Buchkritik: Kastration und Verhalten beim Hund

  • Autoren: Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck

  • Seiten: 160

  • Verlag: Müller Rüschlikon; Auflage: 1 (27. Oktober 2011)

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN-10: 3275018205
  • ISBN-13: 978-3275018208

Das Buch ist super interessant zu lesen. Es steht eine Menge neues und wissenswertes drin, was man von seinem Tierarzt  zum Thema Kastratioin in der Regel nicht erfährt. Schade eigentlich, denn so fügt man vielen Hund mehr Schaden als Nutzen durch eine Kastration hinzu.

Ich kann es nur jedem empfehlen, der darüber nachdenkt seinen Hund kastrieren zu lassen und vor allem auch denen die als “Hundetrainer” unterwegs sind und immer wieder gefragt werden ob eine Kastration Problem X wohl löst. Wirklich unterhaltsam geschrieben, war viel Neues drin. Ich war ja immer schon ein Gegner von Kastration aber über die mir schon bekannten Argumente hinaus stand noch einiges mehr drin, was hoffentlich auch den “Befürwortern” die Augen öffnet.

Neu war mir zwar nicht, dass die angeblich vorbeugende Kastration der Hündin nicht wirklich bestimmten Tumoren vorbeugt, aber was mich doch erschüttert hat, dass gerade die Kastration die Entstehung bestimmter Krebsarten erst fördert und zudem für Altersdemenz bei Hunden hauptsächlich verantwortlich ist.

Jeder, der sich mit der Frage “Hund kastrieren oder nicht” beschäftigt, sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre machen! Ich weiß nun, dass meine Entscheidung vor 10 Jahren, meinen Hund NICHT kastrieren zu lassen, die einzig richtige war!

Buchkritik: Unsere Hunde – gesund durch Homöopathie: Heilfibel eines Tierarztes

Buchautor: Hans Günter Wolff

Nachdem ich seit über 2 Jahren alles mögliche probiert habe, damit meine Hündin etwas auf die Rippen kriegt und nicht immer wie halb verhungert rumläuft und alle Versuche (verschiedene Futtersorten, Untersuchung auf Schilddrüsen-Fehlfunktion, Regulierung ihres Hormonhaushaltes, da sie ja auch auch nicht läufig wurde) gescheitert sind, hat sie zuletzt über Monate hinweg knapp 1 kg Futter am Tag bekommen und das für ein Normalgewicht von ca. 24-25 kg. Und diese Menge setzte sich wie folgt zusammen:

  • ca. 600 g getreidefreies Trockenfutter +
  • ca. 300 g Dosenfleisch (100% Fleisch) +
  • 2 Eier oder 200 g. Quark 40% Fett +
  • 1 Handvoll Möhrenschnitzel

Lt. Herstellerangaben für das Trockenfutter sind ca. 350 g davon für ihr Gewicht ausreichend. Und natürlich hat sie beim Training noch nebenher Frolic, Fleischwurst und zig sonstige Leckerchen bekommen.

Was hat das jetzt aber mit dem Buch zu tun?

Ganz einfach. Ich habe es geliehen bekommen, eben in der Hoffnung da könnte die Lösung für mein Problem drin stehen. Und es hat tatsächlich geholfen. Mittlerweile kommt mein Zickchen mit einer halbwegs normalen Portion aus, ca. 400 g Trockenfutter und dazu entweder etwas Dosenfleisch, oder ein Ei, oder auch etwas Quark. Sie braucht aber jetzt nur noch halb so viel Futter wie vorher und sie nimmt weiter zu :-) Sie hat noch nie eine so tolle Figur mit so wenig Futter gehabt. Keine Hüftknochen die rausstehen oder Rippen, die man alle komplett zählen kann. Sie kommt dem Idealgewicht eines Malis jeden Tag etwas näher und ich spare jeden Tag 3 EUR Futterkosten :-)

Heute beim Tierarzt beim Wiegen hat sie tatsächlich 1,4 kg mehr auf den Rippen gehabt als früher und das bei kleinerer Futtermenge.

Aber nicht nur dafür enthielt das Buch eine Lösung, sondern auch für andere Probleme, die ich bisher nie  als solche identifiziert hatte, bspw. die Panikattacken meines Engelchens. Seit ich ihn habe, seit über 10 Jahren hatte er Panik vor bestimmten leisen Geräuschen, wie Türen, die ins Schloss fallen, Äste von Bäumen, die sich im Wind berühren, knacken von Holzbalken bei starken Temperaturwechseln, Wind der ums Haus heult etc. Laute Geräusche, wie Schüsse, Silvesterkracher, Donner und Ähnliches haben ihn hingegen nie interessiert. Ich habe das nie für ein Problem gehalten, sondern immer nur für eine blöde Macke, wie auch Menschen schon mal Angst vor Spinnen oder Gewitter haben. Natürlich habe ich schlaflose Nächte gehabt, wenn er wegen Panikattacken Nachts volle Kanne in mein Bett gesprungen ist und am liebsten in mich reingekrochen wäre. Aber als „Krankheit“, die sich behandeln lässt, habe ich das nie empfunden. Aber auch dafür hatte das Buch eine Lösung parat. Und nach einer Woche Tabletten, sind seine Panikattacken weg. Und darüber hinaus habe ich den Eindruck, er ist auch viel entspannter wenn er alleine ist. Er hat nie randaliert oder gebellt. Aber er hatte schon etwas Stress, wenn ich nicht da war. Er hat dann weder gefressen noch getrunken und stand immer schon erwartungsvoll hinter der Tür, wenn ich dann wieder da war. Offenbar hat er die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass ich wieder kam. Seit der „Therapie“ habe ich ihn jetzt zweimal ertappt, wo er ganz entspannt im Körbchen geschlafen hat als ich wieder kam und getrunken hatte er während meiner Abwesenheit auch …

Ebenso überrascht hat mich, dass vieles, was ich am Verhalten meiner Hunde als „schlechten Gehorsam“ oder als kleine „Macke“ angesehen habe, offenbar wirklich krankhaft ist, zumindest auf eine Mangelerscheinung hindeutet, die man behandeln kann, wie bspw. dass mein Engelchen immer Papiertaschentücher und die Rinde vom Kaminholz fressen will und davon kaum abzubringen ist.

Alles in allem kann ich das Buch nur jedem empfehlen. Selbst wer glaubt, mit seinem Hund ist alles in Ordnung, wird ihn sicher in der ein oder anderen „Problembeschreibung“ wiederfinden. Sicher lösen auch homöopathische Mittel nicht alle Verhaltensprobleme, auch das sagt der Autor an vielen Stellen sehr deutlich, aber Verhaltensprobleme, die durch Mangelerscheinungen oder krankhafte Veränderungen begründet sind, lassen sich behandeln und verbessern und sicher gibt es bei fast jedem Hund das ein oder andere Verhalten das sich nicht alleine durch Training abstellen lässt und wenn es nur „Eifersucht“ innerhalb des Rudels ist. Auch dafür bietet das Buch Lösungsansätze.

Ohne viel Umschweife zeigt der Autor viele gesundeitliche Probleme und dafür in Frage kommende homöopathische Behandlungen auf. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir zwar etwas mehr Informationen gewünscht, aber alles in allem ein super Buch zum Nachschlagen, das meinen Hunden auf jeden Fall geholfen hat und vermutlich auch in Zukunft helfen wird. Natürlich erspart auch das nicht den Gang zum Tierarzt, aber ergänzend zu einer Behandlung beim Tierarzt und in Absprache mit dem Tierarzt eine gute Sache.  Was ich ganz toll an dem Buch finde ist eben die Tatsache, dass man hier viele Dinge beschrieben findet, denen man im Alltag mit dem Hund oft gar keine große Bedeutung beimisst und die man daher auch wohl kaum mit seinem Tierarzt besprechen würde, wie bspw. die Panikattacken meines Rüden. Wenn man dies jedoch einmal als „Problem“ wahrgenommen hat, kann man es auch behandeln und dem Hund damit viel mehr Lebensqualität bieten. Ich denke, mein Engelchen ist glücklich, dass es das Buch gibt und seine Panik jetzt ein Ende hat und mein Zickchen macht auf mich auch nicht den Eindruck, dass sie sich mit ihrer neuen Figur unwohl fühlt.

Geruchshölzer apportieren (ohne knautschen)

Die Geruchsidentifikation ist eine Übung mit vielen Fehlerquellen. Manche Hunde machen daraus eine Apportierübung, andere suchen zwar gut, bringen das Hölzchen dann aber nicht oder in mehreren Teilen … :-), lassen es fallen oder knautschen. Gerade gegen Knautschen gibt es recht viele aber ähnliche Methoden, die immer darauf basieren, dass der Hund lernt das Apportel oder Geruchsholz ruhig zu halten, erst im Vorsitz, später auch beim Laufen, beim Hinsetzen und beim Einnehmen der Grundstellung.

Es gibt aber Hunde bei denen die üblichen Methoden nicht helfen. Dazu gehört leider auch mein Zickchen. Sie knautscht nämlich nur abhängig von ihrer Trieblage, ihrer Stimmung etc. Die ist zuhause, egal ob draußen, beim Spaziergang oder im Haus eine ganz andere als auf dem Hundeplatz. Zuhause knautscht sie gar nicht. Auf dem Hundeplatz  unterschiedlich. Beim Apportieren recht wenig, bei den Geruchshölzchen meist aber sehr stark und zwar unabhängig davon, ob ich sie das Holz nur tragen lasse oder sie auch identifizieren muss.

Bei ihr liegt es meiner Meinung nach daran, dass sie einfach den zu apportierenden Gegenstand recht locker in der Schnauze hält und den Fang nie ganz zu macht. Dadurch rutscht das Holz hin und her und sie kann es außerdem mit der Zunge drehen und schieben  und wenn es droht herunterzufallen, beißt sie halt mal kräftig zu.  Bisher haben alle Methoden versagt.  Bis heute, heute hatte ich einen Einfall, der tatsächlich zu funktionieren scheint. Ob das eine Lösung auf Dauer ist, muss ich noch testen, aber heute hatte ich durchaus den Eindruck, dass es funktioniert.

Die Idee

Da sie die Hölzchen sehr locker trägt und vor allem zubeißt, damit sie nicht runterfallen, habe ich angenommen sie hat schon verstanden, dass sie die Hölzchen nicht fallen lassen darf. Dann hab ich mir überlegt, ich lasse sie einfach 2 Hölzchen tragen. Die kann sie nicht  in der Schnauze drehen und schieben, ohne dass ihr dabei eines runterfällt. Sie muss also die Hölzchen festhalten und ruhig tragen, wenn ihr keines runterfallen soll.

Nach einigen Fehlversuchen, bei der ihr eines oder sogar beide runtergefallen waren, hat sie wirklich ihre Schnauze richtig zu gemacht und die Hölzchen perfekt ruhig getragen. Nicht nur in der Grundstellung ruhig festgehalten, das war auch vorher schon nicht das große Problem, sondern auch beim Laufen kein Knautschen mehr :-)

Das werde ich jetzt die nächsten Wochen so beibehalten.  Und auch die Geruchsidentifizierung werde ich so machen, dass ich eben zwei Hölzchen über- oder dicht nebeneinander hinlege, die sie bringen muss, das aufnehmen von 2 Hölzchen klappt schon super, dann sollte das mit der Geruchsidentifizierung auch kein Problem sein.

Positiver Nebeneffekt

Außerdem habe ich einen positiven Nebeneffekt bemerkt. Sie hat sich nach ein paar Fehlversuchen mit den Hölzchen so darauf konzentriert, das keines runterfällt, dass sie glatt das Quitschen vergessen hat.

Das hat mich dann zu dem Entschluss gebracht, dass ich sie die nächsten Wochen auch immer mit 2 Hölzchen in der Schnauze zum Pylo und zur Box und Fuß laufen lasse, denn wenn sie die Hölzchen festhalten muss, kann sie nicht bellen und folglich wird sie viel mehr Erfolgserlebnisse haben und vielleicht endlich mal begreifen, dass es ohne bellen und quitschen auch geht :-) Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Schicken in die Box – Problem: Der Hund läuft zielstrebig neben die Box

Manchmal fragt man sich, warum ein Hund, von dem man bisher dachte, dass er die Box verstanden hat, auf einmal nicht mehr in die Box laufen will. Er macht Tempo, läuft die Box auch zielstrebig an, bleibt dann aber unmittelbar vor der Box stehen oder neben der Box und das egal aus welchem Abstand zur Box man den Hund schickt.

