Schicken in die Box- Problem: Der Hund läuft nicht weit genug in die Box und steht nach der Kehrtwende auf oder zu knapp am Boxband

Ein sehr häufiger Fehler beim Schicken in die Box ist, dass der Hund am Ende auf dem vorderen Boxband liegt und damit keine Punkte mehr für die Übung bekommt. Da hilft es dann auch nicht, dass er schnell und geradlinig in die Box gelaufen ist und sehr schön mitgearbeitet hat. Pfote über dem Boxband sind 0 Punkte.

Ursache dafür ist in aller Regel falsches Training, das gerade bei hochmotivierten Hunden schnell zu diesem unangenehmen Effekt führt.

Ursache 1: zu langweiliger, voraussehbarer Übungsaufbau

Wenn du deinem Hund die Box mit Target beigebracht hast, hast du sicher das Target immer in die Boxmitte gelegt. Das ist auch nicht falsch. Nur, wenn der Hund einmal gelernt hat, zur Boxmitte zu laufen, dann weiß er natürlich auch, bin ich am Target und das liegt ja kurz hinter dem vorderen Boxband, dann kommt das Kommando. Was für ein Kommando ist erst mal egal, denn ob du den Hund nun stehen lässt oder gleich ins Platz rufst, der Hund rechnet mit dem Kommando und hat damit die Möglichkeit, exakt am Target oder in der Boxmitte, wenn dein Kommando kommt, zu wenden. Abhängig davon, wie groß und wie schnell der Hund ist, ist er mit dem nächsten Sprung nach der Wendung schon am Boxband. Du hast dann kaum die Chance ihn rechtzeitig zu stoppen.Verstärkt wird das Problem noch, wenn du einen Hund hast, der auf der Hinterhand wendet und dein Timing beim Kommando das nicht berücksichtigt. Das solltest du auf jeden Fall mal beobachten, wie dein Hund aus vollem Tempo wendet. Bleiben die Hinterläufe fix am Boden und dreht er sich um die Hinterläufe oder bleibt er vorne stehen und dreht die Hinterhand um die Vorderhand? Denn, wie der Hund normalerweise die Wendungen ausführt ist auch wichtig für dein Timing beim Stoppen.

Tipp:

Wendet dein Hund auf der Vorderhand, ist es eigentlich optimal, wenn du ihn stoppst, sobald sich seine Vorderbeine kurz hinter dem vorderen Boxband befinden. Wendet dein Hund aber auf der Hinterhand, solltest du ihn stoppen, wenn er sich im hinteren Drittel der Box befindet.

Nun aber zurück zum Problem. Das Problem bei diesem Übungsaufbau ist, dass der Hund weiß was kommt. Er weiß, dass er in der Boxmitte am Target gestoppt wird und er rechnet damit. Er hat also nicht gelernt, wie es die Prüfungsordnugn also vorsieht, solange geradeaus zu laufen, bis er gestoppt wird.

Verstärkt wird das Problem bei vielen Hunden noch, wenn du längere Zeit ohne Target trainierst, weil der Hund die Box ja „eigentlich kann“. Denn, wenn der Hund kurz vor der Box schon erkennt, da liegt gar kein Target, fehlt ihm dann oftmals die Motivation, weit genug durch zu laufen.

Ursache 2: falsche Bestätigung

Eine zweite mögliche Ursache, die oftmals auch gemeinsam mit der ersten Ursache verantwortlich ist, ist eine falsche Bestätigung. Der Hund ist bestrebt nach dem Laufen in die Box möglichst schnell wieder bei dir zu sein, weil bei dir die Bestätigung kommt, entweder Leckerchen oder Spielzeug, das du ihm gibst oder vielleicht sogar nach hinten schmeißt. Der Hund hat also gelernt, er muss zwar die Boxmitte erreichen, denn da ist das Target oder dann erfolgt der Click oder eine verbale Bestätigung, aber die Bestätigung selbst, die gibt es nur bei dir, also ist es aus seiner Sicht sinnvoll, sich möglichst wenig von dir zu entfernen und den Abstand zu dir möglichst gering zu halten.

Möglichkeiten zur Fehlerbehebung

Egal, welche der beiden Ursachen, auf deinen Hund zutreffen, (außer du hast nur ein schlechtes Timing), hilft folgende Lösung immer. Bei dem einen Hund dauert es etwas länger, bei dem anderen geht es schneller, aber es funktioniert.

Du musst auf jeden Fall, wieder mit Target trainieren, auch wenn du das zuletzt weggelassen hast. Und zwar ganz konsequent. Das Target muss immer da sein, aber es muss nicht immer in der Box liegen. Ganz im Gegenteil. Zunächst legst du das Target in etwa in die Mitte, wo der Hund es gewohnt ist und verschiebst es dann immer weiter nach Hinten, bis es auf dem hinteren Boxband liegt. Dann kannst du auch wieder ein paar Mal das Target weiter nach vorn legen. Wichtig ist, dein Hund soll lernen, solange zu laufen, bis er das Target findet, also auch über die Boxmitte hinauszulaufen. Du kannst das Target auch ruhig mal hinter die Box legen. Wichtig ist dann aber, darauf zu achten, dass der Hund die Box durchquert und nicht etwa außen um die Box herum zum Target läuft. Im Endeffekt variierst du also die Lage des Targets und dieses sollte sich immer im hinteren Drittel der Box oder sogar auf dem hinteren Boxband befinden. Der Hund lernt dadurch, dass er solange gerade aus läuft, bis er das Target findet. Klappt das, darfst du ihn auch wieder vor erreichen des Targets stoppen oder das Target ab und an weglassen. Spätestens dann, solltest du auch deine Bestätigung variieren, damit dein Hund sich nicht zu dir orientiert.

  • Das erreichst du, indem du deine Belohnungen variierst. Das heißt, statt dem Hund immer die Belohnung zu geben, wenn er bei dir ist, bringst du viel mehr Abwechslung rein.
  • einmal wirfst du das Spielzeug oder den Futterbeutel über den Hund hinter die Box, damit er nach hinten aus der Box rauslaufen muss.
  • ein anderes Mal stoppst du ihn und wirfst ihm das Spielzeug zu, wenn er in der Box steht, noch vor dem „Platz“.
  • dann schmeißt du das Spielzeug über den Hund rüber, wenn er noch in die Box rennt und stoppst ihn gar nicht.
  • wieder ein anderes Mal  bringst du ihn in der Box ins Platz und gehst zu ihm, um ihm sein Spielzeug oder Leckerchen zu geben.

Wenn dein Hund entsprechenden Gehorsam hat, kannst du auch ein Spielzeug hinter die Box legen. Wenn der Hund dann korrekt ind er Box steht oder liegst, kannst du ihn mal zu seinem Spielzeug schicken und ein anderes Mals zu dir rufen oder ihm ein zweites Spielzeug zuwerfen. Wichtig ist, dass der Hund nicht weiß, was kommt in der Box und wohin muss ich dann laufen, damit er die Richtung nicht schon beim Stoppen vorwegnehmen kann.

Achte auf dein Timing

Wenn du das Target weiter nach hinten positionierst, solltest du wie oben schon geschrieben mal beobachten, wie dein Hund beim Stoppen wendet, damit du den richtigen Zeitpunkt für dein „Stopp“-Kommando findest. Gerade bei Hunden, die sehr schnell sind und dabei noch sehr lange Sprünge machen, ist das besonders wichtig, denn wenn dein Kommando zu spät kommt, sind sie hinten aus der Box raus, oder nach der Wende schon wieder über dem vorderen Boxband. Und wenn dein Hund auf der Vorderhand wendet, darfst du das Target nicht ganz so weit nach hinten in die Box legen.

Nachtrag

Wenn du das Target auf oder sehr nach an das Boxband legst, kann das sein, dass der Hund auf Dauer die Position in der Box mit dem Boxband verknüpft. Das ist aber auch von Hund zu Hund verschieden. Du solltest in diesem Fall versuchen, die Position des Targets häufig zu varrieren  und häufiger wieder weiter vom Boxband entfern zu legen.

Zudem ist es wichtig, dass du bei einem Hund der die Box prinzipiell verstanden hatte, zwischendrin auch ab und an das Target weglässt um zu prüfen, ob er sich dann auch vor dem Target stoppen lässt oder dann anfängt mit nach dem Target zu suchen.

Schicken in die Box – Problem: Der Hund läuft zielstrebig neben die Box

Manchmal fragt man sich, warum ein Hund, von dem man bisher dachte, dass er die Box verstanden hat, auf einmal nicht mehr in die Box laufen will. Er macht Tempo, läuft die Box auch zielstrebig an, bleibt dann aber unmittelbar vor der Box stehen oder neben der Box und das egal aus welchem Abstand zur Box man den Hund schickt.

Man könnte jetzt natürlich sagen, ok, offenbar hat der Hund die Box doch nicht verstanden, aber ist das wirklich in jedem Fall so? Als Hundeführer sieht man das meist nicht wirklich, weil man sich viel zu wenig auf den Hund konzentriert, sondern mit der Übung und sich selbst beschäftigt ist, auch wenn die Ursache für außenstehende Beobachter oft ganz einfach zu erkennen ist.

Anlässlich unserer anstehenden Obedience-Prüfung waren  zahleiche Starter mit ihren Hunden bei uns üben. Bei einigen kam mir dann exakt zu diesem Problem ein „Geistesblitz“. Es handelt sich um ganz klares Meideverhalten.

