Schicken in den Kreis

Ab der Prüfungsordnung 2016 müssen Hunde in Klasse 3 für die Box nicht mehr zu einem Pylon geschickt werden, sondern nur noch in einen Kreis, dessen Mitte markiert werden kann, aber nicht muss. Wenn er markiert wird, dann darf dort nur eine kleine Markierung vorhanden sind, ausdrücklich keine Halbschale.

Hinweis

Beim Richtungsapport bleibt die Halbschale jedoch erhalten.

Du musst deinem Hund jetzt also beibringen, ohne eine Halbschale gerade von dir wegzulaufen und ihn im Kreis stoppen.

Generell gibt es zwei Möglichkeiten das zu trainieren. Du machst es, ähnlich wie beim Gebrauchshundesport das „Voraus“ trainiert wird oder du trainierst es ähnlich wie die Box. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Training als „Voraus“ mit externem Ziel

Dazu legst du ein Ziel, bspw. einen Futterbeutel oder ein Spielzeug deutlich sichtbar für den Hund hinter den Kreis. Nun schickst du deinen Hund in den Kreis und er wird, Richtung ziel laufen. Anfangs lässt du ihn einfach bis zu seinem Ziel durchlaufen, später stoppst du ihn zwischendrin mal im Kreis. Dann musst du natürlich sicher stellen, dass er sich seine Belohnung nicht holen kann, wenn er durchläuft. Du brauchst also auf jeden Fall einen Helfer, der das Spielzeug oder den Futterbeutel blockiert, wenn dein Hund nicht stoppt.  Bei schnellen Hunden muss der Helfer auch entsprechend schnell sein, damit der Hund nicht ohne anzuhalten, trotzdem zu seiner Belohnung kommt.  Da hilft dann vielleicht die Belohnung weiter hinter den Kreis zu legen, dann bleibt dem  Helfer mehr Reaktionszeit.

Skizze der Übung: Hundeführer steht 10m vor dem Kreismittelpunkt und das Spielzeug ein paar Meter hinter dem Kreis.

Die Belohnung liegt hinter dem Kreis, so dass der Hund den Kreis durchqueren muss, um an sein Ziel zu kommen. Sie müssen Ihn dann trotz der Belohnung vor den Augen, im Kreis stoppen können.

Fraglich ist bei dieser Methode, was der Hund anläuft, wenn das Ziel fehlt? Auf der Prüfung liegt da nichts und anders als beim IPO-Sport ist die Laufrichtung des Hundes nicht durch die vorherige Laufrichtung des Teams vorgegeben. Manche Hunde werden sicher einfach nur zackig losdüsen und halbwegs deinem Blick folgen. Aber ich würde fast vermuten, die Masse der Hunde wird ohne sichtbares Ziel ratlos und wenig zielstrebig von dir weg laufen und sich umsehen, ob von dir etwas kommt. Bei den Hunden die schnell loslaufen, könnte es hingegen ein Problem mit dem Stoppen geben, denn wenn sie „denken“, da liegt ihr Ziel und richtig Tempo machen, wird es schwer sie im Kreis zu stoppen. Große Hunde mit langen Galoppsprüngen haben  den Kreis mit einem Satz übersprungen.

Tipp

Alternativ kannst du darüber nachdenken, dem Hund hinter den Kreis ein Bodentarget zu legen, statt einem Spielzeug. Du musst ihm dann nur beibringen, das Target liegt da und er soll zügig hinlaufen. Der Trieb dürfte weniger Stark sein als bei einem Spielzeug oder Futterbeutel, so dass du ihn besser stoppen kannst. Wenn er dann verstanden hat, dass er hinter den Kreis muss, bestätigst du ihn einfach nur dann, wenn er durch den Kreis zum Target läuft. Dann ist auf jeden Fall sichergestellt, dass er nicht am Kreis vorbei läuft und du auch eine Chance hast, ihn im Kreis zu stoppen. Wenn der Kreis dann gut sichtbar markiert ist, gibt der dem Hund eine Richtung vor, in der er das Target findet, das er ja auch die Entfernung beim Starten noch nicht sehen kann.

