Korrekturen beim Richtungsapport

Selbst wenn du, wie beschrieben die Richtungsanweisungen trainiert hast kommt es natürlich bei einigen Hunden vor, dass sie vor lauter „Apportierwut“ nicht mehr auf deine Richtungsanweisung achten, sobald Apportel ins Spiel kommen. Dann stellt sich natürlich die Frage, was nun? Was solltest du tun, wenn der Hund versucht das falsche zu holen oder es vielleicht schon geholt hat?

Generell gibt es da mehrere Möglichkeiten. Welche du wählst, solltest du vom Wesen und den Vorlieben deines Hundes abhängig machen.

Hund mit extremem Spaß am Apportieren

Hunde die super gerne apportieren, sind ein echter Problemfall. Denn sobald dein Hund das Apportel hat, bestätigt er sich selbst. Auch dann, wenn er das falsche Apportel geholt hat.  Das „Apportieren dürfen“ ist die Bestätigung und folglich wird sich bei einem solchen Hund  eine Korrektur nach dem Aufnehmen des falschen Apportels in der Regel nicht positiv auswirken. Schon gar nicht, funktioniert es, wenn du das Apportieren des falschen Apportels ignorierst. Denn bestätigt hat der Hund sich schon. Was kannst du aber dann tun?

Im optimalen Fall erkennst du schon im Ansatz, dass der Hund das falsche Apportel ansteuert. In diesem Fall solltest du ihn schon korrigieren, bevor er das Falsche nimmt. Wie die Korrektur aussehen sollte, das hängt davon aus, ob dein Hund eher ein Draufgänger oder ein Sensibelchen ist.

Wenn er eher sensibel ist, darfst du auf keinen Fall ein negatives Abbruchsignal verwenden, denn der Hund könnte das falsch verknüpfen und anschließend

  • gar nicht mehr zu dieser Seite laufen, auch wenn es die richtige ist
  • gar nicht mehr apportieren (was bei sehr apportierfreudigen Hunden aber eher unwahrscheinlich ist) oder zumindest sehr zögernd
  • oder stattdessen bspw. das zweite falsche (in Klasse 3) bspw. das Mittlere bringen und die entsprechende Richtung meiden.

Auch „Knautschen“ könnte die Folge von einer daraus resultierenden Unsicherheit sein.

Wenn dein Hund eher ein Draufgänger ist und sich nicht auf Dauer von einem negativen Abbruchsignal beeindrucken lässt, kannst du ihn gut mit einem „Nein“, eventuell gefolgt von einem Rückrufkommando stoppen und zurückrufen, um ihm klar zu machen, dass das falsch war.  Die Tatsache, dass er nicht apportieren darf, ist dann neben dem negativen Abbruchsignal in der Regel schon ausreichend frustrierend für ihn, dass er sich Mühe gibt, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Hinweis

Allerdings besteht die Gefahr, dass er nach dem zweiten oder dritten Mal so gefrustet ist, dass er sich nicht mehr zurückrufen lässt und dann vergibst du damit auch jede Möglichkeit ihn in der Prüfungssituation zu korrigieren.

Beide Hundetypen kannst du daher noch besser mit einem positiven Abbruchsignal stoppen. Das hat den Vorteil, dass der Hund nicht frustriert ist und du kannst das auch in der Prüfung verwenden, falls es doch mal passiert, dass der Hund zum falschen Apportel läuft.

Und wie sieht das dann aus? Ganz einfach. Du brauchst ein Spielzeug oder eine Belohnung für den Hund, die ihm wichtiger oder genauso wichtig ist, wie das Apportel und ein  Kommando, dass du verwenden möchtest um ihn zu stoppen (im optimalen Fall wirklich in ein „Steh“ zu bringen) und ihn dann zum richtigen Apportel zu schicken.

Generell würde ich das Kommando erst mal außerhalb des Richtungsapports trainieren. Wenn es ein Kommando gibt, mit dem du den Hund von dir wegschicken kannst,  bspw. um einen Pylo oder um eine Stange, kannst du das Kommando dafür verwenden, um den Hund von dir weg zu schicken. Gibt es das nicht, kannst du auch ein Apportel 10 bis 20 Meter von dir weg auf den Boden legen. Nun schickst du deinen Hund zu seinem Ziel, der Stange, dem Pylo oder dem Apportel. Kurz bevor er das Ziel erreicht hat, kommt von dir das Kommando. Gib es unbedingt in einer fröhlichen Tonlage, die dem  Hund eine Belohnung verspricht. 90% aller Hunde werden sich jetzt überrascht umdrehen und stehen bleiben und erst mal gucken, was jetzt eigentlich los ist. Das ist genau der Moment den du bestätigen musst, bspw. mit einem Click und anschließend der Belohnung. Wenn du mit Spielzeug bestätigst, klicke am Besten und schmeiß dem Hund das Spielzeug entgegen.

Das wiederholst du nun ein paar Mal, so dass der Hund das Kommando damit verknüpfen kann, dass er seine Belohnung bekommt, wenn er danach stehen bleibt. Allerdings solltest du unbedingt darauf achten, ihn nicht immer zu stoppen, sondenr ihn auch zwischendrin immer wieder zu zeinem Ziel (Pylo, Stange, Apportel) laufen zu lassen, denn sonst stoppt er nachher von alleine und läuft nicht mehr zum Pylo oder zum Apportel.

Tipp

Da es nicht nur darum geht, den Hund vom Apportieren des falschen Apportels abzubringen, sondern auch um eine Korrekturmöglichkeit in der Prüfung, solltest du ihn immer nur dann bestätigen, wenn er auf dein Kommando auch stehen bleibt und nicht, wenn er dann automatisch zu dir kommt oder automatisch zu einem anderen Apportel läuft.