Hinweis

Ob das so auf jeden Hund zutrifft, der dieses Verhalten zeigt, ist natürlich zu bezweifeln, aber ich schätze, die Zahl der Hunde, bei denen das Problem recht plötzlich auftritt, obwohl sie vorher die Box anscheinend verstanden hatten, und bei denen es sich tatsächlich um Meideverhalten handelt, dürfte bei ca. 50% liegen. Es ist also sicherlich etwas, das man in seine Überlegungen mit einbeziehen sollte.

Warum Meideverhalten?

Beobachtet hatte ich Folgendes. Ein Hundeführer mit einem zwar sehr temperamentvollen Hund, der aber scheinbar auch sehr sensibel war, schickt seinen Hund in die Box. Der Hund gibt Gas und bleibt vor dem Boxband stehen. OK, dachte ich, der kennt das weiße Boxband nicht und ist etwas irritiert. Der Hundeführer sagt nicht viel dazu, ruft seinen Hund sehr freundlich aber bestimmt zurück und schickt ihn erneut.

Der Hund gibt wieder Gas und kurz vor der Box läuft er einen Bogen nach rechts und stellt sich perfekt parall an das Boxband, nur eben auf die falsche Seite, außerhalb der Box.

Der Hundeführer ruft den Hund wieder freundlich zurück und schickt ihn erneut. Diesmal, läuft der Hund zur linken Seite der Box und bleibt wieder neben dem Boxband außerhalb der Box stehen. Nun reagiert der Hundeführer etwas angesäuert und ruft ihn nicht mehr freundlich zurück. Seine Stimme lässt seine Verärgerung deutlich erkennen.

Er schickt den Hund nun erneut in die Box. Der gibt wieder Gas und läuft in die Box und bleibt dort stehen. Der Hundeführer, der nur 15m entfernt steht, „brüllt“ nun so laut „Platz“, als wenn der Hund taub ist. Der schmeißt sich auch richtig hin, scheint sich aber nicht wirklich wohl zu fühlen. Ich weiß nun natürlich nicht, ob das „Platz“ auch so laut kommt, wenn der Hund die Box beim ersten Anlauf macht, aber an diesem Punkt kam mir der Gedanke, wenn ich Hund wäre, würde ich vermeiden, in die Box zu laufen, wenn ich dann zum „Dank“ angebrüllt werde.

Kurz darauf versuchte sich eine Hundeführerin aus unserem Verein an der Box, deren Hündin merkwürdigerweise immer kurz vor der Prüfung ein ähnliches Verhalten zeigt. Auch sie hat mehrere Versuche gebraucht und der Hund lief zielstrebig hin, blieb aber immer außerhalb der Box von sich aus stehen, obwohl sie sonst nicht selbständig in der Box stoppt.

Als Außenstehende konnte ich aber am Ausdruck, an der Körperhaltung und der Mimik der Hunde ablesen, das sie die Box schon in der Grundstellung erkannt hatten und kein Problem hatten, die zu finden. Beiden war ebenso anzusehen, dass sie sich sehr unwohl bei dem Platzkommando fühlten. Und als ich später noch mal drüber nachgedacht hatte, kam mir der folgende Gedanke.

Der Hund hat also zunächst mal gelernt, zur Box laufen macht Spaß, denn beide Hunde hatten ja richtig Tempo. Bei der Hündin aus unserem Verein weiß ich, dass der immer das Spielzeug geschmiessen wurde, wenn sie in der Box war. Wie der andere Hund trainiert wurde, weiß ich nicht. Und dann kommt das Problem. Es geht auf die Prüfung  zu, man versucht nun, den Hund auch in der Box ins Platz zu bekommen. Entweder mag der Hund die Platzposition nicht so oder der Hundeführer unterschätzt die Lautstärke seiner Stimme oder überschätzt die Entfernung zum Hund. Auf jeden Fall kann der Hund nur folgendes gelernt haben.

  1. Wenn ich in die Box laufe, werde ich angebrüllt
  2. Wenn ich neben die Box laufe kriege ich einen neuen Versuch und kann ja noch ein paar mal über den Platz pesen und angebrüllt werde ich auch nicht.

Handelt es sich um einen Hund der gerne rennt, für den ist natürlich jeder neue Versuch noch mal Spaß und Bestätigung für sein Fehlverhalten. Gleichzeitig hat ein solcher Hund vermutlich schon im Vorfeld gelernt, mache ich die Übung super gut, dann darf ich sie nur einmal machen. …

Warum sollte also ein Hund, der das gelernt hat, noch in die Box laufen?

Hinweis

Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass man eine gute Übung nicht wiederholen soll, weil sie nur schlechter werden kann. Natürlich ist da etwas Wahres dran, aber du solltest überlegen, ob für deinen Hund die Übung machen zu dürfen nicht eine Belohnung ist und die Übung nicht mehr machen zu dürfen, eine Strafe. Das hängt natürlich sehr vom Temperament und den Vorlieben des Hundes ab.

Stellt sich natürlich nur die Frage, warum manche Hunde dieses Verhalten nur kurz vor Prüfungen zeigen. Dafür kann es ganz viele Gründe geben. Die zwei wahrscheinlichsten:

  1. Du bist  nervös und gibst das „Platz“-Kommando in einem Ton, der für den Hund dann viel mehr Streß bedeutet also sonst.
  2. Der Hund musste vorher so gut wie nie „Platz“ in der Box machen. Kurz vor der Prüfung übst du das aber häufiger und das bedeutet, die Erwartungshaltung deines Hundes ist ganz anders. Vorher hat er erwartet, wenn ich in der Box bin kommt mein Spielzeug. Je häufiger das „Platz“ geübt wird, desto eher verknüpft der Hund dann, wenn ich in der Box bin, muss ich „Platz“ machen oder noch schlimmer, wenn ich in der Box bin, werde ich angebrüllt.

Problemlösungsvorschläge

Wenn du dir relativ sicher bist, dass es sich bei deinem Hund um Meideverhalten handelt, solltest du zunächst überlegen, was der Hund so negativ in der Box empfindet.

Wenn ihm das „Platz“ ansich unangenehm ist, merkst du das daran, dass der Hund auch in anderen Situationen nur ungern „Platz“ macht.  Folge eines zögernden „Platz“ ist in der Regel, das die Hundeführer lautere Kommandos geben, was die „unangenehme“ Situation noch verstärken kann.

Ob es an der „Lautstärke“ bzw. dem Tonfall deines Kommandos liegt kannst du am besten testen, indem Du auf gleiche Entfernung wie du vor der Box stehst, deinen Hund sitzen oder stehen lässt und dann in verschiedenen Tonlagen und Lautstärken das „Platz“-Kommando gibst. Beobachte deinen Hund, Körperhaltung, Ohren, Rutenhaltung und natürlich die Geschwindigkeit, in der er das „Platz“ einnimmt.

Tipp

Hilfreich ist, du lässt das mal auf Video aufnehmen, am besten schräg von der Seite des Hundes dann kannst du später in aller Ruhe das Ergebnis auswerten und die Rutenhaltung lässt sich von der Seite besser beurteilen als von vorne.

Wenn du eine Tonlage findest, bei der er Hund nicht die Rute einkneift oder die Ohren zurücklegt, solltest du zukünftig versuchen, dein „Platz“ in dieser Tonlage und Laustärke zu geben. Parallel dazu kannst du aber natürlich auch versuchen, dem Hund beizubringen, dass die „Platz“-Position ganz toll ist. Dann musst du viel leiser „Platz“ sagen, denn der Hund wird sich dann mit Freude zügig hinlegen.

Dem Hund „Spaß“ am Platz beibringen

Wenn es am „Platz“ ansich liegt, weil der Hund sich nicht gerne hinlegt, solltest du versuchen ihm „Spaß“ am Platz beizubringen. Läuft er freudig in die Box, musst du ihm ja auch das schmackhaft gemacht haben. Es sollte dann also nicht schwierig sein, ihm auch ein freudiges „Platz“ beizubringen. Versuch einfach mal folgendes:

Was du dazu brauchst …

Die brauchst ein „Lieblingspielzeug“ oder ein Futterdummy das sich gut werfen lässt, also schon ein bisschen Gewicht hat. Du kannst bei einem Futterbeutel ruhig eine Beißwurst oder ein anderes Spielzeug rein legen, damit er etwas mehr wiegt. Den Futterdummy sollte dein Hund schon kennen und Spaß daran haben ihn zurückzubringen. Wie du ihm das beibringst, liest du hier.

Und so beginnst du dann.

  • Setze oder oder stelle ihn (auch ruhig im Wechsel, macht die Sache weniger langweilig) auf 10-15m Entfernung vor dir hin.  Gib in einem ruhigen freundlichen Ton das „Platz“-Kommando. Lass dem Hund ruhig Zeit zu reagieren, er muss es (noch) nicht sonderlich zügig machen. Viel wichtiger ist, der Hund legt sich auf das erste Kommando. (Falls er das nicht tut,  siehe unten …)
  • Legt der Hund sich nach dem ersten Kommando hin, bestätigst du ihn bspw. mit einem positiven Abbruchsignal und erlaubst ihm damit aufzustehen. Gleichzeitig schmeißt du ihm das Spielzeug oder den Futterdummy zu.
  • Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wirst du sehen, dass dein Hund sich in freudiger Erwartung immer schneller hinlegt. Du braucchst dann gar nicht mehr brüllen :-)
  • Und wenn er das außerhalb de Box aus dem Sitz und dem Steh, freudig und zügig machst, stellst du ihn zunächst in die Box. Gibt ihm gar nicht erst die Gelegenheit NICHT in die Box zu laufen. Sondern stell ihn dort rein, entferne dich auf die 10 bis 15 oder 20m-Distanz und gibt das „Platz“-Kommando.  Bestätige ihn wieder mit einem positiven Abbruchsignal und dem Spielzeug oder Futterdummy.
  • Erst wenn er das auch in der Box macht und zwar freudig und zügig auf das erste Kommando, kombinierst du dies wieder mit dem Reinschicken.

