Korrekturen beim Richtungsapport

Selbst wenn du, wie beschrieben die Richtungsanweisungen trainiert hast kommt es natürlich bei einigen Hunden vor, dass sie vor lauter „Apportierwut“ nicht mehr auf deine Richtungsanweisung achten, sobald Apportel ins Spiel kommen. Dann stellt sich natürlich die Frage, was nun? Was solltest du tun, wenn der Hund versucht das falsche zu holen oder es vielleicht schon geholt hat?

Generell gibt es da mehrere Möglichkeiten. Welche du wählst, solltest du vom Wesen und den Vorlieben deines Hundes abhängig machen.

Hund mit extremem Spaß am Apportieren

Hunde die super gerne apportieren, sind ein echter Problemfall. Denn sobald dein Hund das Apportel hat, bestätigt er sich selbst. Auch dann, wenn er das falsche Apportel geholt hat.  Das „Apportieren dürfen“ ist die Bestätigung und folglich wird sich bei einem solchen Hund  eine Korrektur nach dem Aufnehmen des falschen Apportels in der Regel nicht positiv auswirken. Schon gar nicht, funktioniert es, wenn du das Apportieren des falschen Apportels ignorierst. Denn bestätigt hat der Hund sich schon. Was kannst du aber dann tun?

Im optimalen Fall erkennst du schon im Ansatz, dass der Hund das falsche Apportel ansteuert. In diesem Fall solltest du ihn schon korrigieren, bevor er das Falsche nimmt. Wie die Korrektur aussehen sollte, das hängt davon aus, ob dein Hund eher ein Draufgänger oder ein Sensibelchen ist.

Wenn er eher sensibel ist, darfst du auf keinen Fall ein negatives Abbruchsignal verwenden, denn der Hund könnte das falsch verknüpfen und anschließend

  • gar nicht mehr zu dieser Seite laufen, auch wenn es die richtige ist
  • gar nicht mehr apportieren (was bei sehr apportierfreudigen Hunden aber eher unwahrscheinlich ist) oder zumindest sehr zögernd
  • oder stattdessen bspw. das zweite falsche (in Klasse 3) bspw. das Mittlere bringen und die entsprechende Richtung meiden.

Auch „Knautschen“ könnte die Folge von einer daraus resultierenden Unsicherheit sein.

Wenn dein Hund eher ein Draufgänger ist und sich nicht auf Dauer von einem negativen Abbruchsignal beeindrucken lässt, kannst du ihn gut mit einem „Nein“, eventuell gefolgt von einem Rückrufkommando stoppen und zurückrufen, um ihm klar zu machen, dass das falsch war.  Die Tatsache, dass er nicht apportieren darf, ist dann neben dem negativen Abbruchsignal in der Regel schon ausreichend frustrierend für ihn, dass er sich Mühe gibt, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Hinweis

Allerdings besteht die Gefahr, dass er nach dem zweiten oder dritten Mal so gefrustet ist, dass er sich nicht mehr zurückrufen lässt und dann vergibst du damit auch jede Möglichkeit ihn in der Prüfungssituation zu korrigieren.

Beide Hundetypen kannst du daher noch besser mit einem positiven Abbruchsignal stoppen. Das hat den Vorteil, dass der Hund nicht frustriert ist und du kannst das auch in der Prüfung verwenden, falls es doch mal passiert, dass der Hund zum falschen Apportel läuft.

Und wie sieht das dann aus? Ganz einfach. Du brauchst ein Spielzeug oder eine Belohnung für den Hund, die ihm wichtiger oder genauso wichtig ist, wie das Apportel und ein  Kommando, dass du verwenden möchtest um ihn zu stoppen (im optimalen Fall wirklich in ein „Steh“ zu bringen) und ihn dann zum richtigen Apportel zu schicken.

Generell würde ich das Kommando erst mal außerhalb des Richtungsapports trainieren. Wenn es ein Kommando gibt, mit dem du den Hund von dir wegschicken kannst,  bspw. um einen Pylo oder um eine Stange, kannst du das Kommando dafür verwenden, um den Hund von dir weg zu schicken. Gibt es das nicht, kannst du auch ein Apportel 10 bis 20 Meter von dir weg auf den Boden legen. Nun schickst du deinen Hund zu seinem Ziel, der Stange, dem Pylo oder dem Apportel. Kurz bevor er das Ziel erreicht hat, kommt von dir das Kommando. Gib es unbedingt in einer fröhlichen Tonlage, die dem  Hund eine Belohnung verspricht. 90% aller Hunde werden sich jetzt überrascht umdrehen und stehen bleiben und erst mal gucken, was jetzt eigentlich los ist. Das ist genau der Moment den du bestätigen musst, bspw. mit einem Click und anschließend der Belohnung. Wenn du mit Spielzeug bestätigst, klicke am Besten und schmeiß dem Hund das Spielzeug entgegen.

Das wiederholst du nun ein paar Mal, so dass der Hund das Kommando damit verknüpfen kann, dass er seine Belohnung bekommt, wenn er danach stehen bleibt. Allerdings solltest du unbedingt darauf achten, ihn nicht immer zu stoppen, sondenr ihn auch zwischendrin immer wieder zu zeinem Ziel (Pylo, Stange, Apportel) laufen zu lassen, denn sonst stoppt er nachher von alleine und läuft nicht mehr zum Pylo oder zum Apportel.

Tipp

Da es nicht nur darum geht, den Hund vom Apportieren des falschen Apportels abzubringen, sondern auch um eine Korrekturmöglichkeit in der Prüfung, solltest du ihn immer nur dann bestätigen, wenn er auf dein Kommando auch stehen bleibt und nicht, wenn er dann automatisch zu dir kommt oder automatisch zu einem anderen Apportel läuft.

Im nächsten Schritt kombinierst du das Kommando nun mit dem Richtungsapport. Immer wenn dein Hund versehentlich zum falschen Apportel läuft, stoppst du ihn mit dem Kommando. Bleibt er stehen bestätigst du ihn mit seinem Spielzeug oder Leckerchen, möglichst in dem Moment, wo er dich ansieht und aufmerksam steht.

Gelegentlich, nicht allzu regelmäßig, folgt beim Stehenbleiben keine Belohnung, sondern stattdessen schickst du ihn per Handzeichen und Kommando zum richtigen Apportel. Das darf er dann als „Belohnung“ apportieren und kommt er damit, solltest du ihn genauso überschwenglich loben, als wenn er gleich das richtige geholt hätte.

Achtung

Beobachte unbedingt deinen Hund, solltest du den Eindruck haben, der läuft jetzt extra erst mal zum falschen Apportel um dann korrigiert zu werden, weil er sich schon alleine durch das „laufen“ bestätigt, sollst du ihn nur ganz selten zum richtigen Apportel weiterschicken. Stattdessen solltest du wie nachfolgend näher erläutert, ihm den Spaß daran verderben zum falschen Apportel zu laufen. Ein solches Verhalten könnte auch darauf hindeuten, dass dein Spielzeug (oder die sonstige Belohnung) gegenüber dem Apportel zu hochwertig ist und dein Hund gelernt hat, wenn er zum falschen läuft und sich stoppen lässt, bringt das mehr Spaß als das Apportieren. Falls das die Ursache sein könnte, solltest du für das Bestätigen des Stoppens eine geringerwertige Belohnung verwenden, als für die Belohnung nach dem Apport des richtigen Apportels.

