Schicken in die Box – Teil 2: Stoppen in der Box

Hinweis:

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Ich persönlich bin der Meinung, bevor dein Hund nicht mit Spaß und vollem Tempo in die Box läuft, ist es zu früh, das Stoppen in der Box zu üben. Du kannst aber natürlich im Hinblick auf die Box und auch das „Abrufen mit Steh“ in Klasse 2 schon ein „Stopp“- oder „Steh“-Kommando einführen und üben, aber eben separat, unabhängig von der Box-Übung.

Trainingsziele

Trainingsziel sollte sein, dass du deinen Hund, der mit vollem Tempo in die Box gelaufen ist, aus voller Geschwindigkeit stoppen kannst. Der Hund soll dabei entweder möglichst mittig in der Box stehen, oder gleich in Platz gehen und zwar so, dass er dich ansieht.

Der Hund muss sich also innerhalb der Box wenden, entweder schon beim reinlaufen oder beim Stoppen.

Achtung

Da der Hund ja nicht ohne Anweisung arbeiten darf, darf er sich eigentlich nicht selbständig vor dem „Stopp“-Kommando wenden. Eigentlich soll er ja solange gerade aus und im Zweifel durch die Box durchlaufen, bis ein „Stopp“-Kommando kommt.

Ob du den Hund in der Box ins „Steh“ oder „Platz“ bringst, schreibt die Prüfungsordnung nicht vor. Solange der Hund aber noch nicht liegt, kannst du ihn gegebenenfalls noch mit zusätzlichen Kommandos steuern, bspw. wenn er knapp neben der Box steht, kannst du ihn mit einen zusätzlichen „Box“-Kommando noch mal in die Box schicken. zwar gibt das Punktabzug, aber wenn der Hund gleich liegt und außerhalb der Box (oder auch nur mit einer Pfote über dem Band) ist die Übung gleich 0.

Ich trainiere daher, dass der Hund in der Box steht. Meiner Meinung nach hat das einen weiteren Vorteil. Steht der Hund erst mal in der Box ist es viel einfacher ihn ins „Platz“ zu bringen, ohne dass er nach vorne kommt, als wenn man ihn aus vollem Lauf ins Platz ruft. Dei Gefahr, dass er dann schon wieder aus der Box raus ist, ist meiner Meinung nach größer.

Zudem ist dies meiner Meinung nach auch einfacher zu trainieren, denn du kannst den Überraschungseffekt nutzen.

Trainingsideen

Methode 1: Stoppen (stehen) in der Box

Hinweis

Wenn du statt eines Clicks ein Wort zur Bestätigung nutzt, bspw. „OK“, kannst du natürlich auch dieses in dieser Übung verwenden. Wichtig ist nur, dass du eine Möglichkeit hast, deinen Hund in dem kurzen Moment zu bestätigen, in dem  er stehen wird.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft aus 10-20m Entfernung mit Tempo in die Box zum Target
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Spielzeug (was sich gut werfen lässt) zur Belohnung nach dem Click.
Vorgehensweise

Dein Hund rennt derzeit mit vollem Tempo auch aus größerer Entfernung in die Box zum Target und bisher hast du ihn immer für das Berühren des Targets bspw. mit einem Click bestätigt und ihm dann sein Spielzeug zugeschmissen oder ihm erlaubt sich sein Spielzeug zu nehmen oder du hast ihn zurückgerufen um ihn bei dir zu bestätigen, bspw. mit einem Leckerchen. Wenn das so ist, kannst du bei den meisten Hunden den Überraschungseffekt nutzen, um sie in der Box zu stoppen:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Stelle dich nun wie gewohnt mit dem Hund vor die Box, in der das Target liegen sollte. Stelle sicher, dass dein Clicker griffbereit ist, und das Spielzeug zumindest so in der Tasche, dass du es recht zügig heraus bekommst. Optimal ist, du hälst es in der  Hand. Dazu muss der Hund aber natürlich gelernt haben sich trotz des Triebmittels von dir zu entfernen. mehr dazu …
  • Schicke deinen Hund nun wie gewohnt in die Box.
  • Ist er am Target angekommen, kommt jetzt aber nicht der übliche Click. Stattdessen gibst du dein Stopp-Kommando. 99% aller Hunde sind nun so überrascht, dass sie zunächst stehen bleiben und dich überrascht und fragend ansehen, was jetzt wohl los ist, denn das Kommando ist unbekannt und der Ablauf ist ein anderer als sonst. Diese kleinen Moment der Überraschung, in der der Hund dir zugewand stehen bleibst, musst du nun mit einem Click bestätigen.
  • Unmittelbar nach dem Click solltest du das Spielzeug werfen und zwar über den Hund hinweg nach hinten. Der Grund ist der, um den Ball mit den Augen zu verfolgen, bleibt dein Hund auch später noch stehen, auch dann, wenn der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden ist. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Der Überraschungseffekt hält bei den meisten Hunden nur 5 bis 10 Mal. Dann wissen sie, da kommt am Target was anderes als nur ein Click. Das ist nicht weiter schlimm, wenn du deinen Hund aber immer nach dem Click aus der Box rufst um ihn bei dir zu bestätigen, wir der irgendwann eventuell nur kurz stoppen, dann auf den Click warten und in deine Richtung durchstarten oder dir  zumindest langsam entgegen kommen. Das Werfen des Spielzeugs über den Hund hinweg, bewirkt, dass wenn der Überraschungseffekt aufhört, dein Hund nach dem Stopp-Kommando auf das fliegende Spielzeug wartet. Auch das veranlasst 99% der Hunde stehen zu bleiben und nicht zu schnüffeln, sondern stattdessen in deine Richtung zu sehen, wann es denn jetzt genau kommt. Und genau das ist es, was du willst.