Im nächsten Schritt kombinierst du das Kommando nun mit dem Richtungsapport. Immer wenn dein Hund versehentlich zum falschen Apportel läuft, stoppst du ihn mit dem Kommando. Bleibt er stehen bestätigst du ihn mit seinem Spielzeug oder Leckerchen, möglichst in dem Moment, wo er dich ansieht und aufmerksam steht.

Gelegentlich, nicht allzu regelmäßig, folgt beim Stehenbleiben keine Belohnung, sondern stattdessen schickst du ihn per Handzeichen und Kommando zum richtigen Apportel. Das darf er dann als „Belohnung“ apportieren und kommt er damit, solltest du ihn genauso überschwenglich loben, als wenn er gleich das richtige geholt hätte.

Achtung

Beobachte unbedingt deinen Hund, solltest du den Eindruck haben, der läuft jetzt extra erst mal zum falschen Apportel um dann korrigiert zu werden, weil er sich schon alleine durch das „laufen“ bestätigt, sollst du ihn nur ganz selten zum richtigen Apportel weiterschicken. Stattdessen solltest du wie nachfolgend näher erläutert, ihm den Spaß daran verderben zum falschen Apportel zu laufen. Ein solches Verhalten könnte auch darauf hindeuten, dass dein Spielzeug (oder die sonstige Belohnung) gegenüber dem Apportel zu hochwertig ist und dein Hund gelernt hat, wenn er zum falschen läuft und sich stoppen lässt, bringt das mehr Spaß als das Apportieren. Falls das die Ursache sein könnte, solltest du für das Bestätigen des Stoppens eine geringerwertige Belohnung verwenden, als für die Belohnung nach dem Apport des richtigen Apportels.

Hunde, die sich nicht stoppen lassen

Es gibt natürlich Hunde, die beim Apportieren so fixiert auf das Apportel sind, dass sie sich nicht einfach durch ein Kommando stoppen lassen. Hier musst du dann andere Maßnahmen ergreifen, damit dein Hund erst mal die Erfahrung machen kann, dass sich stoppen lohnen kann.

Hinweis

Wenn dein Hund sich ein paar Mal hat stoppen lassen, danach aber nicht mehr reagiert heißt das, die von dir gewählte Belohnung ist nicht hochwertig genug, er mag halt das Apportel mehr, oder aber dein Timing war falsch und der Hund hat nicht verstanden, dass er die Belohnung für das Stoppen bekommen hat.

Egal was der Grund ist, du musst auf jeden Fall verhindern, dass dein Hund zum „Erfolg“ kommt, indem er das falsche Apportel aufnimmt, nach dem Kommando für das Stoppen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Alternative 1: mit Hilfspersonen

Du stellst an jedes Apportel eine Hilfsperson (wenn du zunächst außerhalb des Richtungsapports mit nur einem Apportel trainierst, reicht natürlich auch eine Person). Diese sollte zwei bis drei Meter vom Apportel entfernt stehen, aber so nah, dass sie schnell eingreifen kann.  Wichtig ist, dass sich die Hilfspersonen nicht von der Stelle rühren, bis zu dem Moment wo dein Stopp-Kommando kommt und der Hund dieses missachtet. Dann muss die Hilfsperson bei dem Apportel zu dem der Hund läuft, dafür sorgen, dass der  Hund es nicht apportieren kann, bspw. in dem sie mit dem Fuß drauf trit oder wegnimmt, bevor der Hund da ist.  Das erfordert natürlich, dass dein Stopp-Kommando so früh kommt, dass die Hilfsperson genug Reaktionszeit hat. Wichtig ist zudem, dass zu jedem Apportel eine Hilfsperson vorhanden ist, damit der Hund nicht lernt, dass er nur stoppen muss, wenn eine Person in der Nähe ist oder an den Personen festmacht, welches Apportel das richtig ist.

Wenn der Hund dann, mangels Apportiermöglichkeit doch stehen bleibt, muss die Belohnung auch sofort folgen, damit der Hund erst mal die Erfahrung machen kann, wenn er stehen bleibt kommt was besseres als das Apportel.

Auf diese Weise trainierst du weiter, so dass der Hund lernt, es lohnt sich, auf dein Kommando zu stoppen, denn zum einen kommt er dann ohnehin nicht mehr an das Apportel und zum anderen bekommt er von dir was Besseres.

Wichtig

ist aber auch hier, dass du ihn trotz Anwesenheit der Hilfspersonen nicht jedes mal stoppst, sondern auch mal apportieren lässt. Daher ist es gerade am Anfang wichtig, auch das außerhalb des Richtungsapportes zu üben. Der Hund soll ja nicht irgendwann keinen Sinn mehr darin sehen, zum Apportel zu laufen, weil er ohnehin vorher gestoppt wird. Das ist ja nicht Sinn der Übung.

Alternative 2: Attrappen statt Apportel

Wenn du das ganze direkt im Richtungsapport trainieren möchtest und dem Hund aber beim falschen Apportel kein Erfolgserlebnis gönnen möchtest, kannst du anstelle der zwei falschen Apportel Backsteine verwenden, auf denen die Form der Apportel mit weißer Farbe aufgemalt ist. Gerade im Winter bei Lampenlicht oder in der Dämmerung kann der Hund das auf Entfernung nicht mehr unterscheiden. Sollte er sich nicht stoppen lassen findet er am Ende aber nichts zum Apportieren und wird daraus lernen, dass er nur zum Erfolg kommt, wenn er in die richtige Richtung läuft oder sich auf dein Abbruch-Kommando stoppen lässt.