Hunde, die sich nicht stoppen lassen

Es gibt natürlich Hunde, die beim Apportieren so fixiert auf das Apportel sind, dass sie sich nicht einfach durch ein Kommando stoppen lassen. Hier musst du dann andere Maßnahmen ergreifen, damit dein Hund erst mal die Erfahrung machen kann, dass sich stoppen lohnen kann.

Hinweis

Wenn dein Hund sich ein paar Mal hat stoppen lassen, danach aber nicht mehr reagiert heißt das, die von dir gewählte Belohnung ist nicht hochwertig genug, er mag halt das Apportel mehr, oder aber dein Timing war falsch und der Hund hat nicht verstanden, dass er die Belohnung für das Stoppen bekommen hat.

Egal was der Grund ist, du musst auf jeden Fall verhindern, dass dein Hund zum „Erfolg“ kommt, indem er das falsche Apportel aufnimmt, nach dem Kommando für das Stoppen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Alternative 1: mit Hilfspersonen

Du stellst an jedes Apportel eine Hilfsperson (wenn du zunächst außerhalb des Richtungsapports mit nur einem Apportel trainierst, reicht natürlich auch eine Person). Diese sollte zwei bis drei Meter vom Apportel entfernt stehen, aber so nah, dass sie schnell eingreifen kann.  Wichtig ist, dass sich die Hilfspersonen nicht von der Stelle rühren, bis zu dem Moment wo dein Stopp-Kommando kommt und der Hund dieses missachtet. Dann muss die Hilfsperson bei dem Apportel zu dem der Hund läuft, dafür sorgen, dass der  Hund es nicht apportieren kann, bspw. in dem sie mit dem Fuß drauf trit oder wegnimmt, bevor der Hund da ist.  Das erfordert natürlich, dass dein Stopp-Kommando so früh kommt, dass die Hilfsperson genug Reaktionszeit hat. Wichtig ist zudem, dass zu jedem Apportel eine Hilfsperson vorhanden ist, damit der Hund nicht lernt, dass er nur stoppen muss, wenn eine Person in der Nähe ist oder an den Personen festmacht, welches Apportel das richtig ist.

Wenn der Hund dann, mangels Apportiermöglichkeit doch stehen bleibt, muss die Belohnung auch sofort folgen, damit der Hund erst mal die Erfahrung machen kann, wenn er stehen bleibt kommt was besseres als das Apportel.

Auf diese Weise trainierst du weiter, so dass der Hund lernt, es lohnt sich, auf dein Kommando zu stoppen, denn zum einen kommt er dann ohnehin nicht mehr an das Apportel und zum anderen bekommt er von dir was Besseres.

Wichtig

ist aber auch hier, dass du ihn trotz Anwesenheit der Hilfspersonen nicht jedes mal stoppst, sondern auch mal apportieren lässt. Daher ist es gerade am Anfang wichtig, auch das außerhalb des Richtungsapportes zu üben. Der Hund soll ja nicht irgendwann keinen Sinn mehr darin sehen, zum Apportel zu laufen, weil er ohnehin vorher gestoppt wird. Das ist ja nicht Sinn der Übung.

Alternative 2: Attrappen statt Apportel

Wenn du das ganze direkt im Richtungsapport trainieren möchtest und dem Hund aber beim falschen Apportel kein Erfolgserlebnis gönnen möchtest, kannst du anstelle der zwei falschen Apportel Backsteine verwenden, auf denen die Form der Apportel mit weißer Farbe aufgemalt ist. Gerade im Winter bei Lampenlicht oder in der Dämmerung kann der Hund das auf Entfernung nicht mehr unterscheiden. Sollte er sich nicht stoppen lassen findet er am Ende aber nichts zum Apportieren und wird daraus lernen, dass er nur zum Erfolg kommt, wenn er in die richtige Richtung läuft oder sich auf dein Abbruch-Kommando stoppen lässt.

Tipp

Bei Verwendung von Attrappen würde ich auch beim Training für Klasse 2 immer auch das Mittlere wie in Klasse 3 als Attrappe auslegen. Dann lernt der Hund von vornerhein, dass Mittlere lohnt sich nicht anzulaufen.

Achtung

Es gibt Hunde, die so bekloppt auf Apportieren sind, dass die auch versuchen Backsteine zu apportieren und dies sogar machen. Problematisch ist, das wenn dies Hunde sind, die zudem noch sehr hastig aufnehmen. Wenn der Hund dann nicht registriert, dass das kein Holz ist, könnte er sich die Zähne abbrechen. Bei sehr hastigen, extrem apportierfreudigen Hunden, würde ich auf diese Methode daher verzichten.

Alternative 3: Erschrecken mit Wasserpistole oder Klapperdose

Alternativ kannst du versuchen, dass Ignorieren deines Stopp-Kommandos zu sanktionieren, indem eine Hilfsperson den Hund mit einer Wasserpistole naßspritzt, wenn er nach dem Stopp-Kommando nicht anhält. Sollte er es danach aber doch noch tun, musst du ihn auch überschwenglich loben und bestätigen, damit er lernen kann, es lohnt sich dein Kommando zu befolgen.

Bei geräuschempfindlichen Hunden kannst du auch, dass Ignorieren deines Stopp-Kommandos mit einem Geräusch, bspw. Trainings-Discs oder einer Klapperdose sanktionieren.

Achtung

Denke daran, es geht primär nur darum, dass der Hund trotz Apportel in Sichtweite auf dein Stopp-Kommando stehen bleibt. Du sollst also nur das Ignorieren des Stopp-Kommandos sanktionieren, NICHT das Aufnehmen des falschen Apportels. Dazu darf es auf keinen Fall kommen. Dein Hund soll die Chance haben, zu lernen, dass das Stehenbleiben auf dein Kommando zu etwas besserem als dem Apportel  (oder zumindest etwas gleichwertigem) führt.

Tipp

Ich habe bei meinem Engelchen, der auch sehr apportierfreudig ist und bei dem vorher alles andere (einschließlich der Backsteine) gescheitert war, mangels entsprechender Hilfspersonen, zwei Klapperdosen so auf die beiden falschen Apportel gelegt, dass diese runterfallen, sobald der Hund versucht das Apportel anzuheben. Als er dann zum falschen gelaufen ist, habe ich versucht ihn mit dem Stopp-Kommando zu stoppen. Das hat er zwar angenommen und ist stehen geblieben. Als ich dann aber versucht habe ihn zum richtigen Apportel zu schicken hat er mir den Stinkefinger gezeigt und wollte trotzdem das falsche bringen, bei dem er ja schon mal stand. Das Geräusch der Dose beim Fallen hatte eine so schlagende Wirkung, dass er sich seit dem immer problemlos stoppen und korrigieren lässt!

Bei der Arbeit mit Klapperdosen, Disks oder auch Wasserpistolen ist es aber ganz wichtig, dass du vermeidest dass dein Hund das mit dem Aufheben des Apportels verknüpft.  Sollte das passieren, wie bspw. auch bei meinem Engelchen, denn da kam das Geräusch ja erst beim Aufheben des Apportels musst du deinem Hund unbedingt noch ein Erfolgserlebnis verschaffen, damit er die Chance hat zu lernen, dass beim Aufnehmen des richtigen Holzes nichts unangenehmes passiert.

Hunde, die nur aus Pflichtgefühl apportieren

Dann gibt es natürlich Hunde, die nur apportieren, weil sie müssen oder im besten Fall, für die Belohnung hinterher. Bei diesen Hunden ist es oftmals durchaus ausreichend das Apportieren des falschen Apportels zu ignorieren, denn dann haben sie „umsonst“ gearbeitet und werden auf Dauer bevorzugt die Seite bringen, die ihnen ihre Belohnung verspricht.