 

Training mit Kreis als Target

Der Kreis ist deutlich sichtbar zu markieren, mindestens mit 8 Markierungspunkten, die die Außenlinie kennzeichnen. Dies kannst du dir beim Training zunutze machen. Genauso wie dein Hund irgendwann mal gelernt hat, die Box am Boxband und den Pylonen zu erkennen, kann er auch lernen den Kreis zu erkennen und in die Mitte zu laufen.

Der Kreis mit Target in der Kreismitte

Der Kreis mit Target in der Kreismitte

Für den Anfang legst du ein Target in die Kreismitte und schickst ihn mit dem Kommando für den Kreis, gefolgt von dem Kommando für das Target, zum Target. Du belohnst ihn nur dann, wenn er am Target steht. Wenn der Hund irgendwann auf das Kommando für den Kreis schon losläuft, kannst du das Kommando für das Target weglassen.

Klappt das sicher und zuverlässig, kannst du hin- und wieder das Target weglassen. Wichtig ist, den Hund nur dann zu bestätigen, wenn er schön in der Kreismitte steht. Das Problem das Target abzubauen ist viel kleiner als mit der externen Belohnung, denn auch auf Prüfungen sind kleine Markierungen in der Kreismitte erlaubt. Dann findet der Hund auf der Prüfung auch ein „Target“. Allerdings soll der Hund gemäß Prüfungsordnung eben nicht die Kreismitte als Target anlaufen. Wenn du das so trainierst, sollte es dem Richter nicht auffallen. Das heißt dein Timing muss stimmen und der Hund darf nicht kurz vor dem Kreis schon das Tempo reduzieren.

Voraussetzungen bei beiden Methoden: Ein sichtbar markierter Kreis

Bei beiden Methoden ist ganz wichtig, dass Sie den Kreis für den Hund sichtbar markieren. Bei der ersten Methode wird es aufgrund des Triebziels hinter dem Kreis etwas länger dauern, bis der Hund den Kreis wahrnimmt, bei der zweiten Methode mit dem Target, geht es in der Regel schneller. Fraglich ist, wie man den Kreis markieren kann, ohne jede Übungsstunde den Platz mit neuen Farbmarkierungen zu versehen.

Es gibt Hundeführer, die über das Schiedsrichterspray aus dem Fußball nachdenken. Fraglich ist hier allerdings, ob es für den Hund nicht schädlich ist? Unbedenklich für den Rasen und biologisch abbaubar sagt ja noch nichts über die Giftigkeit für Hunde aus.  Alternativ könnten sie ähnlich wie ein Boxband auch ein Band in Kreisform auf dem Boden aufspannen. Das wird dann natürlich nie perfekt rund werden, aber ein Achteck ist völlig ausreichend. Der Hund muss ja nur erkennen können, da ist eine farbige Markierung in deren Mitte er laufen soll, bzw. durch die er durchlaufen soll um das Bodentarget zu finden.

Ein zwar achteckiger aber gut sichtbarer Kreis lässt sich mit einem Band aufspannen.

Die exakte Größe des Kreises spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass der Hund, wenn er im Kreis steht, eine Markierung um sich herum sieht, das hilft ihm dann zu erkennen, dass er richtig ist.

Tipp

Beherrscht der Hund schon das Laufen zur Halbschale für den Richtungsapport oder die alte Klasse 3, ist es hilfreich, wenn du den Hund vielleicht zunächst wie gewohnt zur Halbschale schickst, die nun im Kreis steht und dann  allmählich von der Halbschale zu einem flacheren Target und von da zu einem kleineren Target übergehst. Als flache Markierung die vermutlich sogar Prüfungsordnungskonform ist, kannst du bspw. Markierteller verwenden, die es in den gleichen Farben wie die Halbschalen gibt.

Solche flachen Markierteller können ersatzweise die Halbschale im Kreis ersetzen.

Solche flachen Markierteller können ersatzweise die Halbschale im Kreis ersetzen.

Ich persönlich würde mich für die Methode mit dem Target im Kreis entscheiden, weil sie der Prüfungssituation näher kommt und damit weniger Hilfen abgebaut werden müssen. Gerade für Hunde die schnell verwirrt sind, wenn in der Prüfung etwas nicht wie gewohnt läuft, ist das sinnvoll. Genauso auch für schnelle Hunde, die sich schwer tun innerhalb des doch recht kleinen Kreises zu stoppen, wenn sie nicht wissen, dass sie dort anhalten müssen.