Wenn dein Hund auf das Stopp-Kommando weiterhin stehen bleibt, weil er auf das Spielzeug wartet, dehnst du nun allmählich die Zeitspanne aus, die er stehen muss, bis der Click kommt und das Spielzeug tatsächlich fliegt.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. (hier weiter lesen …)

Methode 2: Stoppen aus dem Laufen (außerhalb der Box) üben

Wenn dein Hund das Reinlaufen in die Box noch nicht verstanden hat oder noch Probleme mit dem Tempo hat, ist es zu früh, schon das stoppen in der Box zu üben. Das würde noch mehr Tempo und Spaß rausnehmen. In diesem Fall schmeiß lieber häufig den Ball über den Hund, wenn er in der Box ist, damit er durch die Box durchläuft. Du kannst dann aber parallel schon mal das Stoppen aus dem Laufen üben. Das geht im Prinzip ganz ähnlich wie nach Methode 1, du nutzt den Überraschungseffekt.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft auf Anweisung/Erlaubnis zu einem Triebmittel, das auf dem Boden lieg.
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Triebmittel mit mittlerer Rangfolge für den Hund sowie ein weiteres Triebmittel das sich gut werfen lässt und höherwertig ist.

Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.
  • Wähle außerdem ein Triebmittel, das zwar den Hund animiert dorthin zu laufen, wichtig ist aber, dass du noch ein weiteres bei dir hast, das dem Hund wichtiger ist.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Lege/Setze deinen Hund irgendwo hin und bringe sein Triebmittel ein Stück mindestens 10m weg, so dass er dich dabei beobachten kann.
  • Gehe zum Hund zurück und zeige ihm, dass du das wichtigere Triebmittel bei dir hast.
  • Erlaube ihm nun das abgelegte Triebmittel zu holen.
  • Kurz vor dem Erreichen des Triebmittels folgt das Stopp-Kommando. Die meisten Hunde werden sich jetzt kurz umdrehen, weil sie damit ja nicht gerechnet haben.
  • Diesen kurzen Moment in dem der Hund zu dir gewandt kurz steht, bestätigst du mit einem Click und schmeißt ihm dann das wichtigere Triebmittel zu. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Wichtig ist, dass du das Triebmittel was du wirfst, nicht immer in Richtung deines Hundes wirfst, sondern mal zu ihm, mal in die entgegengesetzte Richtung. Das ist notwendig, damit der Hund lernt, dass er stoppen und dich beobachten muss, wenn er das Triebmittel haben will. Ansonsten könnte es passieren, dass dein Hund lernt, wenn das Stopp-Kommando kommt,  noch mehr Gas zu geben, weil der das Triebmittel hinter sich erwartet. Dann wird er nicht mehr stoppen.

Im weiteren Verlauf des Trainings dehnst du nun die Zeit aus, die der Hund nach dem Stopp-Kommando stehen muss, bis der Click und das Spielzeug folgen.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. Hier weiter lesen …

Selbstbeherrschung trainieren

Neben Konzentration ist Selbstbeherrschung eine weitere Komponente des Trainings, die gerade für sehr triebige Hunde wesentlich ist. Vorausgesetzt, der Hund kann sich konzentrieren und beherrscht die Konzentrationsübungen geht das mit ein paar Übungen aber ganz einfach zu trainieren.

Hinweis

Ist nachfolgend von „Triebmittel“ die Rede, wählst du eine Form der Belohnung (Leckerli oder Spielzeug) die für deinen Hund optimal ist. Einen Hund, der auf Futter steht mit Spielzeug zu reizen macht genauso wenig Sinn, wie einen Hund der wesentlich stärker auf Spielzeug aus ist, mit blödem Trockenfutter aus der Reserve locken zu wollen. Du  solltest also vorab wissen (oder herausfinden) welche Rangfolge die verschiedenen Triebmittel für deinen Hund haben.

