Geruchshölzer „neutralisieren“

Wer im Verein für das Training der Geruchshölzer immer wieder ganz neue Hölzer nimmt, muss auf Dauer schon eine Menge Geld investieren, denn dann gehen eine Menge Geruchshölzer dabei drauf. Viele Vereine nutzen die Geruchshölzer daher immer wieder und „neutralisieren“ diese. Dafür gibt es zwei häufig genutzte Methoden:

  • Hölzer einfrieren 1-2 Wochen und wieder auftauen
  • Hölzer abkochen und trocknen lassen

Aufgrund der Tatsache, dass mein Lion eigentlich immer das richtige Holz gefunden hat  und Nullrunden in dieser Übung eher mal daraus resultierten, dass er vorher ein falsches angehoben und wieder abgelegt hat, habe ich mich entschlossen mit seiner Hilfe mal zu testen, ob das wirklich funktioniert. Er ist jetzt in Rente und ich konnte so die Übung nicht mehr „ruinieren“ oder Fehler einbauen.

Warum der Test?

Anlass für diesen Test war ein Training mit Hölzern die von unserer Vereinsprüfung übrig geblieben waren. In die neutralen auf der Prüfung gebrauchten Hölzer, die ich selbst nicht angefasst hatte, sind zwei Hölzer zum Auslosen des Richtungsapports hineingeraten, die ich beschriftet hatte.  Im Training ist eines der Hölzer von der Auslosung zwischen den neutralen Hölzern und dem von mir angefassten Holz ausgelegt worden. Mein Hund hat dann das Holz von der Auslosung statt das „richtige“ gebracht und das 5 Tage nach der Prüfung.  Der Geruch vom Beschriften muss also 5 Tage am Hölzchen gehaftet haben. Das habe ich zum Anlass genommen mal zu testen, wie fein die Nase meines Hundes wirklich ist und ob „neutralisieren“ überhaupt wirklich funktioniert.

Versuch 1

Beim ersten Versuch habe ich 5 Hölzer präpariert, das heißt beschriftet und entprechend behandelt.

  • gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche
  • eingefroren in einer dünnen Papiertüte
  • eingefroren in einem verschlossenen Plastikbeutel
  • gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingefroren
  • einfach nur offen in meiner Küche liegen gelassen.

Nach einer Woche habe ich mit jeweils einem der präparierten Hölzer und neutralen Hölzern die Geruchsunterscheidung gemacht.

Mein Hund hat alle präparierten Hölzchen erkannt, mit Ausnahme des Hölzchens das offen in meiner Küche gelegen hat.

Versuch 2

Um auszuschließen, dass er nur nach dem 3. Mal zu müde war und einfach irgendeines gebracht hat, schließlich ist er ja schon was älter, hab ich den Versuch noch mal wiederholt. Dazu habe ich jeweils zwei Hölzchen präpariert.

  • gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche
  • gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingeforen
  • eingeforen in einer einem offenen Plastikbeutel
  • einfach nur offen in meiner Küche liegen gelassen.
  • in einem verschlossenen Plastikbeutel liegen gelassen

Jeweils einen Satz  habe ich 1 Woche nach dem Präparieren verwendet. Ergebnis war, dass mein Hund alle Hölzchen erkannt hat, mit Ausnahme des Holzes, das offen in der Küche gelegen hatte.

Noch mal eine Woche später habe ich das ganze mit dem zweiten Satz Hölzchen wiederholt. Auch hier hat sich gezeigt, dass einfaches „liegen lassen“ wohl mehr Wirkung hat, als jede andere Maßnahme. Denn der Hund hat alle gefunden, selbst nach 14 Tagen!!!! außer dem Hölzchen das offen in der Küche lag und bei dem Hölzchen das gekocht und offen liegen gelassen wurde, war er sich nicht ganz sicher, hat sich aber am Ende doch dafür entschieden.

Erklärungsversuche

Interessant ist in meinen Augen, dass überhaupt versucht wird, Hölzer mittels einfrieren zu neutralisieren, wo es beim Fährten heißt, dass Fährten die nachträglich geforen sind, auf denen kalter Schnee gefallen ist oder die auf gefrorenem Boden gelegt sind, für die Hunde kaum riechen und damit sehr schwer zum abarbeiten sind.