Auf keinen Fall darfst du bei einem solchen Hund den Fehler machen, ihm die „falsche“ Seite mit einem negativen Abbruchsignal zu vermiesen, denn das könnte dazu führen, dass dein Hund gar nicht mehr apportieren möchte. Um einen solchen Hund auch in der Prüfungssituation korrigieren zu können, solltest du wie oben beschrieben mit einem positiven Kommando das stoppen üben. Sollte bei desem Typ Hund gar kein Problem sein, denn jedes Kommando was dazu führt, dass er nicht apportieren muss, wird dein Hund gerne annehmen.

Die Minimalisten

Und dann gibt es da noch den Typ Hund der zwar gerne apportiert aber nicht sehr lauffreudig ist und immer versucht mit minimalem Aufwand zu seinem Ziel, der Belohnung für das Apportieren oder zum Apportel selbst zu kommen.

So ein Typ ist mein Engelchen auch. Er apportiert zwar für sein Leben gerne, aber wenn er drei Apportel zur Auswahl hat, nimmt er am liebsten das, was am nächsten dran liegt und das ist in Klasse 3 leider das Mittlere.

Und genau hier liegt die Lösung für das Problem. Lege einfach die Apportel so aus, dass  das Mittlere (falls dein Hund dies bevorzugt) weiter weg liegt als die äußeren, indem du es einfach weiter weg legst. Die Apportel liegen dann zwar nicht in einer Reihe, aber der Hund macht die Erfahrung, dass das  Mittlere sich aufgrund der Entfernung nicht lohnt. Das mittlere sollte allerdings noch für den Hund erkennbar sein. Ein paar Meter (4-5) weiter hinten als die anderen reicht völlig.

Statt alle Apportel in eine Reihe zu legen, liegt das mittlere Apportel weiter hinten.

Tendiert dein Hund nicht nur zum mittleren sondern wahlweise auch zu einem falschen auf der Seite, weil ja schließlich beide falschen gleich weit vom Pylo liegen, legst du das Falsche einfach weiter vom Pylo weg als das Richtige.

Die Apportel werden so ausgelegt, dass das „Richtige“ am nächsten beim Hund liegt und es somit für den Hund am effizientesten ist, das zu apportieren, was du ihm zeigst.

Wichtig ist dabei, dass du das so konstant durchhälst und deinen Hund im Zweifel auch mal den längeren Weg zum Falschen ausprobieren lässt, dass er lernen kann, dass du ihm den kürzesten Weg zeigst. Allerdings solltest du den Hund, wenn er schon den längeren Weg in kauf genommen hat, nicht zum Erfolg kommen lassen, sondern dann am  Ziel unterbinden, dass er das Apportel nehmen kann. Welche Möglichkeiten du dazu hast, wurde weiter oben ja schon beschrieben.

Fazit – Für jeden Typ Hund gibt es eine Lösung

Wie du siehst gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deinem Hund beizubringen, dass sich ein falsches Apportel zu bringen nicht lohnt. Egal, welche Methode du wählst, beobachte deinen Hund um schon im Ansatz zu erkennen, ob eine Methode nicht vielleicht in eine Sackgasse führt oder an anderer Stelle Probleme schafft.

 

Mit Fehlern des Hundes umgehen – ignorieren? oder was sonst?

In den letzen Monaten war ich auf mehreren Seminaren, erfolgreicher Hundesportler. Während sie bei einigen Dingen wirklich übereinstimmend gleiche oder zumindest ähnliche Empfehlungen gegeben haben, gab es ein wesentliches Bauteil der Hundeausbildung wo es sehr gegensätzliche Meinungen zu gab, nämlich wie mit Fehlern des Hundes umzugehen ist.

  • Die eine Meinung ist: Fehler werden ignoriert, einfach so tun, als wenn nichts gewesen ist, dafür den Hund überschwenglich loben, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt.
  • Die andere Meinung ist: Für mehr Klarheit und schnellerem Verständnis des Hundes sollte man für falsche Verhalten auch ein negatives Abbruchkommando verwenden, das dem Hund ganz klar sagt, dass sein Verhalten falsch war. Falsches Verhalten soll also sanktioniert werden, durch ein Abbruchkommando.

An beiden Verfahren ist meiner Meinung nach schon etwas Richtiges dran. Sie haben beide Vor- und Nachteile. Und jeder Befürworter der einen Methode argumentiert natürlich mit Nachteilen der jeweils anderen Methode. Ich möchte nachfolgend kurz darlegen wo die Vor- und Nachteile liegen. In jedem Fall sollte sich jeder für seine persönliche Methode entscheiden und dazu die Vor- und Nachteile abwägen und die zu lösenden Probleme berücksichtigen.

