Spielzeug zugeschmissen oder ihm erlaubt sich sein Spielzeug zu nehmen oder du hast ihn zurückgerufen um ihn bei dir zu bestätigen, bspw. mit einem Leckerchen. Wenn das so ist, kannst du bei den meisten Hunden den Überraschungseffekt nutzen, um sie in der Box zu stoppen:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Stelle dich nun wie gewohnt mit dem Hund vor die Box, in der das Target liegen sollte. Stelle sicher, dass dein Clicker griffbereit ist, und das Spielzeug zumindest so in der Tasche, dass du es recht zügig heraus bekommst. Optimal ist, du hälst es in der  Hand. Dazu muss der Hund aber natürlich gelernt haben sich trotz des Triebmittels von dir zu entfernen. mehr dazu …
  • Schicke deinen Hund nun wie gewohnt in die Box.
  • Ist er am Target angekommen, kommt jetzt aber nicht der übliche Click. Stattdessen gibst du dein Stopp-Kommando. 99% aller Hunde sind nun so überrascht, dass sie zunächst stehen bleiben und dich überrascht und fragend ansehen, was jetzt wohl los ist, denn das Kommando ist unbekannt und der Ablauf ist ein anderer als sonst. Diese kleinen Moment der Überraschung, in der der Hund dir zugewand stehen bleibst, musst du nun mit einem Click bestätigen.
  • Unmittelbar nach dem Click solltest du das Spielzeug werfen und zwar über den Hund hinweg nach hinten. Der Grund ist der, um den Ball mit den Augen zu verfolgen, bleibt dein Hund auch später noch stehen, auch dann, wenn der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden ist. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Der Überraschungseffekt hält bei den meisten Hunden nur 5 bis 10 Mal. Dann wissen sie, da kommt am Target was anderes als nur ein Click. Das ist nicht weiter schlimm, wenn du deinen Hund aber immer nach dem Click aus der Box rufst um ihn bei dir zu bestätigen, wir der irgendwann eventuell nur kurz stoppen, dann auf den Click warten und in deine Richtung durchstarten oder dir  zumindest langsam entgegen kommen. Das Werfen des Spielzeugs über den Hund hinweg, bewirkt, dass wenn der Überraschungseffekt aufhört, dein Hund nach dem Stopp-Kommando auf das fliegende Spielzeug wartet. Auch das veranlasst 99% der Hunde stehen zu bleiben und nicht zu schnüffeln, sondern stattdessen in deine Richtung zu sehen, wann es denn jetzt genau kommt. Und genau das ist es, was du willst.

Wenn dein Hund auf das Stopp-Kommando weiterhin stehen bleibt, weil er auf das Spielzeug wartet, dehnst du nun allmählich die Zeitspanne aus, die er stehen muss, bis der Click kommt und das Spielzeug tatsächlich fliegt.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. (hier weiter lesen …)

Methode 2: Stoppen aus dem Laufen (außerhalb der Box) üben

Wenn dein Hund das Reinlaufen in die Box noch nicht verstanden hat oder noch Probleme mit dem Tempo hat, ist es zu früh, schon das stoppen in der Box zu üben. Das würde noch mehr Tempo und Spaß rausnehmen. In diesem Fall schmeiß lieber häufig den Ball über den Hund, wenn er in der Box ist, damit er durch die Box durchläuft. Du kannst dann aber parallel schon mal das Stoppen aus dem Laufen üben. Das geht im Prinzip ganz ähnlich wie nach Methode 1, du nutzt den Überraschungseffekt.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft auf Anweisung/Erlaubnis zu einem Triebmittel, das auf dem Boden lieg.
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Triebmittel mit mittlerer Rangfolge für den Hund sowie ein weiteres Triebmittel das sich gut werfen lässt und höherwertig ist.

Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.
  • Wähle außerdem ein Triebmittel, das zwar den Hund animiert dorthin zu laufen, wichtig ist aber, dass du noch ein weiteres bei dir hast, das dem Hund wichtiger ist.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Lege/Setze deinen Hund irgendwo hin und bringe sein Triebmittel ein Stück mindestens 10m weg, so dass er dich dabei beobachten kann.
  • Gehe zum Hund zurück und zeige ihm, dass du das wichtigere Triebmittel bei dir hast.
  • Erlaube ihm nun das abgelegte Triebmittel zu holen.
  • Kurz vor dem Erreichen des Triebmittels folgt das Stopp-Kommando. Die meisten Hunde werden sich jetzt kurz umdrehen, weil sie damit ja nicht gerechnet haben.
  • Diesen kurzen Moment in dem der Hund zu dir gewandt kurz steht, bestätigst du mit einem Click und schmeißt ihm dann das wichtigere Triebmittel zu. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Wichtig ist, dass du das Triebmittel was du wirfst, nicht immer in Richtung deines Hundes wirfst, sondern mal zu ihm, mal in die entgegengesetzte Richtung. Das ist notwendig, damit der Hund lernt, dass er stoppen und dich beobachten muss, wenn er das Triebmittel haben will. Ansonsten könnte es passieren, dass dein Hund lernt, wenn das Stopp-Kommando kommt,  noch mehr Gas zu geben, weil der das Triebmittel hinter sich erwartet. Dann wird er nicht mehr stoppen.