Taut der Boden aber nach dem Legen der Fährte auf, ist das für die Hunde wieder einfacher.  Auf die Geruchshölzchen bezogen muss das heißen, der Geruch der Hölzchen ist im kalten, eingefrorenen Zustand zwar da, aber deutlich schwerer wahrzunehmen. Er verschwindet aber nicht durch die Kälte, sondern wird eher „konserviert“. Beim Auftauen müssten sie aber auch wieder mehr Geruch entwickeln, weil die Temperatur steigt.

Auch wir selbst wissen ja, dass eingefrorene Lebensmittel zwar im gefrorenen Zustand weniger riechen als aufgetaut, aber der Geruch verschwindet ja nicht durch das Einfrieren. Warum sollte das also bei Geruchshölzchen so sein?

Die Frage ist, was Geruch ist, was riecht der Hund genau? Wissenschaftlich gesehen besteht der Geruch eines Gegenstandes aus Geruchsmolekülen die das Objekt umgeben. Je dichter sie am Gegenstand sind, desto weniger weit ist der Geruch wahrnehmbar. Und je mehr sie sich bewegen, desto mehr entfernen sie sich auch vom Gegenstand und umgeben ihn wie mit einer Duftwolke. Je wärmer es ist, desto beweglicher sind die Geruchsmolküle, je kälter es ist, desto unbeweglicher sind sie und desto weniger entfernen sie sich vom Gegenstand.

Einfrieren bewirkt also, dass die Geruchsmoleküle ziemlich eng an das Geruchshölzchen gebunden werden und sich kaum davon entfernen. Man konserviert also eher den Geruch als das man ihn neutralisiert. Das Neutralisieren beginnt dann vermutlich erst mit dem Auftauen, wenn die Moleküle sich wieder erwärmen, mehr bewegen und damit auch vom Gegenstand entfernen können.

Hinweis

Diese Erklärung stammt so nicht von mir. Thomas Nicolas aus meinem Verein hat das mal gehört. Ich konnte diese Theorie aber im Internet auf verschiedenen Seiten bestätigt finden. Insofern wird was dran sein.

Aber warum funktionieren dann das abkochen nicht, denn da werden die Geruchsmoleküle erwärmt und müssen sich eigentlich vom Gegenstand entfernen können. Aber können sie es, wenn sie von Wasser umgeben sind? Meine Theorie dazu, durch die Feuchtigkeit werden die Geruchsmoleküle erst mal am Gegenstand fixiert und können sich erst nach vollständiger Trocknung so verhalten wie an den trockenen Hölzern. Dadurch dauert es länger bis die nach dem Kochen liegen gelassenen Hölzer den Geruch verloren haben.

Die dritte Frage, die ich mir gestellt habe ist, ob die Hölzer nicht durch das liegen lassen in meiner Küche oder meinem Auto auch den Umgebungsgeruch annehmen müssten und daher stärker riechen als das nur kurz angefasse Hölzchen.

Ich bin da für mich zu der Erkenntnis gekommen, wenn sie dadurch überhaupt einen Geruch annehmen, dann sehr viele verschiedene. Dieser Cocktail an Geruchsmolekülen dürfte so vielfälltig sein, dass der Hund den menschlichen also meinen Geruch nur als einen von so vielen erkennt, dass das Hölzchen nicht so wirklich nach mir riecht.

Dennoch ist erstaunlich, dass der Hund nicht den Unterschied zu den anderen erkennt. Egal wonach das Hölzchen für den Hund riecht, wenn die anderen Hölzer nagelneu sprich wirklich neutral sind, riecht das Hölzchen anders als die anderen, wenn auch nicht zwingend nach dem Hundeführer. Es ist schon erstaunlich, dass mein Hund auf diesen Unterschied nicht reagiert, denn die Theorie im Training der Geruchshölzer sagt ja eigentlich, dass der Hund lernt das Hölzchen zu finden das anders riecht als die anderen und nicht zwingend das, was nach Hundeführer riecht.

Achtung

Bei meinem Hund könnte dies auch daran liegen, dass er mit Obedience erst mit 7 Jahren begonnen hat und vorher schon 6 Jahre Fährenerfahrung hatte. Da wir viel auf den Rheinwiesen trainiert haben und dort häufig Müll und Ähnliches lag, hat er da gelernt den „Müll“ von den Fährtengegenständen zu unterscheiden die ja nach Fährtenleger gerochen haben, nicht zwingend nach mir. Vielleicht ist er deshalb eher auf den menschlichen Geruch trainiert als auf eine alleinige Geruchsunterscheidung.