Gegenüberstellung beider Methoden

 Fehler ignorieren  negatives Abbruchsignal
Vorgehensweise Zeigt der Hund nicht das gewünschte Verhalten, wird sein Verhalten ignoriert und die Übung wiederholt. Gelingt es dem Hund nicht nach ein paar mal das Verhalten zu zeigen, wird die Übung für den Hund einfacher gestaltet oder dem Hund geholfen das gewünschte Verhalten zu zeigen, damit er sich seine Belohnung verdienen kann. Zeigt der Hund das gewünschte Verhalten wird er überschwänglich gelobt. Zeigt der Hund ein falsches Verhalten, wird die Übung mit einem negativen Abbruchsignal beendet, bspw. „Nein“ oder „Falsch“ und neu begonnen. Für den Hund muss ganz klar sein, dass die Übung neu beginnt und nicht trotz des Fehlers weiter gemacht wird.
Vorteile
  • Der Hund wird recht schnell lernen, dass sich unerwünschtes Verhalten nicht lohnt, weil er sich damit nicht seine Belohnung verdienen kann.
  • Es besteht nicht die Gefahr, dass der Hund das negative Abbruchsignal per Konditionierung mit dem falschen Verhalten verknüpft.
  • Der Hund hat keinen Stress dadurch dass er Fehler macht. Stress hemmt den Lernerfolg und ist daher in der Regel kontraproduktiv.
  • Man schenkt einem unerwünschten Verhalten keinerlei Aufmerksamkeit. Auch „negative“ Aufmerksamkeit kann für manch einen Hund eine Belohnung sein.
  • Der Hund kann sehr gut unterscheiden, welches Verhalten gut ist (er wird gelobt) und welches falsch ist (es folgt das Abbruchsignal) nach der Methode „Zuckerbrot und Peitsche“ wobei beides natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist.
  • Folgt mal weder ein Lob noch ein negatives Abbruchsignal, wie bspw. in der Prüfungssituation ist dem Hund zumindest klar, dass er nichts falsch macht.
  • Wenn mit dem negativen Abbruch-Signal die Übung auch abgebrochen wird, der Hund sie also nicht mehr zu Ende macht und einfach nur wiederholt, besteht nicht die Gefahr, dass der Hund sein falsches Verhalten bspw. durch die Fortsetzung der Übung selbst belohnt.
  • Insbesondere wenn man das negative Abbruchsignal so konditioniert hat, dass der Hund dies als Vorwarnung für eine schlimmere Sanktion erkennt, hat man die Chance es in der Prüfung auch einzusetzen, um den Hund wieder unter Kontrolle zu bekommen.
  • Insbesondere in komplexen Übungen kann man bei gutem Timing dem Hund sehr gut klar machen, welcher Teil der Übung falsch war, so dass der Hund die Chance bekommt genau an dieser Stelle der Verhaltenskette sein Verhalten zu ändern.
Nachteile
  • Wer für eine bevorstehende Prüfung trainiert oder in der Prüfungssituation selbst, kann den Hund nicht in der Übung für richtiges Verhalten loben. Hier besteht dann die Gefahr, dass der Hund die Situation deutet, als wenn er etwas falsch gemacht hat, denn im Training hat der Hund ja gelernt, nur wenn er etwas richtig macht, kommt das Lob, alles andere lohnt sich nicht.
  • Der Hund lernt nicht, auch mit negativen Abbruchsignalen umzugehen. Das kann gerade bei sensiblen  Hunden nachteilig sein, gerade wenn in Gruppenübungen auf Prüfungen die anderen Hundeführer ihren Hunden mit entsprechenden Tonfall oder Signalwort klar machen, dass das falsch war.
  • Es gibt unerwünschte Verhaltensweisen von Hunden die selbstbelohnend sind. Diese lassen sich in der Regel nicht durch ignorieren abstellen, bspw.:
    • anderen Hunden im Training Spielzeug klauen
    • bellen, als Stressventil, aus Frust oder aus Spaß am Bellen
    • mit dem Apportel über den Platz pesen, statt es zu bringen oder am Apportel zu zerren, statt es abzugeben.
    • anstupsen/hacken nach dem Hundeführer beim Fußlaufen oder in anderen Situationen
    • Arbeiten vor Anweisung, insbesondere in den „Spaßübungen“ für die meisten Hunde, wie Box, Apportieren, Hürde.
    • aggressives Verhalten insbesondere in Gruppenübungen
    • spielen mit anderen Hunden
  • In der Prüfungssituation hat man so keine Chance den Hund kurzfristig wieder zu einem erwünschten Verhalten zu bringen.
  • Wenn das negative Abbruchsignal für den Hund nicht klar „negativ“ belegt ist, sondern zu „sanft“ und „nett“ klingt, wie das häufig verwendete Wort „Schade“, könnte das der ein -oder andere Hund durchaus als „Lob“ und damit Bestätigung für das unerwünschte Verhalten ansehen.
  • Sehr sensible Hunde könnten bei sehr häufiger Verwendung eines negativen Abbruchsignals durchaus frustriert und gestresst werden und die Arbeit verweigern oder im Lernen gehemmt sein.
  • Ständige und erfolglose Verwendung (der Hund ändert sein Verhalten nicht) des negativen Abbruchsignals für das gleiche falsche Verhalten, könnte dazu führen, dass der Hund das Abbruchsignal mit dem unerwünschten Verhalten verknüpft und dieses Verhalten bei der Verwendung dann natürlich erst recht zeigt.
  • Bei zu regelmäßiger Verwendung kann das negative Abbruchsignal seine Wirkung durch „Gewöhnung“ verlieren. Lediglich, wenn man dann auch durchsetzt, dass der Hund bspw. auch zum HF zurückkommt, statt die Übung zu Ende zu machen, wird dem Hund auf jeden Fall klar sein, dass sein Verhalten nicht richtig war.

Meine Meinung dazu

Natürlich kann man die Auffassung vertreten, ein Hund für den man in der Prüfungssituation ein Abbruchsignal braucht, um ihn wieder zu erwünschtem Verhalten zu bringen, ist nicht prüfungsreif. Aber auch für jeden noch so erfahrenen Hund und Hundeführer kommt es sicherlich mal zu Situationen in der Prüfung, auf die der Hund mit Verhalten reagiert, dass nicht erwünscht ist. Im besten Fall ist damit nur die Prüfung versaut, im schlimmsten Fall merkt der Hund sich, dass in der Prüfungssituation sein Verhalten keine Konsequenzen hat. Weder positive noch negative. Ein solcher Hund arbeitet sicher weiter im Training mit, da wird er ja auch gelobt und kann sich seine Belohnung verdienen. In der Prüfung aber nicht. Hier muss man dann darauf vertrauen, dass der Hund auf die Belohnung  nach der Prüfung wartet. Wenn der Hund so viel Selbstdisziplin aber nicht hat, wird er auf Dauer Wege finden, seine Triebe auch in der Prüfungssituation zu befriedigen.

Ignorieren von Fehlern setzt voraus, dass das unerwünschte Verhalten den Hund nicht zum Triebziel bringt, sprich nicht selbstbelohnend ist. Genauso wenig wie man einen Hund vom „Klauen vom Esstisch“ abbringen kann, indem man dieses Verhalten ignoriert, kann man ihm auch auf dem Hundeplatz oder im Alltag Verhalten abtrainieren, das selbstbelohnend ist.

Beispiel

Ein Hund rennt für sein Leben gerne. Beim Schicken zu Pylo springt er volle Kanne auf den Pylo und schiebt diesen durch die Gegend. Natürlich kann man das Verhalten ignorieren, die Übung neu beginnen und „hoffen“, dass der Hund diesmal vernünftig zum Pylo rennt und stoppt. Aber ein solches Verhalten zeugt offenbar davon, dass der  Hund Spaß ohne Ende an der Übung hat und zwar an der Übung selbst, nicht unbedingt an der Belohnung die er für die korrekte Ausführung bekommt. Warum sollte der Hund aber sein Verhalten ändern, nur weil man es ignoriert? Er hat ja seinen Spaß, er darf rennen und nicht nur einmal, sondern zig mal. Je häufiger er das Verhalten zeigt, desto häufiger darf er die Übung machen. Also bestätigt man das falsche Verhalten eigentlich dadurch, dass er die Übung wiederholen darf. Und wenn er irgendwann müde ist, und vielleicht mit weniger Tempo zum Pylo rennt und korrekt stoppt bekommt er die Belohnung vom Hundeführer, denn er hat es ja jetzt endlich richtig gemacht. Ein schlauer Hund lernt also: Wenn ich mit Spaß auf den Pylo springe, darf ich das ganze noch 50x wiederholen und habe Spaß dabei. Und wenn ich dann keinen Bock mehr habe, kriege ich dann für die richtige Ausführung auch noch mein Leckerchen … Warum sollte ein solcher Hund sein Verhalten abstellen?

Richtig wäre in einem solchen Fall, wenn der Hund schon im Ansatz zeigt, dass er mit Spaß „auf den“ nicht „zum“ Pylo rennt, ihn gar nicht erst bis zum Pylo zu lassen, sondern vorher zu stoppen, damit der „Spaßfaktor“ nicht als Bestätigung für sein Verhalten dient. Aber dazu braucht man ein negatives Abbruchkommando. Die Alternative dazu wäre höchstens die Übung „positiv“ zu beenden, indem man dem Hund ein gegensätzliches Kommando gibt, für dessen Ausführung man den Hund dann bestätigen kann. Das funktioniert aber auch nur dann, wenn dieses Kommando den gleichen oder einen höheren Spaßfaktor für den Hund hat, denn warum sollte er sonst seine „Spaßübung“ beenden. Wenn der Spaßfaktor der geänderte Übung aber genauso hoch oder höher ist, wird der Hund ja auch für sein Verhalten, dass man im Ansatz erkennen konnte bestätigt.