Dein Hund muss lernen, „Platz“ macht Spaß, denn je schneller ich das mache, desto schneller kommt meine Belohnung.

Worauf du unbedingt achten solltest

Es ist dabei aber ganz wichtig, dass du auf Folgendes achtest, damit du dabei nicht Probleme mit anderen Übungen, wie bspw. der Distanzkontrolle produzierst.

  • Wenn dein Hund erst einmal zügig „Platz“ macht, ohne dass du brüllen musst, bestätige ihn nur dann, wenn er aus dem Steh (oder Sitz) das Platz macht, ohne seine Position zu verändern, sonst hast du nachher einen  Hund, der bei der Distanzkontrolle nach vorne kommt.Und auch bei der Box ist es natürlich blöd, wenn der Hund kurz hinter dem Boxband steht und durch das Vorkommen beim Platz dann über dem Band liegt.
  • Schmeiße das Spielzeug immer über den Hund nach hinten, damit er gar nicht erst einen Drang zu dir entwickelt, denn das verhindert, dass der Hund das Platz ohne Vorwärtsbewegung macht.
  • Überlege genau, wie oft du die Übung nacheinander machst, denn wenn der Hund eigentlich keinen Bock mehr auf das Spielzeug hat, weil du zu viele Wiederholungen gemacht hast, wird er natürlich das „Platz“ auch nicht mehr zügig machen. Brich lieber vorher ab.
  • Achte darauf, dass dein Hund das „Platz“ wirklich nach dem ersten Kommando macht. Wenn er das nicht tut, gehe zu ihm, nimm ihn ein paar Schritte mit, natürlich schön „Bei-Fuß“-laufend, du willst ihn ja nicht dafür belohnen. Stelle/setze ihn dann an einer neue Stelle ab und beginne von vorn. Unterstützen kannst du das noch, indem du den fehlerhaften Versuch mit einem negativen Abbruchkommando beendest, bevor du zum Hund zurück gehst.

Du wirst sehen, so kriegst du den Hund schnell dazu, ein freudiges und schnelles Platz zumachen und das hilft nicht nur bei der Box, sondern auch bei der Distanzkontrolle und vielen anderen Übungen.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 1

Tipp

Auch wer VPG mit seinem Hund macht, sollte sich den Übungsaufbau mal durch den Kopf gehen lassen, denn ich musste feststellen, seit dem ich so den Richtungsapport geübt habe, kann Lexa perfekt revieren und sie bellt kaum noch dabei, weil sie gelernt hat sich darauf zu konzentrieren, wohin ich zeige.

Richtungsanweisungen gibt es ab Klasse 2, wenn es um den Richtungsapport geht. In Klasse 3 dann sowohl beim Schicken in die Box, wie auch beim Richtungsapport. Gerade apportierfreudige Hunde haben da so ihre Probleme. Die holen am liebsten das Apportel, was ihnen als erstes in den Blick kommt. In Klasse 3 ist das häufig das mittlere. Aber auch in Klasse 2 ist das Problem, dass viele Hunde auf das Apportel fixiert sind, was als letztes ausgelegt wird und das ist nun mal das Falsche.

Auch die Box zu finden ist natürlich für den Hund in Klasse 3 viel einfacher, wenn er schon mal der angezeigten Richtung folgt.

Trainingsziel

Ziel der Übung ist, dass der Hund in die Richtung läuft, in die du zeigst und dort eine Pylone, eine Stange oder ein VPG-Versteck umläuft, dann in deine Richtung läuft und eine weitere Richtungsanweisung von dir abwartet.

Später soll er dann bei Richtungsanweisung mit Handzeichen und einem zusätzlichen Hörzeichen nicht nur in die angegebene Richtung laufen und etwas umrunden, sondern in die Box laufen oder etwas apportieren, oder damit es nicht langweilig wird, zu einem Pylo laufen, der sich in der angegebenen Richtung befindet.

Voraussetzung

Optimal funktioniert das ganze mit Hunden, die gerne rennen und gasgeben und die Spaß am Laufen haben. Für lauffaule Hunde bietet sich eine Abwandlung an, die dazu Targets als Ziel nutzt. Mehr dazu folgt in einem separaten Artikel.

Übungsaufbau

Die Idee zu diesem Übungsaufbau stammt nicht von mir. Sie wurde mir in etwas abgewandelter Form zu Beseitigung meines Bell-Problems vorgeschlagen (Danke an Beate und Kirstin). Ich habe dann relativ schnell erkannt, dass sich mit dem nachfolgend beschriebenen Übungsaufbau aber das Problem beim Richtungsapport ebenso lösen ließ. Seit dem klappt der Richtungsapport  bei meiner Hündin eigentlich immer, vorausgesetzt, die Apportel sind nicht so klein, dass sie die auf die Entfernung nicht sieht. Aber sie läuft eigentlich immer in die angegebene Richtung!

Was du benötigst

Du brauchst dafür

  • 2 bis 3 Kegel oder Hütchen, alternativ auch Stangen oder Bäume.
  • etwas Platz, damit du die Hütchen oder Stangen im Abstand von 10 bis 20m platzieren kannst
  • optimal nen Clicker und Leckerchen oder Spielzeug zur Bestätigung

Ich musste feststellen, dass meine Hündin, da sie ein Minimalist ist, gerne über die Hütchen drüber gesprungen ist, um den Laufweg abzukürzen und bin dann am Anfang dazu übergegangen, in das Loch der Hütchen Stangen zu stecken. Mitterweile hat sie begriffen, dass sie nur zum Ziel kommt, wenn sie drumherum läuft.  Du kannst aber auch nur Stangen nehmen oder wenn du Bäume in passendem Abstand hast auch die.

Tipp

Pylos (also die Halbschalen, die in der Regel auch für Richtungsapport und Box verwendet werden) haben den Vorteil, dass du damit schon fast das Laufen zum Pylo trainiert hast. Wenn dein Hund schon mal gelernt hat, auf dein Kommando die Pylone zu umrunden, musst du ihn später nur noch neben der Pylone stoppen und schon steht er perfekt am Pylo.

rote Obedience-Halbschale

rote Obedience-Halbschale für Richtungsapport und Box und zur Markierung

Der ganze Aufbau funktioniert in 4 Schritten.

  1. Dein Hund lernt einen Pylo, eine Stange, oder auch einen Baum auf ein Hörzeichen zu umrunden und in deine Richtung zurückzulaufen.
  2. Dein Hund lernt parallel zum Hörzeichen ein  Handzeichen (zeigen in die Richtung des Pylos).
  3. Dein Hund lernt auf dem Weg zu dir, eine neue Richtungsanweisung entgegen zu nehmen und den gleichen oder einen zweiten (oder dritten) Gegenstand zu umrunden.
  4. Später lässt du das Hörzeichen weg und zeigst nur noch in die Richtung. Dann ist der Hund gezwungen wirklich zu sehen, wohin du zeigst und dich auch zwischendrin anzusehen.

Am Ende soll der Hund, sobald du das Handzeichen gibst, in die angegebene Richtung laufen und die Richtung wechseln, wenn du dein Handzeichen änderst und woanders hin zeigst. Zunächst ist es nur wichtig, dass er etwas umrundet. Das ist der erste Schritt zu Richtungsapport und Box. Und wenn du schlau bist, nutzt du Fehler des Hundes um ihm gleich das sofortige Stoppen aus dem Laufen heraus beizubringen. Sollte er dann beim Richtunsgapport mal zum falschen Apportel laufen, kannst du ihn wenigstens anhalten.

Einen Pylo auf Kommando umrunden

  • Lege deinen Hund ab, nimm den Pylo und gehe 1-2m vom Hund weg und platzieren dort den Pylo. Im optimalen Fall sollte der Hund dich dabei aufmerksam beobachten.
  • Nimm dein Triebmittel und gehe zum Hund nimm ihn mit Richtung Pylo und führe ihn nun mit Hilfe des Triebmittels um den Pylo rum. Gib ihm das Leckerchen oder schmeiß ds Spielzeug in die gewünschte spätere Laufrichtung, sobald der Hund die Wendung hinter dem Pylo abgeschlossen hat.
  • Wiederhole das ganze, bis du den Eindruck hast, der Hund hat verstanden, dass er einen Bogen um den Pylo laufen soll.

Nun folgt eine kleine Steigerung. Du führst ein Kommando ein. Ich sage bspw. „Außen“. Denke dir ein sinnvolles aus, das du für das „Umrunden“ des Pylos nehmen willst.

  • Setze oder lege deinen Hund wieder an die gleiche Stelle wie vorher auch, von wo er mit dem umrunden gestartet ist. Zeige wieder mit der Hand richtung Pylo als wenn du ihn wieder mit dem Triebmittel rumführen willst und gibt dabei das Kommando. Bestätige den Hund dafür, dass er wieder um den Pylo läuft.
  • Klappt das gehe dazu über, das „Führen“ mit der Hand wegzulassen und prüfe, ob der Hund dennoch den Pylo umrundet. Falls ja kannst du die Übung weiter variieren.
Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF, der neben dem Pylo steht bestätigt

Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF (X), der neben dem Pylo steht bestätigt, bspw. durch werfen des Spielszeugs in Laufrichtung. (schwarzer Pfeil) oder indem er sich das vorher platzierte Triebmittel (schwarzer Kreis) nehmen darf.