Wenn man diese Erklärungsversuche, sowie die Erkenntnisse aus den Versuchen zusammenfasst, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass möglichst Wind und höhere Temperaturen den Geruch der Hölzchen am ehesten vertreiben. Demzufolge wäre eine schnelle und theoretisch sichere Methode das neutralisieren im Heißluftbackofen. Denn da kann man höhere Temperaturen, bspw. 50°C nehmen, und das Gebläse pustet die Geruchsmoleküle schön an die Seite und weg von den Hölzchen.

Zumindest in der Theorie :-)

Fazit und Ergebnis

Hier noch mal die Zusammenfassung des missglückten Trainings und der anschließenden Tests.

Aktion

nach 5 Tagen

nach 1 Woche

nach 2 Wochen

gekocht und offen trocknen lassen in meiner Küche

erkannt

nicht erkannt (unsicher) = fast neutral

gekocht und anschließend in einem offenen Plastikbeutel eingefroren

erkannt

erkannt

eingefroren in einer einem offenen Plastikbeutel

erkannt

erkannt

einfach nur offen liegen gelassen.

erkannt

nicht erkannt = neutral

nicht erkannt = neutral

in einem verschlossenen Plastikbeutel liegen gelassen

erkannt

erkannt

  • – = nicht getestet
  • erkannt = der Hund hast das Hölzchen erkannt, es ist nicht neutral.
  • nicht erkannt = der Hund hat das Hölzchen nicht gefunden, es ist neutral.

Im Ergebnis heißt das wohl, jegliche Methode schlägt fehlt, die Wasser oder Kälte nutzen, denn scheinbar ist alleine das „liegen lassen“ ausschlaggebend für den Verlust des Geruchs. Und dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, dass die Hölzer in meiner Küche gelegen haben, die ja auch nach mir riecht.

Im meinem Verein handhaben wir die Aufbewahrung der Hölzer jetzt wie folgt. Wir haben vier Stapelboxen. In die unterste kommen die heute gebrauchten Hölzer. in der nächsten Übungsstunde werden die Hölzer aus der oberen Box verwendet und nach der Übungsstunde dort auch wieder reingelegt. Anschließend wird die Box von oben nach unten gestellt. Auf der nächsten Übungsstunde wieder das gleiche, die obere Box wird genutzt und kommt am Ende der Übungsstunde nach unten. So ist sichergestellt, dass die Hölzer immer mindestens 14 Tage unbenutzt liegen.

Tipp:

Zur besseren Durchlüftung haben die Boxen natürlich Löcher und Schlitze.

Unter Umständen werde ich den Test noch mal wiederholen um zu prüfen, ob es Sinn macht die Hölzchen im Heißluftbackofen zu „neutralisieren“ in der Hoffnung das Wärme (anstelle von Kälte) und die Umluft im Backhofen den Geruch schneller vertreiben.

Ergebnisse dazu folgen dann an dieser Stelle. Einfach noch mal vorbei schauen

 

Geruchsidentifikation für extrem apportierfreudige Hunde

Manche Hunde sind so dermaßen apportiergeil dass es sehr schwer ist, ihnen die Geruchsidentifikation beizubringen. Das Problem ist, schon wenn die Hölzer in Sichtweite kommen, schalten diese Hunde auf „Apportieren“ um. Natürlich kann man auch bei diesen Hunden probieren, Leckerchen zwischen die Hölzer zu legen oder diese unter anderen Dingen zu verstecken, aber wenn dein Hund eher auf Spielzeug und Apportieren steht und sich dann nicht mehr für Leckerchen interessiert, wirst du damit nicht viel erreichen und im Zweifel wird dein Hund eben die Dinge apportieren, die zum Abdecken der Hölzer dienen.

Natürlich könnte man solche Hunde veilleicht durch entsprechende Kommandos oder Strafen vom Apportieren der Hölzer abhalten. Aber ob sie dann anfangen ihre Nase einzusetzen ist zweifelhaft. Vor allem willst du deinem Hund das Bringen der Hölzer ja nicht vermiesen, sondern ihn nur veranlassen mit der Nase nach dem richtigen zu suchen.