Es gibt sicherlich Situationen und Verhalten, die selbstbelohnend für den Hund sind und die man auch ändern kann, indem man dem Hund ein gegensätzliches Verhalten für dieses Siutationen beibringt.  Die Frage ist immer, ob man etwas findet das den Hund so positiv motiviert sein Verhalten zu ändern, so dass man überhaupt erst einmal eine Chance hat, ein besseres oder korrektes Verhalten zu belohnen und damit zu fördern. Die andere Frage ist, kann der Hund in der Situation überhaupt noch lernen? Oder ist er so gestresst (positiv oder negativ) dass er gar nichts „abspeichern“ kann.  Ausschließlich positive Bestätigung setzt voraus, dass der Hund in der Lage ist unerwünschtes Verhalten zu erkennen und willens ist, für die „versprochene“ Belohnung dieses Verhalten zugunsten des gewünschten Verhaltens aufzugeben. Im Zweifel heißt das also, wenn der Hund dauerhaft und ohne Pause nur das unerwünschte Verhalten zeigt, kann man das erwünschte nicht bestätigen und folglich kann der Hund auch nichts lernen. Dann muss zunächst ein Weg her, den Hund von seinem unerwünschten Verhalten abzubringen oder gar nicht erst dahin kommen zu lassen, dieses Verhalten zu zeigen. Und das ist manchmal gar nicht einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Warum manchmal nur ein negatives Abbruchsignal zum Ziel führt

In der Vergangenheit habe ich drei Jahre versucht, das „Bellen“ meiner Zicke in verschiedenen Übungen mit positiven Methoden zu beseitigen. Aber das ist aus vielen Gründen misslungen. Ganz im Gegenteil das Problem wurde immer größer. Während sie anfangs nur bei der Fußarbeit quitschte und beim Sprung über die Hürde bellte, wurde daraus im Laufe der Zeit Dauerbellen während der ganzen Fußarbeit und in allen Übungen in denen sie mit Tempo von mir weglaufen durfte, also Box, Apportieren, Hürde, Geruchsidentifizierung. Die Gründe dafür sind aus meiner Sicht einleuchtend, wenn man davon ausgeht, dass der Hund aus drei Gründen bellt. Das Quitschen ist nur eine Vorstufe des Bellens.

  • Spaß (immer wenn sie rennen durfte, kam beim Start ein Freudenbeller der sich später zum Dauerbellen während des Laufens ausweitete)
  • Frust (wenn sie zu lange auf die Triebbefriedigung warten musste)
  • Ungeduld (wenn es ihr nicht schnell genug ging mit der Fortsetzung der Übung)

 

Meine Reaktion auf unerwünschtes Verhalten „bellen und quitschen“ Verhaltensänderung des Hundes Meine Schlussfolgerung/erklärung dafür
Ignorieren des Verhaltens und bestätigen des Hundes, wenn er nach einer Weile leise war. Der Hund wurde kontinuierlich lauter und das quitschen und bellen dauerte länger an. Der Hund lebte in der Erwartungshaltung, gleich kommt das Lob (in Form von Spielzeug) und seine Trieblage wurde dadurch immer höher. Die war aber Ursache für die Lautstärke und folglich dauerte es immer länger bis sie zum Triebziel kam. Dieser Kreislauf führte am Ende dazu, dass aus einzelnen Bellern ein Dauerbellen wurde.
Ignorieren des Hundes, solange er bellt. In einer bestimmten Phase hatte sie das Problem, dass sich aus Frust vor oder neben mich gestellt hat und mich regelrecht verbellt hat. Ich bin einfach wortlos vom Platz gegangen und habe sie stehen lassen wo sie stand, manchmal 45 Minuten lang. Keine Änderung. Sobald sie leise und entspannt war und ich wieder zu ihr ging reichte es, irgendeine Übung zu machen, oder bspw. „Fuß“ zu sagen und sie bellte wieder. Wenn ich das „Fuß“ wegließ und einfach anging bellte sie spätestens ab der nächsten Kehrtwendung oder im Winkel. Nur das Verbellen vor/neben mir war einem gelegentlichen Bellen gewichen bis zur nächsten Frustattacke. Logisch, denn sie war sofort beim Weiterarbeiten wieder von 0 auf 180 und sie hat gar nicht verstanden, dass das „ignorieren“ was mit ihrem Verhalten (bellen) zu tun hatte. Folglich gab es für sie auch keinen Anlass ihr Verhalten zu ändern. Zudem war sie nun noch frustrierter, weil sie die ganze Zeit warten musste, wärend die anderen Hunde spielten und arbeiten durften.
Ich bin mir ihr auf den Platz und habe angehalten und gewartet, sobald sie anfing zu quitschen und bin erst weitergegangen bis und solange sie leise war. Sie hat sich natürlich nach einer Weile etwas „beruhigt“ und war auch vorrübergehend leiser, aber oftmals hat es 45 Minuten gedauert bis ich die Mitte vom Platz erreicht hatte und sobald ich auch nur 3 Schritte Laufschritt versuchen wollte, war das bellen, nach mir hacken und quitschen wieder da. Genau wie das Bellen in allen anderen Übungen. Auch das ist logisch, denn sie war ja weiterhin in der Erwartungshaltung endlich was tun zu dürfen um sich ihr Spielzeug zu verdienen und je länger sie warten musste, desto ungeduldiger wurde sie.
Das Bellen beim Sprung über die Hürde (mit Apportieren) habe ich versucht zu beheben, indem eine Hilfsperson sich auf das Apportel gestellt hat, wenn sie gebellt hat, so dass sie sich nicht durch den Spaßfaktor des Apportierens selbst für das Bellen bestätigen konnte. Aus einem Beller beim Absprung wurde ganz schnell Dauerbellen einschließlich verbellen der Hilfsperson und hacken in deren Schuhe. Auch das ist logisch, denn der Hund hatte meiner Meinung nach einfach nicht verstanden, dass es um das bellen ging und war folglich total gefrustet, dass er das Apportel nicht bekam. Frust förderte aber wiederum das Bellen und das Bellen verschaffte ihr noch mehr Frust.
Ignorieren des Bellens (beim Apportieren, Hürde etc.) und wiederholen der Übung bis sie leise war. Danach überschwengliches Lob und Spielen. Wenn nach 10 oder 20 Fehlversuchen eine „leise“ Ausführung der Übung kam, führte das Lob dann dazu, dass sie gleich wieder auf 180 war und in einer Erwartungshaltung die dann dazu führte, dass sie gleich wieder quitschte und in der nächsten Spaßübung wieder das Bellen da war. Auch das ist logisch, denn leise war sie nicht, weil sie ihr Verhalten geändert hat, sondern weil sich nach zig Fehlversuchen einfach keinen Bock mehr hatte und daher der „Spaßfaktor“ fehlte. Damit war auch das Spaßbellen weg. Das Lob dafür hat sie aber nicht auf das fehlende „Bellen“ bezogen und folglich konnte sie auch nicht lernen, dass sie nicht bellen soll. Ganz im Gegenteil hat das Lob dazu geführt, dass ihre Stimmung wieder besser und ihre Erwartungshaltung gesteigert war und folglich wieder der Spaßfaktor da und die Erwartungshaltung die dafür sorgten, dass sie wieder in der passenden Stimmung zum Bellen war.
Ich habe den Hund beim ersten Beller kommentarlos wieder vom Platz gebracht. Beim zweiten oder dritten Anlauf war sie noch lauter noch ungeduldiger und so hoch im Trieb, dass sie gar nichts mehr vernünftig gemacht hat. Klar, sie hat ja nicht verstanden, dass es um das Bellen ging und war jetzt total gefrustet weil sie arbeiten wollte und nicht durfte.

Aber nicht nur „ignorieren“ hat  keinen Erfolg gehabt. Ich war auch zwischenzeitlich so gefrustet und genervt von ihrer Lautstärke und der Tatsache, das nichts funktionierte, dass ich sie auch phasenweise angebrüllt habe, wenn sie gebellt hat. Natürlich war sie dann gestresst und hat mit Frustbellen geantwortet, was mich dann natürlich noch mehr geärgert hat und so war der Kreislauf perfekt.