Nun wiederholst und festigst du das Ganze, indem du einen größeren Abstand wählst. Du kannst dem Hund anfangs dabei helfen, indem du den Hund ca.5-10m vom Pylo ablegst (oder setzt) und du dich selbst aber so neben den Pylo platzierst, dass  er nach der Wendung an dir vorbei laufen muss (X im Bild). Sobald der Hund dich passiert, folgt die Bestätigung. Entweder ein Click und werfen des Spielzeugs in Laufrichtung (schwarzer Pfeil im Bild) oder du platzierst das Triebziel (Leckerchen oder Spielzeug) in Laufrichtung  (schwarzer Kreis im Bild) so dass der Hund nach dem Click seine Richtung fortsetzen und sich das Triebmittel holen darf.

Hinweis

Das Hinlegen des Triebmittels setzt jedoch ein gewissen Maß an Selbstkontrolle und Disziplin beim Hund voraus, damit der sich nicht gleich am Triebmittel bedient.

Wenn das klappt entfernst du dich immer weiter vom Pylo  in Richtung Laufrichtung des Hundes, so dass der Hund am Ende einen kompletten Bogen um den Pylo machen musst und du einfach am Ausgangspunkt des Hundes stehen bleibst.

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

 

Fehlerbehebung

Je weiter der Hund zum Pylo laufen muss, desto eher können sich Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen. Hier ein paar Hinweise, wie du darauf reagieren kannst:

Wenn der Hund den Pylo nicht mehr hinten umläuft sondern vor dem Pylo kehrt macht, brich die Übung mit einem negativen Abbruchkommando ab und beginne neu. Zeig ihm vielleicht noch mal, zwischendrin mit deiner Führhand, dass er hinter dem Pylo wenden soll.

Wenn der Hund bellt, lass ihn bellen. Das Umrunden das Pylos ist ja nur ein Zwischenschritt. Meine Hündin bellt eigentlich fast immer wenn sie sich von mir entfernt und richtig Gas geben kann. Je größer die Entfernung desto mehr bellt sie. Das sie bei dieser Übung extrem gebellt hat, hat sich eher positiv auf andere Übungen ausgewirkt, denn ich habe mir angewöhnt bevor ich mit ihr auf den Platz gehe, sie zunächst mal ein paar Achten um Bäume laufen zu lassen, um sie 1. aufmerksam auf mich zu kriegen und sie kann sich 2. auspowern und sie ist dann ruhiger und gelassener. Für das Laufen zu Pylo wählst du später ja ein anderes Kommando und wenn dein Hund das Kommando zum Umrunden mit „bellen“ verknüpft ist das ja nicht schlimm, solange du beim Schicken zum Kegel auf „Ruhe“ bestehtst.

Der Hund macht kein Tempo sondern trottet gemächlich Richtung Kegel. Wenn das das „normale“ Arbeitstempo deines Hundes ist, ist das völlig OK. Wenn dein Hund auch schneller kann, dann fehlt ihm entweder die Motivation oder er ist einfach müde und/oder gelangweilt? Dann übe das in kürzeren Einheiten oder motiviere ihn, durch überraschende Aktionen nach dem Umrunden des Kegels. Laufe mit ihm um die Wette, schmeiß mal ein Spielzeug und mal darf er nach dem Click zu seinem Jackpot. Gestalte die Übung einfach interessanter und spannender für ihn.

Der Hund kürzt ab und springt über den Pylo, dann stecke eine Stange rein oder gehe komplett auf Stangen über, zumindest vorrübergehend.

Ein Handzeichen für die Richtung einführen

Der Hund steht dem Hundeführer gegenüber, rechts und links von diesem liegt jeweils eine Pylone um die der Hund mit Handzeichen geschickt wird

Schicke den Hund mit Zeigen und dem Kommando zum Umlaufen des Pylos in die gewünschte Richtung.

Im nächsten Schritt führst du ein Handzeichen ein, das dem Hund die Richtung zeigt, in die er laufen soll. Dazu gehst du wie folgt vor:

  • Platziere zwei Pylonen im Abstand von 10 – 15m zu einander.
  • Stelle dich nun mittig zwischen die Pylonen
  • Stelle den Hund 1-2m vor dich, so dass er dich ansieht.
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando zum Umlaufen und einem deutlichen Zeigen in Richtung der gewünschten Pylone, zum Pylo. Klicke und bestätige ihn, sobald er hinter der richtigen Pylone gewendet hat.
  • Wiederhole dies und schicke deinen Hund im Wechsel mal nach links und mal nach rechts um den Pylo.
  • Läuft der Hund sicher in die gewünschte Richtung, warte mit dem Click immer länger, und bestätige den Hund erst, wenn er auf deiner Höhe (X im Bild) ist. Schmeiß ihm das Spielzeug oder Platziere das Triebmittel (schwarzer Kreis im Bild) so, dass der Hund vor dir vorbeiläuft und wieder Richtung der gegenüberliegenden Pylone läuft und so schon den Ansatz einer Acht zeigt.

Fehlerbehebung

Es kann natürlich passieren, dass dein Hund dazu neigt eine bestimmte Richtung zu bevorzugen oder gerade am Anfang noch nicht versteht, dass du die Richtung mit Handzeichen anzeigst.  Um das zu ändern oder dem Hund klar zu machen, dass er auf dein Handzeichen achte muss, gibt es folgende alternative Möglichkeiten. Du kannst sie bei bedarf aber auch kombinieren.

  • Hilf deinem Hund, indem du dich anfangs noch mit dem Oberkörper in die Richtung drehst, in die du auch zeigst und selbst deinen Blick auf die Pylone richtest, statt auf den Hund.
  • Laufe nach dem Zeigen und dem Hörzeichen ein paar Schritte in die gewünschte Richtung mit dem Hund mit.
  • Brich die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft und beginne die Übung neu.

Sollte der Hund immer wieder in die falsche Richtung laufen und daher nie ein Erfolgserlebnis haben, stoppe ihn mit einem Stopp-Kommando. Wenn er noch keines kennt, führe eines ein, bspw. „Stopp“. Wenn er nun in die falsche Richtung läuft, rufe „Stopp“. 99% aller Hunde sind bei einem plötzlich geänderten Ablauf der Übung erst mal überrascht und blicken den Hundeführer an. Bestätige ihn in diesem Moment mit Click und Triebmittel für das Unterbrechen seines Laufes und stehen bleiben. Trainiere so, dass du den Hund jederzeit mit diesem Kommando stoppen kannst (mehr dazu auch im Beitrag zur Box). Wenn das Stoppen klappt, brich die Übung, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft nicht immer mit einem negativen Abbruchkommando ab, sondern stoppe ihn mit dem Stopp-Kommando. Wenn er das ausführt, kannst du ihn dafür bestätigen und Hund ist weniger frustriert, weil der die Möglichkeit hat sich sein Triebziel zu verdienen.

Tipp

Du kannst dann auch ab und an, nach dem Stopp-Kommando, wenn der Hund steht und dich ansieht den Hund nochmals in die gewünschte Richtung schicken. Lauf dann ruhig ein paar Schritte mit dem Hund mit in die gewünschte Richtung.

Klappt das Schicken in die gewünschte Richtung irgendwann zuverlässig, erhöhe nach und nach den Abstand zwischen den Pylonen und deinen Abstand zum Hund, so dass du dann nicht mehr zwischen den Pylonen stehst, sondern in der mitte vor den Pylonen.

Eine Acht um zwei Pylos laufen

Klappt das Schicken in die gezeigte Richtung, kommt jetzt eine kleine Steigerung, du schickst den Hund eine 8 laufen, um die Pylonen.

Der Hund läuft ausgehend von seiner Position in der Mitte der Pylonen eine 8 um die Pylonen

Der Hund soll nun eine 8 um die Pylonen laufen, mal bei links beginnend, mal bei rechts beginnend.

Positioniere dich dazu wieder vor dem Hund, zwischen den Pylonen, wie im vorherigen Schritt.

  • Schicke den Hund jetzt um die erste Pylone. Achte dabei unbedingt darauf, dass du nicht immer mit der gleichen Richtung beginnst.
  • Statt ihn nun zu bestätigen, wenn er wieder auf deiner Höhe ist und die Pylone umrundet hat, schicke ihn mit dem Kommando zum Umrunden und einem Zeigen auf die andere Pylone nun zur gegenüberliegenden.
  • Bestätige den Hund, wenn er auch die zweite Pylone umrundet hat.

Wenn das klappt, festige dies, indem du den Hund immer in schönen Achten um die Pylos schickst und zwischen drin auch auch ruhig mal zwei Achten laufen lässt, bevor du ihn bestätigst.

Fehlerbehebung

Sollte der Hund nach Umrunden der ersten Pylone die zweite nicht umrunden wollen, weil er auf die Bestätigung wartet, verändere deine Position, während der Hund die erste Pylone umrundet, in Richtung der zweiten Pylone und laufe ein paar Schritte mit ihm mit. Animiere ihn auch mit der Stimme dir zu folgen und  bestätige ihn, sobald er an dir vorbei in Richtung zweiter Pylone gelaufen ist. Die Bestätigung zögerst du dann immer weiter raus, bis die erst dann folgt, wenn der Hund die zweite Pylone erreicht, dann wenn er sie umrundet hat und zum Schluss, wenn er wieder bei dir angelangt ist.

Falls der Hund sich vor dem Umrunden der Pylone schon nach dir umsieht statt in schönem Tempo Richtung Pylo zu laufen, hast du vermutlich den Richtungswechsel, also das Schicken zur anderen Pylone zu früh gegeben. Du solltest diese Anweisung erst dann geben, wenn der Hund die vorherige Pylone umrundet hat und wieder auf dich zuläuft, denn nur dann kann er ohne sich umzudrehen auch deine Handzeichen sehen. Und der Hund sollte sich sicher kein können, dass kein anderes Handzeichen und keine Richtungsanweisung kommt, bevor er die Pylone umrundet hat. Daher ist es auch ganz wichtig, dass du deinen Hund mit Hörzeichen  oder negativem Abbruchsignal (als Hörzeichen) stoppst, wenn er in die falsche Richtung läuft. Denn das kann er auch höhren, ohne sich nach dir umsehen zu müssen.