Im weiteren Verlauf des Trainings dehnst du nun die Zeit aus, die der Hund nach dem Stopp-Kommando stehen muss, bis der Click und das Spielzeug folgen.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. Hier weiter lesen …

Schicken in die Box – Teil 1: Grundlagen

Die Übung „Vorraussenden in ein Viereck“ meist kurz „Box“ genannt, kommt in allen vier Obedience-Klassen vor und ab 2013 wenn die neue Prüfungsordnung „Beginner“ in Kraft tritt, wird sie die Problemübung schlechtin für die Beginner-Hunde werden, denn Hilfen wie Ablegen der Leine in der Box oder vorheriges Herausrufen aus der Box kann sich der Hundeführer jetzt nicht mehr nutzen. Der Hund muss schon in der „Beginner“-Klasse die Box finden ohne dass er vorher drin gelegen hat.

Ablauf der Übung

Die Box besteht aus vier roten Pylonen (15 cm hoch) mit weißen Streifen (hier ist das Aussehen vorgeschrieben!) sowie einem Band (oder einer Kreidemarkierung) die ein Quadrat mit 3m x 3m Fläche  kennzeichnet. Die Pylonen stehen auf den Ecken der Markierung.

Anmerkung:

Inzwischen habe ich mich dahingehend belehren lassen, dass die Farbe „rot mit weißen Streifen“ nur eine Empfehlung war und nicht bindend und seit der neuen FCI-PO für die Klassen 1 und 2 auch nicht mehr gültig ist. Die Pylonen dürfen also beliebige Farben haben.

Die Obedience-Box besteht aus 4 Pylonen, die durch ein Boxband verbunden sindDie Farbe des Boxbandes (oder der Kreidemarkierung) ist nicht vorgeschrieben, soll aber nicht Breiter als 25mm sein. Auch mehrfarbige Boxbänder sind erlaubt.

Der Hund wird je nach Obedience-Klasse aus 10 bis 25m Entfernung in die Box geschickt (ab Klasse 1 ohne Handzeichen). In Klasse 3 muss der Hund vorher vom Hundeführer aus, 10m zu einem Pylo (in der Regel eine Halbkugel) laufen und dort auf Anweisung anhalten. Dann wird er per Richtungsanweisung nach rechts oder links in die Box geschickt. Allen Klassen gemeinsam ist aber, dass der Hund auf Entfernung die Box erkennen und anlaufen muss. Er soll freudig und mit Tempo (mindestens im Trab) in die Box laufen und im optimalen Fall vom Hundeführer mit einem Höhrzeichen in der Boxmitte gestoppt und anschließend ins „Platz“ gebracht werden.  Abhängig von der Obedience-Klasse geht der Hundeführer dann zum Hund und beendet die Übung mit einer Grundstellung oder dreht vor dem Hund ab und ruft den Hund ab (Klasse 2 und 3).

Hund stoppt in der Box und wendet

Der Hund läuft mit vollem Tempo in die Box und wendet beim „Stopp“-Kommando.

Der Hund steht aufmerksam in der Box

Der Hund hat in der Box gestoppt und schaut aufmerksam den Hundeführer an

Liegender Hund in der Box

Liegt der Hund in der Box, geht der Hundgeführer zu ihm

Hund legt sich in der Box hin

Auf Kommando sollte sich der Hund in der Box auf der Stelle ablegen

Trainingsziele

Trainingsziele sollten also sein:

  • der Hund muss die Box mit den Augen suchen und erkennen
  • die Box auf Anweisung auf kürzestem Weg anlaufen
  • sich prompt aus maximaler Geschwindigkeit stoppen und ins „Steh“ und anschließend ins „Platz“ oder gleich ins „Platz“ bringen lassen
  • sich möglichst selbständig korrigieren, falls er beim Stoppen/Ablegen mit den Pfoten oder anderen  Körperteilen auf oder über der Boxumrandung liegt.