Tipp

Bei Verwendung von Attrappen würde ich auch beim Training für Klasse 2 immer auch das Mittlere wie in Klasse 3 als Attrappe auslegen. Dann lernt der Hund von vornerhein, dass Mittlere lohnt sich nicht anzulaufen.

Achtung

Es gibt Hunde, die so bekloppt auf Apportieren sind, dass die auch versuchen Backsteine zu apportieren und dies sogar machen. Problematisch ist, das wenn dies Hunde sind, die zudem noch sehr hastig aufnehmen. Wenn der Hund dann nicht registriert, dass das kein Holz ist, könnte er sich die Zähne abbrechen. Bei sehr hastigen, extrem apportierfreudigen Hunden, würde ich auf diese Methode daher verzichten.

Alternative 3: Erschrecken mit Wasserpistole oder Klapperdose

Alternativ kannst du versuchen, dass Ignorieren deines Stopp-Kommandos zu sanktionieren, indem eine Hilfsperson den Hund mit einer Wasserpistole naßspritzt, wenn er nach dem Stopp-Kommando nicht anhält. Sollte er es danach aber doch noch tun, musst du ihn auch überschwenglich loben und bestätigen, damit er lernen kann, es lohnt sich dein Kommando zu befolgen.

Bei geräuschempfindlichen Hunden kannst du auch, dass Ignorieren deines Stopp-Kommandos mit einem Geräusch, bspw. Trainings-Discs oder einer Klapperdose sanktionieren.

Achtung

Denke daran, es geht primär nur darum, dass der Hund trotz Apportel in Sichtweite auf dein Stopp-Kommando stehen bleibt. Du sollst also nur das Ignorieren des Stopp-Kommandos sanktionieren, NICHT das Aufnehmen des falschen Apportels. Dazu darf es auf keinen Fall kommen. Dein Hund soll die Chance haben, zu lernen, dass das Stehenbleiben auf dein Kommando zu etwas besserem als dem Apportel  (oder zumindest etwas gleichwertigem) führt.

Tipp

Ich habe bei meinem Engelchen, der auch sehr apportierfreudig ist und bei dem vorher alles andere (einschließlich der Backsteine) gescheitert war, mangels entsprechender Hilfspersonen, zwei Klapperdosen so auf die beiden falschen Apportel gelegt, dass diese runterfallen, sobald der Hund versucht das Apportel anzuheben. Als er dann zum falschen gelaufen ist, habe ich versucht ihn mit dem Stopp-Kommando zu stoppen. Das hat er zwar angenommen und ist stehen geblieben. Als ich dann aber versucht habe ihn zum richtigen Apportel zu schicken hat er mir den Stinkefinger gezeigt und wollte trotzdem das falsche bringen, bei dem er ja schon mal stand. Das Geräusch der Dose beim Fallen hatte eine so schlagende Wirkung, dass er sich seit dem immer problemlos stoppen und korrigieren lässt!

Bei der Arbeit mit Klapperdosen, Disks oder auch Wasserpistolen ist es aber ganz wichtig, dass du vermeidest dass dein Hund das mit dem Aufheben des Apportels verknüpft.  Sollte das passieren, wie bspw. auch bei meinem Engelchen, denn da kam das Geräusch ja erst beim Aufheben des Apportels musst du deinem Hund unbedingt noch ein Erfolgserlebnis verschaffen, damit er die Chance hat zu lernen, dass beim Aufnehmen des richtigen Holzes nichts unangenehmes passiert.

Hunde, die nur aus Pflichtgefühl apportieren

Dann gibt es natürlich Hunde, die nur apportieren, weil sie müssen oder im besten Fall, für die Belohnung hinterher. Bei diesen Hunden ist es oftmals durchaus ausreichend das Apportieren des falschen Apportels zu ignorieren, denn dann haben sie „umsonst“ gearbeitet und werden auf Dauer bevorzugt die Seite bringen, die ihnen ihre Belohnung verspricht.

Auf keinen Fall darfst du bei einem solchen Hund den Fehler machen, ihm die „falsche“ Seite mit einem negativen Abbruchsignal zu vermiesen, denn das könnte dazu führen, dass dein Hund gar nicht mehr apportieren möchte. Um einen solchen Hund auch in der Prüfungssituation korrigieren zu können, solltest du wie oben beschrieben mit einem positiven Kommando das stoppen üben. Sollte bei desem Typ Hund gar kein Problem sein, denn jedes Kommando was dazu führt, dass er nicht apportieren muss, wird dein Hund gerne annehmen.

Die Minimalisten

Und dann gibt es da noch den Typ Hund der zwar gerne apportiert aber nicht sehr lauffreudig ist und immer versucht mit minimalem Aufwand zu seinem Ziel, der Belohnung für das Apportieren oder zum Apportel selbst zu kommen.

So ein Typ ist mein Engelchen auch. Er apportiert zwar für sein Leben gerne, aber wenn er drei Apportel zur Auswahl hat, nimmt er am liebsten das, was am nächsten dran liegt und das ist in Klasse 3 leider das Mittlere.

Und genau hier liegt die Lösung für das Problem. Lege einfach die Apportel so aus, dass  das Mittlere (falls dein Hund dies bevorzugt) weiter weg liegt als die äußeren, indem du es einfach weiter weg legst. Die Apportel liegen dann zwar nicht in einer Reihe, aber der Hund macht die Erfahrung, dass das  Mittlere sich aufgrund der Entfernung nicht lohnt. Das mittlere sollte allerdings noch für den Hund erkennbar sein. Ein paar Meter (4-5) weiter hinten als die anderen reicht völlig.

Statt alle Apportel in eine Reihe zu legen, liegt das mittlere Apportel weiter hinten.