Grundlegendes

Die Übungen funktionieren im Wesentlichen so, dass ein mittelwertiges Triebmittel in der Nähe des Hundes platziert wird. Das liegt einfach auf dem Boden, so dass es sich der Hund nehmen könnte. In der Nähe machst du dann einfach ein paar Übungen mit dem Hund. Führt er diese aus, ohne ständig zum Triebmittel zu schielen, wird er bestätigt und zwar mit einem Triebmittel das höherwertig ist. Das ist wichtig, denn der Hund soll ja lernen, dass es sich lohnt sich nicht selbst zu bedienen. Und du machst es dem Hund damit gerade am Anfang etwas einfacher sich die Belohnung zu verdienen. Das reduziert die Gefahr, dass der Hund nach einer Weile total gefrustet ist und erst recht ungehorsam ist, weil er keine Möglichkeit sieht sich die Belohnung zu verdienen.

Wichtig ist, dass du den Hund nur bestätigst, wenn er Gehorsam gezeigt hat, sich also nicht selbst am Triebmittel befriedigt hat. Daher musst du gerade am Anfang unbedingt verhindern, dass der Hund sich selbst bedient. Wenn du Leckerchen als „Lockmittel“ einsetzen willst, lege diese in eine verschließbare Dose, die der Hund nicht selber aufbekommt. Es ist wichtig, dass er deine Hilfe braucht, um zum Ziel zu kommen. Verwendest du „Spielzeug“ als Lockmittel, suche dir eine andere Person, die falls der  Hund sich selbst bedienen will, das Spielzeug vor ihm wegnimmt, so dass er sich nicht selbst bestätigen kann. Alternativ arbeite mit dem Hund an der Leine, dass er nicht weg kann und keine Chance hat, sich zu holen was er will.

Später, wenn der die Übungen grundsätzlich macht, kannst du die Übungen auch dahingehend variieren, dass er kein höherwertes Triebmittel bekommt, sondern sich das, was dort lieg einfach holen darf.

Vorschläge für Übungen

Die ersten der nachfolgenden Übungen kannst du schon mit deinem Welpen trainieren. überfordere ihn aber nicht, durch zu lange Trainingseinheiten. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Hund die Teile der Übung, die verlangt werden, wie „Sitz“, „Fuß laufen“ etc. ohne das als Lockmittel abgelegte Triebmittel beherrscht.

Übung 1

Lege, setze oder stelle deinen Hund irgendwo hin und platziere ein mittelwertiges Triebmittel in seiner Reichweite. Decke dieses jetzt zunächst mit der Hand ab, bis der Hund ruhig ist. Er darf das Triebmittel aber natürlich angucken. Nimm dann langsam die Hand weg und bestätige ihn mit einem höherwertigen Triebmittel, wenn er mindestens 2 Sekunden seine Position beibehält ohne sich zu bedienen. Achte aber darauf auf jeden Fall ein positives Abbruchsignal zu geben, damit der Hund nicht lernt, dass er nach Belieben die Übung beenden kann. Optimal ist ein Click mit dem Clicker als Keep-Going-Signal nach 2 Sekunden und anschließend ein positives Abbruchsignal, nach dem dann das Spielzeug fliegt oder der Hund ein höherwertiges Leckerchen kriegt. Nach und nach dehnst du die Zeit, die der Hund in der Nähe des Triebmittels seine Position halten muss, aus.

Hinweis

Generell ist es auch möglich, dass du dem Hund mit dem Abbruchkommando erlaubst, sich das Spielzeug oder Leckerchen zu nehmen. Gerade am Anfang halte ich das aber für ungünstig, denn der Hund könnte lernen „gleich darf ich mich bedienen“ und würde schon vor Kommando zum Triebmittel laufen. Daher würde ich das erst machen, wenn die Selbstbeherrschung beim Hund gefestigt ist.

Als Ergänzung/Erweiterung zu Übung 1 kannst du auch von deinem Hund Blickkontakt in der Grundstellung verlangen, um sich die Belohnung zu verdienen (siehe Übung 3).

Übung 2

Wiederhole die Übung 1, umrunde dabei aber den Hund, so dass es auch einen kurzen Moment gibt, in dem du dich im Rücken des Hundes außerhalb seiner Sichtweite befindest. Bestätige den Hund wenn du eine Runde gehen konntest, ohne dass er den Versuch gemacht hat, sich zu bedienen. Wiederhole dies, bis du 2, 3, oder 10 Runden um den Hund gehen kannst.

Übung 3

Während der Hund bisher das Triebmittel schon beobachten durfte, geht es nun einen Schritt weiter. Der Hund darf das Triebmittel nicht mehr ansehen. Dein Hund sollte dazu gelernt haben in der Grundstellung Blickkontakt zu halten. Lege  das Triebmittel, das als Lockmittel dienen soll, auf den Boden und mache mit dem Hund eine Grundstellung neben dem Triebmittel, so dass der Hund in Reichweite des Triebmittels daneben sitzt. Warte nun ab, ob der Hund dich irgendwann von sich aus ansieht. Gibt ihm ca. 1 Minute Zeit. Falls  er dann immer noch sein Triebmittel ansieht, erinnere ihn mit dem Kommando für den Blickkontakt daran, dass er dich ansehen soll.