Ziel ist also: Dein Hund soll lernen, „ich darf apportieren, wenn ich vorher mit der Nase das richtige Geruchshölzchen ermittelt habe“.

Das ist eine langwierige Sache, wenn der Hund das „Apportieren“  egal von was, immer dem Leckerchen vorzieht. Es gibt aber eine Möglichkeit. Fange damit am besten möglichst früh an, dann kannst du dir Zeit lassen und pünktlich zur Klasse 2 kann dein Hund dann auch die Geruchshölzchen.

Vorgehensweise

Hat den Hund bereits zahlreiche Versuche mit den Hölzchen hinter sich und schon verknüpft, dass mit dem Kommando das du für die Hölzchen verwendest, ganze viele Apportiergegenstände verfügbar sind, die es gilt möglichst schnell einzusammeln, solltest du unbedingt ein neues Kommando für die Hölzchen verwenden. In jedem Fall ist das gleiche Kommando, dass du zum Apportieren nimmst, kontraproduktiv. Du solltest ein ganz anderes vom Klang her nehmen. Ich nehme bspw. immer „Riechen“, weil mein Hund „Such“ für die Fährte braucht und mit „Brings“ apportiert. „Suchen“ oder „Such“ ist aber generell keine schlechte Wahl.

Anschließend sind folgende Schritte notwendig.

  1. Konditionieren eines Kommandos zum „Einschalten“ der Nase
  2. Reduzieren des Interesses an den Hölzern als Apportiergegenstand
  3. Absichern, des Suchens nach dem richtigen Hölzchen
  4. Festigen des Suchens

Was du benötigst

Edelstahl-Set Geruchsholzattrappen

Geruchsholzattrappen aus Edelstahl

Besorge dir für den zweiten und dritten Schritt folgende Utensilien:

  • Geruchsholzattrappen aus Edelstahl (2-5 Stück)
  • Geruchshölzer
  • Kaninchendraht, möglichst engmaschig und grün beschichtet. Gibt es in Gartencentern und Raiffeisenmärkten.Optimal ist der mit keinem quadratischem Raster. Du brauchst ein Stück von ca. 60-80 cm Breite und 1 bis 1,2m Länge. Etwas größer ist aber nicht schlimm.
  • 5-8 Zeltheringe zum Fixieren des Drahtes auf der Wiese
  • eine Kneifzange/Seitenschneider zum Schneiden des Drahtes
  • ein Lieblingsspielzeug für deinen Hund.

Bis du die Sachen beisammen hast, kannst du mit Schritt 1 aber schon mal beginnen.

Konditionieren eines Kommandos zum „Einschalten“ der Nase

Nimm das absolute Lieblingsleckerchen, wenn du das schneidest, wie Käse oder Wurst, fange mit schönen großen Stücken an, damit es sich aus Sicht des Hundes lohnt.

  • Setze den Hund ab und lege das Leckerchen auf ca. 10m Entfernung so hin, dass der Hund es gut beobachtet. Zeige ihm dazu das Leckerchen am besten, bevor du dich vom Hund entfernst.
  • Stelle dich wieder neben den Hund und schicke ihn mit dem Kommando das du später für die Geruchshölzer verwenden möchtest, zum Leckerchen. Lobe ihn mit Worten (kein Spielzeug) wenn er es gefressen hat und rufe ihn dann zu dir.
  • Wiederhole dies einige Male und möglichst mehrmals am Tag.

Wichtig ist zunächst, dass der Hund lernt auf das Kommando hin, sich 10m von dir zu entfernen und dort ein Leckerchen findet.

Hat der Hund das verstanden, verwende immer kleinere Leckerchen, so dass er die nicht mehr von weitem sieht sondern lernt diese mit der Nase zu suchen. Wichtig ist aber, es liegt immer nur ein Leckerchen dort.

Tipp

Wenn du eine Hilfsperson hast, kannst du die, wie den Ringhelfer später, auch bitten, das Leckcheren auszulegen. Nimm ruhig ein Tablett dazu, wie der Ringhelfer das später auch macht. Am besten, du machst eine Grundstellung, drehst dich herum, der Helfer geht mit dem Tablett und den Leckerchen zur entsprechenden Stelle, legt das Leckchern ab und kommt wieder zurück. Danach drehst du dich wieder um und schickst deinen Hund.