Mir war relativ schnell klar, dass die Lautstärke von meinem Zickchen mit ihrer aktuellen Stimmung und Erwartungshaltung zu tun hatte, denn anfangs hatte sie das Problem nur auf dem eigenen Platz, wo es Schutzdienst gab. Je mehr ich aber auf Anraten diverser „Ausbilder“ mit Spielzeug statt Leckerchen bestätigt habe, desto mehr dehnte sich das Problem auch auf andere Plätze aus und war auch in anderen Situationen da (bspw. Spaziergang) wenn ich Spielzeug dabei hatte.

Ebenso klar war mir von Anfang an, dass Zickchen es gar nicht (mehr) merkt, ob sie bellt oder quitscht, sondern dass das ein „Nebeneffekt“ ihrer Stimmung ist, den sie bewusst gar nicht steuert, so wie auch wir dumme Angewohnheiten haben, die wir selbst nicht merken, wohl aber andere. Wenn sie aber nicht wahrnimmt dass sie laut ist, kann sie auch nicht lernen, dass es das Bellen ist, das falsch ist.  Und folglich wird sie auch nicht erkennen können, dass sie ab und an deshalb gelobt wird, weil sie nicht bellt.

Nur nach einer Weile war das ja auch gar nicht das Problem, denn es gab die Situation in der sie leise war ja gar nicht mehr. Wann hätte ich sie dann loben sollen. Und noch dazu hat jedes Lob dazu geführt, dass sie wieder von 0 auf 180 war und somit gleich wieder in der Stimmung in der sie laut war.

Wie das Bellen abzustellen war, war mir auch ganz klar. Sie musste sich auf eine Aufgabe konzentrieren und zwar auf die Lösung der Aufgabe nicht auf die Belohnung danach, denn wenn sie sich konzentriert, auf was auch immer, war sie leise. Das Problem war aber, sie dazu zu bringen sich zu konzentrieren, möglichst natürlich auf mich oder die Übungen ohne in der Erwartungshaltung an die Belohnung zu leben.

Im ersten Anlauf habe ich sie zum Pylo geschickt. Hat sie gebellt, habe ich sofort „Nein“ gesagt und sie zurückgerufen, so dass sie gar nicht bis zum Pylo rennen durfte. Das haben wir dann wiederholt bis sie ohne bellen bis zum Pylo gelaufen ist. Die ersten Male, wo dann von mir kein „Nein“ kam, hat sie sich ganz erstaunt umgesehen, hat dann aber recht schnell Fortschritte gemacht. Nach ca. 14 Tagen war es dann so, dass sie meist nach nur einem Versuch (mit nur einem einzigen Beller) gleich ohne Bellen zum Pylo gelaufen ist und das dann auch für alle anderen Übungen gleich auf Anhieb richtig gemacht hat.

Gleichzeitig habe ich Spielen auf dem Platz komplett eingestellt und nur noch mit Leckerchen und Streicheleinheiten bestätigt.  Eigentlich hatte das eine gute Wirkung. Auf der nächsten Prüfung hat sich aber gezeigt, dass sie offenbar nur wegen der reduzierten Erwartungshaltung leise war, nicht weil sie verstanden hatte, dass es um das Bellen ging, denn auf der Prüfung  hat sie dann wieder Bellattacken ohne Ende gehabt.

Als nächstes habe ich dann mit einem negativen Abbruchkommando gefolgt vom Geräusch einer Klapperdose/Trainingsdisc gearbeitet. Wenn sie gebellt hat, kam von mir das „Nein“ und jemand anders hat dann die Disc oder Klapperdose nur auf den Boden fallen lassen bzw. geschüttelt. Bereits nach dem ersten Mal, war sie schlagartig leise und hat den Rest der Übungsstunde nicht mehr gebellt und das ohne dass sie den Eindruck gemacht hat, dass sie gestresst war. Nach Wiederholung in der nächsten Übungsstunde war das Bellen ganz weg, das quitschen deutlich besser und ist inzwischen auch fast ganz weg.

Warum? So genau weiß ich das nicht. Ich denke sie konzentriert sich jetzt darauf, das blöde Geräusch zu vermeiden und weil sie sich konzentriert bellt sie nicht. Das erklärt auch, das sie seit dem auch konzentrierter in der Fußarbeit ist, auch wenn das noch verbesserungswürdig ist. Inzwischen hat sie aber auch verstanden, dass es um das Bellen geht, denn wenn ihr doch alle paar Übungsstunden mal ein Beller rausrutscht, dann bricht sie den mittendrin ab, so als wenn ihr dann wieder einfällt:

Huch, ich sollte ja leise sein …

Weil ich immer darauf geachtet habe, erst „Nein“ zu sagen und dann kam die Dose zum Einsatz, ist es jetzt so, dass sie so auf das „Nein“ konditioniert ist, dass es jetzt ausreicht, wenn sie mit quitschen anfängt, dass ich „Nein“ sage. Dann ist sie wieder leise.

Das hat sogar in der gestrigen Prüfung funktioniert. Zwischen zwei Übungen hat sie wegen meines Lobs wieder etwas aufgedreht und hat 2x gebellt. Auf mein „Nein“ war sie dann wieder leise und hat alle Spaßübungen ohne Bellen absolviert, mit ausnahme von 2-3 Übungen, wo ein „Freudenquitscher“ beim Start kam. Aber gar kein Vergleich mehr zu früher.

Und jetzt hat sie wieder die Chance auch positive Erfahrungen zu machen, denn weil sie leise ist, kann ich sie auch für gut durchgeführte Übungen belohnen, denn das ging ja vorher in der Regel nicht. Selbst wenn sie super schnell zum Pylo gelaufen ist, dabei aber gebellt hat, konnte ich sie nicht loben. Denn fehlerhaftes Verhalten (hier also das Bellen) sollte ja ignoriert werden. Und da sie immer (oder fast immer) gebellt hat, war das mit dem Loben auch nicht so einfach. Wenn sie dann mal leise zum Pylo gelaufen ist, dann meist weil sie müde und langsam war. Ich hab sie zwar dann auch schon mal trotz des Tempos gelobt, aber eigentlich war auch das ja nicht richtig, denn ich bestätige dann ja das langsame Laufen, was ja eigentlich nicht gewollt ist.

Jetzt ist sie schnell UND leise. Die gestrige Prüfung hat gezeigt, dass es funktioniert und zwar besser als das ignorieren unerwünschten Verhaltens, denn so war sie durch das „Nein“ zwischen zwei Übungen wieder in eine für die Übungen passende Trieblage zu versetzen. Natürlich gibt es immer noch die Freudenquitscher und auch gelegentliches Quitschen oder einzelne verhaltene Beller in der Fußarbeit. Aber sie lässt sich wieder unter Kontrolle bringe und  Ich denke, sie hat es verstanden. Wenn ich jetzt noch meinen Teil dazu beitrage und ihr beim Fußlaufen nicht mehr im Weg stehe :-) wird sie ein super Obedience-Hund werden.

Mein persönliches Fazit

Für mich persönlich bin ich zu folgendem Schluss gekommen. Dem muss keiner folgen und ich kann mir vorstellen, es gibt eine Menge Hunde die zumindest das, worauf es im Hundesport ankommt ganz ohne negatives Abbruchsignal lernen.