Hinweis

Ob der Hund dann die Pylonen wirklich in einer Acht umrundet oder etwas abkürzt und nur ein Oval läuft, ist mir dabei egal gewesen. Für den Sinn und Zweck der Übung kommt es ausschließlich darauf an, dass der Hund die angezeigte Pylone umrundet, ob jetzt links-herum oder rechts-herum war mit dabei immer egal.

Bevor du mit dem nächsten Schritt beginnen kannst, ist es ganz wichtig, dass der Hund ganz sicher so lange im Wechsel die Pylonen (natürlich auf dein Kommando mit Handzeichen, nicht selbständig) umrundet, bis du das beendest. Erst wenn das klappt und der Hund die angezeigte Richtung annimmt gehst du zum folgenden, letzten Schritt über.

Das Hörzeichen weglassen und die Richtungen variieren

Der Hund wird nun völlig variabel mal nach links und mal nach rechts geschickt auch mehrmals um den gleichen Pylo

Variiere nun die Richtungen in die du den Hund schickst, einfach wild durcheinander ruhig auch mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung

Nun kannst du dazu übergehen, deinen Hund nicht nur Achten laufen zu lassen, sondern wild durcheinander auch zweimal nach links, dann einmal nach rechts und vielleicht  dreimal nach links zu schicken.  Wichtig ist dabei, lass den Hund in Ruhe die Pylone umrunden und gib die neue Richtungsanweisung (Handzeichen und Hörzeichen) erst, wenn der Hund schon fast bei dir ist.

Dein Hund soll keinesfalls den Drang verspüren sich ständig nach dir umsehen zu müssen, wenn er sich gerade von dir entfernt, sondern zügig richtig Pylone laufen.

Klappt das, lässt du deinen Hund am Beginn der Übung einmal mit Hörzeichen und Sichtzeichen und den ersten Kegel laufen, beim Richtungswechsel oder wenn du ihn das zweite Mal innerhalb der Übung in die gleiche Richtung schickst, lässt du das Hörzeichen einfach weg. Der Hund weiß ja jetzt, was der grundsätzlich tun soll, nämlich die Pylos umrunden, das musst du ja nicht immer wiederholen. Stattdessen beschränkst du dich darauf die gewünschte Richtung durch Zeigen mit der  Hand anzuzeigen.

Natürlich wird der Hund nur bestätigt, wenn er auch ohne Höhrzeichen die richtige Pylone umrundet, wenn er zweimal  deiner Richtunsganweisung folgt und beim drittem mal falsch läuft, bricht die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab. Dein Hund sollte unbedingt lernen sich bis zum Ende der Übung zu konzentrieren, wenn er seine Belohnung haben will.

Tipp

Ich halte es derzeit so, dass ich meine Hündin immer einmal die ganze Übung mit Hör- und Sichtzeichen machen lasse und dann anschließend nur noch mit Sichtzeichen. Das heißt ich stelle mich vor den Hund zeige nur noch auf die Pylone, die Stange oder den Baum. Ich finde das wichtig, damit der Hund lernt auf das Sichtzeichen loszulaufen, denn auf 10m Entfernung bei Wind oder höherem Lärmpegel könnte der Hund sonst das Hörzeichen überhören und würde dann wie blöd am Kegel stehen bleiben, wenn man ihn zum Apportel oder zur Box schickt.

Derzeit bin ich noch mit mir am Ringen, ob es Sinn macht, den Hund auch gerade aus einen Kegel umrunden zu lassen und ihm beizubringen,

  • ohne Richtungsanzeige nur mit Hörzeichen soll er geradeaus laufen
  • mit Richtungsanweisung eben nach rechts oder links.

Für das Schicken zum Pylo macht das sicherlich Sinn, denn da muss der Hund ja nur gerade aus vom Hundeführer weglaufen. Andererseits könnte das beim Richtungsapport dazu führen, wenn der Hund zu schnell ist und das Sichtzeichen nicht abwartet, dass er dann fälschlicherweise in Klasse 3 zum mittleren Apportel läuft.

Hund und Hundeführer stehen in der Mitte und der Hund umläuft auf Anweisung bestimmte Pylonen.

Mit mehreren Pylonen kannst du dich auch in die Mitte stellen und Hund wahlweise um beliebige Pylonen schicken.

Tipp

Was aber auf jeden Fall Sinn macht, wenn du genug Platz hast,  kannst du auch 3 oder mehr Pylonen im Kreis aufbauen. Dann stellst du dich mit dem Hund in die Mitte und schickst ihn kreuz und quer um die Pylos, aber nur mit Sichtzeichen! Lediglich am Beginn der Übung, kannst du einmal das Hörzeichen geben, damit dein Hund weiß, was Sache ist. Achte aber darauf, dass die Pylos nicht zu dicht beieinander stehen, damit deine Richtungsanzeige für den Hund auch eindeutig ist.

Schicken in die Box – Teil 3: Platz in der Box

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Wenn du deinen Hund in der Box gestoppt hast, musst du ihn jetzt ins Platz bringen. Wenn dein  Hund das „Platz“-Kommando beherrscht, sollte das kein Problem sein. Im Ideal-Fall sagst du einfach nur noch Platz und dein Hund legt sich auf der Stelle innerhalb der Box ab, an der Stelle wo er vorher stand. Leider trifft der Idealfall in der Praxis häufig nicht zu.

Trainingsziele

Ziel sollte es sein, unabhängig davon, ob der Hund der Box steht, oder woanders, dass sich der stehende Hunde trotz deiner Entfernung zu um, auf der Stelle auf der er steht, ablegt.

Tipp

Auch im Hinblick auf die Distanzkontrolle (ab Klasse 2) ist das eine gute Übung, denn dort muss der Hund genau das gleiche tun. Daher tust du gut daran, jetzt keine Fehler einzubauen, die dir dann auch in der Distanzkontrolle das Leben schwer machen.

Trainingsideen

Wenn dein Hund da „Platz“-Kommando eigentlich kann, gibt es in der Regel folgende  Probleme, die auftreten können, wenn du deinen Hund in die „Platz“-Position bringen willst.

  • Der Hund kommt dir entgegen und legt sich nach 2-3 Schritten hin und liegt dann außerhalb der Box
  • Der Hund legt sich gar nicht, sondern kommt direkt zu dir
  • Der Hund legt sich nicht und bleibt einfach an Ort und Stelle stehen

Vorschlag 1: Du gehst deinem Hund entgegen und lässt ihn auf kurze Distanz das „Platz“ machen

Tipp

Vorschlag 1 und 2, kannst du im Prinzip auf die gleiche Weise üben, das geht auch parallel ganz gut. Du musst also nicht immer die komplette Box-Übung machen, das würde deinem Hund auf Dauer auch langweilig werden.

Wenn dein Hund in der Box steht und du dann für das Platz auf ihn zugehst, ist es natürlich wichtig, dass er lange genug steht, damit du nicht hinhechten musst, denn das würde die meisten Hunde dann doch dazu veranlassen, dir auszuweichen oder sich animiert fühlen mit dir um die Wette zu rennen. Vorraussetzung ist hier also, dass dein Hund 10 bis 20 Sekunden bewegungslos stehen bleibt. Wenn das der Fall ist, trainiere das „Platz“ wie unter Vorschlag 2 beschrieben.

Vorschlag 2: Du übst das Platz aus dem Steh zunächst auf kurze Distanz völlig unabhängig von der Box

Diese Variante ist eigentlich optimal, denn du kannst das Training so flexibel gestalten und der Hund verknüpft das eingeführte Kommando nicht mit der Position in der Box und das ist gut, denn das gleiche Kommando kannst du auch gut in der Distanzkontrolle ab Klasse 2 verwenden.

Für das Trainings gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir ein geeignetes Kommando. Ich verwende bspw. „Zürück“.
  • Bringe deinen Hund ins „Steh“, entweder auf Entfernung, oder indem du vor- oder neben ihm stehst. Wie ist erst einmal egal, hauptsache er steht ruhig und belastet alle vier Pfoten.
  • Stelle dich nun dicht vor den Hund. Wie dicht, hängt von deinem Hund ab. Manche Hunde weichen dem Hundeführer aus, wenn der sich zu dicht vor sie stellt, das sollte nicht sein. Optimal ist, wenn du einen Abstand wählst, aus dem du notfalls noch den Hund mit der Hand berühren kannst.
  • Jetzt musst du etwas probieren, wie du den Hund so ins „Platz kriegst“, dass er sich nach hinten ablegt, also alle Beine nach hinten wegklappt. Es gibt generell mehrere Möglichkeiten, welche davon klappt, hängt unter anderem davon ab, welche Handzeichen du dem Hund für verschiedene Positionen beigebracht hast.
    • Wenn du als Handzeichen für „Platz“ die flache Hand, parallel zum Boden verwendet hast, hilft oft schon, wenn du dieses Handzeichen jetzt etwas nach vorne gerichtet, Richtung Hund ausführst.
    • Bei manchen Hunden macht es Sinn sie leicht mit der Hand vor der Brust oder Nase nach hinten zu schieben und dabei das „Platz“-Kommando zu sagen.
    • Ein leichter Ausfallschritt oder die Bewegung des Oberkörpers nach vorne Richtung Hund (siehe Video) ist die dritte Möglichkeit.
  • Wenn du eine Methode gefunden hast, die bei deinem Hund funktioniert, gibst du mit der Körperhilfe zusammen das gewünschte Kommando.
  • Das übst du dann solange, bis der Hund diese Bewegung auch aus etwas mehr Abstand zu dir (1-2m) ausführt.
  • Dann kannst du beginnen, die Körperhilfe abzubauen. Für die Box ist ein Handzeichen ja nicht erlaubt. Für die Distanzkontrolle dürftest du ein Handzeichen natürlich verwenden, wobei ein Ausfallschritt eine veränderte Grundstellung wäre und auch da nicht erlaubt ist.
  • Kann der Hund den gewünschten Bewegungsablauf sicher auch ohne Körperhilfen, kannst du allmählich den Abstand zum Hund vergrößern.