Nimmt er nun Blickkontakt auf, wenn auch nur ganz kurz, bestätige ihn. Entweder indem er sich dann das Triebmittel nehmen darf, oder du ihm ein höherwertiges gibst. Vergiss aber das positive Abbruchsignal nicht.

Sollte er dich auch nach Erinnerung nicht ansehen, beende die Übung mit einem negativen Abbruchsignal und beginne sie neu. Klappt das nach 4-5 Versuchen nicht, gehe zunächst einen Schritt zurück und versuche den Blickkontakt in der Grundstellung erst einmal ohne sichbares Triebmittel, um den Hund daran zu erinnern, was er tun soll. Erst wenn das wieder klappt, platziere wieder das Triebmittel neben dem Hund.

Tipp

Wenn es dem Hund sehr schwer fällt, den Blick vom Triebmittel abzuwenden, versuche es mit einem geringwertigeren Triebmittel für den Hund. Wichtig ist, dass der Hund gerade am Anfang erst mal Erfolgserlebnisse hat, damit  er lernt, wenn ich jetzt „verzichten“, kommt gleich was besseres. Gerade dann wenn es dem Hund sehr schwer fällt, ist es wichtig, dass er anstelle (oder zusätzlich zu) des abgelegten Triebmittels etwas besseres bekommt.

Wenn diese Übung klappt, dass der Hund zumindest kurz Blickkontakt aufnimmt, verlängere die Dauer des Blickkontaktes die er halten muss, bis er die Bestätigung bekommt.

Übung 4

Nun steigerst du die Übung, indem du aus der Grundstellung mit Blickkontakt heraus, 2-3 Schritte gehst. Der Hund sollte den Blickkontakt halten, ohne das Triebmittel anzusehen. Nur dann, darfst du ihn bestätigen.

Übung 5

Klappt Übung 4, erweiterst du diese Übung wie folgt. Lege das Triebmittel auf den Boden und mache mit dem Hund in einer Entfernung von 1-2 Metern eine Grundstellung. Warte bis der Hund von sich aus Blickkontakt aufnimmmt. Falls nicht, kehre zu Übung 3 zurück. Nimmt der Hund Blickkontakt auf, gehe mit dem „Fuß“-Kommando an und umrunde das Triebmittel in einem Kreis mit einem Abstand von 1-2 Metern. Bestätige den  Hund, wenn du eine Runde laufen konntest, ohne dass der Hund das Triebmittel angesehen hat.

Hinweis

Sollte der Hund den Blickkontakt nicht halten, aber NICHT das Triebmittel ansehen, bestätige ihn nach der Runde trotzdem, zumindest am Anfang. Er soll ja auch ein Erfolgserlebnis haben. Genauso gilt, am Anfang, dass du ihn auch bestätigst (bspw. mit einem Click als Keep-Going-Signal) wenn er nur kurz den Blick zum Triebmittel wendet aber von sich aus, wieder Blickkontakt mir dir aufnimmt. Später, sollte er dies aber dann nicht mehr tun, um seine Bestätigung nach der Runde zu bekommen.

Wendet der Hund den Blick von dir ab, um dauerhaft das Triebmittel anzusehen, verwende ein negatives Abbruchsignal um die Übung zu beenden und beginne von vorne.

Klappt die Übung mit einer Runde um das Triebmittel, dehne sie auf 2, 3 oder noch mehr Runden aus.

Übung 6

Platziere das Triebmittel auf dem Boden und begib dich mit dem Hund („Bei-Fuß“-laufend)  in ca. 7m Abstand. Gehe nun mit dem Hund („Bei-Fuß“-laufend) in gerader Linie auf das Triebmittel zu, gehe daran vorbei, wende ca. 7m dahinter und gehe auf der anderen Seite am Triebmittel vorbei. Sollte dein Hund das Triebmittel die ganze Zeit nicht ansehen und korrekt „Fuß“-laufen, bestätige ihn, kurz nachdem du auf der zweiten Seite am Triebmittel vorbei bist. Falls er das Triebmittel ansieht, vorprellt  etc. beende die Übung mit einem negativen Abbruchsignal und beginne sie von vorne.

 

 

 

Übung 7

Nun umrundest du wieder das Triebmittel allerdings in einem größeren Radius als in Übung 5 und lässt die Kreise immer kleiner werden, bis du mit dem Hund das Triebmittel erreicht hast. Achte darauf, dass der Hund nicht vorprellt, wenn er erkennt, dass es Richtung Triebmittel geht.

Du kannst die Übung auch später dahingehend erweitern, dass du nach erreichen des Triebmittels die Kreise wieder vergrößerst.

Wenn du, nachdem der Hund diese Übungen beherrscht, dessen Gehorsam testen willst, kannst du das bspw. mit folgenden Übungen.

Lege deinen Hund irgend wo ins „Platz“, entferne dich auf 30-50m vom Hund, platziere auf der Hälfte der Strecke das Triebmittel. Rufe nun den Hund. Wenn er alles gelernt hat, was er sollte und du richtig trainiert hast, sollte er nun am Triebmittel vorbei zu dir kommen. Falls er das macht hat er sich definitiv einen Jackpot verdient. Denke immer daran, aus Sicht des Hundes muss sich sein Verhalten lohnen, das tut es nicht, wenn er auf Triebbefriedigung verzichtet und dafür nichts höherwertiges bekommt!