Für mich bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass zumindest für Verhaltensprobleme, die nicht eine einzelne Übung betreffen sondern sich über mehrere Übungen auch unterschiedlicher Art erstrecken, nicht die Änderung des Übungsaufbaus und eine positive Belohnung des richtigen Verhaltens zum Erfolg führt. Hier ist nicht der Übungsaufbau der Grund, sondern  andere Ursachen und daher bringt auch das Umstellen des Trainings nichts. Man muss dem Hund dann schon klipp und klar sagen, was falsch ist, damit er überhaupt eine Idee entwickeln kann, in welche Richtung er sein Verhalten ändern soll. Und das kann man nicht, wenn der Hund einen tollen Richtungsapport macht, aber dabei bellt und man dann die komplette Verhaltenskette ignoriert und den Hund die Übung wiederholen lässt. Denn ignoriert man das Gesamtergebnis, woher soll der Hund dann wissen, was falsch war?

  • falsches Holz?
  • falsches Tempo?
  • bellen?
  • knautschen?
  • oder vielleicht ne ganz falsche Übung?

Nur mit einem passenden Abbruchsignal im richtigen Moment, nämlich dann wenn der Hund bellt bzw. das unerwünschte Verhalten zeigt, habe ich überhaupt eine Chance dem Hund klar zu machen, dass das „bellen“ das falsche war. Genau wie ich ja auch deshalb im richtigen Moment klicke um das richtige Verhalten zu bestätigen.

Und nur wenn der Hund das erkennen kann, kann er auch sein diesbezügliches Verhalten ändern. Und nur, wenn der Hund sein Verhalten in eine „positivere“ Richtung ändert, kann man dieses auch bestätigen und fördern. Und wenn der Hund „Spaß“ an seinem unerwünschten Verhalten hat, muss das Abbruchkommando eine so große Sanktion für den Hund darstellen, dass er motiviert ist, sein Verhalten zu ändern.

Sicherlich kann man (auch ich :-) ) die Verwendung des negativen Abbruchsignals auf ein Minimum beschränken. Allerdings wird es für den Hund deutlich schwieriger sein die richtigen Schlüsse zu ziehen, wenn manchmal sein Fehlverhalten ignoriert wird und manchmal ein Abbruchsignal kommt.

Wer mag und was dazu sagen möchte, kann das gerne tun.

Abbruchsignal und Jackpot beim Clickertraining

Generell gibt es zwei grundlegende Methoden beim Clickertraining. Du solltest dich dabei für eine Methode entscheiden, denn die Methode später zu wechseln ist nicht unproblematisch.

  • der Click als Keep-Going-Signal
  • der Click als Abbruch-Signal

Nutzt du den Click als Keep-Going-Signal (auf deutsch, „weitermachen“-Signal) heißt das, du bringst dem Hund bei, der Click sagt, „was du gerade machst, ist richtig, mach weiter so …“. Irgendwann ist die Übung zu Ende oder du beendest sie mit einem Abbruch-Signal deiner Wahl. Dann bekommt der Hund seine Belohnung oder darf sich auch austoben und tun was ihm Spaß macht.

Die Alternative ist, du bringst dem Hund bei, der Click bedeutet „was du gerade machst ist richtig, du darfst jetzt die Übung beenden“. Dann darf der Hund nach dem Click tun was er will, bspw. sich sein Spielzeug nehmen oder seine Fußposition zu verlassen, zum Jackpot, bspw. einer besonderen Belohnung laufen und sich bedienen. In diesem Fall ist der Click gleichzeitig Bestätigung und positives Abbruchsignal.

Hinweis

Aus meiner Sicht, hat die zweite Alternative, den Click als Abbruch-Signal zu verwenden zwei Nachteile.
– Du kannst nicht innerhalb einer Übung mehrfach klicken, um einzelne gute Elemente zu bestätigen, denn nach dem ersten Click ist die Übung für den Hund beendet.  Du hast dann viele Möglichkeiten des Clickertrainings verschenkt.
– Übst du zusammen mit einem anderen Hundeführer, der auch klickt und kommt es doch mal dazu, dass der Hund den Click des anderen auf sich bezieht, bricht er die Übung ab. Genauso kann es auf Prüfungen passieren, dass durch das Clicken eines Zuschauers bspw. der abseits mit seinem Hund übt, der Hund die Übung in der Prüfung abbricht.

Ich persönlich präferiere Variante 1, denn ganz oft sieht man, dass die Hunde sich nach dem ersten Click noch mehr anstrengen, in Erwartung der Belohnung. Viele der hier beschriebenen Übungen, gehen auch davon aus, dass ein einfacher Click kein Abbruch-Signal ist, der Hund die Übung also weiter durchführt.

Aufgabe des Abbruchsignals

Möchtest du, dass dein Hund eine Übung oder Aktion solange ausführt, bis ein anderes Kommando kommt, was durchaus Sinn macht, muss es ein Abbruchsignal geben, das deinem Hund sagt, „OK, mach was du willst, Übung beendet“. Generell gibt es drei Möglichkeiten dieses Abbruchsignal einzusetzen:

  • lediglich dann, wenn du die Übung abbrichst, weil der Hund etwas falsch macht, weil ansonsten der Click das Abbruchsignal ist.
  • immer, wenn eine Übung beendet ist, egal ob erfolgreich oder nicht. In diesem Fall ist es aber schwierig für den Hund zu unterscheiden, ob die Übung nun erfolgreich beendet wurde oder nicht. Du musst dann also nach dem Abbruch-Signal die Belohnung folgen lassen, wenn der Hund es gut gemacht hat.
  • sowohl für einen missglückten wie einen korrekten Übungsverlauf, allerdings mit unterschiedlichen Kommandos, weil der Click als Keep-Going-Signal verwendet wird.

Ein Abbruchsignal benötigst du auf jeden Fall, denn es ist wenig sinnvoll, deinen Hund selbst bestimmen zu lassen, wann eine Übung zu Ende ist.  Nimm an, der Hund soll „Platz“ machen, bis du ihn abrufst. Dann möchtest du ja nicht, dass der Hund aufsteht, wenn er keine Lust mehr auf liegen hat, sondern du möchtest, dass er so lange liegen bleibt, bis du ihm das Kommando zum Abrufen gibst. Das „Platz“-Kommando wird dann bspw. durch das „Hier“-Kommando abgelöst. Hat der Hund gelernt mit „Hier“ in die Grundstellung zu kommen, soll er daraus ja auch nich nach Belieben wieder aufspringen, sondern dort verweilen, bis bspw. das „Fuß“-Kommando kommt. Irgendwann willst du aber den Hund auch loben, mit ihm spielen oder ein Leckerchen geben, was dann?

Vielfach sieht man dann, dass der Hundeführer das Spielzeug aus der Tasche zieht und der Hund schon mal in Vorfreude aufspringt und am Hundeführer hochspringt. Das ist aber eigentlich nicht konsequent, denn so hat der Hund bestimmt, wann er aus der Grundstellung aufsteht. Er wird dann womöglich bald schon seine Übung beenden, wenn du mit der Hand in die Tasche greifst. Besser ist, ein Abbruchkommando zu verwenden. Der Hund macht eine Übung zu Ende und soll nun belohnt werden, dann kommt das Abbruchkommando und der Hund darf seine Position verlassen. Erst danach holst du Leckerchen aus der Tasche oder das Spielzeug. So lernt der Hund, jedes Kommando gilt, bis ein neues kommt. Im Zweifel ist das Abbruchkommando eben das neue Kommando das dem Hund sagt „Spaß haben“ :-)

Ein positives und negatives Abbruch-Signal verwenden

Sicher kannst du nur die positiven Verhalten deines Hundes bestätigen und die negativen, oder Fehler ignorieren. Aber schneller wird dein Hund lernen, wenn du ihm auch deutlich sagst, wenn er was falsch macht. Ansonsten hat es dein Hund schwer zu unterscheiden, ob er etwas zwar richtig macht, aber er nur nicht bestätigt wird, weil es etwas ist, was er eigentlich schon lange kann oder ob er jetzt was falches gemacht hat. Ich bevorzuge daher, Fehler des Hundes nicht zu ignorieren.