Tendiert dein Hund nicht nur zum mittleren sondern wahlweise auch zu einem falschen auf der Seite, weil ja schließlich beide falschen gleich weit vom Pylo liegen, legst du das Falsche einfach weiter vom Pylo weg als das Richtige.

Die Apportel werden so ausgelegt, dass das „Richtige“ am nächsten beim Hund liegt und es somit für den Hund am effizientesten ist, das zu apportieren, was du ihm zeigst.

Wichtig ist dabei, dass du das so konstant durchhälst und deinen Hund im Zweifel auch mal den längeren Weg zum Falschen ausprobieren lässt, dass er lernen kann, dass du ihm den kürzesten Weg zeigst. Allerdings solltest du den Hund, wenn er schon den längeren Weg in kauf genommen hat, nicht zum Erfolg kommen lassen, sondern dann am  Ziel unterbinden, dass er das Apportel nehmen kann. Welche Möglichkeiten du dazu hast, wurde weiter oben ja schon beschrieben.

Fazit – Für jeden Typ Hund gibt es eine Lösung

Wie du siehst gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deinem Hund beizubringen, dass sich ein falsches Apportel zu bringen nicht lohnt. Egal, welche Methode du wählst, beobachte deinen Hund um schon im Ansatz zu erkennen, ob eine Methode nicht vielleicht in eine Sackgasse führt oder an anderer Stelle Probleme schafft.

 

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 2

Wenn dein Hund keinen Spaß am Laufen hat, kannst du die Richtungsanweisung auch anders trainieren, nämlich mit Target.

Diese Methode hat gegenüber Variante 1 einen großen Vorteil, der Hund sucht das Target mit den Augen und hat es dann später, beim Umstieg auf Apportel leichter, auch diese mit den Augen zu finden, auch wenn sie ungünstig liegen und sehr klein sind. Allerdings spricht nichts dagegen, dass du, nachdem du einem lauffreudigen Hund mit der ersten Variante beibegebracht hast, deine Richtungsanweisung anzunehmen, dann auch zwischendrin mal die Target-Methode wählst, um ihm die Suche mit den Augen nach dem Ziel nahe zu bringen.

Voraussetzungen

Dein Hund muss ein Target kennen, zu dem er läuft und er sollte möglichst Spaß daran haben. Wie du das Target trainierst, findest du hier …

Das brauchst du

Du benötigst zwei gleiche Targets und ein Triebmittel, bspw.  Leckerchen oder Spielzeug zur Belohnung, optimal verwendest du einen Clicker.

So geht’s

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Schicke den dir gegenüber stehenden Hund nun mit Handzeichen zum Target

Wenn du bisher immer den Hund aus der Grundstellung gerade aus zum Target geschickt hast, muss dein Hund zuerst lernen, auch nach rechts oder links zum Target zu laufen und diese Anweisung aus einer Entfernung zu dir auszuführen. Gehe dazu wie folgt vor:

  • Stelle oder setze deinen Hund ab.
  • Zeige ihm, dass du das Target auslegst, ein paar Meter rechts oder links von ihm (der gelbe Kreis im Bild)
  • Stelle dich vor den Hund (das X im Bild).
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando für das Target zum Target und zeige dabei in die entsprechende Richtung.
  • Tausche dann die Position mit dem Hund, so dass dieser nun auch in die ande Richtung zum Target laufen muss, oder lege das Target in der anderen Richtung aus.

Trainiere das so lange, bis der Hund auf deine Richtungsanweisung immer sicher zum Target läuft, auch wenn du die Entfernung zwischen Hund und Target erhöhst  und wenn der Hund nicht mehr beim Auslegen zusieht.

Schicken zu zwei Targets im Wechsel

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Zwei Targets links und rechts vom Hund sollen nun auf Anweisung wechselseitig ovn ihm angelaufen werden.

Im nächsten Schritt legst du zwei Targets aus, eins rechts und eines links vom Hund. Nun schickst du den Hund im Wechsel mal zu dem einen und mal zu dem anderen Target.

Bestätige ihn nur, wenn er in die richtige Richtung läuft und am Target ankommt.

Tipp

Allerdings haben Hunde, die nicht gerne laufen beim Training mit Targets oft ein Motivationsproblem. Das liegt daran, dass Hunde die Spaß am Laufen haben, sich bei der Methode mit dem Umrunden der Pylos Spaß und Bestätigung durch die Übung selbst holen, weil sie da durch die Gegend psen können.  Für lauffaule Hunde ist aber das Target nur Mittel zum Zweck. Daher musst du unbedingt darauf achten, in kurzen Einheiten zu üben oder den Spaß am Erreichen des Targets dadurch aufrecht zu erhalten, dass am Target etwas überraschendes für den Hund folgt. Variiere also unbedingt die Belohnung nach dem Click am Target!

Den Hund in einem Bogen zum Target schicken

Der Hund steht nun mittig vor den Targets

Die Targets legst du allmählich immer weiter nach hinten, hinter den Hund

Im nächsten Schritt legst du die Targets immer schrittweise weiter nach hinten, so dass der Hund jetzt nicht mehr zwischen den Targets steht, sondern vor den Targets und wie beim späteren Richtungsapport in einem Bogen zum Target laufen muss.

Tipp

Damit der Hund später die Situation Richtungsapport besser von der Box unterscheiden kann, obwohl du ja in beiden Fällen ein Sichtzeichen als Richtungsanweisung gibst (oder geben darfst), solltest du unterschiedliche Hörzeichen für das Schicken nach rechts und linkgs einführen, bspw. „Rechts“ und „Links“.