Dann hat der Hund schon den gleichen Ablauf wie später bei den Hölzern und verknüpft mit dieser Situation gleich, dass es ums riechen  nicht ums apportieren geht.  Und genau so, kannst du das auch in den späteren Schritten weiter fortführen.

Achtung

Du solltest auf keinen Fall aus Bequemlichkeit das Leckchern hinwerfen, denn das fördert Trieb und Apportiertrieb und genau das willst du dem Hund ja abgewöhnen. Je ruhiger das abläuft, desto geringer wird der Apportiertrieb des Hundes sein.

Wenn du beobachstest, dass der Hund ruhig nach dem Leckchern sucht, ohne hektisch zu werden und ohne nach zu apportierenden Dingen wie Stöckchen ausschau zu halten, kannst du mit dem nächsten Schritt fortfahren.

Reduzieren des Interesses an den Hölzern als Apportiergegenstand

Nun schneidest du in den Draht an einer Stelle eine Ausschnitt, der ausreichend groß ist, dass dort genau ein Hölzchen Platz hat. Wichtig ist, schneide den Draht sehr exakt an den Kanten ab, damit dein Hund sich nicht an vorstehenden Spitzen verletzen kann.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt. Ohne dass dein Hund dies beobachetet, baust du nun den Draht auf, legst ihn flach auf den Boden und fixierst ihn mit den Zeltheringen.

Suchen nach Leckchern im Draht

Anschließend lässt du deinen Hund noch ein paar Mal das Leckerchen suchen, nur befindet sich da nun innerhalb des Drahtes, damit dein Hund den Draht kennenlernt. Du legst das Leckerchen dazu am besten in den gefertigten Ausschnitt, damit dein Hund dort das Leckerchen recht einfach aufnehmen kann und nicht durch den Draht behindert wird.

Metallattrappen ignorieren und nach Leckchern suchen

Im nächsten Teilschritt legst du unter den Draht die Metallattrappen, zufällig oder in Reihe, ruhig jedes Mal anders. Weiterhin kommt in den Ausschnitt ein Leckchern und du schickst deinen Hund weiter immer nur hin, um das Leckerchen zu suchen.

Wichtig

Die allermeisten Hunde werden sich jetzt natürlich für die Metallattrappen  interessieren und versuchen da ran zu kommen. Du musst nun unbedingt darauf achten, dass dein Hund kein Erfolg hat. Versucht er den Draht rauszureißen, schimpfe mit ihm und unterbinde das in jedem Fall. Ebenso wenn er versucht die Attrappen durch den Draht zu ziehen.

Hinweis

Wenn dein Hund sich für die Metallattrappen nicht interessiert stellt sich die Frage, ob dein Hund überhaupt ein Kandidat für diese Methode ist, oder ob du es nicht einfacher hättest, wenn du auf den Draht verzichtet und nur die Metallattrappen und das richtige Hölzchen auslegst.

Aufbau der Übung: Unter dem Drahtgeflecht (grün) liegen die Geruchshölzchen oder Attrappen, in der Aussparung das Leckeren (rot) und später das richtige Hölzchen

Unter dem Drahtgeflecht (grün) liegen die Geruchshölzchen oder Attrappen, in der Aussparung das Leckeren (rot) und später das richtige Hölzchen

Bei den ersten Versuchen kannst du deinem Hund ruhig helfen und ihm das Leckchern noch mal zeigen, damit er sich nachdem er sich von den Attrappen abgewandt hat wieder um das Leckchern kümmert.

Wiederhole das solange, bis dein Hund sich zwar die Attrappen ansieht, im optimalen Fall daran schnüffelt und dann nach dem Leckchern sucht und es frisst. Wenn er das so macht, darfst du ihn ruhig ab und an, nach dem Fressen des Leckerchens wenn er wieder bei dir ist mit einem Spielzeug bestätigen, denn es soll sich ja aus seiner Sicht lohnen auf das Apportieren der Attrappen zu verzichen und die Nase zum Suchen des Leckerchens einzusetzen.