Ich verwende stattdessen zwei verschiedene Abbruchsignale, ein „positives“ und ein „negatives“. Als negatives sage ich „Nein“ und zwar in einem Tonfall, der meinem Hund deutlich macht, dass ich unzufrieden bin. „Nein“ heißt für meinen Hund:

  • was du gemacht hast, war falsch,
  • die Übung ist zu Ende und
  • es gibt keine Belohnung

In der Regel fange ich dann die Übung neu an, damit der Hund eine Chance hat, es richtig zu machen.

Tipp

ich finde es wichtig, dass der Hund erkennt, dass die Übung neu beginnt. Das heißt, ich gehe in der Regel ein paar Meter und mache eine neue Grundstellung, Allerdings muss ich zugeben, dass ich da aus Zeitgründen auch nicht immer konsequent bin. Bei meinen eigenen Hunden habe ich da noch keine Nebenwirkungen gemerkt. Ich kenne aber ein paar Hunde, die gemeint haben, der Fehler und die Wiederholung gehört zur Übung. Um das zu vermeiden, ist es manchmal auch sinnvoll, die Übung nicht direkt zu wiederholen, sondern eine andere Übung dazwischen zu machen.

Hunde, die eine sehr geringe Frustrationstoleranz haben, können bei ständiger Wiederholung der Übungen, noch dazu, wenn sie jedes Mal mit einem negativen Abbruchsignal beendet wird, schnell frustriert werden. Das kann zur Folge haben, dass der Hund mit Beschwichtigungssignalen (schnüffeln, weggucken, Schnauze lecken …) reagiert und nicht mehr mitarbeiten will. Andere Hunde fangen an zu bellen oder urinieren auf dem Platz. Bei solchen Hunden ist es sinnvoll, auch eine fehlerhafte Übung ab und an positiv zu beenden. Natürlich sollst du nicht deinen Hund für den Fehler noch bestätigen. Aber du kannst natürlich Fehler, insbesondere wenn sie passieren, weil der Hund die Übung noch nicht kann, einfach ignorieren und die ganze Übung (der Hund kennt ja nicht die Prüfungsordnung und weiß daher nicht, wie die Übung eigentlich enden sollte) mit etwas beenden, was der Hund kann.

Beispiel

Nimm an, du schickst deinen  Hund zum Kegel und immer wieder rennt der Hund zwar mit vollem Tempo hin, braucht dann aber zu lange, um zu stoppen und steht zu weit vom Kegel weg. Wenn du nun ständig die Übung mit „Nein“ beendest, wird der Hund zwar lernen, dass er was falsch gemacht hat. Es kann dir aber passieren, dass der Hund irgendwann auch keine Lust mehr hat zum Kegel zu laufen, weil er denkt, dass schon das Hinlaufen falsch ist, oder er hat einfach keine Lust mehr, weil er nicht mehr weiß, was er noch tun soll, damit du zufrieden bist.  Statt ihn dann am Kegel versuchen ins Steh zu bringen, lass ihn zwischendurch am Kegel vorbeilaufen (indem du ihn einfach nicht stoppst) und bei erreichen des Kegels die Übung einfach mit einem postiven Abbruchsignal beendest. Sag bspw. „Lauf“ und schmeiß deinem Hund das Spielzeug hin. So erreichst du, dass der Hund die Übung positiv in Erinnerung behält und nicht total frustriert ist. Du kannst dann bspw. das stehen aus dem Laufen zunächst erst einmal einzeln, unabhängig vom Kegel trainieren.

Das „positive“ Abbruchsignal beendet die Übung und sagt meinem  Hund,

  • das hast du toll gemacht
  • die Übung ist zu Ende,
  • hab Spaß und freu dich

Danach folgt in der Regel die Belohnung in Form von Spiel oder Futter.

Davon habe ich gleich mehrere, die ich einsetze, wie sie gerade passen.

  • „Lauf“ sage ich bspw. wenn ich meinem Hund ein Spielzeug zuwerfe und er ihm hinterherrennen und seine Position verlassen darf.
  • „Doppelclick“ mit dem Clicker, verwende ich, wenn der Hund eine Übung ganz besonders toll gemacht hat und er sich seinen „Jackpot“ verdient hat. Je nach Hund bedeutet das „nimm dir dein Spielzeug“ (bei meiner Hündin) bzw. „jetzt gibt es Katzenfutter“ (bei meinem Rüden). Beide wissen aber, dass jetzt was ganz Besonderes kommt.
  • „Pack“ sage ich, wenn sich meine Hündin zur Belohnung ihr Spielzeug holen darf, dass in der Regel in Reichweite irgendwo liegt, genau zu diesem Zweck, ihr zu gestatten, sich das Spielzeug zu holen, wenn sie es sich verdient hat.

Hinweis

Im Prinzip würde natürlich ein Abbruchsignal reichen. Bei mir hat sich das so entwickelt, weil ich bspw. „Lauf“ schon immer gesagt habe, bevor die Hunde nach dem Ableinen beim Spaziergang laufen durften. Aber „Pack“ und „Lauf“ sind eigentlich fast gleichwertig, nur das eine nehme ich vorzugsweise für meinen Rüden, weil der das Spielzeug geworfen bekommt und „Pack“ für meine Hündin, die es sich holen darf.

Der Jackpot für besondere Leistungen

Möchtest du deinem Hund eine komplizierte und für ihn bspw. aufgrund seiner Motivationslage schwere Übung beibringen, sollte auch die Belohnung besondert gut ausfallen, wenn er sie denn komplett richtig macht, denn das motiviert den Hund, es beim  nächsten mal genausogut oder noch besser zu machen. Um das zu können, ist es aber wichtig, dass du die Rangfolge der Belohnungen für deinen Hund kennst. Nur dann kannst du für die „normale“ Leistung des Hundes eine mittlere Bestätigung wählen, so dass du dich für besondere Leistungen noch steigern kannst.

Mein Labi-Rüde bekommt bspw. normalerweise „Frolic“. Für besondere Leistungen gibt es entweder seinen Lieblingsball oder aber, was aus seiner Sicht das Highlight schlechthin ist, Katzennassfutter aus der Tüte (oder Aluschälchen). Dafür tut er wirklich alles und sich das zu verdienen, da gibt er sich besonders viel Mühe. Für meine Mali-Hündin ist der Jackpot der Lieblingsball von meinem Rüden (den gibt es aber nur nach der Fährte) und bei der Arbeit auf dem Platz der Kong. Für die normale Bestätigung zwischendurch verwende ich ein Spieltau.

Spieltau aus Fleece

Spieltau aus Fleece

Beißwurst

Beißwurst

Kong

Kong

Bei mir gehört zum „Jackpot“ auch, dass der Hund ihn sich selbst holen darf, bzw. mit viel Spaß und Tempo zum Jackpot laufen darf. Das erfordert aber natürlich so viel Gehorsam und Selbstbeherrschung dass der Hund sich nicht wärend der Arbeit von sich aus, selbst bedient.

Tipp

Einen umfassenden Überblick über Clicker-Training findest du auch als E-Book in zwei Formaten:
– EPUB-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
– PDF-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
zum Offline-lesen. Viel Spaß damit.