Hinweis

Natürlich darf der Hund auch bei dieser Übung weder vor Anweisung arbeiten (also auch nicht von selbst in der Box stoppen)  oder auf dem Weg in die Box bellen. Er soll im Zweifel solange gerade aus, vom Hundeführer (oder Pylo) weglaufen, bis ein „Stopp“-Kommando kommt.

Sie müssen also einen Weg finden, dem Hund Spaß an der Box zu vermitteln und diese mit den Augen zu erkennen und mit einem Kommando ihrer Wahl (bspw. „Box“) zu verknüpfen.

Trainingsschritte

Zu Zeiten der alten „Beginner“-Prüfungsordnung als der Hund noch in die Box gelegt und von dort abgerufen wurden, und dort eine Leine als Ziel reingelegt werden konnte, gab es im Prinzip verschiedene Möglichkeiten die Box zu trainieren. Das hat sich mit Bekanntwerden der neuen „Beginner“-Prüfungsordnung ab 2013 grundlegend geändert. Schon in der „Beginner“-Stufe muss der Hund die Box verstanden haben.  Es gibt daher aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit die Box zu trainieren, Target-Training.

Das Prinzip dabei ist, dem Hund wird zunächst beigebracht zu einem Ziel (Target) zu laufen und wird dort bestätigt, wenn er das Target mit Nase oder Pfote berührt. Später wird das Target dann in die Box gelegt und der Hund mit der Zeit aus einer Entfernung geschickt, aus der er das Target nicht mehr sehen kann. Er lernt dabei zwangsläufig erst mal die Pylonen der Box anzusteuern, denn er hat gelernt, zwischen den vier Pylonen nach seinem Target zu suchen.

Hinweis

„Suchen“ heißt mit den Augen suchen, nicht mit der Nase, denn schnüffeln in der Box ist selbstverständlich auch fehlerhaft. Daher ist auch das Ablegen von Leckerlis in der Box keine Lösung, denn dann wird der Hund irgendwann anfang mit der Nase zu suchen und sogar den Weg in die Box mit tiefer Nase wie auf der Fährte zu suchen.

Auf der Prüfung liegt das Target natürlich nicht drin, aber der Hund kann das auf die Entfernung natürlich nicht erkennt und rennt also erst mal in die Box. Es ist dann deine Aufgabe den Hund so passend zu stoppen, dass er in der Box anhält.

Für das Training sind im Einzelnen folgende Schritte notwendig:

  1. Du bringst deinem Hund bei zu einem Target zu laufen (dass du auf den Boden legst) und dieses mit Nase oder Pfote zu berühren.
  2. Läuft der Hund zuverlässig zum Target, führst du ein Kommando für das Berühren des Targets ein. Ich sage bspw. immer „Touch“. Du kannst natürlich auch „Tipp“ oder „Target“ sagen. Wichtig ist, dass dies ein anderes Kommando sein sollte, als das, was du zum Schicken in die Box verwenden willst.
  3. Läuft der Hund auf Kommando zum Target und das auch aus Entfernungen von 10m und mehr, legst du das Target in die Box.  Jetzt ist es an der Zeit das Kommando für die Box einzuführen. Du schickst den Hund mit einem Doppelkommando, erst das neue Kommando für die „Box“, dann das bekannte für das Laufen zum Target gleich hinterher, bspw. „Box Touch“. Dein Hund wird nach kurzer  Zeit bei dem Kommando für die Box schon loslaufen, denn er weiß ja, jetzt kommt das „Touch“ ohnehin.

In der Theorie funktioniert die Übung jetzt. Sofern dein Hund soviel Gehorsam hat, dass er sich auch von dir exakt stoppen lässt und der Hund nicht auf andere Ideen kommt bzw. du baust irgendwie Fehler ein, durch falsche Bestätigung etc.

Zur Fehlerbehandlung und zur Behebung von Problemen mit der Übung gibt es demnächst einen separaten Artikel.