Tipp

Es gibt Hunde die jetzt ziemlich gefrustet sind und keinen Bock mehr haben, hinzulaufen und das Leckchern zu suchen. Das ist eigentlich eine „gute“ Phase, denn es zeigt, dass der Hund sich nicht mehr im Apportiermodus befindet. Jetzt musst du nur noch sein Interesse am Schnüffeln wecken. Wichtig ist jetzt darauf zu bestehen, dass der Hund dennoch hinläuft und das Leckchern sucht. Um seine Motivation am Schnüffeln wieder zu erhöhen, bestätigst du ihn dann, wenn er das gemacht, auch wenn du ihn mehrmals auffordern musstest, mit einem Spielzeug.

Achte aber darauf, ihn nur zu bestätigen, wenn er nach dem Leckchern sucht. Du kannst das prüfen und fördern, indem du den Hund von verschiedenen Seiten hinschickst und so die Position von Leckchern und Attrappen zu einander aus Sicht des Hundes immer anders ist. Du kannst außerdem auch das Leckchern  mal an den Rand des Drahtes legen und den Hund zu animieren eine größere Fläche abzusuchen. Wichtig ist weiterhin es gibt nur ein Leckerchern.

Wenn das sicher klappt der Hund wieder motiviert zum Draht läuft, das Leckchern sucht und frisst um sich das Spielzeug zu verdienen kannst du zum nächsten Teilschritt übergehen. Es ist aber ganz wichtig, dass der Hund in Erwartung  des für ihn höherwertigen Spielzeugs dennoch genug Disziplin und Gehorsamz zeigt um motiviert mit nur einem Kommando zum Leckchern zu laufen und es zu suchen bis er es gefunden hat. Hier musst du ganz konsequent sein. Kommt der Hund zurück ohne das Leckchern gefunden zu haben oder bleibt er gar über dem Draht stehen und fängt gar nicht an zu suchen, wird er keinesfalls bestätigt. Dann musst du weiter trainieren bis das reibungslos klappt.

Von Metallattrappen zum Hölzchen

Nun ersetzt du allmählich alle Metallattrappen durch richtige Hölzchen und wiederholst das, bis der Hund sich auch für die Hölzchen nicht mehr interessiert, als dass er sie abschnuppert um das Leckchern zu finden.

Du kannst und auch dazu übergehnen, die Hölzer so zu verteilen, dass er „überqueren“ muss um an das Leckchern zu kommen. Bestätige ihn mit Spielzeug, wenn er sie sauber abschnüffelt, das Leckchern findet und frisst.

Wenn das klappt und der Hund keine Anstalten mehr macht, die Hölzchen hochheben zu wollen oder gar den Draht rausreißen will, er aber dennoch motiviert nach dem Leckerchen sucht, gehst du zum nächsten Schritt über.

Absichern, des Suchens nach dem richtigen Hölzchen

Du legst nun unter den Draht Hölzchen und das richtige Holz, dass du ausgiebig mit nach Leckerchen riechenden Händen angefasst hast, in die Aussparung im Draht. Schicke den Hund nun von einer Seite zu den Hölzchen, bei der er die falschen unter dem Draht überqueren muss um an das richtige zu gelangen.

Gib ihm nun Zeit und beobachte ihn. Setzt er seine Nase ein wie vorher beim Suchen des Leckerchens, schnüffelt am richtigen Hölzchen und bringt es dann, warte ab, bis er auf halbem Weg mit dem Hölzchen ist und bestätigt ihn dann, in dem du das Spielzeug hinter dich wirfst.

Beim nächsten Mal liegt wieder nur Leckerchen statt des richtigen Holzes auf de Draht. Das ist wichtig, damit du nicht bei deinem Hund wieder die Erwartunghaltung weckst, dass er das erstbeste Holz apportieren darf.

Wichtig ist, dass du immer im Wechsel, nicht immer genau einmal, sondern zufällig entweder ein Leckcheren liegen hast oder das richtige Hölzchen. Wenn du das eine Weile so geübt hast, und du merkst, dass der Hund ruhig sucht und immer seine Nase einsetzt, kannst du zur letzten Phase übergehen, die du vermutlich für den Rest deines Trainings beibehalten wirst.

In dieser Phase ist Konsequenz absolug wichtig. Du darfst deinem Hund keine Gelegenheit geben wieder in altes Verhalten zurückzufallen und du darfst ihn nur dann mit Spielzeug bestätigen, wenn er erkennbar mit der Nase sucht.