Man könnte jetzt natürlich sagen, ok, offenbar hat der Hund die Box doch nicht verstanden, aber ist das wirklich in jedem Fall so? Als Hundeführer sieht man das meist nicht wirklich, weil man sich viel zu wenig auf den Hund konzentriert, sondern mit der Übung und sich selbst beschäftigt ist, auch wenn die Ursache für außenstehende Beobachter oft ganz einfach zu erkennen ist.

Anlässlich unserer anstehenden Obedience-Prüfung waren  zahleiche Starter mit ihren Hunden bei uns üben. Bei einigen kam mir dann exakt zu diesem Problem ein „Geistesblitz“. Es handelt sich um ganz klares Meideverhalten.

Hinweis

Ob das so auf jeden Hund zutrifft, der dieses Verhalten zeigt, ist natürlich zu bezweifeln, aber ich schätze, die Zahl der Hunde, bei denen das Problem recht plötzlich auftritt, obwohl sie vorher die Box anscheinend verstanden hatten, und bei denen es sich tatsächlich um Meideverhalten handelt, dürfte bei ca. 50% liegen. Es ist also sicherlich etwas, das man in seine Überlegungen mit einbeziehen sollte.

Warum Meideverhalten?

Beobachtet hatte ich Folgendes. Ein Hundeführer mit einem zwar sehr temperamentvollen Hund, der aber scheinbar auch sehr sensibel war, schickt seinen Hund in die Box. Der Hund gibt Gas und bleibt vor dem Boxband stehen. OK, dachte ich, der kennt das weiße Boxband nicht und ist etwas irritiert. Der Hundeführer sagt nicht viel dazu, ruft seinen Hund sehr freundlich aber bestimmt zurück und schickt ihn erneut.

Der Hund gibt wieder Gas und kurz vor der Box läuft er einen Bogen nach rechts und stellt sich perfekt parall an das Boxband, nur eben auf die falsche Seite, außerhalb der Box.

Der Hundeführer ruft den Hund wieder freundlich zurück und schickt ihn erneut. Diesmal, läuft der Hund zur linken Seite der Box und bleibt wieder neben dem Boxband außerhalb der Box stehen. Nun reagiert der Hundeführer etwas angesäuert und ruft ihn nicht mehr freundlich zurück. Seine Stimme lässt seine Verärgerung deutlich erkennen.

Er schickt den Hund nun erneut in die Box. Der gibt wieder Gas und läuft in die Box und bleibt dort stehen. Der Hundeführer, der nur 15m entfernt steht, „brüllt“ nun so laut „Platz“, als wenn der Hund taub ist. Der schmeißt sich auch richtig hin, scheint sich aber nicht wirklich wohl zu fühlen. Ich weiß nun natürlich nicht, ob das „Platz“ auch so laut kommt, wenn der Hund die Box beim ersten Anlauf macht, aber an diesem Punkt kam mir der Gedanke, wenn ich Hund wäre, würde ich vermeiden, in die Box zu laufen, wenn ich dann zum „Dank“ angebrüllt werde.

Kurz darauf versuchte sich eine Hundeführerin aus unserem Verein an der Box, deren Hündin merkwürdigerweise immer kurz vor der Prüfung ein ähnliches Verhalten zeigt. Auch sie hat mehrere Versuche gebraucht und der Hund lief zielstrebig hin, blieb aber immer außerhalb der Box von sich aus stehen, obwohl sie sonst nicht selbständig in der Box stoppt.

Als Außenstehende konnte ich aber am Ausdruck, an der Körperhaltung und der Mimik der Hunde ablesen, das sie die Box schon in der Grundstellung erkannt hatten und kein Problem hatten, die zu finden. Beiden war ebenso anzusehen, dass sie sich sehr unwohl bei dem Platzkommando fühlten. Und als ich später noch mal drüber nachgedacht hatte, kam mir der folgende Gedanke.

Der Hund hat also zunächst mal gelernt, zur Box laufen macht Spaß, denn beide Hunde hatten ja richtig Tempo. Bei der Hündin aus unserem Verein weiß ich, dass der immer das Spielzeug geschmiessen wurde, wenn sie in der Box war. Wie der andere Hund trainiert wurde, weiß ich nicht. Und dann kommt das Problem. Es geht auf die Prüfung  zu, man versucht nun, den Hund auch in der Box ins Platz zu bekommen. Entweder mag der Hund die Platzposition nicht so oder der Hundeführer unterschätzt die Lautstärke seiner Stimme oder überschätzt die Entfernung zum Hund. Auf jeden Fall kann der Hund nur folgendes gelernt haben.

  1. Wenn ich in die Box laufe, werde ich angebrüllt
  2. Wenn ich neben die Box laufe kriege ich einen neuen Versuch und kann ja noch ein paar mal über den Platz pesen und angebrüllt werde ich auch nicht.

Handelt es sich um einen Hund der gerne rennt, für den ist natürlich jeder neue Versuch noch mal Spaß und Bestätigung für sein Fehlverhalten. Gleichzeitig hat ein solcher Hund vermutlich schon im Vorfeld gelernt, mache ich die Übung super gut, dann darf ich sie nur einmal machen. …

Warum sollte also ein Hund, der das gelernt hat, noch in die Box laufen?

Hinweis

Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass man eine gute Übung nicht wiederholen soll, weil sie nur schlechter werden kann. Natürlich ist da etwas Wahres dran, aber du solltest überlegen, ob für deinen Hund die Übung machen zu dürfen nicht eine Belohnung ist und die Übung nicht mehr machen zu dürfen, eine Strafe. Das hängt natürlich sehr vom Temperament und den Vorlieben des Hundes ab.

Stellt sich natürlich nur die Frage, warum manche Hunde dieses Verhalten nur kurz vor Prüfungen zeigen. Dafür kann es ganz viele Gründe geben. Die zwei wahrscheinlichsten:

  1. Du bist  nervös und gibst das „Platz“-Kommando in einem Ton, der für den Hund dann viel mehr Streß bedeutet also sonst.
  2. Der Hund musste vorher so gut wie nie „Platz“ in der Box machen. Kurz vor der Prüfung übst du das aber häufiger und das bedeutet, die Erwartungshaltung deines Hundes ist ganz anders. Vorher hat er erwartet, wenn ich in der Box bin kommt mein Spielzeug. Je häufiger das „Platz“ geübt wird, desto eher verknüpft der Hund dann, wenn ich in der Box bin, muss ich „Platz“ machen oder noch schlimmer, wenn ich in der Box bin, werde ich angebrüllt.

Problemlösungsvorschläge

Wenn du dir relativ sicher bist, dass es sich bei deinem Hund um Meideverhalten handelt, solltest du zunächst überlegen, was der Hund so negativ in der Box empfindet.

Wenn ihm das „Platz“ ansich unangenehm ist, merkst du das daran, dass der Hund auch in anderen Situationen nur ungern „Platz“ macht.  Folge eines zögernden „Platz“ ist in der Regel, das die Hundeführer lautere Kommandos geben, was die „unangenehme“ Situation noch verstärken kann.

Ob es an der „Lautstärke“ bzw. dem Tonfall deines Kommandos liegt kannst du am besten testen, indem Du auf gleiche Entfernung wie du vor der Box stehst, deinen Hund sitzen oder stehen lässt und dann in verschiedenen Tonlagen und Lautstärken das „Platz“-Kommando gibst. Beobachte deinen Hund, Körperhaltung, Ohren, Rutenhaltung und natürlich die Geschwindigkeit, in der er das „Platz“ einnimmt.

Tipp

Hilfreich ist, du lässt das mal auf Video aufnehmen, am besten schräg von der Seite des Hundes dann kannst du später in aller Ruhe das Ergebnis auswerten und die Rutenhaltung lässt sich von der Seite besser beurteilen als von vorne.

Wenn du eine Tonlage findest, bei der er Hund nicht die Rute einkneift oder die Ohren zurücklegt, solltest du zukünftig versuchen, dein „Platz“ in dieser Tonlage und Laustärke zu geben. Parallel dazu kannst du aber natürlich auch versuchen, dem Hund beizubringen, dass die „Platz“-Position ganz toll ist. Dann musst du viel leiser „Platz“ sagen, denn der Hund wird sich dann mit Freude zügig hinlegen.

Dem Hund „Spaß“ am Platz beibringen

Wenn es am „Platz“ ansich liegt, weil der Hund sich nicht gerne hinlegt, solltest du versuchen ihm „Spaß“ am Platz beizubringen. Läuft er freudig in die Box, musst du ihm ja auch das schmackhaft gemacht haben. Es sollte dann also nicht schwierig sein, ihm auch ein freudiges „Platz“ beizubringen. Versuch einfach mal folgendes:

Was du dazu brauchst …

Die brauchst ein „Lieblingspielzeug“ oder ein Futterdummy das sich gut werfen lässt, also schon ein bisschen Gewicht hat. Du kannst bei einem Futterbeutel ruhig eine Beißwurst oder ein anderes Spielzeug rein legen, damit er etwas mehr wiegt. Den Futterdummy sollte dein Hund schon kennen und Spaß daran haben ihn zurückzubringen. Wie du ihm das beibringst, liest du hier.

Und so beginnst du dann.

  • Setze oder oder stelle ihn (auch ruhig im Wechsel, macht die Sache weniger langweilig) auf 10-15m Entfernung vor dir hin.  Gib in einem ruhigen freundlichen Ton das „Platz“-Kommando. Lass dem Hund ruhig Zeit zu reagieren, er muss es (noch) nicht sonderlich zügig machen. Viel wichtiger ist, der Hund legt sich auf das erste Kommando. (Falls er das nicht tut,  siehe unten …)
  • Legt der Hund sich nach dem ersten Kommando hin, bestätigst du ihn bspw. mit einem positiven Abbruchsignal und erlaubst ihm damit aufzustehen. Gleichzeitig schmeißt du ihm das Spielzeug oder den Futterdummy zu.
  • Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wirst du sehen, dass dein Hund sich in freudiger Erwartung immer schneller hinlegt. Du braucchst dann gar nicht mehr brüllen :-)
  • Und wenn er das außerhalb de Box aus dem Sitz und dem Steh, freudig und zügig machst, stellst du ihn zunächst in die Box. Gibt ihm gar nicht erst die Gelegenheit NICHT in die Box zu laufen. Sondern stell ihn dort rein, entferne dich auf die 10 bis 15 oder 20m-Distanz und gibt das „Platz“-Kommando.  Bestätige ihn wieder mit einem positiven Abbruchsignal und dem Spielzeug oder Futterdummy.
  • Erst wenn er das auch in der Box macht und zwar freudig und zügig auf das erste Kommando, kombinierst du dies wieder mit dem Reinschicken.

Dein Hund muss lernen, „Platz“ macht Spaß, denn je schneller ich das mache, desto schneller kommt meine Belohnung.

Worauf du unbedingt achten solltest

Es ist dabei aber ganz wichtig, dass du auf Folgendes achtest, damit du dabei nicht Probleme mit anderen Übungen, wie bspw. der Distanzkontrolle produzierst.

  • Wenn dein Hund erst einmal zügig „Platz“ macht, ohne dass du brüllen musst, bestätige ihn nur dann, wenn er aus dem Steh (oder Sitz) das Platz macht, ohne seine Position zu verändern, sonst hast du nachher einen  Hund, der bei der Distanzkontrolle nach vorne kommt.Und auch bei der Box ist es natürlich blöd, wenn der Hund kurz hinter dem Boxband steht und durch das Vorkommen beim Platz dann über dem Band liegt.
  • Schmeiße das Spielzeug immer über den Hund nach hinten, damit er gar nicht erst einen Drang zu dir entwickelt, denn das verhindert, dass der Hund das Platz ohne Vorwärtsbewegung macht.
  • Überlege genau, wie oft du die Übung nacheinander machst, denn wenn der Hund eigentlich keinen Bock mehr auf das Spielzeug hat, weil du zu viele Wiederholungen gemacht hast, wird er natürlich das „Platz“ auch nicht mehr zügig machen. Brich lieber vorher ab.
  • Achte darauf, dass dein Hund das „Platz“ wirklich nach dem ersten Kommando macht. Wenn er das nicht tut, gehe zu ihm, nimm ihn ein paar Schritte mit, natürlich schön „Bei-Fuß“-laufend, du willst ihn ja nicht dafür belohnen. Stelle/setze ihn dann an einer neue Stelle ab und beginne von vorn. Unterstützen kannst du das noch, indem du den fehlerhaften Versuch mit einem negativen Abbruchkommando beendest, bevor du zum Hund zurück gehst.