Vorbereitungen zum Box-Training: Target und Boxband

Du brauchst zum Training drei bis vier Dinge:

  1. 4 Pylonen für die Box
  2. 1 Boxband
  3. 1 Target
  4. 1 Clicker (falls du damit arbeitest, was ich bei der Übung empfehlen würde)

Die Farbe (rot mit weißen Streifen) und Größe (15 cm hoch) für die Pylonen sind vorgeschrieben. Die Farbe des Boxbandes nicht. Die Wahl der Farbe ist daher schon mal nicht unwichtig, denn auf Prüfungen kann deinem Hund alles mögliche begegnen. Häufig werden auf Prüfungen schwarze, rote oder gelbe Boxbänder verwendet. Gerade rote und gelbe Boxbänder haben aber einen großen Nachteil. Die Umrandung des Vierecks in dem die Übungen stattfinden, wird auf Prüfungen in der Regel mit Absperrband gemacht, das flach auf den Boden gelegt wird. Das ist meist rot, rot-weiß oder gelb und hat damit sehr häufig die gleiche Farbe wie das Boxband. Hat der Hund gelernt, das Boxband an der Farbe zu erkennen, kann es passieren, dass er dann über die Ringbegrenzung hinausläuft, weil er das Absperrband für das Boxband hält. Das sieht man auf Prüfungen gar nicht so selten.

Wichtig

Es ist daher ganz wichtig, dass du auch mal trainierst, dass zumindest ein Teil der Ringbegrenzung beim Üben aufgebaut ist. Die sollte dann so 3-5m hinter der Box liegen. Außerdem ist es wichtig, dass deinem Hund die Farbe des Boxbandes egal ist. Das geht am besten, indem du mit vielen verschiedenen Boxbandfarben trainierst  oder bspw. ein mehrfarbiges Boxband nutzt, bei dem jede Seite eine andere Farbe hat. Wenn du den Hund dann von verschiedenen Seiten in die Box schickst, sieht die immer wieder anders aus. Das was gleich bleibt sind die Pylonen an denen sich der Hund dann auch auf Dauer orientiert.

Das Target sollte etwas flaches sein, maximal Bierdeckelgröße, besser etwas kleiner, eine kleine Plexiglas-Platte, ein Stück Teppich, ein Bierdeckel oder bspw. ein Schraubverschluss von einem Glas (bspw. Gemüseglas oder Gurkenglas). Ich verwende immer so einen Schraubverschluss. Die sind billiges Abfallprodukt innen immer weiß, egal welche Farbe sie außen haben und sie haben keine scharfen Kanten, an denen sich der Hund verletzen kann.

Wichtig ist in jedem Fall, dass du immer das gleiche Target nimmst. Also immer Teppich oder immer Deckel und nicht mal das und was anderes. Denn der Hund soll ja wissen wonach er mit den Augen ausschau halten soll.

Tipp

Ich habe schon Hundeführer gesehen, die nehmen dann gerne auch ein Spielzeug als Target oder stellen eine Halbschale rein, so nach dem Motto, dann läuft der Hund auch dahin. Aber darum geht es ja gar nicht. Er soll nicht in die Box laufen, weil er das Target von weitem sieht, sondern weil er weiß, dass innerhalb der Box sein Target liegt, auch wenn er es nicht sieht! Zudem ist natürlich eine Halbschale in die Box zu stellen äußerst ungünstig, denn womöglich verknüpft der Hund mit dem Kommando „Box“ zur nächsten Halbschale zu laufen und auf Prüfungen stehen da immer welche.

Achtung

Absolut verboten als Target sind meiner Meinung nach „Spielzeuge“ auch wenn sie noch so klein sind und Leckerchen (ausgenommen davon flache Dosen/Tuben mit Leckerchen). In aller Regel legen gerade Hundeführer „Spielzeug“ in die Box, deren Hunde total verrückt danach sind. Klar, die Hunde geben dann richtig Gas, das sieht toll aus, verstehen wird der Hund die Box aber so wohl kaum. Denn er ist so fixiert auf das Spielzeug, dass er alles drumherum (also weder Boxband noch Pylos) gar nicht wahrnimmt. Gleiches gilt für Leckerlidosen/-tuben für sehr verfressene Hunde. Leckerchen lose in die Box zu legen, scheidet allein deshalb aus, weil die Stellen in der Box dann danach riechen und nicht nur der eigene, sondern auch die Hunde aller anderen Trainingspartner mit Schnuppern anfangen. Wenn du unbedingt ein Triebmittel in die Box legen willst, darf das maximal eines sein, was dem Hund die Box „interessant“ macht aber keinesfalls das höchstwertige Triebmittel. Das sollte der Hund dafür bekommen, dass der in die Box läuft und später, wenn du mit dem Trainings soweit bist, wenn er in der Box steht.

Ich bin persönlich der Meinung, das Target sollte für den Hund völlig neutral sein und es führt kein Weg daran vorbei, dem Hund zunächst beizubringen, zum Target zu laufen, bevor man es in die Box legt. Einen „schnellen“ Weg, dem Hund die „Box“ klar zu machen, ohne Fehler einzubauen, die später nur schwer wieder auszubügen sind, gibt es eigentlich nicht.