Der zweite Test ist noch etwas heftiger. Dazu sollte dein Hund die „Box“-Übung können, oder das „Vorraus“ aus dem VPG. Du musst ihn also (ohne ein Triebmittel als Ziel) von dir weg schicken können. Wenn das der Fall ist, platzierst du das Triebmittel wieder auf der Laufstrecke, auf dre sich dein Hund von dir entfernen soll. Dann begibst du dich zum Hund zurück, und schickst ihn „Vorraus“ oder in die „Box“. Er sollte zu seinem Ziel laufen, ohne sich um das Triebmittel zu kümmern. Wenn er das tut, ist aber auch hier wieder der Jackpot fällig oder eine ganz besondere Belohnung.

Vorbereitungen zum Clicker-Training, die Konditionierung

Konditionierung auf den Clicker bedeutet, dass du deinem Hund beibringst, der Click ist etwas ganz Tolles, das Verprechen einer Belohnung. In etwa so, als wenn man einem Kind verspricht „Wenn du eine 2+ in Mathe schreibst, kriegst du eine Belohnung …“. In etwa das muss der Click für den Hund bedeuten. Der Hund zeigt ein gewünschtes Verhalten, du klickst, während er das Verhalten zeigt und der Hund denkt „Super, das wollte Herrchen/Frauchen also? Und gleich krieg ich was dafür, also gleich noch mal machen, damit ich noch mehr Belohnung kriege …“

Natürlich wird ein Hund nicht im Detail so denken. Angeblich denken sie ja nur in Form von Verknüpfungen, also ein Verhalten erzeugt eine Reaktion  und die ist angenehm oder unangenehm. Ich bin allerdings der Überzeugung, auch Hunde haben ein gewisses strategisches Denken. Aufbauend auf erlerntem und angeborenem Verhalten sind sie sehrwohl in der Lage zu „überlegen“, wie sie am schnellsten ein Ziel erreichen.

Beispiel

Wenn dein Hund schon ein paar Kommandos kennt und ausführt, dann versuch mal folgendes. Stelle dich vor deinen Hund mit seinem Lieblingsspielzeug in der  Hand oder einem Leckerchen und sag ein dem Hund unbekanntes Wort, bspw. „Rasenmäher“. Wichtig ist, dass du das Wort in einem Tonfall sagst, in dem du sonst Kommandos gibst. Da dein Hund das Kommando nicht kennt, ist er in der Regel erst mal ratlos. Wiederhole das Wort im gleichen Tonfall. Und du wirst sehen, mehr oder weniger schnell wird dein relativ ratloser Hund alles probieren was er gelernt hat, in der Hoffnung es ist das dabei, was du von ihm willst und mit dem er sich seine Belohnung verdienen kann. Er wird bspw. nacheinander „Sitz“, „Platz“ etc. ausführen, alles was du ihm schon beigebracht hast.
Für mich ist das der Beleg dafür, dass der Hund strategisch denkt. Er hat ein Ziel vor Augen sein Leckerchen oder Spielzeug und er erkennt, dass du ein Kommando gibst. Mit der Erkenntnis aus dem bisher Gelernten, dass er die Belohnung bekommt, wenn er das Kommando ausführt, versucht er nun das machen, was dich dazu bringt ihm die Belohnung zu geben.

Aber auch ein Wildhund oder Wolf muss diese Form strategischen Denkens kennen, denn sie ist überlebenswichtig. Wenn er Hunger hat, muss er diesen befriedigen und die einzige Möglichkeit dazu ist zu jagen. Der Hund muss also schlussfolgern, wenn ich hunger habe, muss ich jagen, um fressen zu können. Die Jagd ist also das Mittel um vom Ist-Zustand (hungrig) zum Zielzustand (satt) zu kommen und damit ein Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Und wenn der  Hund dann zu der Erkenntnis gelangt ist, um satt zu werden, muss er jagen, dann bedeutet auch dies „stragisches Denken“. Denn es hat wenig Sinn und fördert nicht das Überleben der Art, wenn der Hund dann das größte Tier einer Herde mitten in der Herde angreift und ganz alleine versucht es zu erlegen. Erfolgreicher ist ein Hund bei der Jagd der diese „plant“, erst die anderen Rudelmitglieder versammelt, ein schwaches Tier von der Herde trennt  und diese dann erbeutet. Auch das erfordert strategisches Denken.

Konditionierung versus strategischem Denken

Konditionierung bedeutet aber nun genau das Gegenteil. Der Hund soll nicht mehr darüber nachdenken müssen, was Ursache und Wirkung ist oder wie er ein Ziel erreicht. Konditionierung heißt, der es wird ein Reiz (Click) mit einer Reaktion verknüpft, so dass er Hund den Reiz später mit der Reaktion gleichsetzt, ähnlich einem erlernten Reflex. Der Hund „lernt“, dass der Click gleichbedeutend ist mit Belohnung (Futter, Spielzeug oder beides), er also etwas Positives bedeutet.