Vorschlag 3: Du machst deinem Hund klar, dass er sich innerhalb des Boxbandes ablegen muss

Diese Methode kannst du selbstverständlich auch parallel zu den anderen beiden nutzen, denn selbst wenn du deinem Hund das Platz nach hinten weg beigebracht hast, könnte es natürlich sein, dass der Hund seitwärts aus der Box liegen würde. Daher kann es definitiv nichts schaden, wenn du deinem Hund beibringst, Boxband ist Pfui :-)

Wenn meine Hunde beim Training mal mit irgendeinem Körperteil über dem Boxband liegen, gehe ich dazu wie folgt vor:

  • Ich gehe zum Hund tippe das Körperteil an, dass über dem Boxband liegt und zeige dann auf das Band und sage ein deutliches „Nein“.
  • Danach weise ich den Hund an, sich in die Boxmitte  zu begeben und hinzulegen.
  • Macht er dies, gibt es eine „kleine“ Belohnung.

Während mein Rüde dennoch recht stur ist, was das Boxband betrifft, achtet meine Hündin zunehmend häufiger darauf, wenn sie mal knapp am Boxband steht, sich dann so abzulegen, dass sie in der Box liegt. Sie scheint es zu verstehen.

Tipp

Besser ist natürlich noch, wenn du deinem Hund gar nicht erst beibringst sich zu nah am Boxband hinzustellen. Allerdings ist das bei großen und langen Hunden, wie bspw. Deutsche Doggen nicht wirklich einfach. selbst ungefähr in der Boxmitte ist da schnell mal eine Pfote draußen.

Schicken in die Box – Teil 2: Stoppen in der Box

Hinweis:

Du weißt nicht, wie die „Box“-Übung funktioniert? Dann lies bitte den Artikel Schicken in die Box – Teil 1.

Ich persönlich bin der Meinung, bevor dein Hund nicht mit Spaß und vollem Tempo in die Box läuft, ist es zu früh, das Stoppen in der Box zu üben. Du kannst aber natürlich im Hinblick auf die Box und auch das „Abrufen mit Steh“ in Klasse 2 schon ein „Stopp“- oder „Steh“-Kommando einführen und üben, aber eben separat, unabhängig von der Box-Übung.

Trainingsziele

Trainingsziel sollte sein, dass du deinen Hund, der mit vollem Tempo in die Box gelaufen ist, aus voller Geschwindigkeit stoppen kannst. Der Hund soll dabei entweder möglichst mittig in der Box stehen, oder gleich in Platz gehen und zwar so, dass er dich ansieht.

Der Hund muss sich also innerhalb der Box wenden, entweder schon beim reinlaufen oder beim Stoppen.

Achtung

Da der Hund ja nicht ohne Anweisung arbeiten darf, darf er sich eigentlich nicht selbständig vor dem „Stopp“-Kommando wenden. Eigentlich soll er ja solange gerade aus und im Zweifel durch die Box durchlaufen, bis ein „Stopp“-Kommando kommt.

Ob du den Hund in der Box ins „Steh“ oder „Platz“ bringst, schreibt die Prüfungsordnung nicht vor. Solange der Hund aber noch nicht liegt, kannst du ihn gegebenenfalls noch mit zusätzlichen Kommandos steuern, bspw. wenn er knapp neben der Box steht, kannst du ihn mit einen zusätzlichen „Box“-Kommando noch mal in die Box schicken. zwar gibt das Punktabzug, aber wenn der Hund gleich liegt und außerhalb der Box (oder auch nur mit einer Pfote über dem Band) ist die Übung gleich 0.

Ich trainiere daher, dass der Hund in der Box steht. Meiner Meinung nach hat das einen weiteren Vorteil. Steht der Hund erst mal in der Box ist es viel einfacher ihn ins „Platz“ zu bringen, ohne dass er nach vorne kommt, als wenn man ihn aus vollem Lauf ins Platz ruft. Dei Gefahr, dass er dann schon wieder aus der Box raus ist, ist meiner Meinung nach größer.

Zudem ist dies meiner Meinung nach auch einfacher zu trainieren, denn du kannst den Überraschungseffekt nutzen.

Trainingsideen

Methode 1: Stoppen (stehen) in der Box

Hinweis

Wenn du statt eines Clicks ein Wort zur Bestätigung nutzt, bspw. „OK“, kannst du natürlich auch dieses in dieser Übung verwenden. Wichtig ist nur, dass du eine Möglichkeit hast, deinen Hund in dem kurzen Moment zu bestätigen, in dem  er stehen wird.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft aus 10-20m Entfernung mit Tempo in die Box zum Target
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Spielzeug (was sich gut werfen lässt) zur Belohnung nach dem Click.
Vorgehensweise

Dein Hund rennt derzeit mit vollem Tempo auch aus größerer Entfernung in die Box zum Target und bisher hast du ihn immer für das Berühren des Targets bspw. mit einem Click bestätigt und ihm dann sein Spielzeug zugeschmissen oder ihm erlaubt sich sein Spielzeug zu nehmen oder du hast ihn zurückgerufen um ihn bei dir zu bestätigen, bspw. mit einem Leckerchen. Wenn das so ist, kannst du bei den meisten Hunden den Überraschungseffekt nutzen, um sie in der Box zu stoppen:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Stelle dich nun wie gewohnt mit dem Hund vor die Box, in der das Target liegen sollte. Stelle sicher, dass dein Clicker griffbereit ist, und das Spielzeug zumindest so in der Tasche, dass du es recht zügig heraus bekommst. Optimal ist, du hälst es in der  Hand. Dazu muss der Hund aber natürlich gelernt haben sich trotz des Triebmittels von dir zu entfernen. mehr dazu …
  • Schicke deinen Hund nun wie gewohnt in die Box.
  • Ist er am Target angekommen, kommt jetzt aber nicht der übliche Click. Stattdessen gibst du dein Stopp-Kommando. 99% aller Hunde sind nun so überrascht, dass sie zunächst stehen bleiben und dich überrascht und fragend ansehen, was jetzt wohl los ist, denn das Kommando ist unbekannt und der Ablauf ist ein anderer als sonst. Diese kleinen Moment der Überraschung, in der der Hund dir zugewand stehen bleibst, musst du nun mit einem Click bestätigen.
  • Unmittelbar nach dem Click solltest du das Spielzeug werfen und zwar über den Hund hinweg nach hinten. Der Grund ist der, um den Ball mit den Augen zu verfolgen, bleibt dein Hund auch später noch stehen, auch dann, wenn der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden ist. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Der Überraschungseffekt hält bei den meisten Hunden nur 5 bis 10 Mal. Dann wissen sie, da kommt am Target was anderes als nur ein Click. Das ist nicht weiter schlimm, wenn du deinen Hund aber immer nach dem Click aus der Box rufst um ihn bei dir zu bestätigen, wir der irgendwann eventuell nur kurz stoppen, dann auf den Click warten und in deine Richtung durchstarten oder dir  zumindest langsam entgegen kommen. Das Werfen des Spielzeugs über den Hund hinweg, bewirkt, dass wenn der Überraschungseffekt aufhört, dein Hund nach dem Stopp-Kommando auf das fliegende Spielzeug wartet. Auch das veranlasst 99% der Hunde stehen zu bleiben und nicht zu schnüffeln, sondern stattdessen in deine Richtung zu sehen, wann es denn jetzt genau kommt. Und genau das ist es, was du willst.

Wenn dein Hund auf das Stopp-Kommando weiterhin stehen bleibt, weil er auf das Spielzeug wartet, dehnst du nun allmählich die Zeitspanne aus, die er stehen muss, bis der Click kommt und das Spielzeug tatsächlich fliegt.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. (hier weiter lesen …)

Methode 2: Stoppen aus dem Laufen (außerhalb der Box) üben

Wenn dein Hund das Reinlaufen in die Box noch nicht verstanden hat oder noch Probleme mit dem Tempo hat, ist es zu früh, schon das stoppen in der Box zu üben. Das würde noch mehr Tempo und Spaß rausnehmen. In diesem Fall schmeiß lieber häufig den Ball über den Hund, wenn er in der Box ist, damit er durch die Box durchläuft. Du kannst dann aber parallel schon mal das Stoppen aus dem Laufen üben. Das geht im Prinzip ganz ähnlich wie nach Methode 1, du nutzt den Überraschungseffekt.

  • Voraussetzung: Dein Hund läuft auf Anweisung/Erlaubnis zu einem Triebmittel, das auf dem Boden lieg.
  • Notwendige Hilfsmittel: Clicker für die Bestätigung auf Entfernung, Triebmittel mit mittlerer Rangfolge für den Hund sowie ein weiteres Triebmittel das sich gut werfen lässt und höherwertig ist.

Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, gehst du wie folgt vor:

  • Überlege dir zunächst ein Kommando, dass du zum Stoppen nutzen willst. Üblich sind „Steh“, „Stop“, „Halt“. Für den Überraschungseffekt ist es aber wichtig, dass du eines wählst, das du noch nie für andere Situationen verwendet hast, das dein Hund also nicht kennt.
  • Wähle außerdem ein Triebmittel, das zwar den Hund animiert dorthin zu laufen, wichtig ist aber, dass du noch ein weiteres bei dir hast, das dem Hund wichtiger ist.

Hinweis

Egal was du wählst, es wird nachfolgend als „Stopp“-Kommando bezeichnet.

  • Lege/Setze deinen Hund irgendwo hin und bringe sein Triebmittel ein Stück mindestens 10m weg, so dass er dich dabei beobachten kann.
  • Gehe zum Hund zurück und zeige ihm, dass du das wichtigere Triebmittel bei dir hast.
  • Erlaube ihm nun das abgelegte Triebmittel zu holen.
  • Kurz vor dem Erreichen des Triebmittels folgt das Stopp-Kommando. Die meisten Hunde werden sich jetzt kurz umdrehen, weil sie damit ja nicht gerechnet haben.
  • Diesen kurzen Moment in dem der Hund zu dir gewandt kurz steht, bestätigst du mit einem Click und schmeißt ihm dann das wichtigere Triebmittel zu. Vergiss nicht, mit dem Werfen auch ein positives Abbruchkommando zu geben, damit der Hund die Übung beenden und dem Spielzeug nachlaufen kann.

Achtung

Wichtig ist, dass du das Triebmittel was du wirfst, nicht immer in Richtung deines Hundes wirfst, sondern mal zu ihm, mal in die entgegengesetzte Richtung. Das ist notwendig, damit der Hund lernt, dass er stoppen und dich beobachten muss, wenn er das Triebmittel haben will. Ansonsten könnte es passieren, dass dein Hund lernt, wenn das Stopp-Kommando kommt,  noch mehr Gas zu geben, weil der das Triebmittel hinter sich erwartet. Dann wird er nicht mehr stoppen.

Im weiteren Verlauf des Trainings dehnst du nun die Zeit aus, die der Hund nach dem Stopp-Kommando stehen muss, bis der Click und das Spielzeug folgen.

Dann hast du das Trainingsziel im Prinzip erreicht. Zum Abschluss der Übung, fehlt nur noch das Platz nach dem Steh. Hier weiter lesen …

Schicken in die Box – Teil 1: Grundlagen

Die Übung „Vorraussenden in ein Viereck“ meist kurz „Box“ genannt, kommt in allen vier Obedience-Klassen vor und ab 2013 wenn die neue Prüfungsordnung „Beginner“ in Kraft tritt, wird sie die Problemübung schlechtin für die Beginner-Hunde werden, denn Hilfen wie Ablegen der Leine in der Box oder vorheriges Herausrufen aus der Box kann sich der Hundeführer jetzt nicht mehr nutzen. Der Hund muss schon in der „Beginner“-Klasse die Box finden ohne dass er vorher drin gelegen hat.

Ablauf der Übung

Die Box besteht aus vier roten Pylonen (15 cm hoch) mit weißen Streifen (hier ist das Aussehen vorgeschrieben!) sowie einem Band (oder einer Kreidemarkierung) die ein Quadrat mit 3m x 3m Fläche  kennzeichnet. Die Pylonen stehen auf den Ecken der Markierung.

Anmerkung:

Inzwischen habe ich mich dahingehend belehren lassen, dass die Farbe „rot mit weißen Streifen“ nur eine Empfehlung war und nicht bindend und seit der neuen FCI-PO für die Klassen 1 und 2 auch nicht mehr gültig ist. Die Pylonen dürfen also beliebige Farben haben.

Die Obedience-Box besteht aus 4 Pylonen, die durch ein Boxband verbunden sindDie Farbe des Boxbandes (oder der Kreidemarkierung) ist nicht vorgeschrieben, soll aber nicht Breiter als 25mm sein. Auch mehrfarbige Boxbänder sind erlaubt.

Der Hund wird je nach Obedience-Klasse aus 10 bis 25m Entfernung in die Box geschickt (ab Klasse 1 ohne Handzeichen). In Klasse 3 muss der Hund vorher vom Hundeführer aus, 10m zu einem Pylo (in der Regel eine Halbkugel) laufen und dort auf Anweisung anhalten. Dann wird er per Richtungsanweisung nach rechts oder links in die Box geschickt. Allen Klassen gemeinsam ist aber, dass der Hund auf Entfernung die Box erkennen und anlaufen muss. Er soll freudig und mit Tempo (mindestens im Trab) in die Box laufen und im optimalen Fall vom Hundeführer mit einem Höhrzeichen in der Boxmitte gestoppt und anschließend ins „Platz“ gebracht werden.  Abhängig von der Obedience-Klasse geht der Hundeführer dann zum Hund und beendet die Übung mit einer Grundstellung oder dreht vor dem Hund ab und ruft den Hund ab (Klasse 2 und 3).

Hund stoppt in der Box und wendet

Der Hund läuft mit vollem Tempo in die Box und wendet beim „Stopp“-Kommando.

Der Hund steht aufmerksam in der Box

Der Hund hat in der Box gestoppt und schaut aufmerksam den Hundeführer an

Liegender Hund in der Box

Liegt der Hund in der Box, geht der Hundgeführer zu ihm

Hund legt sich in der Box hin

Auf Kommando sollte sich der Hund in der Box auf der Stelle ablegen

Trainingsziele

Trainingsziele sollten also sein:

  • der Hund muss die Box mit den Augen suchen und erkennen
  • die Box auf Anweisung auf kürzestem Weg anlaufen
  • sich prompt aus maximaler Geschwindigkeit stoppen und ins „Steh“ und anschließend ins „Platz“ oder gleich ins „Platz“ bringen lassen
  • sich möglichst selbständig korrigieren, falls er beim Stoppen/Ablegen mit den Pfoten oder anderen  Körperteilen auf oder über der Boxumrandung liegt.

Hinweis

Natürlich darf der Hund auch bei dieser Übung weder vor Anweisung arbeiten (also auch nicht von selbst in der Box stoppen)  oder auf dem Weg in die Box bellen. Er soll im Zweifel solange gerade aus, vom Hundeführer (oder Pylo) weglaufen, bis ein „Stopp“-Kommando kommt.

Sie müssen also einen Weg finden, dem Hund Spaß an der Box zu vermitteln und diese mit den Augen zu erkennen und mit einem Kommando ihrer Wahl (bspw. „Box“) zu verknüpfen.

Trainingsschritte

Zu Zeiten der alten „Beginner“-Prüfungsordnung als der Hund noch in die Box gelegt und von dort abgerufen wurden, und dort eine Leine als Ziel reingelegt werden konnte, gab es im Prinzip verschiedene Möglichkeiten die Box zu trainieren. Das hat sich mit Bekanntwerden der neuen „Beginner“-Prüfungsordnung ab 2013 grundlegend geändert. Schon in der „Beginner“-Stufe muss der Hund die Box verstanden haben.  Es gibt daher aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit die Box zu trainieren, Target-Training.

Das Prinzip dabei ist, dem Hund wird zunächst beigebracht zu einem Ziel (Target) zu laufen und wird dort bestätigt, wenn er das Target mit Nase oder Pfote berührt. Später wird das Target dann in die Box gelegt und der Hund mit der Zeit aus einer Entfernung geschickt, aus der er das Target nicht mehr sehen kann. Er lernt dabei zwangsläufig erst mal die Pylonen der Box anzusteuern, denn er hat gelernt, zwischen den vier Pylonen nach seinem Target zu suchen.

Hinweis

„Suchen“ heißt mit den Augen suchen, nicht mit der Nase, denn schnüffeln in der Box ist selbstverständlich auch fehlerhaft. Daher ist auch das Ablegen von Leckerlis in der Box keine Lösung, denn dann wird der Hund irgendwann anfang mit der Nase zu suchen und sogar den Weg in die Box mit tiefer Nase wie auf der Fährte zu suchen.

Auf der Prüfung liegt das Target natürlich nicht drin, aber der Hund kann das auf die Entfernung natürlich nicht erkennt und rennt also erst mal in die Box. Es ist dann deine Aufgabe den Hund so passend zu stoppen, dass er in der Box anhält.

Für das Training sind im Einzelnen folgende Schritte notwendig:

  1. Du bringst deinem Hund bei zu einem Target zu laufen (dass du auf den Boden legst) und dieses mit Nase oder Pfote zu berühren.
  2. Läuft der Hund zuverlässig zum Target, führst du ein Kommando für das Berühren des Targets ein. Ich sage bspw. immer „Touch“. Du kannst natürlich auch „Tipp“ oder „Target“ sagen. Wichtig ist, dass dies ein anderes Kommando sein sollte, als das, was du zum Schicken in die Box verwenden willst.
  3. Läuft der Hund auf Kommando zum Target und das auch aus Entfernungen von 10m und mehr, legst du das Target in die Box.  Jetzt ist es an der Zeit das Kommando für die Box einzuführen. Du schickst den Hund mit einem Doppelkommando, erst das neue Kommando für die „Box“, dann das bekannte für das Laufen zum Target gleich hinterher, bspw. „Box Touch“. Dein Hund wird nach kurzer  Zeit bei dem Kommando für die Box schon loslaufen, denn er weiß ja, jetzt kommt das „Touch“ ohnehin.

In der Theorie funktioniert die Übung jetzt. Sofern dein Hund soviel Gehorsam hat, dass er sich auch von dir exakt stoppen lässt und der Hund nicht auf andere Ideen kommt bzw. du baust irgendwie Fehler ein, durch falsche Bestätigung etc.

Zur Fehlerbehandlung und zur Behebung von Problemen mit der Übung gibt es demnächst einen separaten Artikel.