Du wirst sehen, so kriegst du den Hund schnell dazu, ein freudiges und schnelles Platz zumachen und das hilft nicht nur bei der Box, sondern auch bei der Distanzkontrolle und vielen anderen Übungen.

Apportieren: Problem 1 – Der Totalverweigerer

Leider gibt es eine große Zahl Hunde, die mit Apportieren nicht viel am Hut haben und die so überhaupt nicht zu motivieren scheinen, etwas aufzuheben und zu bringen. Da „Apportieren“ aber wie die Box eine wesentliche Übung ist allen Obedience-Klassen ist, ist das natürlich ein großes Problem. Es gibt da aber verschiedene Ansätze das zu beheben:

  • Zwangsapport: Leider immer noch bei vielen VPG-Sportlern das Mittel der Wahl. Scheidet aber für einen Obedience-Hund nicht nur aus moralischen Gründen aus, sondern auch, weil man damit einen Hund bekommen, der spätestens am Richtungsapport in Klasse 2 scheitert. Denn ein Hund der Apportieren mit Zwang gelernt hat, wird vor lauter Panik immer das erstbeste Apportel bringen, was er sieht. Darüber hinaus fehlt bei den meisten Hunden, die auf diese Weise ausgebildet wurden, die Arbeitsfreude.
  • Apportieren über Spiel- oder Beutetrieb: In der Regel funktioniert das nur bei Hunden, die ansich Spaß am Spielen haben und das können ja im wesentlichen nur Zerrspiele oder Apportierspiele sein und dann sollte der Hund eigentlich gar kein Totalverweigerer bzgl. Apportieren sein, denn über den Beutetrieb lässt sich in der Regel das Apportieren recht schnell aufbauen. Allerdings hat das oftmals zu Folge, dass der Hund knautscht, das heißt auf dem Apportel herumbeißt und es im Fang dreht. Das dann wieder abzubauen ist oftmals schwierig. Einige Hunde machen dann auch Probleme beim Abgeben des Apportels und geben es nicht ab oder machen sich damit aus dem Staub.

Hinweis

Sollte ein Hund mit Spiel- oder Beutetrieb dennoch das Apportieren gänzlich verweigern, ist meiner Meinung nach im Welpenalter schon etwas falsch gelaufen. Vermutlich, wurde dem Welpen allzu häufig verboten, Dinge aufzuheben und zu tragen, bspw. weil es aus deiner Sicht das Falsche war, wie deine guten Schuhe oder andere Dinge im Haushalt, die in der Regel in Reichweite des Welpen sind. Eigentlich solltest du dich freuen, wenn der Welpe Dinge aufhebt und trägt und ihn dafür belohnen. Im optimalen Fall, wenn du ihn dabei beobachtet solltest du in dem Moment, wo er es aufhebt, gleich ein „Bring“-Kommando geben, dass du dann später auch beim Obedience nutzen kannst oder nur noch durch das später entgültige Kommando ersetzen musst. Ich gestehe, auch ich, habe das nicht immer beherzigt, hatte aber bei meiner Hündin diesbezüglich keine Probleme, weil die dermassen apportiergeil ist, dass dies das kleinere Problem war.
Und wenn du deinen Hund für das Aufnehmen von Sachen lobst, statt ihm hinterherzujagen um ihm die Dinge wieder abzunehmen, wird er auch gleich lernen, wie toll apportieren ist und dass es sich lohnt damit zu dir zu kommen. Wichtig ist natürlich, dass du dann du immer etwas parat hast, das deinem Welpen wichtiger ist als das, was er aktuell hat, damit sich das „Abgeben“ aus seiner Sicht auch lohnt.

  • Apportieren über Futterbestätigung, funktioniert bei fast allen Hunden, denen Fressen wichtiger als Spielzeug ist und damit in der Regel auch bei den Totalverweigerern. Wichtig ist dabei nur, dass du etwas Geduld aufbringen musst und frühzeitig, möglichst schon im Welpenalter beginnen solltest.

Apportieren über Futterbestätigung, was du dazu brauchst

Wichtig ist, dass du die richtigen Utensilien hast, wenn du möglichst schnell zum Erfolg kommen möchtest und das sind:

  • einen Futter-Dummy, möglichst mit Handschlaufe
  • eine optisch und von Material und Gewicht sehr ähnliche Beißwurst, ebenfalls mit Handschlaufe
  • Futter
  • und einen möglichst hungrigen Hund.

Warum es wichtig ist, das sich Futter-Dummy und Beißwurst ähnlich sind

Im Verlauf des Trainings soll dein Hund lernen, dass es sich rentiert, auch etwas zu holen, wo kein Futter drin ist. Damit er ein paar Mal Erfolg hat und du ihn dafür bestätigen kannst, ist es wichtig, dass er nicht auf den ersten Blick erkennt, dass du nicht den Futter-Dummy, sondern stattdessen die Beißwurst geworfen hast.Darum sollten sich Futter-Dummy und Beißwurst möglichst ähnlich sehen und zwar nicht nur optisch, sondern auch vom Gewicht. Denn sonst würde dein Hund spätestens beim Aufheben merken, das etwas nicht stimmt.

Die groben Schritte

Die Vorbereitung zum eigentlichen Training sieht so aus, dass du deinen Hund aus dem Futterbeutel bzw. Futter-Dummy fressen lässt, um ihn für andere Übungen zu belohnen. Das kannst du schon ganz früh mit 8 Wochen machen.

Wenn der Hund den Futter-Dummy als sehr positiv verknüpft hat, bringst du ihm bei, den Futter-Dummy zu bringen, damit er anschließend daraus fressen darf. Macht er das sicher, führst du für das Aufheben ein Kommando ein.

Im nächsten Schritt bringst du deinem Hund bei, den Futter-Dummy auch ohne Futter zu bringen und später statt des Futter-Dummys die Beißwurst und am Ende statt der Beißwurst das Apportel.

Tipp

Die gleiche Methode funktioniert auch für den Metall-Apport. Es gibt Metall-Apportel, die sich befüllen lassen. Eigentlich mit Sand oder Blei, um das Gewicht zu erhöhen. Aber du kannst natürlich auch Leckerchen reinfüllen und den Hund dann aus dem Metallapportel füttern.

Schritt 1: Vorbereitung

Als erstes muss dein Hund den Futter-Dummy als toll und sehr positiv kennen lernen. Fülle ihn dazu mit Futter oder Leckerlies, die du immer zum Üben verwendest. Immer wenn der Hund nun etwas richtig machst und du ihn mit Futter bestätigst, holst du nun den Futter-Dummy raus, öffnest ihn und lässt deinen Hund aus dem Futter-Dummy fressen.

Tipp

Das kannst du auch später, zwischendurch immer wieder machen, auch dann, wenn du schon bei Schritt 2 oder weiter bist.

Wenn du merkst, dein Hund kann es gar nicht erwarten, dass du den Futter-Dummy öffnest und er sich auf den Inhalt stürzen darf, hat er verstanden, dass das Futter-Dummy toll und voller Futter ist. Jetzt kannst du Schritt 2 starten.

Schritt 2: Bringen des Futter-Dummys

Schritt 2 soll deinen Hund dazu bringen, zunächst den Futter-Dummy zu bringen. Du stellst dazu wieder sicher, dass der Futter-Dummy mit Futter gefüllt ist. Wenn dein Hund jetzt etwas richtig gemacht hat zeigst du ihm den vollen Futter-Dummy, machst ihn auf, zeigst ihm den Inhalt lässt ihn aber nicht fressen, sondern verschließt ihn wieder und schmeißt ihn weg.  Läuft dein Hund hin, animieren ihn mit Gesten und aufmunternden Worten, ihn mitzubringen. Sollte er ihn auch nur einen kleinen Moment hochheben, lobe ihn überschwenglich, gehe zu ihm hin, öffne den Futter-Dummy und lass ihn fressen.

Wiederhole das ein paar Mal. Du wirst sehen, dein Hund wird den Futter-Dummy immer länger festhalten. Versuche die Zeit zu nutzen und den Hund zu animieren mit dem Futter-Dummy zu dir zu kommen. Immer wenn du, der Hund und der Futter-Dummy an einem Platz seid, egal ob du dem Hund zunächst noch entgegen gehst, oder der Hund zu dir kommt, darf er aus dem Futter-Dummy fressen.

Achtung

Es ist dabei ganz wichtig, dass der Futter-Dummy so gestaltet ist, dass der Hund sich nicht selbst daraus bedienen kann. Daher ist ein fester Klettverschluss besser als ein Reißverschluss. Letztere sind oft zu leichtgängig und die Hunde haben schnell raus, wie sich ein Reißverschluss öffnen lässt und machen sich dann über den Inhalt her, ohne den Futter-Dummy zu bringen.

Du kannst Schritt 2 als abgeschlossen betrachten, wenn du auf der Stelle stehen bleiben kannst  und dein Hund zum Futter-Dummy läuft,  ihn aufnimmt und zu dir bringt. Er muss ihn aber noch nicht festhalten und vorsitzen oder in die Grundstellung kommen. Das kommt später. Wichtig ist nur, dass dies zuverlässig und regelmäßig funktioniert.

Tipp

Natürlich kannst du das Bringen des Futter-Dummys auch als separate Übung üben. Du musst dich also nicht darauf beschränken den Futter-Dummy nur als Belohnung für eine andere Übung zu schmeißen.  Das solltest du nur am Anfang tun, damit der Hund eine entsprechende Erwartungshaltung hat, die du ausnutzen kannst.

Schritt 3: Einführen eines „Bring“-Kommandos

Funktioniert das Bringen zuverlässig, führst du das Kommando ein, das du zum Apportieren nutzen willst. Das sagst du zunächst in dem Moment, wo der Hund den Futter-Dummy hochhebt. Das solltest du ruhig 50 Mal oder häufiger wiederholen.

Tipp

Du kannst diesen Schritt auch sehr gut dazu nutzen, um dem Hund Tempo und Spaß am Apportieren beizubringen. Hat er das Futter-Dummy aufgenommen, renne ab und an mal weg und animiere ihn, hinter dir her zu rennen und Tempo zu machen. Dann verknüpft dein Hund direkt Spaß und Tempo mit dem „Bring“-Kommando.

Später gehst du dazu über das „Bring“-Kommando schon zu sagen, wenn dein Hund sich von dir entfernt, um zum Futter-Dummy zu laufen. Dann kannst du bspw. wenn du den Clicker nutzt, klicken, sobald er den Futter-Dummy aufnimmt.

Du kannst zum nächsten Schritt übergehen, wenn dein Hund verstanden hat, dass er nicht nur intuitiv dem Flug des Futter-Dummys folgen soll, sondern ganz gezielt mit dem „Bring“-Kommando den Futter-Dummy aufhebt. Das kannst du wie folgt testen:

  1. Sorge dafür, dass dein Hund sitzt oder liegt und an seinem Platz bleibt. Fehlt ihm noch der nötige Gehorsam sollte eine Hilfsperson ihn an der Leine festhalten.
  2. Zeige ihm den Futter-Dummy und lege ihn ein bis zwei Meter vom Hund weg, auf den Boden.
  3. Falls eine Hilfsperson den Hund an der Leine hält, warte nun ab, bis dein Hund sich so weit beruhigt und entpannst hat, dass er an lockerer Leine sitzt oder liegt.
  4. Gibt ihm nun das „Bring“-Kommando.

Wenn er auf das Kommando reagiert, aufsteht und den Futter-Dummy bringt, hat er das Kommando verstanden. Ansonsten musst du Schritt 3 weiter trainieren.

Tipp

Es ist ganz wichtig, dass du den Futter-Dummy zum Testen auslegst und nicht wirfst, sonst kann du nicht feststellen, ob deinen Hund dein Kommando oder die bewegte Beute veranlasst hinzulaufen.