Tipp

Es gibt Hunde, die das Geräusch des Clickers nicht mögen und Angst zeigen. Auch mein Labi-Rüde gehörte dazu. Aber das ist eine Frage der Geduld, denn genau mit der Konditionierung kannst du deinen Hund vom Gegenteil überzeugen. Wenn er ein paar mal die Erfahrung gemacht hat, nach dem Click kommt nichts Schlimmes, sondern ganz im Gegenteil sein Lieblingsleckerli, wird er schnell die Angst vor dem Click verlieren und ihn als etwas tolles und schönes ansehen. Wichtig ist dann aber dass die Belohnung unmittelbar nach dem Click kommt und nicht nach oder während des Angstverhaltens.

Konditionierung mit Futter

Bei Hunden, die zumindest zuhause in bekannter ruhiger Umgebung Futter gerne nehmen, empflielt sich die Konditionierung mit Futter. Dazu gehst du so vor.

  • Setze dich gemütlich mit deinem Hund an einen ruhigen Ort mit wenig Ablenkung, bspw. an den Küchentisch, auf die Couch etc.
  • Nimm eine Schale mit Leckerlis und den Clicker.
  • Klicke nun mit dem Clicker und gibt deinem Hund unmittelbar danach oder auch gleichzeitig ein Leckerchen.
  • Wiederhole das ganze 10-20 Mal und das wiederum 5 bis 10 Mal am Tag.

Bei den meisten Hunden reichen zwei Tage, bis die Hunde das verstanden haben. Du kannst das wie folgt testen.

  • Stelle die gleiche Situation her, wie vorher aber nimm noch kein Leckerchen in die Hand.
  • Erzeuge einen Click, gib aber jetzt kein Futter.

Wenn dein Hund nun erwartungsvoll auf deine Hand oder die Leckerli-Schüssel guckt oder anfängt zu sabbern oder fordernd zu stuppsen, hat er verstanden, dass nach dem Klick das Leckerchen folgt. Gib es ihm nun einfach.

Jetzt kannst du die Zeitspanne zwischen Click und Belohnung ausdehnen, erst auf 1 Sekunde, dann auf 2, auf 3 etc.

Tipp

Optimal für den Anfang ist, wenn dein Hund nach einem Click gebannt ca. 30 Sekunden auf die Belohnung wartet, ohne das Interesse zu verlieren. Später kannst du diese Zeitspanne im Training weiter ausbauen.

Konditionierung ängstlicher Hunde und Futterverweigerer

Es gibt nun mal Hunde, die Futter beim Training nicht wollen oder damit einfach nicht zu motivieren sind. Bei diesen Hunden kannst du alternativ auch Spielzeug als Belohnung nehmen. Die Vorgehensweise ist die gleiche, wie beim Futter, nur ist dies etwas langwieriger, da das Spiel zwischendurch natürlich länger dauert, als das runterschlucken des Leckerchens. Es besteht überdies die Gefahr, dass du den Hund in eine Trieblage versetzt ist, in der er schlecht lernt weil er extrem hochfährt und sich nicht mehr konzentrieren kann. Bei Futter ist diese Gefahr deutlich geringer.

Tipp

Erfahrungsgemäß zeigen Hunde (Menschen übrigens auch) mehr Angst in ängstigenden Situationen, wenn sie ruhig sitzen oder liegen und so Zeit haben sich auf die Angst zu konzentrieren. In Bewegung, beim Spiel oder anderen Aktivitäten vergessen viele Hunde ihre Angst. In dieser Situation lassen sie sich daher besonder einfach so konditionieren, dass sie den Click nicht als etwas schreckliches sondern positives empfinden. Wenn du also einen so ängstlichen Hund hast, dass dieser immer rennen geht, sobald du klickst, gehe einfach mit deinem Hund in den Garten oder an einen Ort an dem er sich wohlfühlt. Laufe dabei mit ihm, zeig ihm sein Spielzeug oder ein Leckerchen und lenke ihn damit etwas ab. Unmittelbar mit dem Click schmeißt du ihm dann den Ball und spielst ausgiebig mit ihm bzw. gibst ihm ein Leckerchen. So besteht nich die Gefahr Angstverhalten nach dem Click zu bestätigen. Du wirst sehen, es dauert nicht lange und der Hund nimmt den Click nicht mehr als beängstigend war und kurz danach freut er sich regelrecht, denn „Click“ heißt ja jetzt für ihn, jetzt fliegt sein Spielzeug. Wenn du das schon mal erreicht hast, dann gehst du dazu über, das Spielzeug erst nach dem Click zu schmeißen und verfährst dann wie oben für die Konditionierung mit Futter beschrieben wurde.