Tipp

Wechsel den Aufbau auch unbedingt ab, in dem du die falschen Hölzer unterschiedlich anordnest. Im weiteren Verlauf des Trainings kannst du auch andere Dinge wie Hütchen, halbierte Röhrchen etc. auf den Draht legen und so die falschen teilweise abdecken oder auch das richtige oder das Leckerchen leicht abdecken, dass nur ein Teil herausragt. All das animiert den Hund dazu mit der Nase und nicht mit den Augen zu suchen.

Es ist aber ganz wichtig, dass der Hund natürlich auch andere, vorhandene Gegenstände nicht bringen darf! Das solltest du auf jeden Fall unterbinden.

Tipp

Wenn dein Hund im Verlaufe des Trainigs wieder Tendenzen zeigt, doch mehr zu apportieren als zu suchen, spricht aber nichts dagegen wieder temporär zu den vorherigen Schritten zurück zukehren.

Festigen des Suchens

Findet dein Hund zuverlässig auch mit anderen Gegenständen und teilweise abgedeckt das richtige Hölzchen, kommt der entscheidende Punkt. Jetzt lässt du den Draht weg und ersetzt vorrübergehend die falschen Hölzer wieder durch die Attrappen. Lasse ihn auf diese Weise eine ganze Weile suchen un gestalte das Ganze wieder interessant, indem du die Übung variierst (Vorschläge folgen weiter unten).

Erst wenn dein Hund ganz sicher in der Nutzungs einer Nase ist und intensiv nach dem Hölzchen suchst, ersetzt du nach und nach die Attrappen wieder durch Hölzer.

Achtung

An dieser Stelle ist natürlich ganz wichtig, dass du ganz konsequent nur das Bringen des richtigen Hölzchens mit Spielzeug bestätigst. Bringt der Hund ein falsches, sollte das so deutliche Konsequenzen für ihn haben, dass er keinen Spaß daran hat. In aller Regel ist zu empfehlen die Übung mit einem fü den Hund bekannten Abbruchsignal zu beenden und ihm auch möglichst schnell das falsche Holz abzunehmen, damit er sich nicht durch das „tragen dürfen“ selbst bestätigt und zur „Strafe“ eine für den Hund deutlich langweiligere Übung zu machen oder ihn einfach 1/2 Minute abzulegen und nicht zu beachten. Bringt er hingegen das richtige Hölzchen und sucht sehr schön, muss eine Belohnung folgen, die so hochwertig für den Hund ist, das es aus seiner Sicht den Verzicht auf das „Apportieren“ der falschen Hölzchen wett macht, bspw. ein Spiel mit dem Hund und seinem Lieblingsspieli. Keinesfalls darf die Konsequenz aber so heftig sein, dass der Hund aus „Angst“ das falsche zu bringen, gar nicht mehr sucht, oder Hektik beim Suchen ausbricht.

Trainingsvarianten

Damit dein Hund nicht irgendwann wieder in altes Verhalten zurückfällt ist es wichtig, das Suchen interessant zu gestalten und zwar so, dass er gezwungen ist, die Nase einzusetzen. Dazu sind folgende Varianten denkbar, die du gerne mischen oder auch kombinieren kannst. Und bei allen VArianten kannst du auch ruhig mal wieder zwischendurch das richtige Hölzchen durch ein Leckerchen ersetzen.

  • decke die falschen und das richtige Hölzchen ganz oder teilweise ab, aber so, dass der Hund das richtige bringen oder das Leckchern fressen kann, du kannst zu Abdecken bspw.
    • Markierungshütchen
    • Kunststoff-Rohrstücke (ganz oder halbiert)
    • Bierdeckel geknickt oder ganz, verwenden
  • verteile die Hölzchen großflächig und platziere andere Gegenstände dazwischen
  • setze immer wieder auch die Attrappen ein.
  • decke die Hölzer im Herbst bspw. mit Laub ab. Da Laub für Hunde gut riecht, animiert das die Hunde noch mehr zum Suchen und bringt den meisten Spaß auch unabhängig vom Apportieren.
  • variiere wie die Hölzer liegen, in Reihe (auch ruhig mal 20 oder 30), im Kreis, zufällig hingeschmissen auch übereinander auf einem Haufen, wobei dann das richtige nicht ganz oben liegen sollte.
  • später, wenn dein Hund sicherer ist, kannst du auch minderwertigeres Spielzeug zwischen die Hölzer legen und ihn dann, wenn er schön sucht mit seinem Lieblings-Spieli dafür bestätigen. Das solltest du aber erst dann tun, wenn das Suchen (anstelle von „Apportieren“) bei deinem Hund schon gefestigt ist.