Schritt 4: Bringen des Futter-Dummys ohne Futter-Inhalt

Nach und nach solltest du das Futter im Futter-Dummy durch anderen Inhalt ersetzen. Du könntest natürlich das Futter einfach reduzieren. Dann wird der Futter-Dummy aber zu leicht und du kannst ihn nicht mehr gut werfen. Besser ist es, du füllst den Dummy nun mit einer Beißwurst aus gleichem Material und reduzierst dann dann das zusätzlich eingefüllte Futter, bis irgendwann kein Futter mehr vorhanden ist.

Dann musst du natürlich den Hund mit Futter bestätigen, dass du in der Tasche hast, wenn er den Futter-Dummy bringt. Denn das soll ja auf jeden Fall für den Hund positiv sein.

Tipp

Ganz wichtig ist dabei, dass der „Ersatzinhalt“ des Futter-Dummys keinen anderen Geruch hat als der Futter-Dummy. Sonst würde der Hund schnell erkennen, ob es sich „lohnt“ ihn zu bringen oder nicht. Daher solltest du den Inhalt aus dem gleichen Material wählen wie den Futter-Dummy, also bspw eine Leder-Beißwurst, wenn der Futter-Dummy aus Leder ist.

Schritt 5: Apportieren der Beißwurst

Bringt der Hund den Futter-Dummy zuverlässig auch, wenn kein Futter drin ist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen. Du wirfst abwechseln den Futter-Dummy mit Futter und und bspw. eine Beißwurst, die farblich und vom Material ähnlich dem Futter-Dummy ist. Beides sollte so ähnlich sein, dass der  Hund nicht auf den ersten Blick oder schon vor erreichen des Apportels erkennen kann, ob es der Futterbeutel oder die Beißwurst ist.

Immer wenn der Hund mit dem zu bringenden Gegenstand bei dir ist, bekommt er Leckerchen. Mal aus dem Futterbeutel, mal aus Deiner Hand, immer im Wechsel. Wichtig ist aber, er bekommt immer was!

Klappt auch das zuverlässig, apportiert er die Beißwurst genauso wie den Futterbeutel, kannst du zu Schritt 6 übergehen.

Schritt 6: Umsteigen auf Apportel

Nun wirfst du im Wechsel, den Futter-Dummy, die Beißwurst und das Apportel. Auch hier gilt, immer wenn der Hund es aufnimmt bestätige ihn, bspw. mit einem Click  und immer wenn er damit zu dir kommt, gibt es ein Leckerchen.  Du wirst sehen, der Hund  verinnerlicht in kürzester Zeit, „wenn ich auf ‚Brings‘ etwas zu meinem Hundeführer bringe, kriege ich ein Leckerchen“.

Nun musst du dem Hund nur noch beibringen, den apportierten Gegenstand festzuhalten und vorzusitzen oder damit in die Grundstellung zu kommen. Das ist aber wieder ein anderes Problem und wird demnächst in einem gesonderten Beitrag behandelt.

 

Die perfekte Grundstellung

Jede Übung, nicht nur beim Obedience, sondern auch schon in der Begleithunde-Prüfung, beginnt und endet mit der Grundstellung. Daher ist eine „perfekte“-Grundstellung schon mal eine gute Basis für jede Prüfung. Aber was zeichnet eine perfekte Grundestellung aus?

Wie eine perfekte Grundstellung aussehen sollte

beschreibt die Prüfungsordung. Der Hund sollte

  • Aufmerksam
  • dicht der linken Seite des Hundeführers
  • parallel zu diesem
  • mit Schulter des Hundes auf Kniehöhe des Hundeführers
  • sitzen.

Im Prinzip also ganz einfach :-)

Aber schon die „Schulter auf Kniehöhe des Hundeführers“, ist eine Definition, die für einige Hunde schwer zu realisieren ist, denn gerade bei großen und sehr langen Hunderassen besteht das Problem, dass die Hunde, wenn ihre Schulter auf Kniehöhe ist, ihre Pfoten deutlich vor den Füßen des  Hundeführers stehen, weil sie oftmals gar nicht steil genug sitzen können. Das wiederum ist auch nicht erwünscht.

Was aber jeder Hund kann, ist eng und parallel zum Hundeführer und in etwa auf gleicher Höhe sitzen. Und das ist eine Frage des Trainings.

Wie soll die Grundstellung eingenommen werden?

Wenn feststeht, wie die Grundstellung aussehen soll, stellt sich die Frage, wie diese vom Hund eingenommen werden soll. Ich bin der Meinung, hier wird beim Training in vielen Vereinen und auch in den meisten Obedience-Büchern zu  wenig Wert drauf gelegt, denn ich finde die Frage des „Wie“ schon ganz wichtig. Warum?

Ganz einfach. Es gibt im Grunde zwei Methoden und oft wird die gewählt, die der Hund anbietet. Ich gebe ja zu, das habe ich auch getan, bei meinem Engelchen :-) Aber der hat mir die Methode angeboten, die ich (im Nachhinein betrachtet) auch immer empfehlen würde. Damals war mir das auch eigentlich egal. Ich habe seine Methode, einen 180°-Sprung in die Grundstellung zu machen, aber aus verschiedenen Gründen zu schätzen gelernt.

Hintenrum laufen oder ein 180°-Sprung an die Seite?

Die Methode die man eigentlich am häufigsten sieht, ist, dass der Hund aus dem Vorsitz oder wenn er auf den Hundeführer zuläuft und sich in die Grundstellung begibt, links am Hundeführer (aus Sicht des Hundes) am Hundeführer vorbeiläuft, hinter ihm wendet und sich dann an die linke Seite des Hundeführers setzt.

Skizze eines Hundes, der aus dem Zulauf den Hundgeführer umrundet, um die Grundstellung einzunehmen

Um die Grundstellung einzunehmen kann der Hund den Hundefuehrer umrunden

Bei dieser Methode bestehen meiner Erfahrung nach mehrere Probleme.

Insbesondere große Hunde, umrunden den Hundeführer in einem recht großen Bogen, denn sie müssten sich sonst stark biegen. Zum einen sieht der Bogen nicht besonders schön aus, zum anderen besteht dadurch die Gefahr, dass der Hund sich schief neben den Hundeführer setzt, zu weit hinten sitzt oder zu weit vorne. Die Art und Weise, wie er sich schief hinsetzen kann, ist dabei recht vielfältig. Er kann mit dem Hintern hinter dem Hundeführer sitzen oder hinten weiter weg vom Hundeführer als vorne. Beides ist möglich.

Skizze mit dem Laufweg für eine gerade Grundstellung

Gerade Grundstellungen erfordern dass der Hund gerade auf den Hundeführer zuläuft oder sich nachträglich vor dem Absetzen korrigiert.

Die meisten Hunde setzen sich nur dann gerade neben den Hundeführer, wenn sie so weit hinter den Hundeführer laufen, dass sie nach der Wendung gerade auf ihn zulaufen können. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn da nicht die Sache mit der Obedience-Ringbegrenzung wäre.

Es ist nunmal so, dass auf vielen Hundeplätzen der Platz begrenzt ist und damit auch die Ringgröße. Das heißt um die Übungen sinnvoll unterzubringen, beginnen nun mal viele in der Nähe der Ringbregrenzung und enden dann in der Regel auch da. Und wenn zur Ringbegrenzung nur 2-3m Platz sind und der Hund den Hundeführer in einem weiten Bogen umrundet, passiert es gar nicht selten, dass der Hund dabei den Ring verlässt und dann ist die Übung nun mal mit 0 zu bewerteten. Es bringt also wenig einen perfekten Richtungsapport oder eine perfekte Geruchsidentifizierung zu trainieren, wenn der Hund beim Abschluss der Übung alles zunichte macht, weil er zum Einnehmen der Grundstellung den Ring verlässt.

Aber das war noch nicht alles, was bei dieser Methode aus meiner Sicht ungünstig ist. Es gibt noch eine Reihe mehr:

  • Viele Hunde neigen dazu, wenn sie ohnehin um dich rumlaufen müssen, dass sie dann schon im Vorsitz schief sitzen, um schneller in die Grundstellung zu gelangen.
  • Die meisten Hunde, die auf diese Weise die Grundstellung einnehmen, haben nie gelernt ihre Position in der Grundstellung zu korrigieren, das heißt, um die Grundstellung zu korrigieren, laufen sie erneut eine Runde um dich rum. Spätestens bei den Schritten rückwärts (ab Klasse 1) und seitwärts (ab Klasse 3) gibt es dann Probleme, denn was macht der Hund dann wohl, wenn du „Fuß“ sagst und zurückgehst? Da er nie gelernt hat sich zu korrigieren, wird er um dich rumlaufen um die Grundstellung einzunehmen. Im besten Fall sieht das nur blöd aus, im schlechtesten fällst du beim zweiten Schritt rückwärts über den Hund.
  • Bei den Wendungen auf der Stelle, ab Klasse 2  wird es ebenfalls zu Problemen kommen, denn auch da kann der Hund die neue Grundstellung nur durch Umrunden des Hundeführers einnehmen.
  • Befindet sich der Hund beim Umrunden hinter dir, ist er aus deinem Blickfeld weg. Das reduziert deine Kontrollmöglichkeiten erheblich, denn wenn er dann etwas sieht und Gas gibt, kannst du ihn kaum vor Verlassen der Ringbegrenzung stoppen. Zudem neigen viele Hunde, gerade beim Apportieren dazu, sich in „unbeobachteten“ Momenten mit dem Apportel aus dem Staub zu machen. Auch dazu haben sie dann Gelegenheit.

Hinweis

Natürlich kann man einem Hund, der auf diese Weise die Grundstellung einnimmt auch beibringen, sich in der Grundstellung zu korrigieren und die Wendungen auf der Stelle korrekt zu machen. Ich bin allerdings der Meinung, dass dies viel aufwändiger ist. Und natürlich ist es eine Frage des Gehorsams, ob der Hund es ausnutzt, wenn er nicht mehr unter Beobachtung ist, aber wie sagt man so schön „Gelegenheit macht Diebe“.

Skizze eines Hundes der die Grundstellung mit 180°-Grad-Wendung einnimmt.

Die zweite Möglichkeit die Grundstellung aus dem Vorsitz einzunehmen ist der Sprung oder die Wendung auf der Stelle um 180 Grad

Die 180°-Grad-Wendung, bzw. der 180°-Grad-Sprung in die Grundstellung hat dagegeben eine Menge Vorteile.

  • Macht der Hund dies mit viel Schwung, sieht es es sehr freudig und elegant aus.
  • Dein Hund ist immer in deinem Blickfeld.
  • Selbst wenn der Hund zu viel Schwung hat, wird er spätestens, wenn er an deinen Bein „anschlägt“ gestoppt und sitzt dann in der Regel gerade, eng und in der passenden Höhe neben dir.
  • Dein Hund kann niemals versehentlich den Ring verlassen.

Tipp:

Ich würde in jedem Fall meinem Hund den Sprung aus dem Vorsitz in die Grundstellung beibringen, denn auch, wen du den Vorsitz nicht machst, sieht es deutlich eleganter aus, wenn der Hund auf diese Weise die Grundstellung direkt einnimmt.

Den 180°-Sprung trainieren

Fraglich ist jetzt also, wie du deinem Hund beibringst auf diese Weise in die Grundstellung zu kommen. Im einfachsten Fall fängst du damit schon im Welpenalter an. In diesem Fall solltest du deinen Welpen immer mit Futter in der linken Hand richtig aus dem Vorsitz in die Grunstellung führen und in der Grundstellung bestätigen. Wenn du ihm niemals zeigst, dass er auch hintenherum laufen kann, werden das 99% aller Hunde auch nicht tun.

Wenn dein Hund schon etwas älter ist und bereits gelernt hat, hinten um dich rum zu laufen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Diese hängen auch davon ab, wie tief das schon im Hund drin sitzt. Viele Hundeführer sorgen aber gerade mit zusätzlichen Handzeichen dafür, dass ihr Hund hinten herum läuft. Von sich aus, würden das viele Hunde gar nicht tun, denn sie müssen dann den weiteren Weg laufen. Die meisten Hunde sind aber durchaus effizient und würden immer den kürzesten Weg wählen.