Tipp

Einen umfassenden Überblick über Clicker-Training findest du auch als E-Book in zwei Formaten:
– EPUB-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
– PDF-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
zum Offline-lesen. Viel Spaß damit.

Die Sache mit dem Click

Ebenso kontrovers wie die Wahl des Motivationsmittels wird unter Hundesportlern und Trainern der Einsatz des Clickers diskutiert. Ich persönlich bin der Meinung, man kommt in vielen Bereichen auch ohne Clicker aus, es gibt aber einige Übungen, die sich mit Clicker viel einfacher trainieren lassen. Ich habe lange Jahre ohne Clicker gearbeitet, aus zwei Gründen. Zum einen hatten wir im Verein einen Ausbilder, der davon absolut nichts hielt zum anderen war das, was ich dazu gelesen hatte bis dahin eine Fehlinformation gewesen, nämlich genau die, dass man irgendwann die Belohnung nach dem Click weglässt. Das hatte mir damals einfach nicht eingeleuchtet, denn wenn ich erst den Hund auf den Clicker konditionieren muss, ihm also beibringen muss, der Click ist etwas positives, danach kommt die Belohnung, dann geht natürlich auf Dauer die Verknüpfung bzw. Konditionierung Clicker -> Belohnung auch verloren, wenn die Belohnung nach dem Click nicht mehr folgt.

Irgendwann bin ich dann auf das richtige Buch gestoßen, dass mit dieser Fehlinformation aufgeräumt hat und ich habe den Clicker für mich entdeckt. Es gab dann durchaus Übungen, wie das Apportieren, die der Hund in 7 Jahren Training nicht richtig verstanden hat, die dann in 14 Tagen perfekt funktioniert haben.

Hinweis

Aber der Clicker ist keinesfalls ein Universalmittel für jeden Hund und jeden Hundehalter. du musst ihn auch korrekt und vor allem im richtigen Moment anwenden. Aber anders als bei einer Bestrafung bei Fehlverhalten des Hundes arbeitest du mit dem Clicker nur mit positiver Bestätigung und wenn du da mal im falschen Moment klickst hat das maximal zur Folge, dass du hinterher etwas Zeit brauchst, das fehlerhaft bestätigte unerwünschte Verhalten wieder wegzutrainieren. Aber Meideverhalten durch Bestrafunng im falschen Moment wieder wegzutrainieren ist deutlich schwerer.

Aus meiner Sicht sprechen für den Clicker weit mehr Argumente als gegen ihn. Selbst wenn du ein schlechtes Timing hast und deshalb den Clicker nicht korrekt einsetzen kannst, ist das ja nun nichts was gegen den Clicker spricht. Denn für alternative Ausbildungsmethoden ist schlechtes Timing noch deutlich ungünstiger.  In diesem Fall musst du dein Timing verbessern, um im richtigen Moment zu bestätigen, egal womit.

 

Vorteile des Clickers im Überblick

Die Nachteile im Überblick

  • Bestätigung des Hundes im perfekten Moment
  • Die Übung kann nach dem Click fortgesetzt werden
  • Die Art der Belohnung nach dem Click kann variiert werden
  • Zeitspanne zwischen Click und Belohnung nach dem Click kann fast beliebig ausgedehnt werden
  • Auch eine andere Person kann den Hund per Click bestätigen
  • Bestätigung auf Distanz möglich
  • Ganz nebenbei lernt der Hund „Selbstkontrolle“ und auf die Belohnung (nach dem Klick) zu warten.
  • Das Konditionieren auf den Clicker benötigt etwas Zeit, insbesondere bei Hunden, die ängstlich auf diese Art Geräusche reagieren.
  • Klicks anderer Hundeführer, die gleichzeitig trainieren, könnten vom Hund als „Bestätigung“ verstanden werden.

Mehrere Hunde gleichzeitig

Auch wenn mit mehreren Hunden gleichzeitig trainiert wird, kann man den Clicker durchaus einsetzen, denn zum einen erzeugt nicht jeder Clicker den gleichen Ton, der Hund kann als die Töne durchaus unterscheiden. Außerdem kann der Hund die Richtung unterscheiden, aus der der Click kommt und diesen seinem Hundeführer zuordnen oder eben nicht. Es ist eine Sache des Trainings. Am Anfang, wenn man den Hund auf den Clicker konditioniert, sollte man allerdings dafür sorgen, dass der Hund keine anderen Clicks hört. Später ist ein Training zusammen mit anderen Hundeführern, die ebenfalls den Clicker nutzen, kein Problem.

Wie Training mit Clicker funktioniert

Der Click mit dem Clicker esetzt nicht die Belohnung für richtiges Verhalten, sondern kündigt sie an. Das heißt,  zeigt der Hund erwünschtes Verhalten, klicken Sie, statt in die Tasche zu greifen und ein Leckerchen herauszuholen oder eine Spielzeug aus der Tasche zu holen. Der  Hund weiß nun, sein aktuelles Verhalten ist richtig und dafür wird er später belohnt.