Tipp

Bei Hunden, die sich wirklich kaum motivieren lassen zu einem neutralen Target zu laufen, habe ich auch schon mal ein Leckerchen auf das Target gelegt. Aber eben nieeeemals lose auf den Boden.

Das Laufen zum Target trainieren

Am besten trainierst du das Target mit einem Clicker, denn damit kannst du präzise bestätigen, wenn der Hund am Target ist.  Am besten gehst du wie folgt vor, um das Laufen zum Target zu trainieren:

  1. Halte das Target dem Hund mit ein paar cm-Abstand vor die Nase. Ein normaler, neugieriger Hund wird nun gucken kommen, was das ist und dabei das Target auch mit der Nase berühren. Dann bestätigst du ihn dafür.  Wiederhole diesen Schritt, bis der Hund kapiert hat, wenn er von sich aus (ohne ein Kommando von dir) mit der Nase an das Target stupst, gibt es die Belohnung.
  2. Lege das Target nun vor den Hund flach auf den Boden. Warte wieder ab, bis er auf die Idee kommt, es anzustupsen. Wenn er das mit der Pfote macht ist auch nicht schlimm. Es kommt nur darauf an, dass der Hund nah genug zum Target läuft.
  3. Wiederhole dies, bis der Hund auch aus 2-3m Entfernung zielgerichtet zum Target läuft.
  4. Hat der Hund begriffen, wenn er das Target sieht, es anzustupsen, egal ob auf dem Boden der in deiner Hand, gibt zeitgleich mit dem anstupsen das gewünschte Kommando bspw. „Touch“ und bestätige ihn.
  5. Wiederhole das, bis der Hund irgendwann, schon auf das Kommando „Touch“ zum Target läuft. Dann hat der Hund das Target verstanden.
  6. Wiederhole nun die Übung, bis der Hund mit Spaß zum Target läuft und es auch aus 10-15m Entfernung eifrig und zielstreibig anläuft.

Tipp

Viele apportierfreudige Hunde gehen irgendwann dazu über und stupsen das Target nicht nur an, sondern bringen es gleich mit. Auch wenn ich auf unzähligen Obedience-Seminaren gehört habe, das sollte man doch unterbinden, bin ich der Meinung, wenn der Spaß des Hundes darin besteht das Target zu apportieren, dann ist das schon OK. Der Hund soll ja Spaß haben, denn nur dann läuft er schnell und zielstrebig zum Target. Auf der Prüfung liegt kein Target in der Box, das der Hund mitbringen könnte.  Ich habe meinen Rüden immer das Target bringen lassen, wenn er es wollte. Er hatte halt Spaß daran. Nachteile habe ich keine gesehen, außer, dass ich mehr Bewegung hatte, weil ich es immer wieder wegbringen musste :-)

So geht es weiter …

Wenn der Hund das Kommando für das Target verstanden hat, kannst du es in der Box platzieren. Wichtig ist dabei, dass der Hund die ersten Male noch sieht, dass du oder jemand anderes das Target in der Box ablegt. Du solltest ihn dann aber aus so großer Entfernung in die Box schicken, dass er das Target selbst dann nicht mehr sieht.  Er soll ja lernen, „das Target liegt zwischen den vier Pylonen, also renne ich erst mal auf die Pylonen zu …“.

Später, wenn du den Eindruck hast, dass der Hund sich an den Pylonen orientiert, drehst du große Kreise um die Box und schickst den Hund aus allen Richtungen aus dem Laufen in die Box. Wenn er immer zielgerichtet zum Target in der Box läuft, hat er die Box verstanden, denn er läuft dann nicht einfach nur gerade aus, sondern muss ja, einen leichten Bogen zur Box laufen.
Beim Umrunden der Box wird der Hund von allen Seiten aus dem Laufen in die Box geschickt.

Hinweis

Achte aber unbedingt darauf, dass du die Box links herum umrundest, sonst muss dein Hund erst um dich herum laufen und du bringst dem Hund bei, dass es nicht wichtig ist, den direkten Weg  zur Box zu nehmen.

Im nächsten Schritt gehst du dann dazu über, den Hund von beliebigen Stellen auf dem Platz in die Box zu schicken. Wenn er dann immer noch zielstrebig zum Target in der Box läuft, kannst du das ein- oder andere Mal das Target in der Box weglassen. Wichtig ist dann aber, dass du ihn schnell genug bestätigst, wenn er in der Box ist, auch wenn er sich nach seinem Ausbildungsstand noch nicht dort stoppen lässt.

Im nächsten Artikelteil zur Box geht es dann um das Stoppen in der Box.