Du solltest daher folgenden Test durchführen:

  1. Setze deinen Hund hin und stelle dich vor ihn oder bringe ihn anderweitig in den Vorsitz.
  2. Sieh nun den Hund nicht an, sondern einfach gerade über ihn hinweg. Stecke die Hände in die Tasche oder tue sie auf den Rücken.
  3. Gib nun das Kommando für die Grundstellung, in der Regel „Fuß“.
  4. Wiederhole das ganz, ca. 10 x und beobachte, wie der Hund die Grundstellung einimmt.

Es gibt nun drei mögliche Ergebnisse des Tests.

Dein Hund nimmt die Grundstellung immer auf die gleiche Weise ein. In diesem Fall hat der Hund diese Möglichkeit die Grundstellung einzunehmen schon wirklich verinnerlicht. In diesem Fall ist es vielleicht ratsam wenn du für die andere Methode die Grundstellung einzunehmen ein neues Kommando einführst.

Dein Hund nimmt die Grundstellung mal auf die eine und mal auf die andere Weise ein. In diesem Fall hast du eine gute Basis für das Training. Du bestätigst in diesem Fall einfach nur die richtige Methode und belegst die unerwünschte, das hintenherum Laufen, mit einem negativen Abbruchsignal oder ignorierst es einfach nur.

Dein Hund nimmt die Grundstellung gar nicht ein. Das heißt dann, dein Hund hat das Kommando für die Grundstellung noch gar nicht verstanden und regiert, auf andere Signale bspw. ein Handzeichen. Dann solltest du zunächst weiter daran arbeiten, dem Hund das Kommando für die Grundstellung zu vermitteln. Erst wenn er auf das Kommando in die Grundstellung kommt, egal wie, kann er überhaupt eine Idee entwickeln aus dem Vorsitz auf das Kommando hin, in die Grundstellung zu kommen.

Läuft dein Hund immer um dich herum, hat er keine Idee, wie er sonst die Grundstellung einnehmen soll. In diesem Fall musst du ihm diese Idee erst einmal geben. Dazu kannst du eine der folgenden Methoden wählen.

Tipp:

Beginne am besten mit der ersten und probiere sie alle der reihe nach aus, wenn du nach einer gewissen Trainingszeit keine Fortschritte bemerkst.

Nimm ein hochwertiges Spielzeug oder Leckerchen in die Hand und halte es für den Hund gut sichtbar so vor deinen Körper, dass der Hund gerade vorsitzt. Gib nun das Kommando für die Grundstellung, freundlich aber fordernd. Die allermeisten Hunde werden jetzt den Blick nicht von ihrer Belohnung lassen wollen und daher auch von sich aus vermeiden, hinter dir herum zu laufen, denn dann gibt es einen Moment, wo sie die Belohnung nicht mehr sehen können.

Reicht das alleine nicht, unterstütze deinen Hund, indem du dich so hinstellst, dass rechts von dir eine Wand, ein Zaun oder ein anderes Hindernis ist, was den Hund hindert, wie gewohnt um dich herum zu laufen. Lass ihm dann ruhig Zeit, dränge ihn nicht, damit er selbst auf die Idee kommt, wenn es auf der einen Seite nicht geht, eben anders in die Grundstellung zu kommen.

Sollte auch das alleine noch nicht reichen, nimm zusätzlich ein Leckerchen in die linke Hand und „führe“ den Hund damit in die Grundstellung.

Tipp:

Wichtig ist in jedem Fall, dass du ihn ausgiebig lobst, sobald er auf die gewünschte Weise in die Grundstellung kommt. Wichtig ist Anfangs vor allem, dass er keinen Versuch mehr unternimmt doch um dich herum zu laufen und dass er am Ende gerade und korrekt neben dir sitzt. Wie er da hin kommt ist zunächst, solange er nicht um dich herum läuft, völlig egal. Er wird mit der Zeit ohnehin seine eigene Technik finden und das wird in aller Regel, sofern die Belohnung für die Grundstellung wichtig genug für ihn ist, der kürzeste Weg sein.

Fehler vermeiden

Es gibt einige wenige Hunde, die auch nach einer gewissen Trainingsdauer nicht von selbst auf die Idee kommen, durch eine 180°-Wendung in die Grundstellung zu „rutschen“. Stattdessen laufen Sie zwar, wenn man sie hindert auf der rechten Seite des Hundeführers vorbei zu laufen, zwar links vorbei, machen dann aber dort einen weiten Bogen und müssen dazu aus dem Vorsitzen vor dem Hundeführer eine starke Wendung  machen (blaue Linie) oder sie laufen gerade am Hundeführer vorbei und machen hinter ihm eine Kehrtwende (rote Linie). Beides ist zwar etwas besser als komplett hinter dem Hundeführer herumzulaufen. Dennoch ist auch das nicht sinnvoll und das Ziel der Aktion.

Der Hund läuft jetzt nicht mehr um den Hundeführer herum, macht aber dennoch hinter ihm eine Kehrtwende oder einen weiten Bogen auf dessen linker Seite.

Solchen Hunden solltest du in kleinen Schritten die passende Technik beibringen. Dazu stellst du dich so schräg aber noch recht dicht neben den sitzenden Hund, als wenn dieser eine schräge Grundstellung macht, so dass der Winkel zwischen dir und deinem Hund ca. 30° beträgt. Aus dieser Position heraus gibst du nun das Kommando für die Grundstellung und versuchst dem Hund zu helfen, dass er ohne ganz aufzustehen nur seinen Hintern an dich ranrückt. Klappt das bei einem 30°-Winkel gut und flüssig, vergrößerst du den Winkel zwischen dir und deinem Hund allmählich, bis du wieder auf 180° bei einem geraden Vorsitz angelangt bist.

Der Hund lernt in kleinen Schritten in die Grundstellung zu rutschen

Durch immer größere Winkel zwischen dir und deinem Hund lernt der Hund allmählich auch größere Distanzen durch „Rutschen“ und nicht durch „laufen“ zu überwinden.

 

Vom „Rutschen“ zum Springen

Wenn dein Hund erst einmal gelernt hat, durch Rutschen in einer 180°-Wendung in die Grundstellung zu kommen, ist es bei den meisten Hunden nur eine Frage des Tempos und des „Spaßfaktors“, ob sie das eher gemütlich durch „rutschen“ oder durch einen kleinen Hüpfer oder zumindest eine sehr flüssige Bewegung machen.

Wenn du einen temperamentvollen Hund hast, und gerne hättest, dass er auf der Stelle senkrecht nach oben springt, sich im Sprung um 180° wendet und beim „Landen“ perfekt in der Grundstellung sitzt, kannst du das im Prinzip nur trainieren, indem du dem Hund sein Lieblingsspieli oder Leckerchen in Aussicht stellst und ihn so animierst möglichst schnell in die Grundstellung zu kommen. Macht er dann den gewünschten Hüpfer kriegt er natürlich eine überdimensionale Belohnung dafür. Kommt er nur „normal“ in die Grundstellung, gibt es eben nur eine kleine Belohnung. Wichtig ist, dass der Hund ab und an ein Erfolgserlebnis hat. Nur dann kann er lernen was du von ihm willst.

Im Allgemeinen machen die meisten Hunde das jedoch von selbst, wenn sie ausreichend motiviert sind. Mein Engelchen hat das früher von sich aus gemacht und  es sah immer toll aus. Jetzt, in fortgeschrittenem Alter, macht er das leider auch nicht mehr. Ist ihm aber nicht übel zu nehmen, wenn wir auf die 80 zugehen, vollbringen wir auch keine sportlichen Höchstleistungen mehr.

Du solltest daher auch immer bedenken, ob dein Hund altersgebedingt und von seinem Gesundheitszustand und/oder Gewicht überhaupt in der Lage ist, einen solchen Sprung zu machen. Kleinen und leichten Hunden fällt das sicherlich deutlich leichter als großen und schweren. Wenn ein Hund übergewichtig ist und damit deutlich mehr Gewicht bewegen muss als für seine Statur  und seinen Körperbau normal ist, solltest du ihn erst auf Diät setzen, bevor du so etwas von ihm verlangst.

Die große Frage: Vorsitz oder Grundstellung in Abrufübungen

Wer prüfungsmäßig mit seinem Hund seine Freizeit gestalten will und dabei Erfolg haben will, dem bleibt in kaum einer Sportart erspart eine Begleithundeprüfung zu machen. Dafür ist es eigentlich notwendig, für das Abrufen aus dem Platz das Vorsitzen des Hundes zu üben. Das sollte gerade und dicht sein und der Hund sollte mit der Grundstellung auf das Kommando des  Hundeführers warten und hier ergeben sich dann gleich mehrere Fehlerquellen. Die lassen sich beim Obedience vermeiden, denn da kannst du dir aussuchen ob dein Hund vorsitzt oder gleich in die Grundstellung kommt. Und das gilt nicht nur für das Abrufen aus dem Platz sondern auch für die Apportierübungen, den „Sprung über die Hürde“, „Abrufen mit Steh und Platz“ bzw. „Abrufen mit Steh“, sowie die Geruchsidentifizierung. In allen diesen Übungen kannst du die Fehlerquellen des Vorsitzes vermeiden.

Warum überhaupt „Vorsitzen“ üben?

Für viele Trainer in Vereinen, vor allem die, die selbst kein Obedience machen, ist es einfach so, nach dem Abrufen aus dem Platz für die BH-Prüfung kommt der Vorsitz. Alternativen lernen viele daher gar nicht kennen und die gibt es, auch wenn das Vorsitzen dennoch in vielen Prüfungen und Sportarten gefordert wird.

  • Begleithundeprüfung
  • Unterordnung beim THS (Vierkampf)
  • VPG

Wer aber nach der Begleithundeprüfung Agility und/oder Obedience machen möchte, für den ist der „Vorsitz“ nach der Begleithundeprüfung nicht mehr notwendig. Und wer zwar neben Obedience, THS Vierkampf macht, sich aber ohnehin keine Platzierungen in den Top-Rängen auf überregionalen Prüfungen ausrechnet, für den spielt der Punktabzug durch den fehlenden Vorsitz auch keine große Rolle.

Problem BH-Prüfung?

Dass vor der ersten Obedience-Prüfung die BH-Prüfung mit dem Vorsitz in der Platzübung steht, sehe ich eigentlich nicht wirklich als Problem an. Wenn du mit deinem Hund auf die 1-3 Punkte für den fehlenden Vorsitz in der Platzübung angewiesen bist, um die BH-Prüfung zu bestehen, dann ist dein Hund eigentlich nicht fit für die BH-Prüfung und schon gar nicht für die Beginner-Prüfung, denn da gibt es dann genügend andere Baustellen an denen du arbeiten solltest.

Ich würde bei einem Hund, mit dem ich Obediencen machen will und nicht zusätzlich VPG, niemals mehr den Vorsitz üben. Denn der ist deutlich fehleranfälliger als die Grundstellung. Das später, nach der BH-Prüfung umzutrainieren, ist wieder langwierig und produziert zumindest in der Übungsphase wiederum Fehler, zumal ja beim parallelen Training für die Beginner-Prüfung auch die Apportierübung mit „Vorsitz“ geübt werden sollte, wenn man sich für die BH-Prüfung für den „Vorsitz“ nach dem Abrufen entscheidet.

Hinweis

Natürlich wäre denkbar, von vornherein beim Apportieren auf den Vorsitz zu verzichten und beim reinrufen nicht. Es kommt im Prinzip auf den Hund und die eigene Konsequenz beim Üben an, ob der Hund dazu neigt, das dann zu verwechseln oder das strikt trennt.