Hinweis

Am Anfang, wenn Sie mit dem Clickertraining beginnen, sollte die Belohnung, also Spielzeug oder Leckerchen unmittelbar nach dem Click folgen, denn der Hund muss ja erst lernen, auf die Belohnung nach dem Click zu warten. Zudem ist das wichtig, um die Konditionierung zu verstärken. Mit der Zeit können Sie aber den zeitlichen Abstand zwischen Click und Belohnung ausdehnen. Und Sie werden sehen, die meisten Hunde, geben Sie in der Zwischenzeit also zwischen Click und Belohnung noch mal so viel Mühe alles richtig zu machen.

Der Hund wird das Verhalten, für das er einen Click bekommen hat, zunehmend öfter zeigen. Manchmal reichen 3-4 präzise Clicks, bis der Hund begriffen hat, um was es geht. Die Art der Belohnung und damit die Motivationslage bestimmen, wie schnell und effizient der Hund lernt.

Vorsicht

Wenn die Belohnung nach dem Click den Hund so hoch motiviert, dass er sich nicht mehr beherrschen kann, weil er nur noch an das Motivationsmittel denken kann, musst du eine Form der Belohnung wählen, die weniger hochwertig ist. Sonst wird dein Hund kein erwünschtes Verhalten mehr zeigen können und durch die fehlende Bestätigung nur frustriert. Daher ist es wichtig, die Präferenzen der Motivationsmittel für deinen Hund im Vorfeld auszuloten. (Mehr dazu?)

Ganz wichtig ist, dass der Click exakt in dem Moment erfolgt, in dem der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Aber das ist mit dem Clicker in der Hand deutlich einfacher als mit der direkten Motivation durch Futter und oder Spielzeug. Beides kannst du in der Regel nicht gut in der Hand halten oder aber der Hund ist dann gleich so erregt, dass er an dir hochspringt, um an den Ball zu kommen oder in deine Finger hackt, um Leckerchen zu kriegen. Der Clicker selbst ist für den Hund völlig uninteressant, denn er weiß, nur der Click bringt ihn zum Ziel.

Gerade das Timing ist der große Vorteil des Clickers, den haben Sie in der Hand und können in Sekundenbruchteilen klicken. Alles andere, müssen Sie in der Regel erst mal aus der Tasche holen oder zumindest zum Werfen eines Spielzeugs Schwung holen, oder die Leckerli-Hand Richtung Hund bewegen. Alle diese Bewegungen nimmt der Hund wahr und hat er einmal begriffen, dass das die Einleitung zum Werfen des Balles oder für die Leckerli-Gabe ist, führt das in aller Regel dazu, dass er sein erwünschtes Verhalten ändert und zwar in ein unterwünschtes Verhalten, bspw, indem er bei der Fußarbeit in Erwartung des Balles schon mal vorprescht oder an dir hochspringt. Wirfst du dann den Ball oder gibst das Leckerchen, bestätigst du genau dieses Verhalten, nicht das erwünschte Verhalten von vorher.

Nutzt du den Clicker zum präzisen Bestätigen, spielt es keine Rolle mehr, ob der Ball dann in einem Moment fliegt, wo der Hund seine Fußposition schon verlassen hat, denn er hat gelernt, dass der Ball für die vorher gezeigte korrekte Position (mit dem Click) fliegt.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren wichtigen Vorteil, du kannst deinem Hund beibringen, dass der Click nicht das Ende der Übung ist und er sich dann Futter oder Spielzeug widmen darf, sondern dass der Click nur bedeutet „Das hast du fein gemacht …, gleich gibt es was dafür“. Er kann dann die Übung komplett beenden, was manchmal von Vorteil ist und du hast die Möglichkeit ihn auch im weiteren Verlauf der Übung mit weiteren Clicks zu bestätigen. Am Ende der Übung gibst du ihm dann seine Belohnung für die vorherigen Clicks in Form von Spiel oder Futter (oder auch beidem).

Tipp

Gerade die gemischte Belohnung, mal Spielzeug, mal Leckerchen oder auch nur ein liebes Wort oder Streicheln von dir, macht für den Hund das Training interessant. er kann am Click noch nicht erkennen, was ihn tolles erwartet und befindet sich dann in freudiger Erwartung und voller Aufmerksamkeit auf dich und das was ihn von dir jetzt erwartet. Das ist eine Situation in der du besonders effektiv mit deinem Hund kommunizieren kannst, weil die volle Aufmerksamkeit des Hundes auf dich gerichtet ist. Würdest du immer nur Belohnen, indem du einen Ball nach vorne wirfst, wird der Hund nach dem Click nur nach vorne sehen, wo der Ball wohl landen wird …

Voraussetzung für all das ist, dass du deinen Hund auf den Clicker konditionierst. Weiter lesen ..

Tipp

Einen umfassenden Überblick über Clicker-Training findest du auch als E-Book in zwei Formaten:
– EPUB-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
– PDF-Format: Clicker-Training, wie es wirklich funktioniert!
zum Offline-lesen. Viel Spaß damit.