Vorbereitungen zum Box-Training: Target und Boxband

Du brauchst zum Training drei bis vier Dinge:

  1. 4 Pylonen für die Box
  2. 1 Boxband
  3. 1 Target
  4. 1 Clicker (falls du damit arbeitest, was ich bei der Übung empfehlen würde)

Die Farbe (rot mit weißen Streifen) und Größe (15 cm hoch) für die Pylonen sind vorgeschrieben. Die Farbe des Boxbandes nicht. Die Wahl der Farbe ist daher schon mal nicht unwichtig, denn auf Prüfungen kann deinem Hund alles mögliche begegnen. Häufig werden auf Prüfungen schwarze, rote oder gelbe Boxbänder verwendet. Gerade rote und gelbe Boxbänder haben aber einen großen Nachteil. Die Umrandung des Vierecks in dem die Übungen stattfinden, wird auf Prüfungen in der Regel mit Absperrband gemacht, das flach auf den Boden gelegt wird. Das ist meist rot, rot-weiß oder gelb und hat damit sehr häufig die gleiche Farbe wie das Boxband. Hat der Hund gelernt, das Boxband an der Farbe zu erkennen, kann es passieren, dass er dann über die Ringbegrenzung hinausläuft, weil er das Absperrband für das Boxband hält. Das sieht man auf Prüfungen gar nicht so selten.

Wichtig

Es ist daher ganz wichtig, dass du auch mal trainierst, dass zumindest ein Teil der Ringbegrenzung beim Üben aufgebaut ist. Die sollte dann so 3-5m hinter der Box liegen. Außerdem ist es wichtig, dass deinem Hund die Farbe des Boxbandes egal ist. Das geht am besten, indem du mit vielen verschiedenen Boxbandfarben trainierst  oder bspw. ein mehrfarbiges Boxband nutzt, bei dem jede Seite eine andere Farbe hat. Wenn du den Hund dann von verschiedenen Seiten in die Box schickst, sieht die immer wieder anders aus. Das was gleich bleibt sind die Pylonen an denen sich der Hund dann auch auf Dauer orientiert.

Das Target sollte etwas flaches sein, maximal Bierdeckelgröße, besser etwas kleiner, eine kleine Plexiglas-Platte, ein Stück Teppich, ein Bierdeckel oder bspw. ein Schraubverschluss von einem Glas (bspw. Gemüseglas oder Gurkenglas). Ich verwende immer so einen Schraubverschluss. Die sind billiges Abfallprodukt innen immer weiß, egal welche Farbe sie außen haben und sie haben keine scharfen Kanten, an denen sich der Hund verletzen kann.

Wichtig ist in jedem Fall, dass du immer das gleiche Target nimmst. Also immer Teppich oder immer Deckel und nicht mal das und was anderes. Denn der Hund soll ja wissen wonach er mit den Augen ausschau halten soll.

Tipp

Ich habe schon Hundeführer gesehen, die nehmen dann gerne auch ein Spielzeug als Target oder stellen eine Halbschale rein, so nach dem Motto, dann läuft der Hund auch dahin. Aber darum geht es ja gar nicht. Er soll nicht in die Box laufen, weil er das Target von weitem sieht, sondern weil er weiß, dass innerhalb der Box sein Target liegt, auch wenn er es nicht sieht! Zudem ist natürlich eine Halbschale in die Box zu stellen äußerst ungünstig, denn womöglich verknüpft der Hund mit dem Kommando „Box“ zur nächsten Halbschale zu laufen und auf Prüfungen stehen da immer welche.

Achtung

Absolut verboten als Target sind meiner Meinung nach „Spielzeuge“ auch wenn sie noch so klein sind und Leckerchen (ausgenommen davon flache Dosen/Tuben mit Leckerchen). In aller Regel legen gerade Hundeführer „Spielzeug“ in die Box, deren Hunde total verrückt danach sind. Klar, die Hunde geben dann richtig Gas, das sieht toll aus, verstehen wird der Hund die Box aber so wohl kaum. Denn er ist so fixiert auf das Spielzeug, dass er alles drumherum (also weder Boxband noch Pylos) gar nicht wahrnimmt. Gleiches gilt für Leckerlidosen/-tuben für sehr verfressene Hunde. Leckerchen lose in die Box zu legen, scheidet allein deshalb aus, weil die Stellen in der Box dann danach riechen und nicht nur der eigene, sondern auch die Hunde aller anderen Trainingspartner mit Schnuppern anfangen. Wenn du unbedingt ein Triebmittel in die Box legen willst, darf das maximal eines sein, was dem Hund die Box „interessant“ macht aber keinesfalls das höchstwertige Triebmittel. Das sollte der Hund dafür bekommen, dass der in die Box läuft und später, wenn du mit dem Trainings soweit bist, wenn er in der Box steht.

Ich bin persönlich der Meinung, das Target sollte für den Hund völlig neutral sein und es führt kein Weg daran vorbei, dem Hund zunächst beizubringen, zum Target zu laufen, bevor man es in die Box legt. Einen „schnellen“ Weg, dem Hund die „Box“ klar zu machen, ohne Fehler einzubauen, die später nur schwer wieder auszubügen sind, gibt es eigentlich nicht.

Tipp

Bei Hunden, die sich wirklich kaum motivieren lassen zu einem neutralen Target zu laufen, habe ich auch schon mal ein Leckerchen auf das Target gelegt. Aber eben nieeeemals lose auf den Boden.

Das Laufen zum Target trainieren

Am besten trainierst du das Target mit einem Clicker, denn damit kannst du präzise bestätigen, wenn der Hund am Target ist.  Am besten gehst du wie folgt vor, um das Laufen zum Target zu trainieren:

  1. Halte das Target dem Hund mit ein paar cm-Abstand vor die Nase. Ein normaler, neugieriger Hund wird nun gucken kommen, was das ist und dabei das Target auch mit der Nase berühren. Dann bestätigst du ihn dafür.  Wiederhole diesen Schritt, bis der Hund kapiert hat, wenn er von sich aus (ohne ein Kommando von dir) mit der Nase an das Target stupst, gibt es die Belohnung.
  2. Lege das Target nun vor den Hund flach auf den Boden. Warte wieder ab, bis er auf die Idee kommt, es anzustupsen. Wenn er das mit der Pfote macht ist auch nicht schlimm. Es kommt nur darauf an, dass der Hund nah genug zum Target läuft.
  3. Wiederhole dies, bis der Hund auch aus 2-3m Entfernung zielgerichtet zum Target läuft.
  4. Hat der Hund begriffen, wenn er das Target sieht, es anzustupsen, egal ob auf dem Boden der in deiner Hand, gibt zeitgleich mit dem anstupsen das gewünschte Kommando bspw. „Touch“ und bestätige ihn.
  5. Wiederhole das, bis der Hund irgendwann, schon auf das Kommando „Touch“ zum Target läuft. Dann hat der Hund das Target verstanden.
  6. Wiederhole nun die Übung, bis der Hund mit Spaß zum Target läuft und es auch aus 10-15m Entfernung eifrig und zielstreibig anläuft.

Tipp

Viele apportierfreudige Hunde gehen irgendwann dazu über und stupsen das Target nicht nur an, sondern bringen es gleich mit. Auch wenn ich auf unzähligen Obedience-Seminaren gehört habe, das sollte man doch unterbinden, bin ich der Meinung, wenn der Spaß des Hundes darin besteht das Target zu apportieren, dann ist das schon OK. Der Hund soll ja Spaß haben, denn nur dann läuft er schnell und zielstrebig zum Target. Auf der Prüfung liegt kein Target in der Box, das der Hund mitbringen könnte.  Ich habe meinen Rüden immer das Target bringen lassen, wenn er es wollte. Er hatte halt Spaß daran. Nachteile habe ich keine gesehen, außer, dass ich mehr Bewegung hatte, weil ich es immer wieder wegbringen musste :-)

So geht es weiter …

Wenn der Hund das Kommando für das Target verstanden hat, kannst du es in der Box platzieren. Wichtig ist dabei, dass der Hund die ersten Male noch sieht, dass du oder jemand anderes das Target in der Box ablegt. Du solltest ihn dann aber aus so großer Entfernung in die Box schicken, dass er das Target selbst dann nicht mehr sieht.  Er soll ja lernen, „das Target liegt zwischen den vier Pylonen, also renne ich erst mal auf die Pylonen zu …“.

Später, wenn du den Eindruck hast, dass der Hund sich an den Pylonen orientiert, drehst du große Kreise um die Box und schickst den Hund aus allen Richtungen aus dem Laufen in die Box. Wenn er immer zielgerichtet zum Target in der Box läuft, hat er die Box verstanden, denn er läuft dann nicht einfach nur gerade aus, sondern muss ja, einen leichten Bogen zur Box laufen.
Beim Umrunden der Box wird der Hund von allen Seiten aus dem Laufen in die Box geschickt.

Hinweis

Achte aber unbedingt darauf, dass du die Box links herum umrundest, sonst muss dein Hund erst um dich herum laufen und du bringst dem Hund bei, dass es nicht wichtig ist, den direkten Weg  zur Box zu nehmen.

Im nächsten Schritt gehst du dann dazu über, den Hund von beliebigen Stellen auf dem Platz in die Box zu schicken. Wenn er dann immer noch zielstrebig zum Target in der Box läuft, kannst du das ein- oder andere Mal das Target in der Box weglassen. Wichtig ist dann aber, dass du ihn schnell genug bestätigst, wenn er in der Box ist, auch wenn er sich nach seinem Ausbildungsstand noch nicht dort stoppen lässt.

Im nächsten Artikelteil zur Box geht es dann um das Stoppen in der Box.