Ich habe mit meinem Engelchen neben Fährte und Obedience (erst ziemlich spät) lange Zeit VPG-Unterordnung trainiert, eben für Pokalkämpfe etc. und daher den Vorsitz trainiert, denn da kommt der Vorsitz  neben der Platz-Übung ja auch in den drei Apportierübungen vor und ist daher auch deutlich teurer. Nachdem er Anfang 2012 ein Alter erreicht hatte, in dem es ihm sichtlich schwer fällt die 1m-Hürde zu springen, wollte ich ihm das auch ersparen und habe mich entschlossen, wegen der nachfolgend aufgeführten Gründe, auch den „Vorsitz“ wegzutrainieren. Nachdem der Hund jedoch 10 Jahre lang immer beim Reinrufen und apportieren vorgesessen hat, gestaltet sich das doch sehr langwierig. Zwar kommt er auch auf Prüfungen immer häufiger gleich in die Grundstellung, es gibt aber leider auch Prüfungen, wo er sich nicht entscheiden kann und dann extrem schräg vorsitzt. Das kostet natürlich extrem viel Punkte, denn in Klasse 3 sind davon gleich 4 Übungen betroffen:

  • Abrufen mit Steh und Platz
  • Metallapport über die Hürde
  • Richtungsapport
  • Geruchsunterscheidung

Aus diesem Grund würde ich nie wieder, den Vorsitz üben, wenn der nicht auch nach der BH notwendig ist, und auch später nie wieder umtrainieren.

Was spricht für die direkte Grundstellung?

Wenn du mit deinem Hund nur Obedience und andere Sportarten machst, die keinen Vorsitz erfordern, spricht aus meiner Sicht alles dafür, den Hund immer direkt in die Grundstellung kommen zu lassen.

Denn der Vorsitz ist sehr fehleranfällig und kostet dann immens viel Punkte. Nimm an, dein Hund kommt zu dir und sitzt schräg vor, dann gibt es schon mal Abzug. Dann kommt er vielleich noch vor Kommando selbständig in die Grundstellung, wieder Punktabzug und sitzt dann vielleicht noch schräg, zu weit hinten oder vorne und dann gibt es noch mal Abzug. Oder du brauchst dann zum Einnehmen der Grundstelllung ein Doppelkommando. Auch das kostet wieder Punkte und wenn die Grundstellung dann schief ist noch mal.

Wenn dein Hund jedoch gleich in die Grundstellung kommt, kann er sich zwar auch schief setzen und kriegt dafür Punktabzug, aber ein Doppelkommando der selbständiges Arbeiten kann nichts kosten. Dazu kommt noch, dass auch zu viel Abstand beim Vorsitz natürlich Punkte kostet und auch das entfällt.

Hinweis

Wenn dein Hund natürlich perfekt vorsitzt, ist daran nichts auszusetzen. Ich habe allerdings bisher auf Prüfungen immer mehr Hunde gesehen, die dafür Punktabzug kriegen, als Hunde die dies in allen betroffenen Übungen perfekt machen.

Alleine schon das dichte „Vorsitzen“ zu üben, ist bei Hunden, die sich von sich aus nach hinten absetzen ein Problem.

Hund beim Beginn des Vorsitzes

Viele Hunde setzen sich nach hinten ab, ziehen also die Vorderbeine nach hinten vor die Hinterläufe. Dies verhindert ein enges Vorsitzen.

Damit ein Hund eng und dicht vorsitzen kann, muss er lernen, mit den Vorderbeinen stehen zu bleiben und die Hinterläufe unter die Vorderläufe zu ziehen. Das ist etwas, das man den meisten Hunden mit viel Mühe beibringen muss und was außer für den „Vorsitz“ eigentlich nicht gebraucht wird.

Hinweis

In der Distanzkontrolle ist das eigentlich nur bei Hunden notwendig, die mit den Vorderläufen fest stehen bleiben und diese Hunde machen das in der Regel von alleine und sind auch beim Vorsitz nicht das Problem.

Natürlich kann es auch andere Gründe dafür geben, dass der Hund beim Vorsitzen einen Abstand einhält. Es gibt durchaus Hunde die zumindest bei der Arbeit eine gewisse Distanz zum Hundeführer wahren, ohne dass das was mit Angst zu tun haben muss. Für diese Hunde ist die Grundstellung ebenfalls deutlich einfacher.

Kommt der Hund gleich in die Grundstellung und macht er das auf die richtige Art und Weise, sieht das auch deutlich ansprechender aus. Zumindest finde ich das, aber das ist natürlich auch Geschmackssache.

Es gibt also kaum einen Grund, außer du möchtest mit dem Hund auch VPG machen, dir das Training eines perfekten Vorsitzes anzutun.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 2

Wenn dein Hund keinen Spaß am Laufen hat, kannst du die Richtungsanweisung auch anders trainieren, nämlich mit Target.

Diese Methode hat gegenüber Variante 1 einen großen Vorteil, der Hund sucht das Target mit den Augen und hat es dann später, beim Umstieg auf Apportel leichter, auch diese mit den Augen zu finden, auch wenn sie ungünstig liegen und sehr klein sind. Allerdings spricht nichts dagegen, dass du, nachdem du einem lauffreudigen Hund mit der ersten Variante beibegebracht hast, deine Richtungsanweisung anzunehmen, dann auch zwischendrin mal die Target-Methode wählst, um ihm die Suche mit den Augen nach dem Ziel nahe zu bringen.

Voraussetzungen

Dein Hund muss ein Target kennen, zu dem er läuft und er sollte möglichst Spaß daran haben. Wie du das Target trainierst, findest du hier …

Das brauchst du

Du benötigst zwei gleiche Targets und ein Triebmittel, bspw.  Leckerchen oder Spielzeug zur Belohnung, optimal verwendest du einen Clicker.

So geht’s

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Wenn du bisher immer den Hund aus der Grundstellung gerade aus zum Target geschickt hast, muss dein Hund zuerst lernen, auch nach rechts oder links zum Target zu laufen und diese Anweisung aus einer Entfernung zu dir auszuführen. Gehe dazu wie folgt vor:

  • Stelle oder setze deinen Hund ab.
  • Zeige ihm, dass du das Target auslegst, ein paar Meter rechts oder links von ihm (der gelbe Kreis im Bild)
  • Stelle dich vor den Hund (das X im Bild).
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando für das Target zum Target und zeige dabei in die entsprechende Richtung.
  • Tausche dann die Position mit dem Hund, so dass dieser nun auch in die ande Richtung zum Target laufen muss, oder lege das Target in der anderen Richtung aus.

Trainiere das so lange, bis der Hund auf deine Richtungsanweisung immer sicher zum Target läuft, auch wenn du die Entfernung zwischen Hund und Target erhöhst  und wenn der Hund nicht mehr beim Auslegen zusieht.

Schicken zu zwei Targets im Wechsel

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Im nächsten Schritt legst du zwei Targets aus, eins rechts und eines links vom Hund. Nun schickst du den Hund im Wechsel mal zu dem einen und mal zu dem anderen Target.

Bestätige ihn nur, wenn er in die richtige Richtung läuft und am Target ankommt.

Tipp

Allerdings haben Hunde, die nicht gerne laufen beim Training mit Targets oft ein Motivationsproblem. Das liegt daran, dass Hunde die Spaß am Laufen haben, sich bei der Methode mit dem Umrunden der Pylos Spaß und Bestätigung durch die Übung selbst holen, weil sie da durch die Gegend psen können.  Für lauffaule Hunde ist aber das Target nur Mittel zum Zweck. Daher musst du unbedingt darauf achten, in kurzen Einheiten zu üben oder den Spaß am Erreichen des Targets dadurch aufrecht zu erhalten, dass am Target etwas überraschendes für den Hund folgt. Variiere also unbedingt die Belohnung nach dem Click am Target!

Den Hund in einem Bogen zum Target schicken

Der Hund steht nun mittig vor den Targets

Die Targets legst du allmählich immer weiter nach hinten, hinter den Hund

Im nächsten Schritt legst du die Targets immer schrittweise weiter nach hinten, so dass der Hund jetzt nicht mehr zwischen den Targets steht, sondern vor den Targets und wie beim späteren Richtungsapport in einem Bogen zum Target laufen muss.

Tipp

Damit der Hund später die Situation Richtungsapport besser von der Box unterscheiden kann, obwohl du ja in beiden Fällen ein Sichtzeichen als Richtungsanweisung gibst (oder geben darfst), solltest du unterschiedliche Hörzeichen für das Schicken nach rechts und linkgs einführen, bspw. „Rechts“ und „Links“.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 1

Tipp

Auch wer VPG mit seinem Hund macht, sollte sich den Übungsaufbau mal durch den Kopf gehen lassen, denn ich musste feststellen, seit dem ich so den Richtungsapport geübt habe, kann Lexa perfekt revieren und sie bellt kaum noch dabei, weil sie gelernt hat sich darauf zu konzentrieren, wohin ich zeige.

Richtungsanweisungen gibt es ab Klasse 2, wenn es um den Richtungsapport geht. In Klasse 3 dann sowohl beim Schicken in die Box, wie auch beim Richtungsapport. Gerade apportierfreudige Hunde haben da so ihre Probleme. Die holen am liebsten das Apportel, was ihnen als erstes in den Blick kommt. In Klasse 3 ist das häufig das mittlere. Aber auch in Klasse 2 ist das Problem, dass viele Hunde auf das Apportel fixiert sind, was als letztes ausgelegt wird und das ist nun mal das Falsche.

Auch die Box zu finden ist natürlich für den Hund in Klasse 3 viel einfacher, wenn er schon mal der angezeigten Richtung folgt.

Trainingsziel

Ziel der Übung ist, dass der Hund in die Richtung läuft, in die du zeigst und dort eine Pylone, eine Stange oder ein VPG-Versteck umläuft, dann in deine Richtung läuft und eine weitere Richtungsanweisung von dir abwartet.

Später soll er dann bei Richtungsanweisung mit Handzeichen und einem zusätzlichen Hörzeichen nicht nur in die angegebene Richtung laufen und etwas umrunden, sondern in die Box laufen oder etwas apportieren, oder damit es nicht langweilig wird, zu einem Pylo laufen, der sich in der angegebenen Richtung befindet.

Voraussetzung

Optimal funktioniert das ganze mit Hunden, die gerne rennen und gasgeben und die Spaß am Laufen haben. Für lauffaule Hunde bietet sich eine Abwandlung an, die dazu Targets als Ziel nutzt. Mehr dazu folgt in einem separaten Artikel.

Übungsaufbau

Die Idee zu diesem Übungsaufbau stammt nicht von mir. Sie wurde mir in etwas abgewandelter Form zu Beseitigung meines Bell-Problems vorgeschlagen (Danke an Beate und Kirstin). Ich habe dann relativ schnell erkannt, dass sich mit dem nachfolgend beschriebenen Übungsaufbau aber das Problem beim Richtungsapport ebenso lösen ließ. Seit dem klappt der Richtungsapport  bei meiner Hündin eigentlich immer, vorausgesetzt, die Apportel sind nicht so klein, dass sie die auf die Entfernung nicht sieht. Aber sie läuft eigentlich immer in die angegebene Richtung!

Was du benötigst

Du brauchst dafür

  • 2 bis 3 Kegel oder Hütchen, alternativ auch Stangen oder Bäume.
  • etwas Platz, damit du die Hütchen oder Stangen im Abstand von 10 bis 20m platzieren kannst
  • optimal nen Clicker und Leckerchen oder Spielzeug zur Bestätigung

Ich musste feststellen, dass meine Hündin, da sie ein Minimalist ist, gerne über die Hütchen drüber gesprungen ist, um den Laufweg abzukürzen und bin dann am Anfang dazu übergegangen, in das Loch der Hütchen Stangen zu stecken. Mitterweile hat sie begriffen, dass sie nur zum Ziel kommt, wenn sie drumherum läuft.  Du kannst aber auch nur Stangen nehmen oder wenn du Bäume in passendem Abstand hast auch die.

Tipp

Pylos (also die Halbschalen, die in der Regel auch für Richtungsapport und Box verwendet werden) haben den Vorteil, dass du damit schon fast das Laufen zum Pylo trainiert hast. Wenn dein Hund schon mal gelernt hat, auf dein Kommando die Pylone zu umrunden, musst du ihn später nur noch neben der Pylone stoppen und schon steht er perfekt am Pylo.

rote Obedience-Halbschale

rote Obedience-Halbschale für Richtungsapport und Box und zur Markierung

Der ganze Aufbau funktioniert in 4 Schritten.