Richtungsanweisungen trainieren – Alternative 1

Tipp

Auch wer VPG mit seinem Hund macht, sollte sich den Übungsaufbau mal durch den Kopf gehen lassen, denn ich musste feststellen, seit dem ich so den Richtungsapport geübt habe, kann Lexa perfekt revieren und sie bellt kaum noch dabei, weil sie gelernt hat sich darauf zu konzentrieren, wohin ich zeige.

Richtungsanweisungen gibt es ab Klasse 2, wenn es um den Richtungsapport geht. In Klasse 3 dann sowohl beim Schicken in die Box, wie auch beim Richtungsapport. Gerade apportierfreudige Hunde haben da so ihre Probleme. Die holen am liebsten das Apportel, was ihnen als erstes in den Blick kommt. In Klasse 3 ist das häufig das mittlere. Aber auch in Klasse 2 ist das Problem, dass viele Hunde auf das Apportel fixiert sind, was als letztes ausgelegt wird und das ist nun mal das Falsche.

Auch die Box zu finden ist natürlich für den Hund in Klasse 3 viel einfacher, wenn er schon mal der angezeigten Richtung folgt.

Trainingsziel

Ziel der Übung ist, dass der Hund in die Richtung läuft, in die du zeigst und dort eine Pylone, eine Stange oder ein VPG-Versteck umläuft, dann in deine Richtung läuft und eine weitere Richtungsanweisung von dir abwartet.

Später soll er dann bei Richtungsanweisung mit Handzeichen und einem zusätzlichen Hörzeichen nicht nur in die angegebene Richtung laufen und etwas umrunden, sondern in die Box laufen oder etwas apportieren, oder damit es nicht langweilig wird, zu einem Pylo laufen, der sich in der angegebenen Richtung befindet.

Voraussetzung

Optimal funktioniert das ganze mit Hunden, die gerne rennen und gasgeben und die Spaß am Laufen haben. Für lauffaule Hunde bietet sich eine Abwandlung an, die dazu Targets als Ziel nutzt. Mehr dazu folgt in einem separaten Artikel.

Übungsaufbau

Die Idee zu diesem Übungsaufbau stammt nicht von mir. Sie wurde mir in etwas abgewandelter Form zu Beseitigung meines Bell-Problems vorgeschlagen (Danke an Beate und Kirstin). Ich habe dann relativ schnell erkannt, dass sich mit dem nachfolgend beschriebenen Übungsaufbau aber das Problem beim Richtungsapport ebenso lösen ließ. Seit dem klappt der Richtungsapport  bei meiner Hündin eigentlich immer, vorausgesetzt, die Apportel sind nicht so klein, dass sie die auf die Entfernung nicht sieht. Aber sie läuft eigentlich immer in die angegebene Richtung!

Was du benötigst

Du brauchst dafür

  • 2 bis 3 Kegel oder Hütchen, alternativ auch Stangen oder Bäume.
  • etwas Platz, damit du die Hütchen oder Stangen im Abstand von 10 bis 20m platzieren kannst
  • optimal nen Clicker und Leckerchen oder Spielzeug zur Bestätigung

Ich musste feststellen, dass meine Hündin, da sie ein Minimalist ist, gerne über die Hütchen drüber gesprungen ist, um den Laufweg abzukürzen und bin dann am Anfang dazu übergegangen, in das Loch der Hütchen Stangen zu stecken. Mitterweile hat sie begriffen, dass sie nur zum Ziel kommt, wenn sie drumherum läuft.  Du kannst aber auch nur Stangen nehmen oder wenn du Bäume in passendem Abstand hast auch die.

Tipp

Pylos (also die Halbschalen, die in der Regel auch für Richtungsapport und Box verwendet werden) haben den Vorteil, dass du damit schon fast das Laufen zum Pylo trainiert hast. Wenn dein Hund schon mal gelernt hat, auf dein Kommando die Pylone zu umrunden, musst du ihn später nur noch neben der Pylone stoppen und schon steht er perfekt am Pylo.

rote Obedience-Halbschale

rote Obedience-Halbschale für Richtungsapport und Box und zur Markierung

Der ganze Aufbau funktioniert in 4 Schritten.

  1. Dein Hund lernt einen Pylo, eine Stange, oder auch einen Baum auf ein Hörzeichen zu umrunden und in deine Richtung zurückzulaufen.
  2. Dein Hund lernt parallel zum Hörzeichen ein  Handzeichen (zeigen in die Richtung des Pylos).
  3. Dein Hund lernt auf dem Weg zu dir, eine neue Richtungsanweisung entgegen zu nehmen und den gleichen oder einen zweiten (oder dritten) Gegenstand zu umrunden.
  4. Später lässt du das Hörzeichen weg und zeigst nur noch in die Richtung. Dann ist der Hund gezwungen wirklich zu sehen, wohin du zeigst und dich auch zwischendrin anzusehen.

Am Ende soll der Hund, sobald du das Handzeichen gibst, in die angegebene Richtung laufen und die Richtung wechseln, wenn du dein Handzeichen änderst und woanders hin zeigst. Zunächst ist es nur wichtig, dass er etwas umrundet. Das ist der erste Schritt zu Richtungsapport und Box. Und wenn du schlau bist, nutzt du Fehler des Hundes um ihm gleich das sofortige Stoppen aus dem Laufen heraus beizubringen. Sollte er dann beim Richtunsgapport mal zum falschen Apportel laufen, kannst du ihn wenigstens anhalten.