 

Geruchshölzer apportieren (ohne knautschen)

Die Geruchsidentifikation ist eine Übung mit vielen Fehlerquellen. Manche Hunde machen daraus eine Apportierübung, andere suchen zwar gut, bringen das Hölzchen dann aber nicht oder in mehreren Teilen … :-), lassen es fallen oder knautschen. Gerade gegen Knautschen gibt es recht viele aber ähnliche Methoden, die immer darauf basieren, dass der Hund lernt das Apportel oder Geruchsholz ruhig zu halten, erst im Vorsitz, später auch beim Laufen, beim Hinsetzen und beim Einnehmen der Grundstellung.

Es gibt aber Hunde bei denen die üblichen Methoden nicht helfen. Dazu gehört leider auch mein Zickchen. Sie knautscht nämlich nur abhängig von ihrer Trieblage, ihrer Stimmung etc. Die ist zuhause, egal ob draußen, beim Spaziergang oder im Haus eine ganz andere als auf dem Hundeplatz. Zuhause knautscht sie gar nicht. Auf dem Hundeplatz  unterschiedlich. Beim Apportieren recht wenig, bei den Geruchshölzchen meist aber sehr stark und zwar unabhängig davon, ob ich sie das Holz nur tragen lasse oder sie auch identifizieren muss.

Bei ihr liegt es meiner Meinung nach daran, dass sie einfach den zu apportierenden Gegenstand recht locker in der Schnauze hält und den Fang nie ganz zu macht. Dadurch rutscht das Holz hin und her und sie kann es außerdem mit der Zunge drehen und schieben  und wenn es droht herunterzufallen, beißt sie halt mal kräftig zu.  Bisher haben alle Methoden versagt.  Bis heute, heute hatte ich einen Einfall, der tatsächlich zu funktionieren scheint. Ob das eine Lösung auf Dauer ist, muss ich noch testen, aber heute hatte ich durchaus den Eindruck, dass es funktioniert.

Die Idee

Da sie die Hölzchen sehr locker trägt und vor allem zubeißt, damit sie nicht runterfallen, habe ich angenommen sie hat schon verstanden, dass sie die Hölzchen nicht fallen lassen darf. Dann hab ich mir überlegt, ich lasse sie einfach 2 Hölzchen tragen. Die kann sie nicht  in der Schnauze drehen und schieben, ohne dass ihr dabei eines runterfällt. Sie muss also die Hölzchen festhalten und ruhig tragen, wenn ihr keines runterfallen soll.

Nach einigen Fehlversuchen, bei der ihr eines oder sogar beide runtergefallen waren, hat sie wirklich ihre Schnauze richtig zu gemacht und die Hölzchen perfekt ruhig getragen. Nicht nur in der Grundstellung ruhig festgehalten, das war auch vorher schon nicht das große Problem, sondern auch beim Laufen kein Knautschen mehr :-)

Das werde ich jetzt die nächsten Wochen so beibehalten.  Und auch die Geruchsidentifizierung werde ich so machen, dass ich eben zwei Hölzchen über- oder dicht nebeneinander hinlege, die sie bringen muss, das aufnehmen von 2 Hölzchen klappt schon super, dann sollte das mit der Geruchsidentifizierung auch kein Problem sein.

Positiver Nebeneffekt

Außerdem habe ich einen positiven Nebeneffekt bemerkt. Sie hat sich nach ein paar Fehlversuchen mit den Hölzchen so darauf konzentriert, das keines runterfällt, dass sie glatt das Quitschen vergessen hat.

Das hat mich dann zu dem Entschluss gebracht, dass ich sie die nächsten Wochen auch immer mit 2 Hölzchen in der Schnauze zum Pylo und zur Box und Fuß laufen lasse, denn wenn sie die Hölzchen festhalten muss, kann sie nicht bellen und folglich wird sie viel mehr Erfolgserlebnisse haben und vielleicht endlich mal begreifen, dass es ohne bellen und quitschen auch geht :-) Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.