  1. Dein Hund lernt einen Pylo, eine Stange, oder auch einen Baum auf ein Hörzeichen zu umrunden und in deine Richtung zurückzulaufen.
  2. Dein Hund lernt parallel zum Hörzeichen ein  Handzeichen (zeigen in die Richtung des Pylos).
  3. Dein Hund lernt auf dem Weg zu dir, eine neue Richtungsanweisung entgegen zu nehmen und den gleichen oder einen zweiten (oder dritten) Gegenstand zu umrunden.
  4. Später lässt du das Hörzeichen weg und zeigst nur noch in die Richtung. Dann ist der Hund gezwungen wirklich zu sehen, wohin du zeigst und dich auch zwischendrin anzusehen.

Am Ende soll der Hund, sobald du das Handzeichen gibst, in die angegebene Richtung laufen und die Richtung wechseln, wenn du dein Handzeichen änderst und woanders hin zeigst. Zunächst ist es nur wichtig, dass er etwas umrundet. Das ist der erste Schritt zu Richtungsapport und Box. Und wenn du schlau bist, nutzt du Fehler des Hundes um ihm gleich das sofortige Stoppen aus dem Laufen heraus beizubringen. Sollte er dann beim Richtunsgapport mal zum falschen Apportel laufen, kannst du ihn wenigstens anhalten.

Einen Pylo auf Kommando umrunden

  • Lege deinen Hund ab, nimm den Pylo und gehe 1-2m vom Hund weg und platzieren dort den Pylo. Im optimalen Fall sollte der Hund dich dabei aufmerksam beobachten.
  • Nimm dein Triebmittel und gehe zum Hund nimm ihn mit Richtung Pylo und führe ihn nun mit Hilfe des Triebmittels um den Pylo rum. Gib ihm das Leckerchen oder schmeiß ds Spielzeug in die gewünschte spätere Laufrichtung, sobald der Hund die Wendung hinter dem Pylo abgeschlossen hat.
  • Wiederhole das ganze, bis du den Eindruck hast, der Hund hat verstanden, dass er einen Bogen um den Pylo laufen soll.

Nun folgt eine kleine Steigerung. Du führst ein Kommando ein. Ich sage bspw. „Außen“. Denke dir ein sinnvolles aus, das du für das „Umrunden“ des Pylos nehmen willst.

  • Setze oder lege deinen Hund wieder an die gleiche Stelle wie vorher auch, von wo er mit dem umrunden gestartet ist. Zeige wieder mit der Hand richtung Pylo als wenn du ihn wieder mit dem Triebmittel rumführen willst und gibt dabei das Kommando. Bestätige den Hund dafür, dass er wieder um den Pylo läuft.
  • Klappt das gehe dazu über, das „Führen“ mit der Hand wegzulassen und prüfe, ob der Hund dennoch den Pylo umrundet. Falls ja kannst du die Übung weiter variieren.
Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF, der neben dem Pylo steht bestätigt

Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF (X), der neben dem Pylo steht bestätigt, bspw. durch werfen des Spielszeugs in Laufrichtung. (schwarzer Pfeil) oder indem er sich das vorher platzierte Triebmittel (schwarzer Kreis) nehmen darf.

Nun wiederholst und festigst du das Ganze, indem du einen größeren Abstand wählst. Du kannst dem Hund anfangs dabei helfen, indem du den Hund ca.5-10m vom Pylo ablegst (oder setzt) und du dich selbst aber so neben den Pylo platzierst, dass  er nach der Wendung an dir vorbei laufen muss (X im Bild). Sobald der Hund dich passiert, folgt die Bestätigung. Entweder ein Click und werfen des Spielzeugs in Laufrichtung (schwarzer Pfeil im Bild) oder du platzierst das Triebziel (Leckerchen oder Spielzeug) in Laufrichtung  (schwarzer Kreis im Bild) so dass der Hund nach dem Click seine Richtung fortsetzen und sich das Triebmittel holen darf.

Hinweis

Das Hinlegen des Triebmittels setzt jedoch ein gewissen Maß an Selbstkontrolle und Disziplin beim Hund voraus, damit der sich nicht gleich am Triebmittel bedient.

Wenn das klappt entfernst du dich immer weiter vom Pylo  in Richtung Laufrichtung des Hundes, so dass der Hund am Ende einen kompletten Bogen um den Pylo machen musst und du einfach am Ausgangspunkt des Hundes stehen bleibst.

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

 

Fehlerbehebung

Je weiter der Hund zum Pylo laufen muss, desto eher können sich Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen. Hier ein paar Hinweise, wie du darauf reagieren kannst:

Wenn der Hund den Pylo nicht mehr hinten umläuft sondern vor dem Pylo kehrt macht, brich die Übung mit einem negativen Abbruchkommando ab und beginne neu. Zeig ihm vielleicht noch mal, zwischendrin mit deiner Führhand, dass er hinter dem Pylo wenden soll.

Wenn der Hund bellt, lass ihn bellen. Das Umrunden das Pylos ist ja nur ein Zwischenschritt. Meine Hündin bellt eigentlich fast immer wenn sie sich von mir entfernt und richtig Gas geben kann. Je größer die Entfernung desto mehr bellt sie. Das sie bei dieser Übung extrem gebellt hat, hat sich eher positiv auf andere Übungen ausgewirkt, denn ich habe mir angewöhnt bevor ich mit ihr auf den Platz gehe, sie zunächst mal ein paar Achten um Bäume laufen zu lassen, um sie 1. aufmerksam auf mich zu kriegen und sie kann sich 2. auspowern und sie ist dann ruhiger und gelassener. Für das Laufen zu Pylo wählst du später ja ein anderes Kommando und wenn dein Hund das Kommando zum Umrunden mit „bellen“ verknüpft ist das ja nicht schlimm, solange du beim Schicken zum Kegel auf „Ruhe“ bestehtst.

Der Hund macht kein Tempo sondern trottet gemächlich Richtung Kegel. Wenn das das „normale“ Arbeitstempo deines Hundes ist, ist das völlig OK. Wenn dein Hund auch schneller kann, dann fehlt ihm entweder die Motivation oder er ist einfach müde und/oder gelangweilt? Dann übe das in kürzeren Einheiten oder motiviere ihn, durch überraschende Aktionen nach dem Umrunden des Kegels. Laufe mit ihm um die Wette, schmeiß mal ein Spielzeug und mal darf er nach dem Click zu seinem Jackpot. Gestalte die Übung einfach interessanter und spannender für ihn.

Der Hund kürzt ab und springt über den Pylo, dann stecke eine Stange rein oder gehe komplett auf Stangen über, zumindest vorrübergehend.

Ein Handzeichen für die Richtung einführen

Der Hund steht dem Hundeführer gegenüber, rechts und links von diesem liegt jeweils eine Pylone um die der Hund mit Handzeichen geschickt wird

Schicke den Hund mit Zeigen und dem Kommando zum Umlaufen des Pylos in die gewünschte Richtung.

Im nächsten Schritt führst du ein Handzeichen ein, das dem Hund die Richtung zeigt, in die er laufen soll. Dazu gehst du wie folgt vor:

  • Platziere zwei Pylonen im Abstand von 10 – 15m zu einander.
  • Stelle dich nun mittig zwischen die Pylonen
  • Stelle den Hund 1-2m vor dich, so dass er dich ansieht.
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando zum Umlaufen und einem deutlichen Zeigen in Richtung der gewünschten Pylone, zum Pylo. Klicke und bestätige ihn, sobald er hinter der richtigen Pylone gewendet hat.
  • Wiederhole dies und schicke deinen Hund im Wechsel mal nach links und mal nach rechts um den Pylo.
  • Läuft der Hund sicher in die gewünschte Richtung, warte mit dem Click immer länger, und bestätige den Hund erst, wenn er auf deiner Höhe (X im Bild) ist. Schmeiß ihm das Spielzeug oder Platziere das Triebmittel (schwarzer Kreis im Bild) so, dass der Hund vor dir vorbeiläuft und wieder Richtung der gegenüberliegenden Pylone läuft und so schon den Ansatz einer Acht zeigt.

Fehlerbehebung

Es kann natürlich passieren, dass dein Hund dazu neigt eine bestimmte Richtung zu bevorzugen oder gerade am Anfang noch nicht versteht, dass du die Richtung mit Handzeichen anzeigst.  Um das zu ändern oder dem Hund klar zu machen, dass er auf dein Handzeichen achte muss, gibt es folgende alternative Möglichkeiten. Du kannst sie bei bedarf aber auch kombinieren.

  • Hilf deinem Hund, indem du dich anfangs noch mit dem Oberkörper in die Richtung drehst, in die du auch zeigst und selbst deinen Blick auf die Pylone richtest, statt auf den Hund.
  • Laufe nach dem Zeigen und dem Hörzeichen ein paar Schritte in die gewünschte Richtung mit dem Hund mit.
  • Brich die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft und beginne die Übung neu.

Sollte der Hund immer wieder in die falsche Richtung laufen und daher nie ein Erfolgserlebnis haben, stoppe ihn mit einem Stopp-Kommando. Wenn er noch keines kennt, führe eines ein, bspw. „Stopp“. Wenn er nun in die falsche Richtung läuft, rufe „Stopp“. 99% aller Hunde sind bei einem plötzlich geänderten Ablauf der Übung erst mal überrascht und blicken den Hundeführer an. Bestätige ihn in diesem Moment mit Click und Triebmittel für das Unterbrechen seines Laufes und stehen bleiben. Trainiere so, dass du den Hund jederzeit mit diesem Kommando stoppen kannst (mehr dazu auch im Beitrag zur Box). Wenn das Stoppen klappt, brich die Übung, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft nicht immer mit einem negativen Abbruchkommando ab, sondern stoppe ihn mit dem Stopp-Kommando. Wenn er das ausführt, kannst du ihn dafür bestätigen und Hund ist weniger frustriert, weil der die Möglichkeit hat sich sein Triebziel zu verdienen.

Tipp

Du kannst dann auch ab und an, nach dem Stopp-Kommando, wenn der Hund steht und dich ansieht den Hund nochmals in die gewünschte Richtung schicken. Lauf dann ruhig ein paar Schritte mit dem Hund mit in die gewünschte Richtung.

Klappt das Schicken in die gewünschte Richtung irgendwann zuverlässig, erhöhe nach und nach den Abstand zwischen den Pylonen und deinen Abstand zum Hund, so dass du dann nicht mehr zwischen den Pylonen stehst, sondern in der mitte vor den Pylonen.

Eine Acht um zwei Pylos laufen

Klappt das Schicken in die gezeigte Richtung, kommt jetzt eine kleine Steigerung, du schickst den Hund eine 8 laufen, um die Pylonen.

Der Hund läuft ausgehend von seiner Position in der Mitte der Pylonen eine 8 um die Pylonen

Der Hund soll nun eine 8 um die Pylonen laufen, mal bei links beginnend, mal bei rechts beginnend.

Positioniere dich dazu wieder vor dem Hund, zwischen den Pylonen, wie im vorherigen Schritt.

  • Schicke den Hund jetzt um die erste Pylone. Achte dabei unbedingt darauf, dass du nicht immer mit der gleichen Richtung beginnst.
  • Statt ihn nun zu bestätigen, wenn er wieder auf deiner Höhe ist und die Pylone umrundet hat, schicke ihn mit dem Kommando zum Umrunden und einem Zeigen auf die andere Pylone nun zur gegenüberliegenden.
  • Bestätige den Hund, wenn er auch die zweite Pylone umrundet hat.

Wenn das klappt, festige dies, indem du den Hund immer in schönen Achten um die Pylos schickst und zwischen drin auch auch ruhig mal zwei Achten laufen lässt, bevor du ihn bestätigst.

Fehlerbehebung

Sollte der Hund nach Umrunden der ersten Pylone die zweite nicht umrunden wollen, weil er auf die Bestätigung wartet, verändere deine Position, während der Hund die erste Pylone umrundet, in Richtung der zweiten Pylone und laufe ein paar Schritte mit ihm mit. Animiere ihn auch mit der Stimme dir zu folgen und  bestätige ihn, sobald er an dir vorbei in Richtung zweiter Pylone gelaufen ist. Die Bestätigung zögerst du dann immer weiter raus, bis die erst dann folgt, wenn der Hund die zweite Pylone erreicht, dann wenn er sie umrundet hat und zum Schluss, wenn er wieder bei dir angelangt ist.