Einen Pylo auf Kommando umrunden

  • Lege deinen Hund ab, nimm den Pylo und gehe 1-2m vom Hund weg und platzieren dort den Pylo. Im optimalen Fall sollte der Hund dich dabei aufmerksam beobachten.
  • Nimm dein Triebmittel und gehe zum Hund nimm ihn mit Richtung Pylo und führe ihn nun mit Hilfe des Triebmittels um den Pylo rum. Gib ihm das Leckerchen oder schmeiß ds Spielzeug in die gewünschte spätere Laufrichtung, sobald der Hund die Wendung hinter dem Pylo abgeschlossen hat.
  • Wiederhole das ganze, bis du den Eindruck hast, der Hund hat verstanden, dass er einen Bogen um den Pylo laufen soll.

Nun folgt eine kleine Steigerung. Du führst ein Kommando ein. Ich sage bspw. „Außen“. Denke dir ein sinnvolles aus, das du für das „Umrunden“ des Pylos nehmen willst.

  • Setze oder lege deinen Hund wieder an die gleiche Stelle wie vorher auch, von wo er mit dem umrunden gestartet ist. Zeige wieder mit der Hand richtung Pylo als wenn du ihn wieder mit dem Triebmittel rumführen willst und gibt dabei das Kommando. Bestätige den Hund dafür, dass er wieder um den Pylo läuft.
  • Klappt das gehe dazu über, das „Führen“ mit der Hand wegzulassen und prüfe, ob der Hund dennoch den Pylo umrundet. Falls ja kannst du die Übung weiter variieren.
Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF, der neben dem Pylo steht bestätigt

Der Hund läuft Richtung Pylo, umrundet diesen und wird dann vom HF (X), der neben dem Pylo steht bestätigt, bspw. durch werfen des Spielszeugs in Laufrichtung. (schwarzer Pfeil) oder indem er sich das vorher platzierte Triebmittel (schwarzer Kreis) nehmen darf.

Nun wiederholst und festigst du das Ganze, indem du einen größeren Abstand wählst. Du kannst dem Hund anfangs dabei helfen, indem du den Hund ca.5-10m vom Pylo ablegst (oder setzt) und du dich selbst aber so neben den Pylo platzierst, dass  er nach der Wendung an dir vorbei laufen muss (X im Bild). Sobald der Hund dich passiert, folgt die Bestätigung. Entweder ein Click und werfen des Spielzeugs in Laufrichtung (schwarzer Pfeil im Bild) oder du platzierst das Triebziel (Leckerchen oder Spielzeug) in Laufrichtung  (schwarzer Kreis im Bild) so dass der Hund nach dem Click seine Richtung fortsetzen und sich das Triebmittel holen darf.

Hinweis

Das Hinlegen des Triebmittels setzt jedoch ein gewissen Maß an Selbstkontrolle und Disziplin beim Hund voraus, damit der sich nicht gleich am Triebmittel bedient.

Wenn das klappt entfernst du dich immer weiter vom Pylo  in Richtung Laufrichtung des Hundes, so dass der Hund am Ende einen kompletten Bogen um den Pylo machen musst und du einfach am Ausgangspunkt des Hundes stehen bleibst.

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

Der Hund umrundet den Kegel komplett und kehrt zum Ausgangspunkt zurück

 

Fehlerbehebung

Je weiter der Hund zum Pylo laufen muss, desto eher können sich Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen. Hier ein paar Hinweise, wie du darauf reagieren kannst:

Wenn der Hund den Pylo nicht mehr hinten umläuft sondern vor dem Pylo kehrt macht, brich die Übung mit einem negativen Abbruchkommando ab und beginne neu. Zeig ihm vielleicht noch mal, zwischendrin mit deiner Führhand, dass er hinter dem Pylo wenden soll.

Wenn der Hund bellt, lass ihn bellen. Das Umrunden das Pylos ist ja nur ein Zwischenschritt. Meine Hündin bellt eigentlich fast immer wenn sie sich von mir entfernt und richtig Gas geben kann. Je größer die Entfernung desto mehr bellt sie. Das sie bei dieser Übung extrem gebellt hat, hat sich eher positiv auf andere Übungen ausgewirkt, denn ich habe mir angewöhnt bevor ich mit ihr auf den Platz gehe, sie zunächst mal ein paar Achten um Bäume laufen zu lassen, um sie 1. aufmerksam auf mich zu kriegen und sie kann sich 2. auspowern und sie ist dann ruhiger und gelassener. Für das Laufen zu Pylo wählst du später ja ein anderes Kommando und wenn dein Hund das Kommando zum Umrunden mit „bellen“ verknüpft ist das ja nicht schlimm, solange du beim Schicken zum Kegel auf „Ruhe“ bestehtst.

Der Hund macht kein Tempo sondern trottet gemächlich Richtung Kegel. Wenn das das „normale“ Arbeitstempo deines Hundes ist, ist das völlig OK. Wenn dein Hund auch schneller kann, dann fehlt ihm entweder die Motivation oder er ist einfach müde und/oder gelangweilt? Dann übe das in kürzeren Einheiten oder motiviere ihn, durch überraschende Aktionen nach dem Umrunden des Kegels. Laufe mit ihm um die Wette, schmeiß mal ein Spielzeug und mal darf er nach dem Click zu seinem Jackpot. Gestalte die Übung einfach interessanter und spannender für ihn.

Der Hund kürzt ab und springt über den Pylo, dann stecke eine Stange rein oder gehe komplett auf Stangen über, zumindest vorrübergehend.

Ein Handzeichen für die Richtung einführen

Der Hund steht dem Hundeführer gegenüber, rechts und links von diesem liegt jeweils eine Pylone um die der Hund mit Handzeichen geschickt wird

Schicke den Hund mit Zeigen und dem Kommando zum Umlaufen des Pylos in die gewünschte Richtung.