Falls der Hund sich vor dem Umrunden der Pylone schon nach dir umsieht statt in schönem Tempo Richtung Pylo zu laufen, hast du vermutlich den Richtungswechsel, also das Schicken zur anderen Pylone zu früh gegeben. Du solltest diese Anweisung erst dann geben, wenn der Hund die vorherige Pylone umrundet hat und wieder auf dich zuläuft, denn nur dann kann er ohne sich umzudrehen auch deine Handzeichen sehen. Und der Hund sollte sich sicher kein können, dass kein anderes Handzeichen und keine Richtungsanweisung kommt, bevor er die Pylone umrundet hat. Daher ist es auch ganz wichtig, dass du deinen Hund mit Hörzeichen  oder negativem Abbruchsignal (als Hörzeichen) stoppst, wenn er in die falsche Richtung läuft. Denn das kann er auch höhren, ohne sich nach dir umsehen zu müssen.

Hinweis

Ob der Hund dann die Pylonen wirklich in einer Acht umrundet oder etwas abkürzt und nur ein Oval läuft, ist mir dabei egal gewesen. Für den Sinn und Zweck der Übung kommt es ausschließlich darauf an, dass der Hund die angezeigte Pylone umrundet, ob jetzt links-herum oder rechts-herum war mit dabei immer egal.

Bevor du mit dem nächsten Schritt beginnen kannst, ist es ganz wichtig, dass der Hund ganz sicher so lange im Wechsel die Pylonen (natürlich auf dein Kommando mit Handzeichen, nicht selbständig) umrundet, bis du das beendest. Erst wenn das klappt und der Hund die angezeigte Richtung annimmt gehst du zum folgenden, letzten Schritt über.

Das Hörzeichen weglassen und die Richtungen variieren

Der Hund wird nun völlig variabel mal nach links und mal nach rechts geschickt auch mehrmals um den gleichen Pylo

Variiere nun die Richtungen in die du den Hund schickst, einfach wild durcheinander ruhig auch mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung

Nun kannst du dazu übergehen, deinen Hund nicht nur Achten laufen zu lassen, sondern wild durcheinander auch zweimal nach links, dann einmal nach rechts und vielleicht  dreimal nach links zu schicken.  Wichtig ist dabei, lass den Hund in Ruhe die Pylone umrunden und gib die neue Richtungsanweisung (Handzeichen und Hörzeichen) erst, wenn der Hund schon fast bei dir ist.

Dein Hund soll keinesfalls den Drang verspüren sich ständig nach dir umsehen zu müssen, wenn er sich gerade von dir entfernt, sondern zügig richtig Pylone laufen.

Klappt das, lässt du deinen Hund am Beginn der Übung einmal mit Hörzeichen und Sichtzeichen und den ersten Kegel laufen, beim Richtungswechsel oder wenn du ihn das zweite Mal innerhalb der Übung in die gleiche Richtung schickst, lässt du das Hörzeichen einfach weg. Der Hund weiß ja jetzt, was der grundsätzlich tun soll, nämlich die Pylos umrunden, das musst du ja nicht immer wiederholen. Stattdessen beschränkst du dich darauf die gewünschte Richtung durch Zeigen mit der  Hand anzuzeigen.

Natürlich wird der Hund nur bestätigt, wenn er auch ohne Höhrzeichen die richtige Pylone umrundet, wenn er zweimal  deiner Richtunsganweisung folgt und beim drittem mal falsch läuft, bricht die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab. Dein Hund sollte unbedingt lernen sich bis zum Ende der Übung zu konzentrieren, wenn er seine Belohnung haben will.

Tipp

Ich halte es derzeit so, dass ich meine Hündin immer einmal die ganze Übung mit Hör- und Sichtzeichen machen lasse und dann anschließend nur noch mit Sichtzeichen. Das heißt ich stelle mich vor den Hund zeige nur noch auf die Pylone, die Stange oder den Baum. Ich finde das wichtig, damit der Hund lernt auf das Sichtzeichen loszulaufen, denn auf 10m Entfernung bei Wind oder höherem Lärmpegel könnte der Hund sonst das Hörzeichen überhören und würde dann wie blöd am Kegel stehen bleiben, wenn man ihn zum Apportel oder zur Box schickt.

Derzeit bin ich noch mit mir am Ringen, ob es Sinn macht, den Hund auch gerade aus einen Kegel umrunden zu lassen und ihm beizubringen,

  • ohne Richtungsanzeige nur mit Hörzeichen soll er geradeaus laufen
  • mit Richtungsanweisung eben nach rechts oder links.

Für das Schicken zum Pylo macht das sicherlich Sinn, denn da muss der Hund ja nur gerade aus vom Hundeführer weglaufen. Andererseits könnte das beim Richtungsapport dazu führen, wenn der Hund zu schnell ist und das Sichtzeichen nicht abwartet, dass er dann fälschlicherweise in Klasse 3 zum mittleren Apportel läuft.

Hund und Hundeführer stehen in der Mitte und der Hund umläuft auf Anweisung bestimmte Pylonen.

Mit mehreren Pylonen kannst du dich auch in die Mitte stellen und Hund wahlweise um beliebige Pylonen schicken.

Tipp

Was aber auf jeden Fall Sinn macht, wenn du genug Platz hast,  kannst du auch 3 oder mehr Pylonen im Kreis aufbauen. Dann stellst du dich mit dem Hund in die Mitte und schickst ihn kreuz und quer um die Pylos, aber nur mit Sichtzeichen! Lediglich am Beginn der Übung, kannst du einmal das Hörzeichen geben, damit dein Hund weiß, was Sache ist. Achte aber darauf, dass die Pylos nicht zu dicht beieinander stehen, damit deine Richtungsanzeige für den Hund auch eindeutig ist.

Schicken in die Box – Teil 3: Platz in der Box

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Wenn du deinen Hund in der Box gestoppt hast, musst du ihn jetzt ins Platz bringen. Wenn dein  Hund das „Platz“-Kommando beherrscht, sollte das kein Problem sein. Im Ideal-Fall sagst du einfach nur noch Platz und dein Hund legt sich auf der Stelle innerhalb der Box ab, an der Stelle wo er vorher stand. Leider trifft der Idealfall in der Praxis häufig nicht zu.

Trainingsziele

Ziel sollte es sein, unabhängig davon, ob der Hund der Box steht, oder woanders, dass sich der stehende Hunde trotz deiner Entfernung zu um, auf der Stelle auf der er steht, ablegt.

Tipp

Auch im Hinblick auf die Distanzkontrolle (ab Klasse 2) ist das eine gute Übung, denn dort muss der Hund genau das gleiche tun. Daher tust du gut daran, jetzt keine Fehler einzubauen, die dir dann auch in der Distanzkontrolle das Leben schwer machen.

Trainingsideen

Wenn dein Hund da „Platz“-Kommando eigentlich kann, gibt es in der Regel folgende  Probleme, die auftreten können, wenn du deinen Hund in die „Platz“-Position bringen willst.

  • Der Hund kommt dir entgegen und legt sich nach 2-3 Schritten hin und liegt dann außerhalb der Box
  • Der Hund legt sich gar nicht, sondern kommt direkt zu dir
  • Der Hund legt sich nicht und bleibt einfach an Ort und Stelle stehen

Vorschlag 1: Du gehst deinem Hund entgegen und lässt ihn auf kurze Distanz das „Platz“ machen

Tipp

Vorschlag 1 und 2, kannst du im Prinzip auf die gleiche Weise üben, das geht auch parallel ganz gut. Du musst also nicht immer die komplette Box-Übung machen, das würde deinem Hund auf Dauer auch langweilig werden.

Wenn dein Hund in der Box steht und du dann für das Platz auf ihn zugehst, ist es natürlich wichtig, dass er lange genug steht, damit du nicht hinhechten musst, denn das würde die meisten Hunde dann doch dazu veranlassen, dir auszuweichen oder sich animiert fühlen mit dir um die Wette zu rennen. Vorraussetzung ist hier also, dass dein Hund 10 bis 20 Sekunden bewegungslos stehen bleibt. Wenn das der Fall ist, trainiere das „Platz“ wie unter Vorschlag 2 beschrieben.

Vorschlag 2: Du übst das Platz aus dem Steh zunächst auf kurze Distanz völlig unabhängig von der Box

Diese Variante ist eigentlich optimal, denn du kannst das Training so flexibel gestalten und der Hund verknüpft das eingeführte Kommando nicht mit der Position in der Box und das ist gut, denn das gleiche Kommando kannst du auch gut in der Distanzkontrolle ab Klasse 2 verwenden.

Für das Trainings gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir ein geeignetes Kommando. Ich verwende bspw. „Zürück“.
  • Bringe deinen Hund ins „Steh“, entweder auf Entfernung, oder indem du vor- oder neben ihm stehst. Wie ist erst einmal egal, hauptsache er steht ruhig und belastet alle vier Pfoten.
  • Stelle dich nun dicht vor den Hund. Wie dicht, hängt von deinem Hund ab. Manche Hunde weichen dem Hundeführer aus, wenn der sich zu dicht vor sie stellt, das sollte nicht sein. Optimal ist, wenn du einen Abstand wählst, aus dem du notfalls noch den Hund mit der Hand berühren kannst.
  • Jetzt musst du etwas probieren, wie du den Hund so ins „Platz kriegst“, dass er sich nach hinten ablegt, also alle Beine nach hinten wegklappt. Es gibt generell mehrere Möglichkeiten, welche davon klappt, hängt unter anderem davon ab, welche Handzeichen du dem Hund für verschiedene Positionen beigebracht hast.
    • Wenn du als Handzeichen für „Platz“ die flache Hand, parallel zum Boden verwendet hast, hilft oft schon, wenn du dieses Handzeichen jetzt etwas nach vorne gerichtet, Richtung Hund ausführst.
    • Bei manchen Hunden macht es Sinn sie leicht mit der Hand vor der Brust oder Nase nach hinten zu schieben und dabei das „Platz“-Kommando zu sagen.
    • Ein leichter Ausfallschritt oder die Bewegung des Oberkörpers nach vorne Richtung Hund (siehe Video) ist die dritte Möglichkeit.
  • Wenn du eine Methode gefunden hast, die bei deinem Hund funktioniert, gibst du mit der Körperhilfe zusammen das gewünschte Kommando.
  • Das übst du dann solange, bis der Hund diese Bewegung auch aus etwas mehr Abstand zu dir (1-2m) ausführt.
  • Dann kannst du beginnen, die Körperhilfe abzubauen. Für die Box ist ein Handzeichen ja nicht erlaubt. Für die Distanzkontrolle dürftest du ein Handzeichen natürlich verwenden, wobei ein Ausfallschritt eine veränderte Grundstellung wäre und auch da nicht erlaubt ist.
  • Kann der Hund den gewünschten Bewegungsablauf sicher auch ohne Körperhilfen, kannst du allmählich den Abstand zum Hund vergrößern.

Vorschlag 3: Du machst deinem Hund klar, dass er sich innerhalb des Boxbandes ablegen muss

Diese Methode kannst du selbstverständlich auch parallel zu den anderen beiden nutzen, denn selbst wenn du deinem Hund das Platz nach hinten weg beigebracht hast, könnte es natürlich sein, dass der Hund seitwärts aus der Box liegen würde. Daher kann es definitiv nichts schaden, wenn du deinem Hund beibringst, Boxband ist Pfui :-)

Wenn meine Hunde beim Training mal mit irgendeinem Körperteil über dem Boxband liegen, gehe ich dazu wie folgt vor:

  • Ich gehe zum Hund tippe das Körperteil an, dass über dem Boxband liegt und zeige dann auf das Band und sage ein deutliches „Nein“.
  • Danach weise ich den Hund an, sich in die Boxmitte  zu begeben und hinzulegen.
  • Macht er dies, gibt es eine „kleine“ Belohnung.

Während mein Rüde dennoch recht stur ist, was das Boxband betrifft, achtet meine Hündin zunehmend häufiger darauf, wenn sie mal knapp am Boxband steht, sich dann so abzulegen, dass sie in der Box liegt. Sie scheint es zu verstehen.

Tipp

Besser ist natürlich noch, wenn du deinem Hund gar nicht erst beibringst sich zu nah am Boxband hinzustellen. Allerdings ist das bei großen und langen Hunden, wie bspw. Deutsche Doggen nicht wirklich einfach. selbst ungefähr in der Boxmitte ist da schnell mal eine Pfote draußen.