Im nächsten Schritt führst du ein Handzeichen ein, das dem Hund die Richtung zeigt, in die er laufen soll. Dazu gehst du wie folgt vor:

  • Platziere zwei Pylonen im Abstand von 10 – 15m zu einander.
  • Stelle dich nun mittig zwischen die Pylonen
  • Stelle den Hund 1-2m vor dich, so dass er dich ansieht.
  • Schicke ihn nun mit dem Kommando zum Umlaufen und einem deutlichen Zeigen in Richtung der gewünschten Pylone, zum Pylo. Klicke und bestätige ihn, sobald er hinter der richtigen Pylone gewendet hat.
  • Wiederhole dies und schicke deinen Hund im Wechsel mal nach links und mal nach rechts um den Pylo.
  • Läuft der Hund sicher in die gewünschte Richtung, warte mit dem Click immer länger, und bestätige den Hund erst, wenn er auf deiner Höhe (X im Bild) ist. Schmeiß ihm das Spielzeug oder Platziere das Triebmittel (schwarzer Kreis im Bild) so, dass der Hund vor dir vorbeiläuft und wieder Richtung der gegenüberliegenden Pylone läuft und so schon den Ansatz einer Acht zeigt.

Fehlerbehebung

Es kann natürlich passieren, dass dein Hund dazu neigt eine bestimmte Richtung zu bevorzugen oder gerade am Anfang noch nicht versteht, dass du die Richtung mit Handzeichen anzeigst.  Um das zu ändern oder dem Hund klar zu machen, dass er auf dein Handzeichen achte muss, gibt es folgende alternative Möglichkeiten. Du kannst sie bei bedarf aber auch kombinieren.

  • Hilf deinem Hund, indem du dich anfangs noch mit dem Oberkörper in die Richtung drehst, in die du auch zeigst und selbst deinen Blick auf die Pylone richtest, statt auf den Hund.
  • Laufe nach dem Zeigen und dem Hörzeichen ein paar Schritte in die gewünschte Richtung mit dem Hund mit.
  • Brich die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft und beginne die Übung neu.

Sollte der Hund immer wieder in die falsche Richtung laufen und daher nie ein Erfolgserlebnis haben, stoppe ihn mit einem Stopp-Kommando. Wenn er noch keines kennt, führe eines ein, bspw. „Stopp“. Wenn er nun in die falsche Richtung läuft, rufe „Stopp“. 99% aller Hunde sind bei einem plötzlich geänderten Ablauf der Übung erst mal überrascht und blicken den Hundeführer an. Bestätige ihn in diesem Moment mit Click und Triebmittel für das Unterbrechen seines Laufes und stehen bleiben. Trainiere so, dass du den Hund jederzeit mit diesem Kommando stoppen kannst (mehr dazu auch im Beitrag zur Box). Wenn das Stoppen klappt, brich die Übung, wenn der Hund in die falsche Richtung läuft nicht immer mit einem negativen Abbruchkommando ab, sondern stoppe ihn mit dem Stopp-Kommando. Wenn er das ausführt, kannst du ihn dafür bestätigen und Hund ist weniger frustriert, weil der die Möglichkeit hat sich sein Triebziel zu verdienen.

Tipp

Du kannst dann auch ab und an, nach dem Stopp-Kommando, wenn der Hund steht und dich ansieht den Hund nochmals in die gewünschte Richtung schicken. Lauf dann ruhig ein paar Schritte mit dem Hund mit in die gewünschte Richtung.

Klappt das Schicken in die gewünschte Richtung irgendwann zuverlässig, erhöhe nach und nach den Abstand zwischen den Pylonen und deinen Abstand zum Hund, so dass du dann nicht mehr zwischen den Pylonen stehst, sondern in der mitte vor den Pylonen.

Eine Acht um zwei Pylos laufen

Klappt das Schicken in die gezeigte Richtung, kommt jetzt eine kleine Steigerung, du schickst den Hund eine 8 laufen, um die Pylonen.

Der Hund läuft ausgehend von seiner Position in der Mitte der Pylonen eine 8 um die Pylonen

Der Hund soll nun eine 8 um die Pylonen laufen, mal bei links beginnend, mal bei rechts beginnend.

Positioniere dich dazu wieder vor dem Hund, zwischen den Pylonen, wie im vorherigen Schritt.

  • Schicke den Hund jetzt um die erste Pylone. Achte dabei unbedingt darauf, dass du nicht immer mit der gleichen Richtung beginnst.
  • Statt ihn nun zu bestätigen, wenn er wieder auf deiner Höhe ist und die Pylone umrundet hat, schicke ihn mit dem Kommando zum Umrunden und einem Zeigen auf die andere Pylone nun zur gegenüberliegenden.
  • Bestätige den Hund, wenn er auch die zweite Pylone umrundet hat.

Wenn das klappt, festige dies, indem du den Hund immer in schönen Achten um die Pylos schickst und zwischen drin auch auch ruhig mal zwei Achten laufen lässt, bevor du ihn bestätigst.

Fehlerbehebung

Sollte der Hund nach Umrunden der ersten Pylone die zweite nicht umrunden wollen, weil er auf die Bestätigung wartet, verändere deine Position, während der Hund die erste Pylone umrundet, in Richtung der zweiten Pylone und laufe ein paar Schritte mit ihm mit. Animiere ihn auch mit der Stimme dir zu folgen und  bestätige ihn, sobald er an dir vorbei in Richtung zweiter Pylone gelaufen ist. Die Bestätigung zögerst du dann immer weiter raus, bis die erst dann folgt, wenn der Hund die zweite Pylone erreicht, dann wenn er sie umrundet hat und zum Schluss, wenn er wieder bei dir angelangt ist.

Falls der Hund sich vor dem Umrunden der Pylone schon nach dir umsieht statt in schönem Tempo Richtung Pylo zu laufen, hast du vermutlich den Richtungswechsel, also das Schicken zur anderen Pylone zu früh gegeben. Du solltest diese Anweisung erst dann geben, wenn der Hund die vorherige Pylone umrundet hat und wieder auf dich zuläuft, denn nur dann kann er ohne sich umzudrehen auch deine Handzeichen sehen. Und der Hund sollte sich sicher kein können, dass kein anderes Handzeichen und keine Richtungsanweisung kommt, bevor er die Pylone umrundet hat. Daher ist es auch ganz wichtig, dass du deinen Hund mit Hörzeichen  oder negativem Abbruchsignal (als Hörzeichen) stoppst, wenn er in die falsche Richtung läuft. Denn das kann er auch höhren, ohne sich nach dir umsehen zu müssen.

Hinweis

Ob der Hund dann die Pylonen wirklich in einer Acht umrundet oder etwas abkürzt und nur ein Oval läuft, ist mir dabei egal gewesen. Für den Sinn und Zweck der Übung kommt es ausschließlich darauf an, dass der Hund die angezeigte Pylone umrundet, ob jetzt links-herum oder rechts-herum war mit dabei immer egal.

Bevor du mit dem nächsten Schritt beginnen kannst, ist es ganz wichtig, dass der Hund ganz sicher so lange im Wechsel die Pylonen (natürlich auf dein Kommando mit Handzeichen, nicht selbständig) umrundet, bis du das beendest. Erst wenn das klappt und der Hund die angezeigte Richtung annimmt gehst du zum folgenden, letzten Schritt über.

Das Hörzeichen weglassen und die Richtungen variieren

Der Hund wird nun völlig variabel mal nach links und mal nach rechts geschickt auch mehrmals um den gleichen Pylo

Variiere nun die Richtungen in die du den Hund schickst, einfach wild durcheinander ruhig auch mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung

Nun kannst du dazu übergehen, deinen Hund nicht nur Achten laufen zu lassen, sondern wild durcheinander auch zweimal nach links, dann einmal nach rechts und vielleicht  dreimal nach links zu schicken.  Wichtig ist dabei, lass den Hund in Ruhe die Pylone umrunden und gib die neue Richtungsanweisung (Handzeichen und Hörzeichen) erst, wenn der Hund schon fast bei dir ist.

Dein Hund soll keinesfalls den Drang verspüren sich ständig nach dir umsehen zu müssen, wenn er sich gerade von dir entfernt, sondern zügig richtig Pylone laufen.

Klappt das, lässt du deinen Hund am Beginn der Übung einmal mit Hörzeichen und Sichtzeichen und den ersten Kegel laufen, beim Richtungswechsel oder wenn du ihn das zweite Mal innerhalb der Übung in die gleiche Richtung schickst, lässt du das Hörzeichen einfach weg. Der Hund weiß ja jetzt, was der grundsätzlich tun soll, nämlich die Pylos umrunden, das musst du ja nicht immer wiederholen. Stattdessen beschränkst du dich darauf die gewünschte Richtung durch Zeigen mit der  Hand anzuzeigen.

Natürlich wird der Hund nur bestätigt, wenn er auch ohne Höhrzeichen die richtige Pylone umrundet, wenn er zweimal  deiner Richtunsganweisung folgt und beim drittem mal falsch läuft, bricht die Übung mit einem negativen Abbruchsignal ab. Dein Hund sollte unbedingt lernen sich bis zum Ende der Übung zu konzentrieren, wenn er seine Belohnung haben will.

Tipp

Ich halte es derzeit so, dass ich meine Hündin immer einmal die ganze Übung mit Hör- und Sichtzeichen machen lasse und dann anschließend nur noch mit Sichtzeichen. Das heißt ich stelle mich vor den Hund zeige nur noch auf die Pylone, die Stange oder den Baum. Ich finde das wichtig, damit der Hund lernt auf das Sichtzeichen loszulaufen, denn auf 10m Entfernung bei Wind oder höherem Lärmpegel könnte der Hund sonst das Hörzeichen überhören und würde dann wie blöd am Kegel stehen bleiben, wenn man ihn zum Apportel oder zur Box schickt.

Derzeit bin ich noch mit mir am Ringen, ob es Sinn macht, den Hund auch gerade aus einen Kegel umrunden zu lassen und ihm beizubringen,

  • ohne Richtungsanzeige nur mit Hörzeichen soll er geradeaus laufen
  • mit Richtungsanweisung eben nach rechts oder links.

Für das Schicken zum Pylo macht das sicherlich Sinn, denn da muss der Hund ja nur gerade aus vom Hundeführer weglaufen. Andererseits könnte das beim Richtungsapport dazu führen, wenn der Hund zu schnell ist und das Sichtzeichen nicht abwartet, dass er dann fälschlicherweise in Klasse 3 zum mittleren Apportel läuft.

Hund und Hundeführer stehen in der Mitte und der Hund umläuft auf Anweisung bestimmte Pylonen.

Mit mehreren Pylonen kannst du dich auch in die Mitte stellen und Hund wahlweise um beliebige Pylonen schicken.

Tipp

Was aber auf jeden Fall Sinn macht, wenn du genug Platz hast,  kannst du auch 3 oder mehr Pylonen im Kreis aufbauen. Dann stellst du dich mit dem Hund in die Mitte und schickst ihn kreuz und quer um die Pylos, aber nur mit Sichtzeichen! Lediglich am Beginn der Übung, kannst du einmal das Hörzeichen geben, damit dein Hund weiß, was Sache ist. Achte aber darauf, dass die Pylos nicht zu dicht beieinander stehen, damit deine Richtungsanzeige für den Hund auch eindeutig ist.